Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Nordrhein-Westfalen => Thema gestartet von: Heureka am 16 Jul 22, 21:38
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Glück auf und Hallo zusammen,
wieder einmal habe ich mich an der Bestimmung eines Lepidodendron, diesmal vermutlich L. aculeatum STERNBERG, versucht. Nochmals bitte ich hier um Hilfe durch die Experten und würde mich über ein kurzes Feedback, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, sehr freuen.
Gefunden wurde der Stein wieder auf der Halde Haniel in Bottrop. Der Abdruck ist ca. 23 x 14 cm groß und war leider schon in 2 Teile gebrochen, als ich ihn ausbuddelte.
Die einzelnen Blattposter sind recht groß (gemessen jeweils ca. 3,5 x 1,6 cm), liegen eng beieinander und haben eine langgestreckt-rhombische Form, die nach oben und unten lang ausgezogen ist. Sie sind jeweils oben und unten mit den anliegenden Polstern verbunden, sodass eine Line zwischen den Polsterreihen durchläuft. Die größte Breite der Polster liegt ziemlich genau in der Mitte.
Dies entspricht recht genau der Beschreibung von Josten und auch dem dort genannten Verhältnis Höhe : Breite von 3 : 1 bis 4 : 1.
Die Textbeschreibung und auch besonders Jostens Abb. 72 (L. aculeatum STERNBERG aus dem Westfal C, Dorstener Schichten), passt anscheinend genau.
Jostens detaillierte Abb. 73 der Blattnarben war für mich sehr hilfreich. Es war interessant, dass ich einige der beschriebenen Merkmale der im oberen Teil stehenden Blattnarben entdecken konnte und das Ganze nun besser verstehe.
Im Josten heißt es dazu: Bei guter Erhaltung ist auf den Blattnarben die Eintrittstelle des Leitbündels in das Blatt durch ein kleines Mal gekennzeichnet. Seitlich davon sind die beiden Parichnosmale zu erkennen. Sie stehen in Verbindung mit zwei kleinen Malen unterhalb der Blattnarbe, die Austrittstellen von Transpirationsöffnungen markieren.
Ich hoffe, das dies für Interessierte auf dem Detailfoto 3 auch erkennbar ist.
Jostens Tafel 42 Fig. 1 + 2 zeigen jeweils 2 ähnliche Stücke aus dem Ruhrkarbon.
L. aculeatum kommt lt. Josten häufig vor. Die maximale Häufigkeit liegt im Oberen Westfal A und Unteren Westfal B der Bochumer und Essener Schichten, die auf der Halde Haniel vorkommen.
Es würde mich freuen, wenn Werner, oder natürlich auch ein anderer Experte, demnächst einmal Zeit und Lust hätte, drüber zu schauen und mir kein kurzes Feedback geben würde.
Vielen Dank schon einmal vorab für eure Hilfe!
Ein schönes Wochenende und Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane