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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: MyHome am 05 Sep 22, 08:21
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Guten Morgen zusammen,
ich habe bislang immer wieder nur Beiträge gelesen und muss jetzt aber auch eure direkte Hilfe in Anspruch nehmen, wofür ich mich registriert habe ;D. Also Hallo, bin neu im Forum ;)
Ein Mineralienhändler in Nbg a.d. Donau hat mir letzte Woche schon mit einer guten Handvoll von Stücken beim identifizieren geholfen. Es bleiben aber noch einige Teile einer übernommenen Sammlung offen, wofür ich gerne Eure Hilfe in Anspruch nehmen würde.
Pyrit: Auch als Anfänger bei Kristallsystemen habe bei den ersten Teilen die typischen Würfel oder auch Oktaeder gesehen. Aber zwei Stück bleiben offen. Für mich ist es Pyrit, wenn da nicht die Kristallformen "komisch" sind. Ich meine hier immer wieder deformierte Hexagone zu sehen, aber kann das sein? Besonders beim Stein 2 (Bilder 3+4)...
-> Stein 1: Bilder 1+2 mit einzelnen Krümeln, die beim Kontakt schon abfielen. Ist das normal?
-> Stein 2: Bilder 3+4 mit einem weißen Wulst
Magnettest war bei allen negativ.
Stein 2: Die Härte des weißen "Wulstes" ist <5,5. Mit dem Messer war das einwandfrei zu ritzen, also kein Quarz. Ist es vielleicht Calcit?
Ich habe noch andere Pyrite, wobei ich einen kurz baden musste. Jetzt ist der mir im Wasserbad fast durch die Finger gerieselt. So schnell löste der sich auf. Ist das zu erwarten?
Einen Rest habe ich noch mit einem für mich ;) klarem Oktaeder an der Spitze. (Foto kann geliefert werden, wenn gewünscht.)
Und noch eine Frage:
[...]
Uwe: Pyrit kann sich mit der Zeit durchaus zu Markasit umwandeln (pseudomorph nat.). Nahe Halogenide beschleunigen den Vorgang immens.
Alcest hatte das vor ein paar Jahren geschrieben. Heißt das, es wäre besser meine Fluoridkristalle in einer anderen Vitrine als die Pyritkristalle zu haben -> Ist ein akuter Handlungsbedarf erforderlich? :-\
Danke schon einmal für die Hilfe.
Ein paar Steine werden bei Gelegenheit folgen, wenn's okay ist :D
MyHome
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Hallo, die Fotos sind zwar eher unscharf, aber die Streifung der Kristalle und die erkennbaren Flächen sprechen schon für Pyrit. Bei dem weißen Zeugs habe ich keine Ahnung, das sieht zu unspezifisch aus, da sind weitere Tests als nur die Härte nötig.
Günter
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Pyrit ist richtig und das weiße, dem Bildern nach auch etwas rosa, kann Calcit aber auch Rhodochrosit sein. Der Rhodochrosit ist von dieser Fundstelle oft sehr hell. Die Stufe stamm mit großer Wahrscheinlichkeit aus Trepca, Kosovo (habe viele Stufen von dort in sehr ähnlicher Paragenese) - Siehe auch hier: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kosovo/Kosovska%20Mitrovica/Trep%C4%8Da-Komplex (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kosovo/Kosovska%20Mitrovica/Trep%C4%8Da-Komplex)
oder
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kosovo/Kosovska%20Mitrovica/Trep%C4%8Da-Komplex/Trep%C4%8Da%20Stan%20Terg%20Mine%20%28Stari%20Trg%20Mine%3B%20Trep%C4%8Da%20Mine%3B%20Stan%20Trg%20Mine%29 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kosovo/Kosovska%20Mitrovica/Trep%C4%8Da-Komplex/Trep%C4%8Da%20Stan%20Terg%20Mine%20%28Stari%20Trg%20Mine%3B%20Trep%C4%8Da%20Mine%3B%20Stan%20Trg%20Mine%29)
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Trepca ist eine Option, aber Peru würde ich ebenfalls nicht ausschließen.
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Ich sehe auch eine Pseudomorphose (Bild 3) evtl. nach Dolomit oder rhomboedrischen Calcit, demnach ist Rhodochrosit sehr wahrscheinlich
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oder es ist Manganocalcit. Falls UV-Lampe (LW) zur Hand, einfach mal draufleuchten.
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Auch hier geht jetzt die wilde Raterei wieder los. Je mehr Möglichkeiten reingeworfen werden, desto mehr verwirrt es Einsteiger.
Also besser mit Struktur herangehen und zuerst die Härte ermitteln. (Härteskalaset gibt es bei Krantz).
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Also besser mit Struktur herangehen und zuerst die Härte ermitteln. (Härteskalaset gibt es bei Krantz).
Und das Ergebnis hilft dem Einsteiger dann bei der Bestimmung Rhodochrosit/Manganocalcit inwiefern weiter?
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Hallo zusammen,
danke für alles bisher.
Mit Säure oder die Elemente testen kann ich schlecht, da nichts vorhanden ist. Aber die Härte kann ich testen. Fluorit und Calcit habe ich auch kleine Stufen da. Calcit war von der Härte her positiv, also Härte 3.
Hilft ein Foto vom Bruch der Struktur?
UV besorge ich mir bei Gelegenheit @Skibbo. Ich weiß, dass das wichtig sein kann. Entweder auf der nächsten Messe (2.10.) oder über's Internet wird es gelingen.
Der Fundort ist mir leider gänzlich unbekannt.
Hat zudem jemand eine Meinung zum Thema "Neben Halogenen Lagern" oder dem Zerbröseln? Ich bin bei letzterem wahrscheinlich nicht der erste der fragt ::)
Grüße
MyHome
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Und das Ergebnis hilft dem Einsteiger dann bei der Bestimmung Rhodochrosit/Manganocalcit inwiefern weiter?
Um zu lernen, wie man andere Mineralien schrittweise ausschließt. Am Ende ist es nichts von beidem.
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Speziell du solltest mal anfangen zu lernen, welcher Test bzw. welche Fragestellung wann sinnvoll ist. Das sture Abarbeiten eines festen Schemas ist bei Vorliegen erster Infos meist nicht sinnvoll...
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Guten Morgen,
wenn ich was dazu sagen darf, nachdem ich das eigentliche Thema begonnen habe:
a) Ich finde die Unterstützung schon bei meinem ersten Beitrag top.
b) Irgendwie habt ihr meiner Meinung nach doch alle Recht? ;) Abgesehen davon, dass mir selbst noch nicht die Routine vorliegt und ich kein studierter Mineraloge bin, sehe ich die Notwendigkeit eines grundlegenden Schemas allgemein gegeben. Das betrifft die Analytik hier, als auch die Arbeitswelt. Wie das Leben aber so ist, nichts kann 100%ig in ein Schema gepresst werden. Das erlebe ich tagtäglich und ihr vermutlich auch. Also muss man auch Flexibilität beweisen können, um zu bestehen. :)
In beide Richtung -ohne Schema/Prozedur- oder -mit Schema/Prozedur- sollte man es halt nur nicht übertreiben, sondern den Mittelweg abhängig von den Gegebenheiten wählen.
-> Daher Danke für die kleine Richtschnur! Und wie kann es jetzt weitergehen? ;D
c) Die Härte habe ich also bestimmt. Wie wäre jetzt eure Empfehlung für die weitere Vorgehensweise?
d) Ich habe gestern die Pyrite zumindest auf ca. 15-20cm Abstand in der Vitrine zu den Halogenen bringen können. Reicht das eurer Meinung aus?
e) Fotos vom Bruch habe ich gemacht, sind aber eher nicht aussagekräft (Licht & Schatten). Wenn das aber helfen könnte, kann ich mit einer besseren Kamera das noch nachholen.
Schöne Grüße,
MyHome
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Moin
Calcit, Rhodochrosit oder Manganocalcit - das wirst Du wahrscheinlich ohne eine Analyse in Auftrag zugeben nicht heraus bekommen. Der Hinweis mit der Pseudomorphose spricht nach meiner Meinung auch eher gegen Calcit.
Das mit den Halogeniden ist mir neu, bei mir liegen schon seit längerem (20 Jahre) Fluorite und Pyrite gemeinsam in einer Vitrine - bei manchen Stücken ließe sich das auch gar nicht vermeiden, da hier Pyrit und Fluorit gemeinsam vorkommen. Möglicherweise meinte Alcest dabei Halogenide wie Halit (Steinsalz) o.ä., wo Feuchtigkeit eine gewisse Rolle spielen könnte ???.
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N'abend,
Ich habe jetzt noch eine Verständnisfrage, bevor ich mich auf die Suche für eine Analyse mache...
Die Härte war mit einem Calcit geprüft. Calcit hat 3 auf der Skala. Ein Stein mit 4 hatte keinen Erfolg. Wäre dann zumindest Rhodochrosit mit 3,5-4 von der Härte her nicht auszuschließen?
CaCO3, MnCO3 und Ca, MnCO3 sind sich schon ähnlich. Die Bruchstelle schaut jedenfalls spröde und nicht muschelig (wie bei Obsidian) aus. Muschelig würde laut der Datenbank für Rhodochrosit sprechen.
Am Ende bliebe noch Manganocalcit und Calcit für die zwingende Analyse.
Zum Verständnis aber: Erzähle ich Mist oder macht es Sinn damit Rhodochrosit auszuschließen?
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Wenn meine Fundstellenangabe richtig ist, so sind die Erfahrungen so das der Calcit in den meisten Fällen gut fluoresziert, der Rhodochrosit meist nicht. Ich hatte fast 200 Stufen von dort und kann es nur so formulieren.
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Hoi und danke. :)
Ich werde mich dann mal umhören, wo ich hier im Landkreis eine Analyse machen kann. ::) Das kann etwas dauern, aber wenn ich was herausfinde, dann poste ich es natürlich noch.
Die Eingrenzung ist ja doch schon sehr gut gelaufen, will ich mal sagen. Das hat geholfen.
Grüße,
MyHome