Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Österreich / Austria => Fundstellen / Locations => Kärnten => Thema gestartet von: Micha am 16 Aug 05, 14:33
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Wir sind vom Urlaub in Kärnten zurück, daher einige "frische" Informationen zum Mineraliensammlen in dieser sehr schönen Gegend:
Besonders interessant sind natürlich Fundstellen der "Alpin-Mineralien", die aber ausnahmslos im Nationalpark Hohe Tauern liegen. Als wäre dies nicht genug, sind die Fundstellen in der Regel oberhalb 2000 m und im Zentralgebiet des Nationalparks gelegen. Das bedeutet absolutes Sammelverbot. Das Land Kärnten hatte in Vergangenheit Sammlern, die der Fachgruppe des NHM Wien angehören, eine Sammelerlaubnis erteilt. Mit den neuen verschärften Bedingungen ist die weitere Verfahrensweise selbst für diese Sammler ungewiss. Mit welchen scharfen Geschützen man den Nationalpark vor Raubbau schützen will, lässt erahnen, wenn selbst den Grundstückseigentümern untersagt ist, Mineralstufen vom Boden aufzuheben und dem Nationalpark quasi zu entnehmen (an Nachgraben ohne, geschweige mit Werkzeug gar nicht zu denken). Das verschärfte Landesgesetz greift also auch bei privatem Besitz: Selbst, wenn ein Steinbruchbesitzer die Erlaubnis zum Sammlen erteilen würde, wäre es dennoch von Landes wegen untersagt.
Im Übrigen ist das nicht nur hohles Geschwätz. Allein in Mallnitz (Ankogelgruppe, Grünschiefer der Törlköpfe usw.) wurden 27 junge Leute als Ranger angeheuert, die nun die Berge hoch und runter hirscheln, um den bösen Sammlern und anderen Naturschändern das Handwerk zu legen (notfalls mit 30.000 EURONEN Strafe). Im Zentralgebiet sind die Ranger und Forstaufseher/Jäger authorisiert, einen Blick in die Rucksäcke der Wanderer zu werfen...
Uns blieben daher nur die Reserve-Kisten der alteingesessenen Sammler und die bloße Inaugenscheinnahme der geöffneten Klüfte vor Ort (um zumindest eine gewisse Authentizität zu bekommen...). Schade und unverständlich aus mehreren Sichtweisen: Die Alpen liegen (gott sei dank) nicht nur in Kärnten. In anderen Regionen (Salzburg und Tirol) ist das Sammeln zwar auch eingeschränkt, aber zumindest möglich (auch, wenns paar EURO kostet). Mit anderen Worten könnte es zum Wahnsinnsfall kommen, dass die Salzburger auf ihrer Seite eine Kluft aufmachen und die tollsten Raketen rausholen, während die Kärntner 1 Meter hinter der Landesgrenze nur zugucken dürfen, obwohl sie den Verlauf der Kluft unter ihren Füßen ausmachen können. Noch unverständlicher wird es, wenn man z.B. in den Wurten (Zentralgebiet!) sieht, wie der Staat selbst hektarweise Fels planiert, um Skiabfahrten zu bauen oder um sein Wasserkraft-Programm weiter zu verfolgen. Offenbar wird hier nur mit Werkzeug aus Schaumstoffund Gummi gearbeitet, oder?
Fazit: Mineralien sammeln in Kärnten setzt ausgesprochene Chuzpe voraus. Anderswo gibts auch schöne Fundstellen....
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Ich weiss nicht ob es wirklich so schlimm ist :o
Eigentlich weiss ich dass es nicht so schlimm ist ;D
Bin Samstag zuruck gekommen aus Kaernten und habe da einige gute Fundstellen besucht, u.M. im Wimitztal, Hoch Obir, Malta Tal und Milsttater Seeen Ruecken. Einige sogar unter begleitung einhemische Sammler, wovon eine selbst das offizielle sammel erlaubnis besitzt. :)
Ja, man darf nicht sammeln mit mechanische Hilfsmittel. :'(
Aber steht auch nicht bei fast jede steinbruch die wir am Samstag oder Sonntag besuchen, "betreten nicht erlaubt"? Wieviel von unsere UT Sammeltouren die wir unternehmen sind genehmigt? Und ich weiss eben nicht wenn ich sammle auf der Halden in Ramsbeck und da grabe, dass icht nicht Angezeigt werden kann.
Ja, mann nimmt ein bestimmtes Risiko, aber wie immer, wenn man vernuenftig und verantwortlich ist kann mann noch viele schoene Mineralien sammeln, auch in Kaernten. :)
Gruss
Jos
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Ich habe meinen Artikel geschrieben, um "Neueinsteiger in alpines Sammeln" auf die offiziellen Eventualitäten aufmerksam zu machen. Klar, wie überall gibt es private Lösungen der Problematik. Nur, wenn ich geschrieben hätte: "...zwar überall Verbote, aber macht euch keinen Kopf, wird alles nich so heiß gegessen..." - wär das gut? ???
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Hallo Mischa,
selbstverstaendlich, die Diskussion bringt nur mehrere gesichtspunkte.
und hast du was gefunden in Kaernten
gruss
Jos
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Hallo!
Gilt das Verbot für GESAMT-Kärnten oder nur den Hochalpinen Teil??? Es gibt ja in Kärnten auch noch ne Menge alter interessanter Erzgruben..........(Hochobir und so)
Gruß
TK
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Halllo Thomas,
Sofern ich gehört habe ist es so dass man nur sammeln darf wenn man ein Offizielles Erlaubnis hat, alos nicht nur in NationalPark
Anders darf mann nicht mit mechanische Hilfsmittel sammeln.
Angeblich sind bis jetzt ungefähr 200 "permits" ausgegeben, einer habe ich gefragt wie er das erhalten hat und das hatte zu tun mit einige veröffentlichungen die er gemacht hat über Kärntner Fundstellen.
"Wie soll ich etwas veröffentlichen wenn ich nicht sammeln darf? :D"
Jedenfalls wird darüber jeytzt geredet die Gesetz wieder etwas Sammler freiundlicher zu machen
Allles, nur was ich geh"rt habe
Grüsse
Jos
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Der Sammler, bei dem wir untergekommen waren, erzählte u.a. folgende Begebenheit, die ich für glaubwürdig halte: Eine kleine Stufe vom Auernig zeigte rosa Einsprenglinge, die er nicht zu deuten wusste. Seine gewohnte Aktion: in der Fachgruppe fragen und um Bestimmung bitten. Reaktion: "Dort kann ja gar kein frisches Material her kommen, is doch in der Kernzone..."
Man ist sich sicher bewusst, dass in Kärnten notgedrungen auch die geologisch/mineralogische Erkenntnisgewinnung für die Zukunft auf Eis liegt, wenn man sich nicht den Sammlern in irgend einer Weise wieder nähert...
Nach offizieller Meinung gilt diese Gesetzeslage für das Land Kärnten. Also auch für z.B. Knappenberg/Hüttenberg. Interessant nur, dass man die Touristen (alos Busse voll von Laien) in Knappenberg per Vierfarb-Werbe-Flyer einlädt, doch selbst tolle Mineralfunde auf der Halde des Albert-Stollns zu tätigen. Wie jetzt?