Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Karbon / Carboniferous => Thema gestartet von: Micha am 15 Aug 05, 13:05
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Gefunden vorgestern im Diabas-Bruch Bad Bleiberg/Kreuth. Offensichtlich wurden Kalke vom Diabas durchschlagen und gefrittet. Der Kalk ist schwarz und glashart. Manchmal lassen sich aber doch solche Fossilien frei legen. Frage: Iss´n das???
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Brachiopoden oder muscheln.... das steht fest. Aber was genau würde mich nun auch mal interessieren. Ich erkenne leider nichtmal genau die Schließe, damit ich dazu evtl. noch was sagen könnte.
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So weit warn wir auch schon, leider sind nur die oberen(?) Schalen erhalten. Ich habe kein Stück gefunden, in dem evtl. ein Stielloch zu finden wäre. Ich neige allerdings trotzdem mehr zu Brachiopoden, aber mehr rein gefühlsmäßig. Hat irgendwer ne Ahnung, aus welcher Zeit das stammen könnte?
Oder wie könnte man prinzipiell unterscheiden zwischen Muscheln und Armfüßern?
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Muscheln sind klappsymetrisch.
Brachiopoden haben zwei stark unterschiedliche Klappen die ineinandergreifen, sie sind nicht klappsymetrisch.
Ich hoffe man kann das so umschreiben und Du verstehst, was ich meine.
Bei Brachiopoden sind so gut wie immer beide Klappen am Stück zu finden. Bei Muscheln ist das anders, da findet man öfter einzelne Klappen.
Daher lautet mein Tipp: Es sind Muscheln.
Gruß
Sönke
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Hallo zusammen,
grundsätzlich ist es so, wie Sönke schreibt.
Ausnahmen gibt es natürlich auch; Pilgermuscheln, Austern, Hippuriten, um nur einige zu nennen.
Um ganz sicher zu gehen, gilt aber das Armgerüst oder das Stielloch als sicherstes Bestimmungsmerkmal bei mindestens 90% der fossilen Brachiopoden.
Gruß
Michael
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Hat irgendwer ne Ahnung, aus welcher Zeit das stammen könnte?
Sieht mir irgendwie verdächtig paläozoisch aus (ohne das näher eingrenzen zu können) - das könnte für Kärnten ja hinkommen.
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Hat irgendwer ne Ahnung, aus welcher Zeit das stammen könnte?
Sieht mir irgendwie verdächtig paläozoisch aus (ohne das näher eingrenzen zu können) - das könnte für Kärnten ja hinkommen.
Stammt aus dem sog. "Karbon von Nötsch" bzw. der Badstub-Breccie (die oft als "Diabas" bezeichnet wurde), das am Eingang zum Tal nach Bad Bleiberg aufgeschlossen ist. Von den Brachiopoden ist hier v.a. Gigantoproductus horridus zu finden, soweit ich mich noch an meine Studienzeit erinnern kann... Heißt jetzt aber nicht, daß deine Funde solche sind!
Volkmar
Habe dazu noch einen Artikel von meinem ehemaligen Studienkollegen gefunden, der sicherlich interessant für Dich ist: http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/CAR_181_101_0095-0108.pdf
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Der Bruch wird auch Jakomini-Bruch genannt.
In der auf http://www.mindat.org/loc-217274.html zitierten Literatur wird auch auf die Fossilien eingegangen.
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Hallo,
und hier der Bruch im Vorbeifahren 7/2017 aufgenommen...
Gruß Conny
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und hier im Lexikon:
https://www.mineralienatlas.de/?l=30310
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Interessant die dortige Angabe bei der Fundstelle:
Die Brachiopoden-Bank, eine 1 bis mehrere m mächtige Gesteinslage, ist reich an tierischen und pflanzliche Fossilien.
Auf welche Referenz beziehen sich die reichen pflanzlichen Fossilien, bzw. wo wurden die beschrieben?
Eigenfunde dürften es ja vermutlich nicht sein, sonst würden die Angaben in der Fossilliste wohl etwas genauer sein als Plantae. Und die Sigillaria stammt wohl durch Verknüpfung mit meinem Bild.
Es gibt natürlich Pflanzenfunde (reiche ist wohl etwas übertrieben), die beschrieben sind, in der Gegend. Die stammen aber nicht vom Steinbruch.
Bin gespannt, ob das aufgeklärt werden kann.
LG Markus
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Auf welche Referenz beziehen sich die reichen pflanzlichen Fossilien, bzw. wo wurden die beschrieben?
Das kann wohl nur der Urheber des Eintrags erläutern ... ::)