Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: -MartinS- am 30 Nov 22, 22:50
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Ich hab kein wirklich passendes Forum für diese Frage gefunden, deswegen darf sie gerne verschoben werden wenn es irgendwo besser passt.
Ich habe kürzlich einen Versuch durchgeführt, um festzustellen wie sehr und wie schnell frischer Zementbeton Wasser aufhärtet. Dazu hatte ich Bruchstücke von abgebundenem Schnellzement in ein Marmeladenglas mit dest.Wasser gegeben, dieses gelegentlich geschwenkt und die Leitfähigkeit gemessen.
Auf der Oberfläche des Wassers hat sich, mit der Zeit, eine klare Sinterschicht gebildet.
Nach Abschluss des Versuchs nach mehreren Tagen, habe ich festgestellt, daß sich auch ein deutlicher "Kalkrand" an der Wasseroberfläche am Glas gebildet hatte, der sich auch nicht wegwaschen ließ. Also habe ich etwa 2 Teile destilliertes Wasser mit 1 Teil Essigessenz in das Glas gegeben, um den vermeindlichen Kalkrand zu entfernen.
Nach 3 Tagen ist der Rand zwar deutlich unscheinbarer geworden, aber immernoch sichtbar, und ich vermute, daß das Zementwasser das Glas angeätzt hat.
Damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Kann das überhaupt sein, und wenn ja, was ist da chemisch ungefähr abgelaufen ? Oder hat sich da doch eher was Hartnäckiges abgesetzt ?
freundliche Grüße, Martin
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Ja, es kann.
Gläser sind bei hohen pH-Werten nicht stabil. Vielleicht hat sich aber auch nur einfach eine CSH-Phase (Calcium-Silikat-Hydrat) gebildet.
https://www.dyckerhoff.com/documents/209745/678472/Glaszuschl%C3%A4ge+-+Gefahr+beim+Einsatz+von+Glas.pdf/21a45228-8b7f-5b97-b87d-6630510d872d
hth
Natürlich
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Glück auf,
Ja, es kann.
Gläser sind bei hohen pH-Werten nicht stabil. Vielleicht hat sich aber auch nur einfach eine CSH-Phase (Calcium-Silikat-Hydrat) gebildet.
https://www.dyckerhoff.com/documents/209745/678472/Glaszuschl%C3%A4ge+-+Gefahr+beim+Einsatz+von+Glas.pdf/21a45228-8b7f-5b97-b87d-6630510d872d
Sehr wahrscheinlich letzteres. So hoch dürfte der pH nicht gewesen sein.
Allerdings ist bei "Glas" zu bedenken, dass es da ein breites Spektrum an Zusammensetzungen und Eigenschaften gibt, vom billigen Jahrmarktstamperl bis zu speziatechnischen Gläsern...Ein Marmeladenglas sollte aber sagen wir pH 9 längerfristig abkönnen.
MfG ruebezahl
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Ja, pH 9 sollte gehen - größer pH 11 eine deutliche und schnelle Reaktion.
Ein Kollege hat mal NaOH zur Analyse gegeben, in einer Glasflasche. Das Ergebnis war eindeutig.
Das würde aber das gesamte Glas betreffen, nicht nur den Meniskus.
Daher vermutlich CSH.
LG
Natürlich
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Hallo Natuerlich und Rübezahl
Danke für Eure Antworten !
Leider gehen die pH-Teststäbchen die ich gerade hier habe, genau von pH2 - pH9. Die Farben gingen aber derart schnell und intensiv auf pH9, daß ich vermute, daß sie doch irgendwo jenseits davon liegen. Ich muss mir mal weiter reichende Indikatorstäbchen besorgen.
Abgesehen davon habe ich das Marmeladenglas aber nochmal mit halb Essigessenz und halb dest. Wasser gefüllt, um zu sehen, ob der Rest des Randes vielleicht doch noch verschwindet. Wenn es reine Verätzungen wären, hätten die ja eher garnicht auf die Essigessenz reagiert.
Ich hatte aber Gestern, bei meinem Verdacht auf Verätzungen, auch schonmal im Netz recherchiert, und gelesen, daß es solche Probleme bspw. auch bei Sichtbeton-Fassaden gibt, wenn Regenwasser daran abläuft und anschliessend über Fensterscheiben läuft.
freundliche Grüße, Martin
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Glück auf,
Wie @Natuerlich schrieb, ìst das Phänomen ja auf den Meniskus beschränkt.
Als ein weiterer Faktor kommt hier dann auch noch Lufteinwiirkung (CO2) in Betracht.
Selbst wenn der pH-Wert gegen 12 gegangen ist, was eine gesättigte Ca(OH)2-Lösung als hier anzunehmendes Extrem ja erreicht häte, würde die Ätzwirkung das ganze Glas betreffen.
(Wobei die starke Alkalinität von Beton/Zement -obwohl bzgl. Korrosion durch Säuren durchaus von Vorteil - in speziellen Konstruktionen Probleme machen kann).
MfG ruebezahl