Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Sonstige Fossil-Themen / Other fossil themes => Pseudofossilien => Thema gestartet von: Krisill am 27 Mar 22, 12:23
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Hallo alle,
ich bin neu hier und würde mich freuen, wenn mir jemand bei der Bestimmung mir helfen kann.
Meine Tochter eine Steine oder Fossilien / versteinertes ei?/ gefunden in Gummersbach, die ich leider nicht zuordnen können.
Viele Grüße und vielen Dank
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Ich sage mal Limonit-Konkretion, kein Fossil.
Günter
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Hallo,
ich stimme zu! und dann noch ein Willkommen und der Link für solche Fälle:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einsteigerguide
LG
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Toneisenstein. Am besten mit dem Hammer einmal aufschlagen. Vermutlich wird aber auch kein fossiler oder kristalliner Inhalt sein.
LG Frank-Detlef Paul
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hallo,
Das ist ein stark abgerollter Hornstein oder Flint - die narbige Oberfläche ist ganz charakteristisch dafür.
Sieh mal unter "Wallstein" oder "Maasei" nach!
lg (und auch herzlich willkommen)
oliver
edit:
z.B.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wallstein_(Geschiebe) (https://de.wikipedia.org/wiki/Wallstein_(Geschiebe))
(immer das Problem mit der letzten Klammer, die im Forum nicht als Bestandteil des Links angezeigt wird!)
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Wenn du den Link ohne Kennzeichnung in den Post schreibst, muss die Software raten und das geht eben bei den Klammern in die Hose. Ich hab es mal korrigiert...
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danke -
ich hab zwar Ähnliches versucht, vergesse aber immer, dass da nach der eckigen Klammer auch noch "Url=" davorgehört ..... :-[
edit:
bei dieser Gelegenheit fällt mir wieder mal auf, dass wir im Lexikon "Wallstein" und "Maasei" zwar in den Bildbeschreibungen und in manchen Forenthemen haben, aber (anscheinend) noch keine Lexikonseiten zu diesen Begriffen - zumindest hat die Lexikon- und Volltextsuche nix entsprechendes gefunden ...
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Für mich sieht das schwärzliche eher nach einem oberflächlichen Überzug aus.
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für mich ist das auch ganz klar ein wallstein aus flint. ich habe an der ostdeutschen ostseeküste schon hunderte davon selbst gesammelt bzw. in der hand gehabt.
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Hallo,
ich habe schon Tausende Flintsteine vor mir gehabt, in vielen Formen und Farben. Der hier zur Debatte stehende Stein ist in meinen Augen absolut KEIN FLINT.
Besten Gruß
Eckard
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Für mich sieht das schwärzliche eher nach einem oberflächlichen Überzug aus.
Stichwort "Wüstenpatina" -
wenn die "klassischen" Wallsteine wirklich, wie bei der verlinkten Wikipediaseite aus im Paläozän / Eozän aufgearbeitetem Kreide-Sediment stammen solten, dann kommt der Glanz (wofür auch die oberflächlich dunkle Farbe spricht) wohl nicht oder nur untergeordnet von einer "Politur" mittels Schreibkreide (wie in wikipedia als eine Vermutung angeführt), sondern vermutlich daher, dass die Stücke (nach der Abrollung am Strand) in einem ariden Klima (heiß/trocken) an der Oberfläche lagen und atmosphärischen Einflüssen ausgesetzt waren. Die klimatischen Bedingungen wären im Paläozän/Eozän dafür jedenfalls gegeben gewesen. (Kenne ich auch von mehrfach umgelagerten mesozoischen Hornsteinen in niederösterreichischen miozänen Sedimenten, und auch von entsprechenden Kieselholzstücken - da hab ich in einem Paläobotanik-Thema vor längerem mal einen Beitrag dazu geschrieben).
Dein Eindruck eines "Überzuges" passt dazu - die "Wüstenpatina" wird ja auch - nicht ganz zutreffend - als "Wüstenlack" bezeichnet ....
edit:
hier der Link zu dem oben angesprochenen Forumsbeitrag:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg256684.html#msg256684
und weitere Links zu "Wallsteinen":
http://strandsteine.de/Wallsteine.htm
https://sammlung-online.stadtmuseum.de/Details/Index/481057
https://boerseos.de/index.php/gallerie/geschiebe/tertiaer?page=3
http://praehistorische-lithothek.de/attachments/Image/Feuerstein/Wallsteine/Damerow.jpg
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Der Fundort wurde als Gummersbach im Bergischen Land angegeben. Selbst wenn das Stück im Kieshaufen einer Baustelle gefunden wurde, wird es vermutlich aus der Gegend oder aus dem Rheinland stammen. Vergleiche mit Funden aus der Ostseekreide sind da wohl nicht ganz so passend.
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Die Wallsteine wurden im Pleistozän (wie andere nordische Geschiebe) auch weit nach Süden verfrachtet - Stichwort Feuersteinlinie. Und danach konnte natürlich nochmal ein fluviatiler Transport erfolgen. Und ja, natürlich ist auch eine anthropogene Verfrachtung nie auszuschließen .....
Und zudem, wie oben erwähnt, das Phänomen tritt ja nicht nur beim klassischen Flint auf, sondern auch bei anderen Cherts - wenn auch nicht so verbreitet.
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Hallo,
einfache Antwort auf die Frage: "Wie ist der Strich?" - Antwort: "braun" oder "nicht sichtbar weil zu hart" würde es klären.
Die südlichste Eisrandlage liegt 100km entfernt - mit der falschen Seite. Also Gummersbach mit Flint als Wallstein - eher nein...
LG
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einfache Antwort auf die Frage: "Wie ist der Strich?" - Antwort: "braun" oder "nicht sichtbar weil zu hart" würde es klären
jup, das wäre hilfreich - aber ich traue mich zu wetten, dass das Stück eben keinen Strich macht - die Fotos sind zum Glück sehr gut (bes. 111713.jpg !), und m.E. doch recht eindeutig.
Die südlichste Eisrandlage liegt 100km entfernt - mit der falschen Seite.
Auch da stimme ich zu - Gummersbach liegt (großräumig / gesamteuropäisch gesehen) zwar nur knapp außerhalb, aber eben doch außerhalb.
Bliebe noch eine jungtertiäre Transgression (niederrheinische Bucht, aber da kenne ich die regionale Geologie im Detail zu wenig, um die diesbezügliche Lage von Gummersbach zu beurteilen), oder eben doch ein anthropogener Transport ....
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Gummersbach liegt "oben" - über der Tiefebene und der Entwässerung. Hättest du jetzt ein Devon-Fossil in die Runde geworfen, hätte ich dir zugestimmt :-)
LG
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;D ;D
sorry, damit kann ich nicht dienen ....
Aber danke für die Info!
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Hallo aus Mittelfranken
Da ich jahrelang in Gummersbach gelebt habe und die Geologie dort einigermassen kenne, halte ich das "Ei" für eine Phosphoritknolle, wie diese gelegentlich in einigen paläozoischen Schichten im Gebiet Gummersbach auftreten
Glück Auf
Thomas
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hallo Thomas,
das finde ich jetzt interessant! Gibt es in diesem Gebiet Phosphoritknollen auch mit dieser intensiv zernarbten Oberfläche und so starkem Glanz?
Ich kenne aus eigener Anschauung leider nur die sog. "Phosphoritknollen" (in diesem Fall korrekt Phosphatit) aus den marinen Sedimenten der Paratethys in Oberösterreich, also aus der Älterer Schlier Fm. (Oberoligozän bis Untermiozän), und (v.a.) sekundär verlagert in der Plesching-Fm (Ottnangium). Diese Stücke haben, wenn sie abgerollt sind, maximal einen "seidigen" Glanz, und immer +/- glatte Oberflächen.
Paläozoische Phosphoritknollen hatte ich leider noch nie in der Hand ....
lg + ga
oliver
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Vilen Dank für die zahlreiche Informationen. Meine Tochter sammelt alles was interessant ist deswegen war meine Frage weil sie wissen möchten wie was wo... also alles:-)
Ich habe heute draußen ins Sonnenschein noch paar Fotos gemacht.
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Bitte teste die Strichfarbe, weniger Arbeit und neue Informationen:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Strich
LG
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Mir zeigt es nicht viel:-) aber ich habe es gemacht mit sehr viel Kraft.. sieht etwas braun grünnliche Streife.
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… und!? was sagt uns die strichfrarben nun? was sagen die experten?
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Hallo,
kein Flint, Toneisen wäre brauner und leichter zu erhalten - stimme somit für den Außenseiter Phoshorit.
LG (kein Experte)
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seh ich auch so - es geht eben in solchen Fällen nichts über einen ortskundigen Geologen ;D