Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Heureka am 19 Feb 22, 16:11
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Glück auf und Hallo,
hier eine neue Hilfsanfrage zu dem Fund Nr. 4, der für mich bisher am rätselhaftesten ist.
Ich weiß auch gar nicht, ob es sich nicht nur um etwas künstlich Eingetragenes, evlt. durch den Bergbau, handelt. Vielleicht um irgendeinen Kunststoff?
Für mich sieht es nach einer flachen faltigen Schicht aus, die im Gestein eingepresst ist, wo aber keine enge Verbindung mit dem Gestein zustande gekommen ist. Ich hatte 2 solcher "Verbundmaterialien" gefunden. Bei dem größeren und etwas bröckeligerem Objekt, hatte ich, zur besseren Veranschaulichung, die Schicht ausgelöst.
Hier kommen die Daten, nur zu der isolierten gelb-ockerfarbenen Schicht, (also ohne Gestein drumherum):
Abmessung: ca. 12 cm lang, 5 cm breit und an der dicksten Stelle 4 mm hoch
Dichte: 1 g/cm³ und das ist kein erneuter Messfehler ;) wiegt 13 g und verdrängt 13 ml.
Die Substanz ist gerade an der Grenze zum dauerhaften Schwimmen... schaukelt aber letztlich gemütlich zu Boden, was den Faden überflüssig machte :)
Es fühlt sich an wie Kunststoff, ist bis zu einem gewissen Grad flexibel biegsam, also nicht sehr spröde und splittert nicht wenn es bricht.
Lässt sich mit einer Nadel ritzen und ich konnte mit etwas Kraftanwendung ein Stückchen mit einer Schere abschneiden. Die Schnittfläche ist gelb, eine Strichfarbe erahne ich als hellgelb.
Bisher habe ich mich nicht getraut, ohne eure Anweisung, ein Stückchen zu flambieren oder in Salzsäure zu baden...
Ich hoffe und denke, dass die Fotos das besser verdeutlichen können als mein Erklärungsversuch und die Experten bereits etwas damit anfangen können.
Vielen Dank und ich bin gespannt, was das das sein könnte.
Beste Grüße und ein schönes Wochenende wünscht
Christiane
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Servus,
für mich sieht das sehr nach einem Opal aus. Genauer: Wachsopal.
Servus + Glück auf
Wolfi
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Es fühlt sich an wie Kunststoff, ist bis zu einem gewissen Grad flexibel biegsam, also nicht sehr spröde und splittert nicht wenn es bricht.
Lässt sich mit einer Nadel ritzen und ich konnte mit etwas Kraftanwendung ein Stückchen mit einer Schere abschneiden
hallo,
das spricht sehr gegen die Opal-Vermutung von Wolfi (man sollte halt auch den Text lesen, und nicht nur die Bilder anschaun >:D), und sehr stark für deinen Kunststoff-Verdacht (Schere, biegsam, nicht splittrig).
Halt einfach mal eine Flamme dran - dann sollte es klar sein ... ;D
lg + ga
oliver
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Servus,
das sehe ich ganz genauso wie Oliver. Die Haerte und Plastizitaet sprechen eindeutig gegen amorphes, wasserhaltiges Siliciumdioxid = Opal mit einer Mohs-Haerte von 5 - 6.
GA Harald
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Hallo
Der Beschreibung nach ist Opal mit Sicherheit auszuschließen. Der sehr geringen Dichte nach zu urteilen, tippe ich eher auf einen Kohlenwasserstoff, natürlichen (Bitumen, Bergwachs) oder künstlichen (Polyethylen, Polypropylen). In beiden Fällen tun sich aber auch wieder Fragen auf: Gibt es Bergwachs in dieser Farbe auf einer Steinkohlenzeche und wie kommt ein Kunststoff zwischen die Gesteinsschichten.
Ich kann Olivers Empfehlung nur wiederholen, mal die Flamme dran zu halten oder eine glühende Nadel. Dabei auf den Geruch achten.
Thomas
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Glück auf,
erst dachte ich dat is'n Stück alten Schlauch aber das kann ja im Gesteinsverbund schlecht sein. Also ich halte es für eine künstliche Verfugung, wird auch im Bergbau öfter eingesetzt. Die Materialien sind verschieden, auf jeden Fall künstlich.
Wer mehr wissen will z.B hier:
https://www.academia.edu/298513/Assessment_and_Comparison_of_Grouting_and_Injection_Methods_In_Geotechnical_Engineering?auto=citations&from=cover_page (https://www.academia.edu/298513/Assessment_and_Comparison_of_Grouting_and_Injection_Methods_In_Geotechnical_Engineering?auto=citations&from=cover_page)
MfG
ruebezahl
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Guten Abend und Glück auf,
vielen Dank für eure Mühe wegen meinem kleinen seltsamen Fund und für den Fachartikel hinsichtlich der künstlichen Verfugung zur Stabilisierung im Bergbau. Den Gedanken, dass es so etwas sein könnte, hatte ich ganz zu Anfang auch schon einmal gehegt.
Leider hatte ich heute kaum Zeit und den Artikel jetzt nur ganz kurz quergelesen, um schnell zu schauen, was genau die da reinpumpen. Da steht aber nur sowas wie: "Es basiert auf der Vermischung von Bindemitteln (wie Zement, Kalk und anderen Additiven)". Was immer diese anderen Stoffe auch sein mögen, wird sich wohl anhand meines Steins nicht klären lassen und wir könnten es auch dabei belassen, weil ich euch für sowas nicht noch mehr Zeit rauben möchte...
Gestern hatte ich noch ein wenig versucht zu recherchieren, was es sein könnte. So ganz glaube ich es eher nicht mehr, dass es ein Kunststoff ist. Vielleicht gehört es in die Klasse der "Organischen Minerale“. Zumindest hatte ich so etwas gefunden und da gibt es wohl welche mit solch geringer Dichte. Irgendwas zwischen einer Ähnlichkeit von Bernstein/Copal und Mellit... Könnte so etwas möglich sein oder wäre so etwas ausgeschlossen? Auch dieses Ozokerit (Bergwachs) hatte ich gefunden und Bilder, die ähnlich meiner `Substanz` aussehen. Zwar auch mit gelb/orange aber nicht einfarbig.
Dann hatte ich den Fund etwas gesäubert und kurz weiter daran rumgemacht. Die Flächen haben einen Glanz wie Wachs und so wirklich nach Plastik fühlt es sich doch nicht an. Geht auch soeben mit dem Fingernagel eine Spur zu hinterlassen. Dann hatte ich noch Detailfotos von dem kleinen eingewachsenen Stück gemacht, die es vielleicht noch etwas verdeutlichen können. Dann habe ich noch festgestellt, dass man mit einer Taschenlampe durchleuchten kann.
Morgen folge ich eurem Rat und verbrenne ein Stückchen und werde berichten.
Danke für die Geduld :)
Eine gute Nacht und einen schönen Sonntag wünscht
Christiane
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Glück auf Christiane,
Organominerale, ja, ich denke, so etwas liegt hier auch vor, ist gängige Technologie. Auf diesem Gebiet gibt es aber leider mehr Betriebsgeheimnisse (RAG) als öffentlich zugängliches Wissen, es hat keinen Sinn, hier als Laie eine Probe se!bst genau bestimmen zu wollen.
In Deiner Umgebung müsste es aber doch noch möglich sein, ehemals Beschäftigte oder Ansprechstellen des Zechenbetriebs (RAG, Bergleute, Techniker, Ingenieure, Wissenschaftler) zu kontaktieren. Diese potentiellen Quellen könnten hilfreich sein, unter dem obigem Vorbehalt, dass nicht alles nach außen darf.
MfG
ruebezahl
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Hallo zusammen
Das ist ganz klar 2k Harz was auch in Stuttgart 21 Bahnprojekt benutzt wird um das Gebirge zu stabilisieren Habe an der Halde am Kohnstein auch tonnenweise gefunden ;D sogar Bohrlöcher die damit ausgefüllt sind ...
Mfg Christian
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Glück auf,
Hallo zusammen
Das ist ganz klar 2k Harz was auch in Stuttgart 21 Bahnprojekt benutzt wird um das Gebirge zu stabilisieren Habe an der Halde am Kohnstein auch tonnenweise gefunden ;D sogar Bohrlöcher die damit ausgefüllt sind ...
Mfg Christian
Also wohl keine Biominerale sondern im Prinzip bloß ein Epoxidprodukt
OT: auf Epoxidharze wird m.W. auch gerne bei Bernsteinproblemen zurückgegriffen, sowohl seriös in der Paläontologie als auch bei "Verbesserungsmaßnahmen" 8).
Aus der Polymer- und Biomineralforschung kommt immer raffinierteres und resistenteres Zeugs, im Allgemeinen ein Fortschritt für Technik und Medizin, leider aber auch für die ehrenwerten Stufen- und Fossilienbastler.
MfG
ruebezahl
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Hallo Zusammen und Glück auf,
vielen Dank an alle Beteiligten und nun auch besonders an Christian für die letztlich noch ganz eindeutige Aufklärung, sodass ich diese "Seltsamkeit" ad acta legen kann :)
Dann kann ich mich ja wieder auf neue Fundstücke konzentrieren und die Forumsteilnehmer hier weiter belästigen ;)
Ich habe ja noch so einiges von der Halde Haniel nach Hause geschleppt, wovon ein Teil wohl irgendwelche Schlacken sein dürften.
Zumindest glaube ich das... und das wird von den Experten wahrscheinlich bereits schnell anhand von Fotos zu erkennen sein. Hoffe ich jedenfalls :)
Um den Aufwand möglichst für alle gering zu halten, fasse ich meine Schlacke-Vermutungen in einem gesonderten Post alle kurz zusammen.
Also falls das ok für euch wäre?
Herzliche Grüße sendet
Christiane