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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Krizu am 14 Aug 05, 20:01
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Hallo,
nachdem _ihr_ mich mit dem Sammelvirus infiziert habt, hier mal eine Frage:
gelbes, erdiges Mineral der Blauen Halde, meist an Quarzgängen.
EDX liefert in Atom%:
O 72%
Al 2,7
Si 4.8
P 0.9
Cl 0.16 (Hautschweiss?)
Ca <0.1
Fe 9.2
Cu 0.7
As 5.3
Pb 3.8
Oder Sauerstoff gerechnet:
O 58 (Also OH oder Kristallwasser in dem Zeug!)
Al 4
Si 7.8
P 1.4
Cl 0.3
Ca 0.14
Fe 13.9
Cu 1
AS 7.5
Pb 5.3
Da das Material nicht beschichtet war und die meisten Röntgenlinien nicht kalibriert waren, sind die Nachkommestellen eher bullshit.
Also irgendein Fe Pb As (O,OH) vermutlich. Aber was ist es? Irgendwie komme ich nicht weiter :-[
MfG
Frank
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Hallo Frank,
nicht so einfach, mein erster Tip wäre Arsenbrackebuschit, aber so recht passt der auch nicht (obwohl, die Kristallform, soweit erkennbar könnte hinkommen).
Ergänzung:
Segnitit wäre auch eine Möglichkeit http://webmineral.com/specimens/picshow.php?id=2383 (http://webmineral.com/specimens/picshow.php?id=2383) ...
Gruß
Berthold
PS: Ich überleg noch...
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Hi Frank,
Toll daß du etwas von dort analysiert hast, ist interessantes Material!
Die gelbe Aggregate sind mir bestens bekannt; das Zeug tritt oft zusammen mit Pb-As-Mineralien wie Mimetesit und Bayldonit auf (letzterem ist noch nicht von dort beschrieben aber optisch eindeutig identifiziert durch Thomas Thieme und mich). Das meiste geht wohl in Richtung Beudantit/Segnitit... - es könnten aber auch Tsumcorit, Gartrellit u.a.M. dabei sein (paragenetisch möglich). Ich denke in deinem Fall handelt es sich um Segnitit (--> http://www.mindat.org/min-3606.html).
MfG,
Robin
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..hier noch ein paar ältere Threads über gelbe Krusten und Aggregate von der Blaue Halde:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,1522.0.html (wohl identisches Material)
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,2956.0.html (perimorphose, evt. Tsumcorit? oder doch Beudantit/Segnitit?)
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dann sollte ich diese Glitzerzitrone mal etwas genauer betrachten ;)
Zum ersten Mal hatte ich das Mineral als tafelige Rosetten auf Hämatit auf Quarz. Das Zeug liegt auf jedem dritten Stein fast.
MfG
Frank
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Das REM-Photo deutet auf ein spitzrhomboedrisch ausgebildetes Glied der Beudantit/Segnitit-Reihe (XX können auch tafelig-rosettig ausgebildet sein, oder pseudo-würfelig, pseudo-oktaedrisch, pseudo-kuboktaedrisch, und sogar nadelig).
GA, Uwe Kolitsch
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Das hatten wir doch schon mal.
Siehe: Mineralien bestimmen/ Leibnitz- Dante/Alles wie Mimetesit, aber....
Das Zeugs ist 2x von Lapis untersucht worden. Meine Vermutung Segnitit hat sich dabei nicht bestätigt. Die haben jedesmal Ein Eisenhydroxid bestimmt und vermuten Siderit.
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Das hatten wir doch schon mal.
Siehe: Mineralien bestimmen/ Leibnitz- Dante/Alles wie Mimetesit, aber....
Das Zeugs ist 2x von Lapis untersucht worden. Meine Vermutung Segnitit hat sich dabei nicht bestätigt. Die haben jedesmal Ein Eisenhydroxid bestimmt und vermuten Siderit.
Nee, das gleube ich nun nicht. Das Material zeichnet sich im Materialkontrast deutlich vom Hämatit ab. Es muss einer höhere Dichte als Hämatit haben. Auch ist die Färbung oben im Bild einheitlich grau - abgesehen von einem nicht untersuchten Partikel. Das spricht gegen eine Mischung.
Hier mal einige Bilder einer anderen Stufe
MfG
Frank
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@Thomas: du weißt ja wie es beim Lapis abgeht ;D Die machen unglaublich viel Fehler bei ihre Analysen!
(ein Beispiel daß mir gerade einfällt: der Azurit aus Lavrion von McSchuerf, der als Malachit analysiert würde..)
Wahrscheinlich haben die erst gar nicht das gelbe Material analysiert, sondern der Matrix :P
Gruß Robin
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Das Zeugs ist 2x von Lapis untersucht worden. Meine Vermutung Segnitit hat sich dabei nicht bestätigt. Die haben jedesmal Ein Eisenhydroxid bestimmt und vermuten Siderit.
Siderit mit knapp 50% des Eisens als Arsen und Blei? 8) :o ;D
Vielleicht mach ich mir noch den Spass und beschichte mit Kohlenstoff und kalibriere Blei und Arsen am Gerät.
Wohin eine falsche EDX-Analyse führen kann, sieht man im Beitrag Auswürflinge in der Eifel. Aragonit oder Calcit mit nur wenigen % Kohlenstoff. Da überlagerte Ca-L mit C-K-Linien. So blieb der Kohlenstoff aussen vor.
MfG
Frank
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Ich hab´s ja auch nicht glauben können Krizu, daher habe ich ja ein zweites mal um eine Analyse gebeten. Hast Du vielleicht noch Kapazitäten frei? Ich habe genügend Proben bei mir rumliegen und würde mich freuen, wenn da mal jemand ranging, der sich damit auskennt. als Gegenleistung schlage ich diverse seltenheiten von Leibnitz- Dante vor.
Gruß
Thomas
PS. Zu der letzten Rem- Aufnahme fällt mir noch folgendes ein: möglicherweise Tsumcorit- wenn zitronengelb. Schau Dir mal das Foto von Tsumcorit bei min max an.
http://web2.donzampano.com/showimage.php?id=2324&vpath=min&SID=f5ba1c7e8fb22a7940ba4d3dff4fb3fd&lang=de&SID=f5ba1c7e8fb22a7940ba4d3dff4fb3fd
Ich habe solches Material von der Grube Clemenslust und halte das Vorkommen auf Leibnitz - Dante für durchaus denkbar.
Ansonsten spekulier mal bei der Aggregatform auf andere Seltenheiten, wie Crandallit, Kintoreit- da ist kein Zn drinn!
Meine zitronengelben Kristalle von L-D haben allerdings einen Glasglanz und eine eher rhomboedrische Kristallform
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Hallo Thomas,
bei 3µm auf Hämatit kann ich keinen Glanz und Farbe mehr erkennen :P :-[
Kapazitäten sidn im Moment rar, da ich einen anderen Job bekomme habe, aber sende mal eine PN.
MfG
rank
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??? Hallo Krizu,
das mit dem Hämatit kapier ich überhaupt nicht. Leider gehst Du auch nicht auf meine Spekulationen ein, -so abwägig?
Hier mal ein Beispiel mit gelbraunem Zeugs, eine Perimorphose nach Mimetesit. Hier würde wahrscheinlich eine REM für mehr Klarheit sorgen.
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Hallo Robin,
(ein Beispiel daß mir gerade einfällt: der Azurit aus Lavrion von McSchuerf, der als Malachit analysiert würde..)
genauso war das..husch husch die Analysen durchgeführt und dann kam so ein Mist heraus, wo im Grunde ja schon jedes Kleinkind den Farbunterschied zwischen Azurit = BLAU und Malachit = GRÜN erklären kann! :)
Nur hielt ich die unklaren XX ursprünglich für Cyanotrichit und das halte ich immer noch dafür. 'Denn Säuren können sich nicht irren'.. :) und bei meinem HCL-Test sprudelte gar nichts so wie bei Carbonaten typisch. Auch war die Salzsäure nicht irgendwie abgestanden, sodass sie plötzlich ihr Löslichkeitsvermögen verlieren täte.
Gruß Peter
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??? Hallo Krizu,
das mit dem Hämatit kapier ich überhaupt nicht. Leider gehst Du auch nicht auf meine Spekulationen ein, -so abwägig?
Hier mal ein Beispiel mit gelbraunem Zeugs, eine Perimorphose nach Mimetesit. Hier würde wahrscheinlich eine REM für mehr Klarheit sorgen.
Hallo Thomas,
diese Rosetten im zweiten Foto liegen auf Hämatit der Quarz überzieht.
Siederit hat eine geringere physikalische Dichte als Hämatit. Mit einer bestimmten Technik im REM kannst Du Dichten (eigentlich Elektronendichten) unterscheiden.
Die Rosetten waren im REM deutlich heller als als der Hämatit. Deshalb fielen mir die erst auf. Meintest Du das?
Oder die Aussage, dass ich bei 3µm großen Kristallrosetten, die auf dunklem Hämatit sitzen, keine Farbe mehr erkennen kann? 8)
BTW:
Für mich hatte ich die Sache eigentlich schon als Beudantit/Segnitit fast abgeschlossen.
MfG
Frank