Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Steinpilz am 05 Feb 22, 22:53
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Glück Auf zusammen ⚒
Man hört mal dies und jenes und darum frage ich einfach mal hier in die Runde: Gibt es einen Unterschied zwischen Morion und Rauchquarz, oder ist das beides unterschiedliche Namen für ein und dieselbe Quarzvarietät. Ich hab Bilder von Fundstücken dabei. Wie ist eure Meinung dazu?
Beste Grüße
Ronald
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Hallo,
als Morion werden die richtig tiefschwarzen Quarze bezeichnet. Ist der Quarz nur so rauchig wie bei dir, ist es ein Rauchquarz. Es handelt sich nicht um unterschiedliche Mineralien.
Gruß
Jule
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Die "Marion" gefällt mir!
Quarz ist Quarz. Zu Details und Varietäten kannst Du hier im Atlas nachlesen (dazu ist er da!). Musst Du nur bei Suche "Rauchquarz" eingeben!
Und Ja, auf Deinen Fotos sind braune Rauchquarze erkennbar.
Volkmar
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Danke Volkmar für deine Antwort. Ich hab hier schon nachgeschaut. So wie es hier aussieht, sind das 2 Namen für ein und dieselbe Quarzvarietät. Mir wurde allerdings auch schon gesagt, das Morion besonders dunkel ist und auch als Schwarzer Amethyst bezeichnet wird. Darüber konnte ich hier nichts finden.
Die Marion ist meiner gestrigen Müdigkeit geschuldet. Die Marions dieser Welt werden das sicher verzeihen.
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Rauchquarz ist meist braun, aber auch grau bis fast schwarz. Morion ist immer schwarz. Beides könnte man als "Rauchquarz i.w.S." zusammenfassen. "Schwarzer Amethyst" hätte ich noch nie gehört, wäre aber auch ein Unsinn, da Amethyst immer violett ist.
Volkmar
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Dankeschön Jule und Volkmar.
Das ist sehr hilfreich.
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Als "Schwarzer Amethyst" wurden die Amethyste aus dem Plauenschen Grund bezeichnet. Weil die besonders dunkel sind.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1266837535.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1266837535.jpg)
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Ah, okay. Aber es ist noch ein dunkles Violett? Ich hab einige recht dunkle Stücke von Pobershau. Ich pack mal ein Bild bei.
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Hallo Ronald, das ist eindeutig ein Amethyst. Bitte bleib bei dieser Bezeichnung! Wie man darauf kam, die Stücke aus dem Plauenschen Grund als "Schw. A." zu bezeichnen, ist mir ein Rätsel. Noch dazu, wenn die dunkle Farbe durch ein anderes, sogar bekanntes Mineral verursacht wird! Wenn ich sehe, dass der Quarz violett ist, ist es ein Amethyst, basta!
Volkmar
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Wird gemacht.
Vielen Dank und gut Fund! :)
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Wenn ich sehe, dass der Quarz violett ist, ist es ein Amethyst, basta!
Volkmar
Ja, basta. Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
Für jahrelange und ernsthafte Mineraliensammler sollte der "Schwarze Amethyst" dennoch ein Begriff sein ;), da er auch offiziell in der Fachliteratur als solcher beschrieben wurde und wie er zu seiner charakteristischen schwarzen Farbe kommt.
Sogar der LAPIS hatte dazu einen kleinen Artikel raus gebracht.
VG.
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Ja, basta. Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
Für jeden ernsthaften Sammler sollte klar sein, dass solche falschen Lokalbezeichnungen nur Unsicherheiten schüren.
Solche Untergriffe (auch wenn man sich auf Lapis bezieht) sind verzichtbar.
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Ich will das Thema nochmal aufgreifen.
Für jeden ernsthaften Sammler sollte klar sein, dass solche falschen Lokalbezeichnungen nur Unsicherheiten schüren.
Die Bezeichnung aus der LAPIS ist nicht falsch aufgegriffen, sondern aus Standardwerken von Geologen seit 1900 übernommen und damit richtig und führt auch nicht zu Unsicherheiten.
Der Quarz ist durch Hämatit eingefärbt. Deswegen wird er aber auch nicht zum Hämatit oder zum Morion nur weil er schwarz ist. Das Schwarz steht auch in Gänsefüßchen, da ja klar ist, dass die Färbung durch Mischmineralisation entsteht, es sich aber eindeutig um Amethyst handelt. Im Anbruch sieht man zudem durch dunkelviolette Stellen, dass es sich komplett um Amethyst handelt. Daher der Name "Schwarzer" Amethyst. Und das muss auch kein Ösi madig machen. Inwiefern solche eine Wechsellagerung anderswo auf der Welt noch vorkommt, weiß ich aktuell nicht. In Österreich scheinbar nicht ;) Jedenfalls war es im Plauenschen Grund ein einzigartiges Vorkommen.
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Hallo,
hier der Link zu einer zeitgenössischen Beschreibung:
https://www.zobodat.at/pdf/SitzBer-Abh-Naturwiss-Ges-Isis-Dresden_1914_1043-1048.pdf
Es handelt sich offensichtlich um Amethyst, dessen ausgesprochen dunkle Farbe ihre Ursache in zusätzlichen Einschlüssen von Eisenglanz hat.
Jörg N.
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Hallo Jule.
Ich finde du solltest dich etwas zurückhalten, auch wenn dir mal was nicht passt .
Jemand als Ösi zu bezeichnen geht meiner Meinung nach nicht !
Es wurden hier schon viele Österreicher aus dem Atlas vertrieben weil sich manche nicht beherrschen können.
Loismin
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Hallo Jule,
Die klassischen "schwarzen Amethyste" kommen aus Sachsen. Allerdings gibt es ähnliches Material auch aus Tschechien:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684660215.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684660215.jpg)
Auch bei uns kommen Quarze vor, die neben violetten Amethystzonen auch rauchig-braune Zonen aufweisen.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1610191187.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1610191187.jpg)
Meiner Meinung nach sind solche tradierten, zum Teil volkstümlichen, immer unterhaltsamen Namensgebungen keine Falschbenennungen, viel mehr sind sie das Salz in der Suppe. Sie geben trockenem, wissenschaftlich korrektem Papier die notwendige Würze. Zudem wird durch solche Begriffe die historische und soziale Adhäsionskraft geowissenschaftlicher Ereignisse gefördert.
Desweiteren ist auch Wissenschaft im Wandel. Rykart berichtet in seiner Quarzmonographie von nicht durch geführten Bestrebungen (S. 119, Brewster) alle Quarze mit polysynthetischer Verzwilligung ("Amethystverzwilligung"), egal ob farbig oder farblos, zu den Amethysten zu stellen.
Gruß von Klaus
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Hallo,
hier der Link zu einer zeitgenössischen Beschreibung:
Vielen Dank für das Dokument.
Ich bin in Besitz zweier versch. Amethyste aus dem Pl. Grund.
Erster mit dem charakteristischen Schwerspat darunter.
Bei Zweitem liegt ein Fundort mit Ratssteinbruch Neues Lager bei, und soll ebenfalls aus dem Ratssteinbruch sein, bei dem ich mir etwas unsicher bin.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1685445955.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1685445955.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1683396672.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1683396672.jpg)
In der Literatur wird nur von einem kleinen Vorkommen berichtet (im Höhlenkataster allerdings von 3 Blasenhöhlen) und von Kappenquarzen mit zonaren Aufbau beim schwarzen Amethyst.
Der klassische Schwarze Amethyst hat meiner Ansicht nach, weder zonaren Aufbau noch Kappenquarze, wie man sie aus Wiesenbad kennt.
Allerdings kommen dort keine pechschwarzen Kristalle vor, dass man die Herkunft von dort ausschließen kann.
Wie wahrscheinlich ist es, dass sich in dem dem kleinen Vorkommen die Quarze an einer andere Stelle voneinander unterschieden haben und auch so ein schwarzer Amethyst vorgekommen sein kann?
Kann dazu tendiert werden, dass es sich bei dem zweiten trotzdem um eine andere Form des schwarzen Amethyst gemäß dem Fundzettel aus dem Pl. Grund handelt?
Sagt alten Lokalsammlern der Begriff Neues Lager etwas? (auf der Seite des Forsthaus und Eiswurmlagers soll keiner entdeckt worden sein)
Vielen Dank.
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,,Schwarzer´´ Amethyst ,Plauenscher Grund ... interessant .... hat jemand einen für mich übrig ?
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hallo Jule,
Wie wahrscheinlich ist es, dass sich in dem dem kleinen Vorkommen die Quarze an einer andere Stelle voneinander unterschieden haben und auch so ein schwarzer Amethyst vorgekommen sein kann?
Kann dazu tendiert werden, dass es sich bei dem zweiten trotzdem um eine andere Form des schwarzen Amethyst gemäß dem Fundzettel aus dem Pl. Grund handelt?
ich kenn zwar die Situation bei euch nicht - aber z.B. im Waldviertel (Quarzgangscharen im Granit, also von daher zumindest annähernd vergleichbar) ist es durchaus üblich, dass sich dort, wo (auch) Amethyt vorkommt, auf engstem Raum unterschiedliche Quarzvarietäten (auch aus dem selben Gang bzw. Gangsystem) finden (Amethyst, Rauchquarz, Eisenkiesel, Milchquarz, mal zoniert, mal nicht, mal klar, mal trüb, und zudem micro-/kryptokristalline Varietäten)- sh. z.B. Maissau oder auch Eggenburg etc.. Also von daher würde mich das garnicht wundern .... Ganz im Gegenteil, es würde mich mehr wundern, wenn die Quarze völlig einheitlich wären ...
lg + ga
oliver
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Hallo Jörg. Danke für das Einstellen, des historischen Berichts über den schwarzen Amethyst vom Plauenschen Grund.
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Hallo Jule. Ich denke wenn Stücke aus anderen Sammlungen auftreten , die den gleichen zonaren Aufbau haben. Kann das zweite Stück auch vom Pl. Grund sein.
Grüße Torsten
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Hallo,
die Bezeichnung "Neues Lager" deutet evtl. auf ein Sprengstofflager oder auf einen Brauereikeller (ähnlich dem Eiswurmlager) hin. Etwas konkretes konnte ich dazu allerdings nicht finden.
Als "Blasenhöhlen" bezeichnen die Höhlenforscher offensichtlich offene Klüfte ab einer gewissen Größe in magmatischen oder auch metamorphen Gesteinen die zum Teil mit kristallisierten Mineralen erfüllt sein können.
Im Sinne des Mineralsammlers wären das "Drusen", "Kristallkeller" oder ähnliches.
Ob die im Sächsischen Höhlenkataster der Höhlenforschergruppe Dresden unter Nr. 4948 EG-14 verzeichneten "Blasenhöhlen" im Ratssteinbruch dem von Bindrich (1914) beschriebenen Vorkommen entsprechen ist unklar. Dazu müsste man das entsprechende Blatt des Höhlenkatasters einsehen. Ein Ansichtskartenfoto der "Blasenhöhlen" findet sich bei: https://ansichtskarten-lexikon.de/ak-18613.html.
Ich habe unter der Lexikonseite "Plauenscher Grund"- Externe Verweise/Links (https://www.mineralienatlas.de/?l=12108) einige ältere Artikel aus den Zeitschriften "Mitteilungen Landesverein Sächsischer Heimatschutz" und "Abhandlungen Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis Dresden" verlinkt.
Jörg N.
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https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Quarz/Rauchquarz
Viele Grüße
Stefan
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Ein Ansichtskartenfoto der "Blasenhöhlen" findet sich bei: https://ansichtskarten-lexikon.de/ak-18613.html.
Was soll das untere Bild darstellen? Laut Berichten (verbal) älterer Semester sollen die "Höhlen" sogar ein Touristenmagnet gewesen sein, indem eine Leiter in die Höhle hineinführte und davor stand eine Art Kioskstand an dem Souvenirs und Getränke verkauft worden sein sollen.
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Bitte zunächst das Bild genau anschauen !!!
Jörg N.
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,,Schwarzer´´ Amethyst ,Plauenscher Grund ... interessant .... hat jemand einen für mich übrig ?
https://www.ebay.de/itm/235004823531 (https://www.ebay.de/itm/235004823531)
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Danke ! Ganz schee deier .... ;D
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Hallo. Der Quarz hat jetzt seine richtige Zuordnung und habe ihn entsprechend dokumentiert für zukünftige Laien, die mit der Sache wenig vertraut sind. Ich konnte das Stück anhand von Belegstücken in der Sammlung einer alten Dame, die selbst in Schlottwitz sammeln ging, den Quarz referenzieren. Ich habe mich von dem Händler übers "Ohr hauen" lassen, oder er ist selber unsicher gewesen und der Zettel ist zu der falschen Stufe gelandet. Der Preis von 10 Euro, hatte mich auch schon etwas stutzig gemacht. So habe ich aber einen sehr schönen dunklen Amethyst aus Schlottwitz in der Sammlung.
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Ob die im Sächsischen Höhlenkataster der Höhlenforschergruppe Dresden unter Nr. 4948 EG-14 verzeichneten "Blasenhöhlen" im Ratssteinbruch dem von Bindrich (1914) beschriebenen Vorkommen entsprechen ist unklar.
Jörg N.
Hallo. Wie kann 1914 schon bekannt und darüber berichtet worden sein, wenn die Fundstelle erst 1920 entdeckt wurde? Wieder Andere berichten Funde von 1920 bis 1924.
Oder begann 1920, 6 Jahre spärer erst der Abbau der Drusen durch den Steinbruchbetrieb? Das erklärt allerdings nicht, dass in der Zeitung von 1914 "2 Zentner Quarzkristalle wurden abtransportiert", beschrieben werden.
Weiterhin steht darin, dass die Kristalle lose in den Lehmklüften lagen und keinen Kontakt mehr zum Monzonit hatten. Andere mündliche Quellen sagten, es waren mit Quarz ausgekleidetete Hohlräume, die in den 20ern besucht werden konnten.
Ist da auch ein bisschen Legendenbildung dabei?
VG.
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Hallo Juliane,
dazu müsste man erstmal das genannte Höhlenkataster einsehen. Es dürfte dir als Dresdnerin nicht schwer fallen Verbindung zur betreffenden Höhlenforschergruppe aufzunehmen.
Jörg N.
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Hallo Juliane,
dazu müsste man erstmal das genannte Höhlenkataster einsehen. Es dürfte dir als Dresdnerin nicht schwer fallen Verbindung zur betreffenden Höhlenforschergruppe aufzunehmen.
Jörg N.
"detailierte Auskünfte, z. B. über die Lage von Höhlen, erhalten nur Katastermitarbeiter und berechtigte Interessenten. Ersparen Sie sich und anderen also unnötige Arbeit durch sinnlose Anfragen!"
Und ich hatte mich schon gewundert, warum keine Reaktion auf meine Anfrage erfolgte.
Oder ich müsste mal den Winkelhöfer persönlich ansprechen.
Allerdings hatte ich nach diesem Heft https://swb.bsz-bw.de/DB=2.304/SET=3/TTL=4/CLK?IKT=12&TRM=131015079 angefragt. Sonst bleibt mir wohl nur noch die Slub. Es bleibt aufregend.
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Danke ! Ganz schee deier .... ;D
Es handelt sich um diesen.
Ich hatte ihn bei einer erneuten ebay Auktion erworben, weil ich wissen wollte wie er in natura aussieht.
Die Bilder der ersten Auktion waren ziemlich schlecht. Deshalb stand er auch wohl sehr lange drin.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1715457739.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1715457739.jpg)
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Hallo,
die Bezeichnung "Neues Lager" deutet evtl. auf ein Sprengstofflager oder auf einen Brauereikeller (ähnlich dem Eiswurmlager) hin. Etwas konkretes konnte ich dazu allerdings nicht finden.
Als Neues Lager bzw. "Zum neuen Lager" wurde ein Gasthaus/hof auf oder nahe des Geländes der ehem. Felsenkellerbrauerei im Pl. Grund bezeichnet. Ich habe dazu eine alte Ansichtskarte in einem Ansichtskartenshop gefunden.