Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Thema gestartet von: Lexikon am 23 Oct 22, 17:45
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Bilder Diskussion - Image Discussion
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(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1476301538.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1476301538.jpg)
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Glück auf,
Kann das sein?
MfG
Uwe
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Hallo Uwe
warum nicht? Allerdings könnte es auch Lazurit sein. mindat (https://www.mindat.org/loc-11.html) führt sowohl Lazurit als auch Hauyn und ist sich der Zuordnung der Bilder wohl auch nicht einig... Aufgrund eines Fotos alleine trau ich mich nicht, das zu unterscheiden. Vielleicht weiss jemand hier mehr? Aber dennoch, vielleicht siehst Du ja etwas was mir engeht?
Gruß
Martin
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Glück auf,
Was mich irritiert ist erstens die geologische Situation der afghanischen Lasuritvorkommen (Metamorphite) und zweitens die sensationelle Kristallgröße.
Hauyn gehört zwar wie Lasurit etc. auch zu den Sodalithen, ist aber meines Wissens nicht aus Metamorphiten bekannt, zudem wären derartige Kristallgrößen in einschlägigen Kreisen nicht ohne Publizität geblieben.
LG
Uwe
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mindat führt sowohl Lazurit als auch Hauyn und ist sich der Zuordnung der Bilder wohl auch nicht einig
offenbar nicht nur der Bildzuordnung - was mich sehr (bzw. mehr) irritiert ist z.B. folgender Bildtext auf mindat:
"euhedral indigo blue terminated Hauyne (var: Lazurite) xl with minor white matrix"
das sind doch beides anerkannte eigenständige Minerale !?!?
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Hallo Uwe,
Neben dem Vorkommen im Tuff (ehemalige Vulkanasche, also magmatisch) kommen Haüyne in der Eifel in stark metamorph veränderten Fremdgesteinseinschlüßen (Xenolithen, hierbei insbesondere in Sanidiniten und Gleesiten) vor.
Die blauen Komponenten im Lapislazuli sind Foide (Feldspatvertreter). Von Gemmologen beschrieben sind bislang Lasurit, Haüyn, Afghanit und Sodalith.
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Glück auf Klaus,
Danke für die Information!
Hallo Uwe,
Neben dem Vorkommen im Tuff (ehemalige Vulkanasche, also magmatisch) kommen Haüyne in der Eifel in stark metamorph veränderten Fremdgesteinseinschlüßen (Xenolithen, hierbei insbesondere in Sanidiniten und Gleesiten) vor.
Die blauen Komponenten im Lapislazuli sind Foide (Feldspatvertreter). Von Gemmologen beschrieben sind bislang Lasurit, Haüyn, Afghanit und Sodalith.
Gleesite und Sanidinite sind aber ursprüngliche Magmatite. Eine Hauyn-Komponente im Lapislazuli ist klar. Ebenso eine solche in metamorphen Lasuriten. Es ist meine Frage, ob die Zuordnung Hauyn für einen solch dicken Kristall eine valide Basis hat.
Und nicht nur Oliver verwirrt die Bildzuordnung in mindat. Es gibt Hauyn mit Lasuritanteil und umgekehrt aber eins ist nicht eine Varietät des anderen.
MfG
Uwe
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Aus der Eifel sind Haüyne auch schon bis zu 2-3 cm gefunden worden. Ob mit solchen Kristallflächen oder nur als eingewachsene Körner, weiß ich allerdings nicht. Selber habe ich jedenfalls schon eingewachsene Körner von gut 1 cm gesehen. Ich denke also, dass kann es auch anderswo geben.
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Glück auf,
I'm not convinced :-\
Habe jetzt mal auf Gemdat.org recherchiert, da wird doch Lasurit tatsächlich als schwefelreiche Varietät von Hauyn geführt!, entsprechend gibt es dann ebenso viele tolle Vorkommen von Hauyn ::)
https://www.gemdat.org/gem-1833.html (https://www.gemdat.org/gem-1833.html)
https://www.gemdat.org/gem-2357.html (https://www.gemdat.org/gem-2357.html)
Und bei Mikon Angebote von Hauyn im Kilo von Sar-e-Sang >:D
https://mikon-online.com/mikon_de/grosshandel-mineralien-rohstein/rohsteine/hauyne-hauynite-afghanistan-1-kg-1.html (https://mikon-online.com/mikon_de/grosshandel-mineralien-rohstein/rohsteine/hauyne-hauynite-afghanistan-1-kg-1.html)
Der größte bearbeitete (Cut) Hauyn hat dann satte 444,55 Karat :-X
Es bleibt zweifelhaft.
VG
Uwe
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Es bleibt zweifelhaft.
sehr (m.E.) ;D
auf Gemdat.org recherchiert, da wird doch Lasurit tatsächlich als schwefelreiche Varietät von Hauyn geführt
mir fehlt da gerade ein "Kopfschüttel"- und ein "Hände vors Gesicht Schlagen"-emoji
:o :o ::)
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Glück auf Oliver,
Haare zu Berge fehlt noch.
Es findet sich auch keine belastbare Veröffentlichung, sowohl zur Frage, ob Lasurit systematisch mal so aufgestellt wurde als auch über ungewöhnlich große tiefblaue Hauynkristalle aus Metasomatiten, also nicht aus den Laacher Vorkommen.
LG
Uwe
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Hallo,
vielleicht auch noch interessant .
https://tu-freiberg.de/presse/der-groesste-haueyn-kristall-der-welt-zieht-in-das-freiberger-kruegerhaus
Grüße
Andreas
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Hallo zusammen
unter der Beschreibung zu Lazurite (https://www.mindat.org/min-2357.html) auf mindat heisst es sinngemäß, dass nahezu sämtlicher Lasurit eigentlich nur Sulfid-reiche Variäteten von Haüyn seien mit einer Ausnahme, die nun eben die Neudefinition von Lazurite darstellt (
siehe http://forum.amiminerals.it/viewtopic.php?f=5&t=17536&sid=359f65a10be13e6de7a950a592836117 (http://forum.amiminerals.it/viewtopic.php?f=5&t=17536&sid=359f65a10be13e6de7a950a592836117) und
Sapozhnikov, A.N., Tauson, V.L., Lipko, S.V., Shendrik, R.Y., Levitskii, V.I., Suvorova, LF., Chukanov, N.V., Vigasina, M.F. (2021): On the crystal chemistry of sulfur-rich lazurite, ideally Na7Ca(Al6Si6O24)(SO4)(S3)–·nH2O, American Mineralogist: 106: 226-234
Sapozhnikov, A.N., Chukanov, N.V., Shendrik, R.Yu., Vigasina, M.F., Tauson, V.L., Lipko, S.V., Belakovskiy, D.I., Levitskii, V.I., Suvorova, L.F., Ivanova, L.A. (2021): Lazurite: validation as a mineral species and new data. Zapiski RMO: 150: 92-102.
Gruß, Martin
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Und bei Mikon Angebote von Hauyn im Kilo von Sar-e-Sang >:D
https://mikon-online.com/mikon_de/grosshandel-mineralien-rohstein/rohsteine/hauyne-hauynite-afghanistan-1-kg-1.html (https://mikon-online.com/mikon_de/grosshandel-mineralien-rohstein/rohsteine/hauyne-hauynite-afghanistan-1-kg-1.html)
Da scheint doch was dran zu sein...
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Hallo,
und im Text des Angebots: "Herrliches Material mit etwas Lasurit (Lapis Lazuli)."
Dann stellen sich mir die Fragen: Mischkristallreihe? Wildes, mikroskopisches Durcheinander?
Da ich gelesen habe, das Haüyn fluoreszieren kann, macht das Lasurit auch? Das wäre dann der einfachste Weg zur Klärung, oder?
LG
Natürlich
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Die Neudefinition von Lazurit aus 2021 (s. Beitrag von Martin) wurde hier im Atlas auf der Seite Lasurit nicht in den Detaildaten nachvollzogen.
Geht auch über meinen "mineralogischen Ver(stand)" hinaus.
Grüße
Helmut
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Moin,
unter "New Note" steht auf mindat jedoch, dass laut IMA Bericht 2021 Lazurit als eigenständiges (redefined) Mineral gilt, da neben den Sulfat- (SO4) auch Trisulfid-Anionen (S2- bzw. S3) vorliegen (siehe Formel). Auch in der neusten IMA-Liste vom September wird Lazurit als eigenständiges Mineral geführt. Ich gehe mal davon aus, dass es sich bei vielen einfach um nicht bestimmte/analysierte Stücke handelt, wo sich die Zuordnung als schwierig gestaltet. Bis auf wenige Ausnahmen sollte Lazurit keine Fluoreszenz aufweisen, während Hauyn unter langwelligem Licht fluoresziert.
Grüße Noah
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Hallo Noah
Ja, schon. Aber die jetzt in der Neudefinition festgelegte Zusammensetzung für Lasurit wird eben wohl im Material von Sar-e-Sang typischerweise nicht erreicht sondern liegt näher am Haüyn (so verstehe ich jedenfalls den Text bei mindat).....
Und das mit der Lumineszenz ist so eine Sache:
Ja, Haüyn luminesziert - aber nicht unbedingt jeder. Und es ist anzunehmen, dass Material, was bislang als Lasurit/Lazurit beschreiben wurde, was aber nach Analyse Haüyn ist, eben auch nicht leuchtet.
Umgekehrt: lumineszierendes Material sollte Haüyn und nicht Lasurit sein.
Gruß Martin
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Glück auf
dass Sapozhnikov et al. einen Neotyp für Lasurit etablieren, gibt ja noch nicht her, dass der globale Lasurit-Rest diesem Neotyp nicht entspricht und nun automatisch bloß Hauyn-Varietät ist.
Sicher wird es Revisionen geben, aber doch nicht per Rasenmäher. Auch der Hauyntyp will validiert sein.
MfG
Uwe
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Uwe, da hast Du völlig recht!
Mir ist noch nicht klar, was das im Einzelnen bedeutet. Und umgekehrt - wie soll nun anhand von Bildern hier Klarheit hineinkommen?
Wir könnten vorübergehend Lasurit und Haüyn zusammenlegen. Damit meine ich, Bilder von Haüyn bzw. Lasurit werden zwar unterschiedlich zugeordnet und damit auffind- und trennbar gehalten, aber in einer ersten Darstellung sieht man beides zusammen. Ist aber nicht gut...
Vielleicht mag sich jemand aufmachen und zusammenrecherchieren was es da an Literatur gibt? Ich selber falle leider momentan wegen so eines neumodischen Virus grad ziemlich aus....
Gruß, Martin
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Bei den vorhandenen Bildern sollte man bei allem, was nicht ganz offensichtlich falsch ist, erst mal alles so lassen wie es ist. Mit den Bildern wird man nie entscheiden können, ob es das eine oder das andere Mineral ist. Korrekturen dann, wenn belastbare Daten vorliegen!
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Glück auf,
Hauyn bleibt eh erst mal Hauyn. Weiters stimme ich Günter bezüglich der Bilder zu. Den Lexikoneintrag zu Lasurit zu aktualisieren, halte ich erst mal für wichtiger und zunächst ausreichend. Mehr ist jetzt nicht leistbar und auch fallweise viel zu unsicher.
Belastbare Revisionen können ja dann nach und nach eingearbeitet werden.
@Martin Gute Besserung.
VG
Uwe
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Danke Uwe, hilft bestimmt! :)