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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: zampano am 01 Apr 22, 12:07

Titel: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: zampano am 01 Apr 22, 12:07
Hallo Kollegen! ;-)

Beim Durchschauen und Säubern meiner alten Funde von der Grube Clemenslust bei Kasbach/Neuwied ist mir eine Stufe aufgefallen mit kleinen, honig- bis dunkelorangegelben Nadeln und auch Aggregaten. Kannte sowas bisher nicht von dort und auch kein Mineral der aktuellen Bestandsliste entspricht auch nur ungefähr dem, was ich da sehe.
Es sind neben den Nadeln auch pastillenänhliche, etwas dunklere Aggregate zu sehen.
Habe mal zwei Bilder angefügt, einmal ist die Bildbreite 3.5 mm, das Detailfoto hat 2 mm Breite.

Hat irgendjemand eine Ahnung, was das sein könnte?

Danke schon mal für die Hilfe und Glückauf!
Nino 
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Rockhounder am 01 Apr 22, 12:12
Hallo,

sieht nach einem Eisenphosphat aus. Vielleicht Kakoxen?  Andere Phosphate sind ja von dort auch gelistet.

Gruß Norbert
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: zampano am 01 Apr 22, 12:38
Hm, viele Phosphate sehe ich nicht in der Mineralliste... ;-)
Oder hast du neuere Informationen.
Kakoxen würde sehr gut hinkommen, mich aber auch sehr wundern.
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Rockhounder am 01 Apr 22, 13:08
Ich kenne auch nur die Liste bei uns im Lex und bei Mindat. Da wird halt Chalkosiderit und Corkit genannt, sowie ein paar Arsenate.
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: guefz am 01 Apr 22, 17:51
Könnten das auch Ausblühungen sein, die bei der Lagerung entstanden sind?
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: zampano am 01 Apr 22, 17:59
Danach sieht es nicht aus. Habe auch kein anderes Stück aus dem Lot, das Ausblühungen hätte.
Solche kenne ich auch nicht.

Finde es schon ziemlich interessant, zumal die etwas dunkleren und nicht haarförmigen Aggregate.
Selbst für Kakoxen sind die Nadeln zu gebogen. Seltsam, seltsam.
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: limestone am 01 Apr 22, 18:08
Hallo,
für mich sieht das auch nach Kakoxen aus, allerdings kaputtgereinigt.
Glück Auf
Ralf
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: guefz am 01 Apr 22, 18:09
Wenn du Lust hast, mitsamt dem Stück zu mir nach Köln zu kommen, können wir mal den Laser draufschauen lassen. Das sieht ja nach zwei verschiedenen Mineralen aus.

Günter
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: ruebezahl am 01 Apr 22, 18:19
Glück auf,

Tsumcorit in 2 Generationen?

MfG
ruebezahl
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 02 Apr 22, 21:12
> für mich sieht das auch nach Kakoxen aus, allerdings kaputtgereinigt.

Für mich auch.
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: ruebezahl am 02 Apr 22, 21:40
Glück auf,

Kakoxen hatte ich auch spontan im Sinn. Aber ist denn Kakoxen von Clemenslust bekannt? Hier im Atlas ist er für dort nicht angegeben. Für die Oxidationszone eines Pb-Zn-Erzgangs erscheint mir Kakoxen auch etwas ungewöhnlich. Ich vermute nach wie vor Tsumcorit, der kommt visuell ebenso in Frage und ist für Clemenslust auch im Atlas hier angegeben.

Wenn es kein dort entsorgtes Fremdmaterial ist.

Aber vielleicht kann Günter in Köln mehr herausfinden.

MfG
ruebezahl
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Mineraliensammlermh am 09 Apr 22, 20:32
Kakoxen würde ich auch tendieren, Aber von dort und dann in einemrelatv guten Zustand? Vielleicht Fremdmaterial?
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Josef 84,55 am 10 Apr 22, 09:18
Hallo,

falls die Paragenese reich an Arsenmineralien ist, könnte es auch Karibibit sein.
Sind bekannte Begleitminerale auf dem Stück?

Grüße, Josef
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Geomaxx am 10 Apr 22, 09:38
Hi,
hmm...Fremdmaterial: Nur weil etwas noch nicht beschrieben ist ?
Mal ehrlich: Wer fährt schon extra in das mehr als beschauliche Kretzhaus, latscht den Kilometer zu den Halden, um dort seinen Rucksack mit aus Tsumeb mitgebrachten Tsumcoriten zu entleeren?
Der GEOMAXX ist hierfür definitiv zu faul...
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Miner-Alien am 10 Apr 22, 12:20
Hallo zusammen,
also ich habe da schon recht häufig gesammelt und Fremdmaterial liegt da immer mal rum.
Vom Gestein her passt das nicht zu Clemenslust,alle Erze und Sekundärmineralien sitzen auf und in Quarz.
Was auf der Halde an Gestein noch vorkommt ist Schiefer.

Grüsse,Peter
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: ruebezahl am 10 Apr 22, 18:43
Glück auf Maximilian,


Hi,
hmm...Fremdmaterial: Nur weil etwas noch nicht beschrieben ist ?

An einer so lange übersammelten Fundstelle wären solche Kaxoxene längst aufgefallen und publiziert.

Zitat
Mal ehrlich: Wer fährt schon extra in das mehr als beschauliche Kretzhaus, latscht den Kilometer zu den Halden, um dort seinen Rucksack mit aus Tsumeb mitgebrachten Tsumcoriten zu entleeren?
Der GEOMAXX ist hierfür definitiv zu faul...

Ich auch ;D Aber fragwürdige Handlungen kommen vor.

Doch das braucht man ja nicht, denn Tsumcorit ist von dort aufgeführt, wenn auch in etwas anderer Ausbildung (kleiner, kompakter und mehr ins Grüngelb). Vielleicht kommt der TE ja noch zu einer gesicherten Bestimmung, wenn es denn Kakoxen ist, kann man weiterdiskutieren, ob das Originalmaterial ist.

MfG
ruebezahl
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Haspelknecht am 10 Apr 22, 19:47
Glück auf, zusammen!
Eins vorweg: Ich kenne die Fundstelle nicht persönlich, nur aus der Literatur. Aber Kakoxen wäre für diesen Fundstellentyp recht ungewöhnlich. Den Hinweis bezüglich der Matrix finde ich relevant. Man sieht auf den Fotos leider wenig davon. Ein Kenner der Fundstelle müsste aber anhand des Gesteins sagen können, ob es fundstellentypisch ist.
Von der Fundstelle her würde ich auch eher in Richtung Tsumcorit oder ähnlichem tendieren. Man erkennt auf den Bildern m. M. n. zwei Minerale, unter dem gelben ist noch ein bräunliches. Nun bildet Tsumcorit gerne Überzüge und Pseudomorphosen nach Mimetesit. Das wäre eine Idee. Aber auch Segnitit, Beudantit, Plumbojarosit oder Beaverit u. a. kommen in Frage. Falls das unter dem gelben Mineral Pyromorphit sein sollte (was ich anhand des Fotos für möglich halte) kommen auch Phosphate wie Corkit / Kintoreit in Frage. Fakt ist: Wenn die Matrix für Clemenslust spricht, hilft nur die Analyse.

Viele Grüße, Markus
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: zampano am 10 Apr 22, 23:32
Danke an Alle, die sich hier beteiligen.

War selbst auch schon paar Mal an dieser Fundstelle (seit den 1990er Jahren) und kannte sowas von dort bisher auch nicht.
Fremdmaterial gibt es (leider) immer mal wieder, das ist ärgerlich.
Schaue nachher noch mal genauer nach der Matrix und berichte oder fotografiere diese separat. Meine, dass es, zumindest optisch, Richtung Schiefer ging.

Kommende Woche lasse ich es durch Günter mal untersuchen, dann sind wir zumindest schlauer, was das Mineral bzw. die Mineralien (sehe da auch zwei verschiedene) angeht. Ob es von dort stammt oder nur abgelegt wurde, wird wahrscheinlich die größere Frage bleiben. Selbst dann wäre es aber interessant, da ich solches Zeug von bisher keiner deutschen Fundstelle kenne. Natürlich kann jemand auch Tsumeb-Stufen dort hingeschmissen haben  :P
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: zampano am 11 Apr 22, 01:59
Hier zwei schnelle Makroaufnahmen des Stücks, anhand derer man hoffentlich die Matrix erkennt.
BB jeweils ca. 2 cm
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: loparit am 11 Apr 22, 09:25
Das ist sicherlich Fremdmaterial!
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: Haspelknecht am 11 Apr 22, 09:40
Ja, sieht leider sehr nach Fremdmaterial aus.
Titel: Re: Clemenslust bei Neuwied - völlig unbekanntes Mineral
Beitrag von: zampano am 12 Apr 22, 00:19
So, heute hat Günter die Raman-Analyse gemacht und es scheint sehr sicher, dass es Fremdmaterial ist.
Überraschend aber das Ergebnis, wobei als ich es sah, mir sofort einfiel, dass ich das, doch recht auffällige, Mineral schon in meiner Sammlung habe, allerdings aus Bou Azzer.
Es ist - mit ca. 80%-er Wahrscheinlichkeit- Karibibit!

Wer schmeißt denn bitte sowas auf eine Halde im südlichen Siebengebirge??  :o ???