Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Sachsen => Thema gestartet von: jlies am 08 Jul 22, 08:29
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hallo leute,
ich habe zu dem stück zwar schon eine anfrage im steinkern laufen, hoffe aber, hier schauen auch nochmal andere leute drauf.
meine erste vermutung war irgend ein gangsystem, der tenor geht aber in richtung pflanzlich. kann das stück jemand genauer einschätzen?
der stein ist ca. 25x20x20cm groß und wurde im abraum des ehemaligen tagebau zwenkau gefunden. ich vermute, es ist ein kalkstein. auf den fotos ist der stein naß.
danke und viele grüße!
jörn
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hallo Jörn,
sehr interessantes Stück!
Würde das auch als Wurzelboden einschätzen.
Bist du dir mit Kalkstein sicher? (Säuretest!)
Ich hätte da eher einen "Tertiärquarzit", also einen eingekieselten Sandstein erwartet (oder einen silifizierten Siltstein etc.), habe aber Ähnliches (jedoch nur als Abdruck) auch schon einmal in einem neogenen mergeligen Kalk gesehen.
lg + ga
oliver
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Hallo
Tertiärer Wurzelquarzit. Habe gerade bei Steinkern etwas dazu geschrieben. Fossiler Wurzelhorizont, Geschiebe aus Norddeutschland, somit aus den Deckschichten des Tagebaus. Kommt auch hier in der Lausitz vor. Mitunter als tonnenschwere Brocken, wie ein Stück im Findlingspark in Nochten zeigt. Werner aus der Lausitz
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danke für die antworten, auch im steinkern! :)
ich hole der vollständigkeit halber die antwort von werner im steinkern nochmal hier her, weil sie dort etwas ausführlicher ist.
„Dies ist tertiärer "Wurzelquarzit" (Untermiozän?). Also ein fossiler Wurzelhorizont. Geschiebe aus Norddeutschland, stammt eher aus den Deckschichten des Tagebaus. Solche Stücke kann / konnte man auch in den Deckschichten Lausitzer Tagebauen finden. Im Findlingspark Nochten liegt ein tonnenschwerer Brocken. Auch in einer nordsächsischen Kiesgrube konnte man zeitweise große Brocken finden (bis 50 cm Kantenlange). Das Gefüge geht von sehr fein bis (zucker)körnig. Meist sind nur noch die Hohlräume des Wurzelsystems erhalten, mitunter jedoch noch Wurzelsubstanz vorhanden, die aber vollständig remineralisiert ist und leider keine Zellen überliefert hat (zumindest habe ich noch kein Material gefunden, wo man mal ein Schnitt wagen sollte). Werner aus der Lausitz“
den säuretest hole ich am WE noch nach; kalkstein war nur wieder meine laienhafte einschätzung des stückes. es ist auf jeden fall sehr feinkörnig.
LG jörn
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hallo werner,
würde man die angehängten steine auch alle diesem fossilen wurzelhorizont zuordnen und sind das die hohlen röhren/gänge, die dann von den wurzeln übrig bleiben?
danke und grüße,
jörn.
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ich vermute mal: ja.
Ähnliches kenne ich auch aus meiner Gegend, sh. z.B.:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg292217.html#msg292217
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg299767.html#msg299767
ga
oliver
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der vollständigkeit halber auch hier: ich konnte endlich einen hcl test machen — alles spricht für den beschriebenen wurzelquarzit.
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in der nähe des zwenkauer sees habe ich heute einige tertiäre wurzelquarzite gefunden, darunter ein stück mit etlichen weißen pflanzenachsen. in ermangelung eines binos bisher nur unter der 10fach lupe begutachtet; ich bin trotzdem der meinung, dort faserige stellen und strukturen zu erkennen, die sich durch das jeweilige gesamte weiße stück hindurchziehen. ich bin sehr gespannt, was demnächst unter dem bino herauskommt!
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ja das sieht gut aus - da dürften, zumindest tlw., noch körperlich erhaltene Achsen/Wurzeln drinstecken!
:D
ga
oliver
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Hallo,
hier mal ein Erklärungsbild aus dem Städtischen Museum Zwickau zum Tertiärquarzit. Hier geht es zwar in erster Linie um Blattabdrücke, aber an dieser Fundstelle gibt es auch Wurzeln, Samen, Röhren usw..
Auch bei der Sanierung der Industriellen Absetzanlage (SDAG Wismut Uranerzaufbereitung) Helmsdorf bei Zwickau wurde ein Tertiärquarzit-Horizont aufgeschossen, der überwiegend Wurzeln beinhaltete.
Im Zwickauer Museum gibt einen ganzen Ausstellungsraum zu diesem Thema mit Funden aus Mosel bei Zwickau. Die Fundstelle gibt es noch und Funde sind auch noch möglich.
MfG und Glück Auf, Jürgen
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hallo jürgen,
danke für das bild und den tip! ich hoffe, ich finde bald die zeit für einen besuch der fundstelle.
viele grüße!
jörn
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danke für die Info!
habe den FO mal im Lexikon angelegt:
https://www.mineralienatlas.de/?l=59748
Falls jemand Funde von dort haben sollte, wären Fotos fürs Lexikon natürlich fein!
ga
oliver
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Hallo Jörn (jlies),
hattest du mittlerweile Zeit dir mal die Fundstelle in Mosel anzusehen? Wenn ja, was hast du zu berichten.
Gruß Jürgen
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Hallo Jürgen,
leider leider nein, noch nicht. Ich hab mich im letzten Jahr viel im Altenburger Raum rumgetrieben und es einfach noch nicht bis Zwickau geschafft. Sehr schade … aber ich hab das immerwieder im Kopf! Die Zeit reicht halt nicht für alles … ich hoffe, ich werde im nächsten Jahr dazu kommen.
Im Tagebau Proofen kann man offensichtlich bei Führungen auch nach solchem Material suchen, hattest du davon schon gehört?
Viele Grüße,
Jörn.
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Hallo Jörn,
nein von den Führungen in Profen und der Möglichkeit dort zu suchen habe ich noch nichts gehört.
Ab nächstes Jahr sieht es bei mir mit der Freizeit besser aus. Da habe ich auch vor mir die Fundstellen meiner unmittelbaren Umgebung genauer anzusehen. Fossilien sind zwar nicht unbedingt mein Thema, aber diese Fundstelle in Mosel steht mit auf der Liste die abgearbeitet werden soll ;) Stücke für meinen Garten finde ich dort auf jeden Fall ;D .
Wenn ich dort war werde ich die Ergebnisse meiner Befahrung hier bzw. im Atlas präsentieren.
MfG und Glück Auf, Jürgen
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Hallo Jürgen,
sehr schön, ich bin gespannt (auch, wer von uns als Erster hin kommt)!
Viele Grüße,
Jörn.