Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Schweiz / Switzerland => Thema gestartet von: Steinreisen am 29 Nov 22, 17:03

Titel: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Steinreisen am 29 Nov 22, 17:03
Hallo, da bin wieder. Ich habe hier ein Steinchen aus der Schweiz, Zürich. Leider weiß ich nicht mehr, ob aus der Sihl oder aus dem Züri See. Ich hatte ihn leicht bearbeitet und dann mal zum Testen mit einigen Quarz-Steinchen in den Tumbler geworfen. Er wurde nicht glänzend, woraus ich schließe, dass er wahrscheinlich weicher als Quarz ist. Oder einfach nicht zu polieren ist. Zumindest die große Fläche. Weitere Tests kann ich gerne auf Nachfrage ausführen! Ich finde auf jeden Fall, er sieht sehr speziell aus.

Ich habe den Akku der Digitalkamera wiedergefunden. Deshalb ist das Foto nun endlich wieder besser :)
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Mineralroli am 29 Nov 22, 17:43
Zitat
er sieht sehr speziell aus
das meine ich nicht und denke es ist ein Konglomerat nichts Besonderes weil sehr verbreitet
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Eckard am 29 Nov 22, 18:40
Hallo Petra,

ich halte Deinen Stein für ein vulkanisches Erzeugnis. Möglicherweise ein Rhyolith.

Gruß
Eckard
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: guefz am 29 Nov 22, 19:05
ich halte Deinen Stein für ein vulkanisches Erzeugnis. Möglicherweise ein Rhyolith.
Das halte ich bei einem Fundort in der Schweiz für eher unwahrscheinlich...

Günter
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Lausitz am 29 Nov 22, 19:28
Vielleicht auch was künstliches, Terrazzo o.ä.
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Eckard am 29 Nov 22, 19:36
Hej Günter,

Ich habe selber anfangs Zweifel an meiner Vermutung gehabt, aber dann habe ich mal in Jürg Meyers Buch 'Gesteine einfach bestimmen' nachgeschaut. Dieses Buch beschreibt, soweit ich informiert bin, Gesteine der Schweiz. (Wären darin doch nur die Abbildungen größer als Briefmarken.) Er nennt auch auf mehreren Seiten Rhyolithe, sodass ich davon ausging, dass es solche in der Schweiz auch geben muss.

In dem kleinen Buch 'Steine an Fluss, Strand und Küste', Autoren: Rudolph, Bayer,. Bartholomäus & Loga, wird diese Gesteinsart genannt und abgebildet mit Herkunft 'westliche Kalkalpen', (Vorarlberg, Engadin).

Fazit: Es gibt auch Rhyolithe in der Schweiz.

Besten Gruß
Eckard
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Steinreisen am 29 Nov 22, 21:17
Ha, stimmt. Diese Büchlein „Steine an Fluss…“ habe ich auch hier rumliegen und eigentlich durch geschaut, aber der Rhyolith ist mir so gar nicht aufgefallen.

Wahrscheinlich, weil mein Stein schon viel glatter ist (auch direkt beim Finden). Aber auf den zweiten Blick passen Beschreibung und Bild sehr gut!
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: ruebezahl am 29 Nov 22, 22:22
Glück auf,

das scheint mir ein typischer Nagelfluh zu sein, also ein tertiärer weniger gerundeter Konglomerat aus  dem nördlichen Vorland der Alpinogenese. Dafür spricht auch der Fundort.

Mf6
ruebezahl
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: Eckard am 30 Nov 22, 15:35
Hallo Forum,

Terrazzo schließe ich aus, ebenso Konglomerat und Nagelfluh.

Begründung:
Terrazzo gibt es zwar in sehr vielfältiger Form, aber dagegen spricht, wie auch gegen die beiden genannten Gesteinsarten eine Tatsache:
Petras Stein zeigt zonierte Kristalle (Quarz? Feldspat?), die so in keiner der genannten Gesteinsarten vorkommen, wohl aber in Rhyolithen;
zumindest habe ich das bisher so gesehen. Und noch etwas: Der Stein ist klein, nur etwa 20x15+ mm groß. Nagelfluh ist wesentlich gröber,
das trifft m. E. auch auf Konglomerate zu.

Ich bleibe bei Rhyolith, lerne jedoch bei einer überzeugenden Korrektur gerne hinzu.

Besten Gruß
Eckard
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: ruebezahl am 30 Nov 22, 15:56
Glück auf,

Hallo Forum,

Terrazzo schließe ich aus, ebenso Konglomerat und Nagelfluh.

Begründung:
Terrazzo gibt es zwar in sehr vielfältiger Form, aber dagegen spricht, wie auch gegen die beiden genannten Gesteinsarten eine Tatsache:
Petras Stein zeigt zonierte Kristalle (Quarz? Feldspat?), die so in keiner der genannten Gesteinsarten vorkommen, wohl aber in Rhyolithen;
zumindest habe ich das bisher so gesehen. Und noch etwas: Der Stein ist klein, nur etwa 20x15+ mm groß. Nagelfluh ist wesentlich gröber,
das trifft m. E. auch auf Konglomerate zu.

Ich bleibe bei Rhyolith, lerne jedoch bei einer überzeugenden Korrektur gerne hinzu.

Berechtigte Einwände. Ich hatte die Größe nicht beachtet.

MfG ruebezahl
Titel: Re: Rot gefleckter Stein
Beitrag von: oliverOliver am 30 Nov 22, 16:39
hallo Petra
Zitat
Weitere Tests kann ich gerne auf Nachfrage ausführen

mach mal an einer unaffälligen Stelle einen Säuretest - mir erscheint in diesem Fall Rhyolith nicht sonderlich wahrscheinlich.

Es gibt alpine brekziöse Kalke, teils rötlich bzw. rötlich mit "bunten" Anteilen, die deinem Stück sehr ähnlich sehen können - und machmal auch klare Einschlüsse und Rissfüllungen (teils Karbonate, teils anscheinend auch Chalzedon) haben können, sogar mit "achatartiger" Bänderung.
Mich jedenfalls erinnert das sehr daran - auch die an einem Stück sehr unterschiedliche Struktur/Textur, die am selben Brocken von deutlich brekziiert bzw. auch "abgerundet brekziiert" (von daher an Konglomerat erinnernd) bis beinahe "kompakt" reichen kann.

Ich kann aber auch völlig daneben liegen!