Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Heureka am 12 Feb 22, 23:21
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Hallo liebe Mineralienkundige,
wegen einem Zufallsfund vorgestern auf der Halde Haniel (Bottrop) hat mich jetzt die Neugier gepackt.
Ich habe jetzt 2 Tage lang jede Menge gelesen und versucht, zu recherchieren, was das ist. Leider habe ich von dem Thema absolut keine Ahnung und bin kaum schlauer geworden. Zumal ich festgestellt habe, dass die Bestimmung von Gestein und Mineralien schwieriger ist, als die Identifizierung von Käfer- und Insektenlarven, worin ich mittlerweile ganz gut bin... Mir raucht der Kopf von Chalkopyrit, Dolomit, Siderit, Citrin, Baryt und für mich als absolute Anfängerin, könnte es alles sein... Daher liegt nichts näher, als Fachleute um Hilfe zu bitten.
Insgesamt sind es 3 Steine gleicher Art. Ich beschränke mich bei der Beschreibung auf den ganz links im Bild. Dieser ist 980 Gramm schwer, verdrängt 275 ml Wasser. Er ist ca. 13 x 5 x 5 cm groß.
Er ist durchzogen von orangefarbenen Adern, die kristallisieren. An einer Ecke hat sich ein etwas größerer durchsichtiger Quarz/Kristall gebildet (ca. 10 x 5 x 5 mm)
Der Stein ist nicht magnetisch.
Strichfarbe macht er so gut wie gar nicht, mit der Kristallseite nur ganz leicht orange erkennbar.
Fühlt sich für mich kompakt an, ein bisschen wie schwerer Schiefer. Mit der Härte kann ich es nicht so gut beurteilen. Wenn ich mit einem Stahlnagel an den Flächen kratze, die eher rötlich braun sind, passiert meist nichts und nur manchmal kommt darunter dann die orange Farbe durch. Wobei aber an der grauen "schiefrigen Seite" auch sehr dünne Plättchen abgefallen sind.
Ich hoffe, das man mit den nicht wirklich guten Fotos etwas anfangen kann. Sie sind heute bei Sonnenlicht entstanden...
Vielen Dank und es würde mich freuen, wenn jemand Zeit und Lust hätte, sich vielleicht kurz damit zu befassen :-).
Viele Grüße sendet
Christiane
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Glück auf Christiane,
ohne Garantie natürlich, Fundort und Bilder sprechen für mich für karbonischen Kohlenkalk mit hydrothermalen Kluftabscheidungen von Calcit (und Dolomit, Baryt?), das sind die hellen Adern mit den Kristallen. Verdünnte Salzsäure weist bei Schäumen Calcit, Dolomit nach.
Sollten die Brocken Glas ritzen können, kommt (als Gestein, nicht die Mineraladern) eher karbonischer Kalksandstein in Frage.
Die verschiedenen Gesteine des Ruhrkarbon (und das liegt hier vor) lassen sich vom Bild her nur schwer bestimmen.
MfG
ruebezahl
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Für mich sieht es nach einem typischen Toneisenstein aus dem Karbon aus mit Sideritkristallen. Soweit man ds zumindest auf dem Foto erkennen kann.
Gruß loparit
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Für mich sieht es nach einem typischen Toneisenstein aus dem Karbon aus mit Sideritkristallen. Soweit man ds zumindest auf dem Foto erkennen kann.
Gruß loparit
Da gehe ich mit
Grüße Michael
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Schließ mich da Rübezahl an. Siderit kommt dort nicht vor.
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Visuell halte ich das für (eisenhaltigen) Dolomit oder Ankerit. Letzterer setzt mehr Eisen- als Magnesiumatome im Kristallgitter voraus, was nur sehr selten der Fall ist und durch eine Analyse belegt werden müsste.
Siderit (auch wenn nicht am FO aufgeführt) würde ich dennoch nicht völlig ausschließen.
Einen Krümel im Reagensglas mit ein wenig 10-15%iger Salzsäure bringt Aufschluss:
Calcit: sofortige heftige Gasentwicklung
Dolomit/Ankerit: nur hin und wieder ein paar Bläschen
Siderit: bei Zimmertemperatur keine Reaktion, aber beim Erwärmen (Reagensglas im Wasserbad) setzt Gasentwicklung ein
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Guten Tag,
zunächst freue ich mich über die Resonanz und daher schon einmal vielen Dank an ruebezahl, loparit, michaelh, heli und harzgeist!
Um hier überhaupt etwas einigermaßen hilfreiches beitragen zu können, muss ich mich wohl mehr mit der Materie befassen. Was aber durchaus interessant ist und ich habe schon etwas über den Ruhrcarbon gelernt :-). Dann habe ich einen Teil der von euch genannten Gesteinsarten erstmal grob nachgeschlagen.
Rein optisch kommt Kohlenkalk wohl hin, aber es gibt auch Toneisensteine, die ähnlich aussehen. Da hatte ich mich jetzt gefragt, ob wenn Eisen drin ist, das nicht für Magnetismus sprechen sollte? Er ist aber nicht magnetisch.
Auch denke ich, dass der Stein nicht homogen ist. Er hat sowohl einen dunkelgrauen äußeren Teil, der aussieht wie Kohlenkalk. Der andere größere und rotbraune Teil, ist von der Oberfläche her anders. Eher wie Toneisenstein. Ich habe ein Foto gefunden "Aufgeschlagene Toneisen-Geode", gefunden in meiner Nähe, Bergehalde Emil-Mayrisch. Das sieht meinem Stein bisher am ähnlichsten und ich weiß nicht, ob ich das hier verlinken darf. Ist aber sogar mit dieser Seite verknüpft: Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung Copyright: Herr Kirchhoff
Den Ritzversuch an Glas habe ich gemacht und er ritz nicht.
Verdünnte Salzsäure und Reagenzien habe ich nicht zur Hand. Aber ich will`s wissen und eine Freundin, die Apothekerin ist, kann vielleicht helfen. Ich werde es versuchen.
Wenn ich heute Abend mehr Zeit haben sollte, versuche ich noch ein paar bessere Fotos zu machen.
Ich werfe mal laienhaft Toneisen-Geode in den Raum und warte ab, ob ich da auf dem Holzweg bin.
Als ich auf der Halde Haniel war, geriet ich in einen regelrechten Sammelwahn, weil da so vieles, für mich Schöne, rumlag. Ich hab so viel ich konnte nach Hause geschleppt. Da hätte ich demnächst wohl auch noch eine Frage zu einem anderen Stein. Aber zunächst möchte ich an diesem Stein hier dranbleiben :-).
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!
Viele Grüße
Christiane
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Glück auf,
dann tendiere ich ebenfalls zu Toneisenstein. Indifferenz gegenüber einem (schwachen?) Magneten spricht nicht dagegen
Calcit, Dolomit, Siderit, vom Bild her alles möglich. Ein Salzsäure-Test, wie Harzgeist vorschlug, bringt hier weiter. Evtl. sind auch verschiedene Carbonate anwesend.
MfG
ruebezahl
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Schließ mich da Rübezahl an. Siderit kommt dort nicht vor.
Aha...
https://www.mineralienatlas.de/?l=27528 (https://www.mineralienatlas.de/?l=27528)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1603101435.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1603101435.jpg)
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. Das sieht meinem Stein bisher am ähnlichsten und ich weiß nicht, ob ich das hier verlinken darf. Ist aber sogar mit dieser Seite verknüpft: Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung Copyright: Herr Kirchhoff
Hallo Christiane,
natürlich darfst du Fotos aus dem Lexikon hierher verlinken :)
Als ich auf der Halde Haniel war, geriet ich in einen regelrechten Sammelwahn,
das kommt hier vermutlich so manchem bekannt vor (incl. mir) ;D
lg
oliver
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'N Abend und Glück auf,
lieben Dank an alle Helfer hier in diesem schönen Forum!
Wie angekündigt, habe ich jetzt versucht, noch einmal ein besseres Foto zum direkten Vergleich mit der hier gesehenen "Aufgeschlagene Toneisen-Geode" hinzubekommen und bin gespannt, ob es sowas sein könnte.
Dann interessiert und fasziniert mich besonders noch dieser kleine glänzende Quarz. Wobei ich gar nicht weiß, ob diese Bezeichnung richtig ist. Das max. 1 cm Teil ist jedenfalls sauschwer zu fotografieren und ich habe mit einem speziellen Fernglas, so ner Art Stereo-Nah-Bino-Lupe, was ich sonst zur Insektenbeobachtung nutze, geschaut. Dabei sieht man, dass es komplett klar und durchsichtig ist. Die orangenen Kristalle liegen nur auf oder unter dem "Quarz". Mir ist es leider nicht möglich, dass auf einem Foto sichtbar zu machen.
Jedenfalls frage ich mich, warum und aus was dieses Teil gewachsen sein soll...
Wenn die orangenen Kristalle Calcit, Dolomit, Siderit oder sonstwas sein sollten, ist der "Quarz" dann wahrscheinlich aus dem gleichen Stoff entstanden?
Ich hoffe, ich nerve noch nicht und sende erstmal die Fotos, bevor mir noch mehr solcher Fragen einfallen ;-)
Hier das Vergleichsbild:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1172325390.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1172325390.jpg)
Ich wünsche einen schönen Abend
Christiane
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Glück auf Christiane,
könnte tatsächlich Quarz sein. Wenn der Kristall ca. 1 cm groß ist, wäre evtl. ein Ritzhärte-Test unter Vergrößerung mit einer feinen Nadel machbar.
Bezüglich Toneisenstein möchte ich mein erstes Post noch korrigieren. Trifft die Ansprache zu, sind die Carbonat-Adern nicht hydrothermalen, sondern diagenetischen Ursprungs.
Diagenese bezeichnet in der Geologie einen Verfestigungs- und Entwässerungsvorgang in hAblagerungsmassen (Sedimenten), aus welchen auch das Ruhrkarbon besteht.
Das bedeutet, dass bei zunehmender Sedimentmächtigkeit ( ungeheure Verwitterungsablagerungen im absinkenden Vorland des varistischen Gebirges zur Karbonzeit) in Kilometertiefen (Druck) durch Verfestigung der Sedimente separiertes mineralstoffreiches Porenwasser Bereiche mit Volumenschwund und niedrigerer Temperatur mineralisiert hat.
Die hauptsächlich gelösten Stoffe hängen von der Zusammensetzung der Sedimente ab, Quarz zusammen mit Carbonaten (Calcit, Dolomit/Ankerit, Siderit) sind im Ruhrkarbon durchaus zu erwarten.
MfG
ruebezahl
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Glück auf und guten Abend,
vielen Dank und auch besonders noch für den letzten Post an ruebezahl.
Das ist alles sehr interessant und lehrreich. Es freut mich, dass ich so etwas dazulerne.
Die Salzsäure ist besorgt, sodass ich den von Harzgeist vorgeschlagenen und gut erklärten Test hinbekommen sollte. Spannend, weil ich so etwas noch nie gemacht habe und ich werde berichten. Wenn ich mich dann morgen oder die Tage daran versuchen werde, mache ich den Test direkt auch mit einem anderen Fundstück vom gleichen Ort und Tag, welches ebenfalls orangene Kristalle hat. Vielleicht in die gleiche Kategorie bei den Kristallen gehören könnte. Daher macht es vielleicht Sinn, das hier zusammenzufassen.
Die größte Überwindung wird wahrscheinlich das Ablösen der Kristalle sein, weil ich da eigentlich nichts zerstören möchte ;-).
Genauso verhielt es sich jetzt mit dem Vorschlag, mit einer spitzen Nadel in den größeren Kristall zu stechen. Sowas von murkelig, weil eine Lupe nicht ausreichte. Aber es ging dann einigermaßen mit dem Nah-Bino hinzubekommen. Die Nadel drang jedenfalls nicht ein. Wobei ich sagen muss, dass ich so sehr feste auch gar nicht stechen konnte. Mit dem Kratzen war noch schwieriger und wahrscheinlich zu zaghaft, weil ich Angst hatte, dass der vielleicht rausbrechen könnte... Kratzspuren konnte ich jedenfalls hinterher nicht ausmachen. Würde uns das jetzt etwas verraten?
Der zweite Stein mit ebenfalls orange/gelblichen Kristallen (auch Halde Haniel Bottrop), ist vielleicht für die Fachleute hier leichter zu bestimmen und ich lade noch ein paar Bilder dazu hoch.
Soweit ich recherchiert habe, könnte es bei den Kristallen wieder in die selbe Richtung gehen (Dolomit/Ankerit/Calcit/Siderit+vielleicht Chalkopyrit?) Oder liege ich da ganz falsch?
Hier kommt ein erneut laienhafter Beschreibungsversuch:
Außen sieht ist dieser Stein unscheinbar hellgrau aus, aber wenn man genau schaut, sieht man silbrig glänzenden Glimmerflitter.
Er hat eine eher körnige Struktur.
Die Fläche mit den wohl ehemals eingeschlossenen Kristallen ist ca. 6 x 8 cm groß. Er läuft hinten spitz zu und ist 15,5 cm lang. Die einzelnen Kristalle sind 3 bis max. 5 mm groß.
Er ritz Glas, aber gleichzeitig hab ich mit dem Fingernagel ein Stück abgebrochen bekommen.
Er wiegt 766 gr. und verdrängt 220 ml Wasser.
Ich hoffe, man kann damit etwas anfangen...
Vielen Dank schon einmal und es würde mich freuen, wenn ich auch zu diesem Stein ein Feedback bekommen könnte.
Beste Grüße sendet
Christiane
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Hallo Christiane
Es freut mich, dass du mit so viel Elan daran gehst, heraus zu finden, was du gefunden hast. Für die Härtebestimmung musst du allerdings mit der Nadel (sie sollte aus Stahl sein - normale Nähnadel z.B.) KRATZEN und nicht stechen. Bei den von dir gefundenen Mineralen sollte ein Kratzer machbar sein (im Calcit leichter als im Siderit, aber um da einen Unterschied zu merken, braucht man Erfahrung. Das kommt noch).
Chalkopyrit sieht METALLISCH golden aus und ist -nicht nur- für Anfänger leicht mit Pyrit (und Gold) zu verwechseln. Hier hilft der Nadeltest:
Pyrit wird von der Nadel nicht geritzt
Chalkopyrit wird geritzt, wobei 'Abrieb/Pulver' entsteht
Gold wird auch geritzt, aber ohne Abrieb, sondern mit einer Wulst (etwa so wie wenn man eine Vertiefung in Butter drückt)
Thomas
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Glück auf Christiane,
zu Stein 2a: wenn er Glas ritzt, dann sind wohl Quarzkoerner die Ursache, wir hätten hier also einen Quarz führenden Sandstein vorliegen.
Zu den Steinen 2b-c verweise ich auf Harzgeist, füge nur noch an, dass die Bilder bezüglich der orangen Kristalle schon sehr für Dolomit (eisenhaltig)/Ankerit sprechen.
MfG
ruebezahl
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Hallo und Glück auf,
vielen Dank ruebezahl und Harzgeist. Auch, dass ihr solch eine Geduld mit mir habt und für die aufmunternden Worte wegen dem Kratztest. Der ist nämlich zum Verzweifeln, wenn man das an solch winzigen Kristallen zum ersten Mal machen soll.
Dann noch kurz als Info, weil das vielleicht missverstanden werden konnte. Die 4 Fotos aus dem letzten Post betreffen alle nur einen Stein (meinem Stein Nr. 2, in verschiedenen Ansichten).
Nun erst zum Ergebnis des einfachen und nett anzusehenden Salzsäure-Tests. Wobei die Säure wohl etwas höher als 15 %, aber unter 20 %, lag, was hoffentlich nichts ausmacht.
Bei meinem Stein Nr. 1 habe ich die Kristalle aus einer anderen Ecke (s. Foto Detail) genommen, um da, wo der größere Kristall liegt, weniger kaputt zu machen. Ergebnis: Zuerst passierte über 1 Minute nichts und dann kamen nur hin und wieder ein paar Bläschen. Kann man jetzt damit Siderit nur für den bräunlichen Bereich, oder auch für den ganzen Stein, ausschließen? Wie ich es verstehe, kann man jetzt ziemlich sicher sein, dass zumindest dieser Teil Dolomit/Ankerit ist. Gilt das dann auch für die helleren Kristalle in der Nähe des größeren "Quarzes" oder könnte das trotzdem etwas anders, vielleicht doch Siderit, sein? Soll ich noch einen separaten Säuretest machen, um Siderit da auch auszuschließen?
Bei Stein 2 habe ich nur von dem vorherrschenden orange/gelbem Kristall entnommen und nichts von diesen gold/bronze/bunt-schimmernden.
Ergebnis: fing fast sofort an, zu reagieren und Bläschen zu machen. Meine Apothekerfreunde meinten, im Labor könnte man das schon als leichtes Schäumen bezeichnen. Reicht meine Beschreibung, um das jetzt sicher als Calcit zu bestimmen?
Wäre schön, wenn man nicht noch zusätzlich auf diesen Kratztest angewiesen wäre ;-)
Ich habe, mit viel Gewürge, aber immerhin alles unter der Lupe geritzt bekommen.
Bei Stein 1 war es echt schwierig. Wenn man in dem bräunlicheren Bereich, wie auf dem beigefügten Foto, feste ritzte, staubte es (Abrieb/Pulver)
In dem Bereich von den eher gelblichen Kristallen, in der Nähe des Größeren, ging es kaum. Dort habe ich keinen Abrieb erkannt.
Der größere Kristall ging zu ritzen, in etwa so, wie bei dem angeführten Butterbeispiel. Wobei es sein kann, dass ich vor der Nadelspitze minimalen Abrieb hergeschoben habe.
Bei Stein 2 ging alles etwas leichter zu ritzen. Allein schon, weil die Kristalle größer sind. Ich habe überall Abrieb gesehen. Bei den orange/gelben Kristallen weniger pulvrig, als auf den Gold-Bronze-Schimmernden.
Ich habe ein bisschen dazu gelernt. Man sagt wohl, dass die Matrix meines Steins Nr. 2 ein Quarz führender Sandstein ist. Da hat ruebezahl sicher Recht, scheint genau zu passen. Die Kristalle sind dann wahrscheinlich Calcit auf denen vereinzelt Chalkopyrit ist?
Sorry, das sind ja schon wieder mehr Fragen als Antworten meinerseits, obwohl ich mich echt angestrengt habe ;-).
Ich hoffe, dass die Profis daraus eindeutige Schlüsse ziehen können.
Vielen Dank!
Viele Grüße sendet
Christiane
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Sieht nach limonisierten Siderit-Kristallen aus. Wobei Siderit erst in heißer Salzsäure löslich ist.
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Hallo Christiane
Vom visuellen Eindruck her stimme ich Jule bezüglich Siderit zu, aber nicht limonitisiert, sondern im Gegenteil recht frisch. Siderit bildet gerne solche flachen, scheibenartigen Kristalle, wogegen Dolomit meistens eher blockige Kristalle, wie dein Stein 2 im vorigen Post, bildet. ABER: es KANN auch umgekehrt sein.
Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser Stein Siderit ist und Stein2 Dolomit(Ankerit) ist. Ach ja, und der Quarz ist wirklich einer.
Die Stärke der Säure beim Test hat schon einen Einfluss um Siderit von Dolomit zu unterscheiden. Calcit schäumt SOFORT UND HEFTIG wie eine Brausetablette auf, dabei spielt die Stärke der Säure kaum eine Rolle, außerdem ist Calcit selten gefärbt. Mit sehr starker Säure kann Siderit u.U. auch bei Zimmertemperatur angegriffen werden, jedoch seeeehr langsam.
Noch ein Test: Siderit wird durch Glühen schwarz und magnetisch. Dolomit zeigt dies wegen des fehlenden Eisengehaltes gar nicht und Übergänge zu Ankerit entsprechend schwächer. Ich habe das immer so gemacht, dass ich einen Krümel auf einem Stück Eisenblech (Konservendose, Rasierklinge) mit der Zange in der Flamme des Gasherdes zum Glühen gebracht habe. Es eignen sich natürlich auch Mini-Gasbrenner, und sogenannte Sturmfeuerzeuge.
Ich empfehle dir, dass du dir bei Gelegenheit so einen Brenner zulegst, weil man damit viele einfache (und auch weniger einfache) Bestimmungen machen kann. Es gibt auch 'Pistolen' in die man ein gewöhnliches Feuerzeug einsetzen kann und dann eine spitze blaue Flamme erhält.
Chalkopyrit und Pyrit können auf Karbonaten Überzüge bilden, die dann aber metallisch wie bestäubt aussehen. Aber gerade Siderit kann durch oberflächliche Oxydation einen irisierenden Film bilden, der schon mal bronzefarben schillern kann. Alte Hasen weden jetzt mit den Augen rollen, also bitte deshalb nicht mit mir schimpfen :)
Ich hoffe ich konnte etwas zur Erhellung (oder zur völligen Verwirrung) beitragen
Thomas
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Glück auf Christiane,
Du gibst Dir echt viel Mühe und beobachtest ziemlich präzise. Nach all Deinen Experimenten und Beobachtungen (und auch anhand der Fotos) komme ich zu folgender Beurteilung der Stücke:
Es sind sandige Toneisensteine mit Mineraladern, in denen Dolomit/Ankerit (blockig, oberflächlich orange durch Fe-Oxid), Siderit (dunkler, linsenförmig) und Quarz (der Dicke) auskristallisiert sind. Calcit ist wohl auch anwesend, aber mit bloßem Auge schlecht abzugrenzen. Dazu kommt als jüngstes Mineral Chalkopyrit (die kleinen metallischen Kristallaggregate).
Du kannst jetzt auch eine Altersfolge ableiten:
1. Verfestigung des Toneisensteins mit Volumenschwund und Rissbildung
2. Lösungen dringen folgend ein und scheiden bei Temperaturabsenkung und jeweiliger Übersättigung erst die Carbonate und den Quarz, dann Chalkopyrit ab.
MfG
ruebezahl
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Der größere Kristall ging zu ritzen, in etwa so, wie bei dem angeführten Butterbeispiel. Wobei es sein kann, dass ich vor der Nadelspitze minimalen Abrieb hergeschoben habe.
und Quarz (der Dicke)
das passt jetzt aber nicht zusammen ... oder hab ich was mißverstanden??
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Glück auf,
Der größere Kristall ging zu ritzen, in etwa so, wie bei dem angeführten Butterbeispiel. Wobei es sein kann, dass ich vor der Nadelspitze minimalen Abrieb hergeschoben habe.
und Quarz (der Dicke)
das passt jetzt aber nicht zusammen ... oder hab ich was mißverstanden??
Nein das passt nicht, da hast Du recht. Ich hatte den ersten Ritzversuch zugrunde genommen und beim zweiten Ritzversuch einen Ankerit unterstellt.
Dann ist der "Dicke" womöglich ein Calcit.
MfG
Rübezahl
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Guten Abend und Glück auf,
zuerst noch einmal vielen Dank für die Mühe und die vielen Anregungen, Erklärungen und Ratschläge!
Grundsätzlich bin ich ein neugieriger Mensch, der alles gern erkundet und deshalb interessiert mich dann auch meist der Kontext.
ruebezahl hat nochmals dazu beigetragen, dass mich nicht nur die Bestimmung der gefundenen Steine interessiert, sondern auch Lust auf das generelle Thema Ruhrkarbon gemacht. Zumal ich ja sozusagen darauf sitze und noch mehr Fundstücke rangeschleppt habe, die ich demnächst auch möglichst lehrreich erkunden würde. Danke auch für die Erklärung mit der Altersfolge und der Zusammenhänge :-).
Mit dem bisherigen Ergebnis zu den beiden Steinen bin ich jetzt schon sehr zufrieden und bitte, meine Ritzerei nicht überbewerten. Ich glaube, dass ist nicht so sehr aussagekräftig. Gerade bei dem "Dicken", der auch noch in einer Einbuchtung liegt, ging das kaum und ich hab gekratzt und gekratzt... hab dann so ein "Flimmerteilchen", was oben drauf lag, kaputt gemacht. Da war ich schon sauer... Aber ich meine, dass ich ihn geritzt habe.
harzgeist, danke für die Geduld und die tollen engagierten Erklärungen für einen absolut unbeholfenen Junghasen. Ich bin wirklich dankbar für jede "idiotensichere" Erklärung, der ich folgen kann. Einen Gasofen habe ich nicht und momentan auch sonst nichts, was ich verwenden könnte. Ich gucke demnächst einmal nach einem Sturmfeuerzeug und versuche es dann. :-)
Jetzt setze ich mich an Stein Nr. 3, der wohl auch aus dem Ruhrkarbon sein dürfte. Das setze ich dann später wieder bei den Bestimmungsfragen rein und bin schon gespannt... Wenn ich mit diesem Stein dann auch "Brennversuche" machen soll, dann überlege ich mir die Investition in einen Mini-Gasbrenner :-).
Viele Grüße sendet
Christiane
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Hallo,
in deiner Gegend sollte ein Test mit Salzsäure schon extrem weiterhelfen.
Schäumt oder sprazelt es, ist es ein Carbonat. Ist es weiss spricht viel für Calcit, sprazelt es weniger und ist weiss Dolomit und gelb/braun ist immer ein Hinweis auf Eisen.
Was immer hilft: Schau dir den Kristall von allen Seiten an - oft gibt es eine Richtung, in der die Symmetrie "anders" ist. So bildet Quarz oft einen secheckigen Querschnitt aus 2x Dreiecken. Also kommt nach einer längeren Kante eine kurze und so weiter bis du rum bist.
Das sehe ich ehrlich gesagt nicht bei deinem dicken Kristall. DAmit du nicht so von den tollen Alpinen Quarzen geflascht bist:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=30139,3184,0
so in etwa würde ich die erwarten. Sechszähliche Spitzen mit Dreiecken oder den sechseckigen Querschnitt.
LG
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Hallo und Glück auf,
vielen Dank, auch besonders an Fabian und ich bin dem Ratschlag gern gefolgt.
Jetzt ist mein "Dicker" ja nur knapp 1 cm groß, ist hinten in etwas schwarzem eingebettet und liegt dazu noch in einer Mulde.
Von daher ist es wirklich schwierig da etwas genaues, vor allem seitlich, zu sehen. Ich habe aber ausgiebig mit dem Fernglas geguckt, weil das noch am besten ging....
Jedenfalls hat er wohl insgesamt nicht diesen sechseckigen Querschnitt aus 2 x Dreiecken und sieht auch nicht so aus, wie auf den Bildern von den tollen Quarzen bzw. Bergkristallen. So viele Flächen hat er wohl nicht. Er sieht eher aus, wie ein dicker, etwas zum Rechteck hin verschobener Salino, mit einseitig abgeschrägter Spitze. Wobei diese Spitze dann nochmals unterteilt ist, also 2 Flächen hat. Zuerst eine kurze Vertikale und dann eine nach innen verlaufende Diagonale. Nur an dieser Spitze erkenne ich diese Struktur aus 2 Dreiecken. Also wie eine Raute mit 2 Flächen an der Spitze. Keine Ahnung, wie ich das besser beschreiben soll und hoffe, es ist dennoch verständlich ;D
Ich habe auch den Brenntest wegen dem Siderit nicht vergessen und jetzt solch einen Mini-Bunsenbrenner bestellt. Müsste die Tage kommen und ich werde berichten :-).
Viele Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane
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Das spricht für Calcit in meinen Augen, eine gute Beschreibung!
Schau mal hier
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Calcit/Kristallformen%20und%20Aggregate#Hexagonales.24Prisma
so in etwa sieht der vielleicht aus, aber Calcit hat viele Formen!
LG
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Guten Abend und Glück auf,
nochmals vielen Dank Fabian für den sehr hilfreichen Link, den ich mir genau angeschaut habe. Es ist wirklich sehr interessant, diese Entwicklungsstadien zu sehen und ich habe wieder einiges lernen dürfen.
Aber für einen Anfänger mit diesem ziemlich kleinen "Dicken", trotzdem nicht ganz genau auszumachen. Man braucht wahrscheinlich mehr Erfahrung und ein gutes räumliches Denken, um ein Schema ganz sicher auf das Gesehene übertragen zu können.
Ich denke, die Form ist dann wohl ein Skalenoeder, wobei das Bild 10 C dem Aussehen am nächsten kommt. Von daher würde ich sagen, das passt. :)
Aber beschwören möchte ich das trotzdem nicht ;)
Beste Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane
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Guten Abend und Glück auf,
heute hatte ich Zeit zum Forschen und wie zuvor von euch empfohlen, habe ich den Brenn-/Glühversuch zu dem Stein 1 gemacht :).
Die kleinen flachen orange-gold/bräunlichen Kristalle, die unmittelbar bei dem "Dicken" liegen und auch auf der Fläche im Bild "Detail erster Stein" vorkommen, sollten vielleicht dann doch eher Siderit sein. Es wurde erst dunkelrot, dann schwarz und die verkokelten Krümel blieben, zu meinem Erstaunen, am Magneten hängen. Auch von der Matrix habe ich ein Stückchen geglüht, was anschließend so eben vom Magneten angezogen wurde.
Das fand ich so interessant, dass ich den Salzsäuretest, jetzt aber wirklich auf 10-15 % runtergemischt, wiederholt habe. Wenn ich von der Stelle (Bild, Detail erster Stein) etwas abkratze ist es ganz unten heller/weißlich. Ich bekomme anscheinend nicht ausschließlich die orange/bräunlichen Kristalle runter. Zumindest schließe ich das aus dem Testergebnis. Denn es war so, dass ich ein etwas größeres Stückchen hatte, was von der unteren helleren Seite her, direkt ordentlich Bläschen machte. Diese Seite wurde dann anschließend ganz weiß, bröckelig-durchsichtig und löste sich nach einer Weile komplett auf. Dann nichts mehr und der gesamte orange/bräunliche obere Teil blieb intakt. Also scheint an den orange/bräunlichen Kristallen nichts zu passieren. Sie wachsen vielleicht nur auf einer darunterliegenden dünnen Schicht, welche sich in der Salzsäure auflöst.
Bei den gelb/orangenen Kristallen von Stein 2 kommen bei dem nochmaligen Salzsäuretest andauernd Bläschen, aber kein richtiges Schäumen.
Ich hoffe, meine Versuche und Erklärungen helfen etwas, um euch eine genauere Bestimmung zu ermöglichen. Ich danke für eure Geduld und Hilfe :)!
Ein schönes Wochenende wünscht
Christiane
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Hast du die Bilder vergessen oder gibts keine?
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Guten Abend nochmals,
und nein, eigentlich hatte ich die Bilder nicht vergessen, da ich auf früher hochgeladene Bilder verwiesen hatte.
Aber da das hier schon ziemlich lang geworden ist und es zeitsparender ist, nicht noch einmal alles nachsuchen bzw. lesen zu müssen, ist es wohl eine gute Idee, die zum letzten Post gehörenden Bilder, nochmals beizufügen :).
Viele Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane
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Hallo Christiane,
Die ersten beiden Bilder zeigen Siderit und das letzte eisenhaltigen Dolomit/Ankerit, was auch genau mit den Tests übereinstimmt. Auch der Siderit wird sich lösen, wenn du vorsichtig im Wasserbad erwärmst. (Nur des Lernens halber, am Siderit besteht kein Zweifel).
Auch zum Lernen solltest du den Säuretest auch mal mit Calcit bzw Marmor machen. Du wirst sehen, dass sofort energisches Schäumen einsetzt.
Die Bilder solltest du ins Lexikon stellen. Es sind von Haniel weder für Siderit noch für Dolomit welche vorhanden.
Glück Auf
Thomas
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Hallo Thomas,
auch hier meinen herzlichen Dank dafür, dass beide Steine nun abschließend recht genau bestimmt sind und ich schon ein bisschen lernen konnte :).
Ich werde auch sicher weiter üben und deine immer willkommenen Ratschläge gerne berücksichtigen! Gute geduldige Lehrer weiß ich zu schätzen :)
Mineralien sind auf der Halde Haniel anscheinend eher selten zu finden, aber Fossilien habe ich erstmal noch so einige zu bestimmen und das scheint manchmal noch schwieriger zu sein...
Wegen dem Lexikon habe ich überhaupt keine Ahnung, wie das funktioniert. Ich werde das demnächst einmal nachlesen.
Allen eine friedliche Zeit wünscht
Christiane