Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: MyHome am 27 Dec 22, 18:18
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Hallo zusammen,
mit einer Moshärte von 2-3 und der Form nach hatte ich gedacht, die beiden Stücke im Anhang seien Gips. Vielleicht ist dem auch so und jemand kann das besser klären?
Fundorte sind leider unbekannt...
"Faserigen Gips" gibt es schließlich: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1669393428 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1669393428)
Jedenfalls habe ich mit ein paar Stücken auch einen HCL-Test gemacht und weil die erwartete Reaktion von Gips "Unbeständigkeit ++ HCl" ausblieb, habe ich noch Kontrollstücke von anderen Gips-Stufen hinzugefügt und alles mit mehreren Tropfen HCL 10% betropft.
Bei Calcit läuft eine starke Gasreaktion ab. Eine reduziertere, aber deutlich sichtbare hätte ich nun hier erwartet. Jedoch haben sich nur einzelne kleine Bestandteile der abgebildeten Gipsrose langsam vom großen Reststück gelöst. Wirklich mehr fand nicht statt, ganz zu schweigen von den anderen beiden Gipsproben - ohne Veränderung.
Vermutlich eine Anfängerfrage: Habe ich hier zu viel erwartet oder muss ich 12h warten?
Schöne Grüße,
Richard
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Hallo,
beim HCl-Test an Gips ist definitiv keine Gasentwicklung zu erwarten.
Vom Aussehen her könnte es sich bei Deinen Stücken um faserigen Gips handeln, doch eine sichere Aussage dazu kann ich ncht machen.
Grüße
Zeo
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Glück Auf!
es gibt einige Minerale, die kompakte, parallelfaserige Bildungen zeigen. Gips ist sicherlich mit eines der häufigsten dieser Minerale, dass man vielerorts finden kann. Calcit, Coelestin, Chrysotil, nur um ein paar zu nennen, sind weitere Minerale, die in solchen faserigen Paketen auftreten können. Bei der Vermutung auf Gips und etwas Experimentierfreudigkeit kann man mit Brennen das Kristallwasser austreiben und sollte damit einen deutlichen Masseverlust feststellen können. Man erhält einen weißen, mehr oder weniger bröseligen bis pulverigen Rückstand. Die Reaktion ist umkehrbar. Durch Zugabe von Wasser bildet sich wieder Gips, der als feinkörnige Masse auskristallisiert.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Tag,
also Feuer bringt alle drei getesteten Proben hin in einen weißen porösen Zustand. Zwei bis dreimal hat das Wasser auch beim Verdampfen gezischt und einzelne Kristallteile lösten sich. Also ich gehe davon aus, dass es Wasser war.
Grüße,
MyHome
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Versuche nochmals einen Härtetest zu machen. 2 - 3 lässt zu viel offen.
Am Einfachsten. Kannst du die Stücke mit dem Fingernagel ritzen oder nicht.
Grüße
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Hey, Fingernagel geht einwandfrei, hätte ich auch gleich dran denken können mit seiner MH von 2,5. ::)
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na dann scheint ja alles klar zu sein.
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Hoi.
Also Gips ja.
Aber kann mir noch jemand aus eigener Erfahrung berichten, welche Reaktion von Gips in 10% HCl zu beobachten wäre, wie lange die Einwirkzeit wäre und ob das Mineral betropft oder in HCl getaucht wird? ???
Die Kristalle von gestern waren betropft und heute früh unverändert.
VG
MyHome
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Gips hat Härte 2.
Ich habe noch nie versucht Gips in Säure aufzulösen. Wüsste eigentlich auch keinen Grund dafür.
Aber da Gips und gipshaltige Baustoffe in großem Umfang eingesetzt werden, kann man wohl davon ausgehen, dass die Säurelöslichkeit nur sehr gering sein wird.
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Glück Auf!
Gips löst sich in Salzsäure bis ein neues chemisches Gleichgewicht zwischen den beteiligten Ionen eingestellt ist. Die Reaktion läuft ohne Gasentwicklung und ohne Farbveränderung ab (mal vorausgesetzt, dass es sich um reinen Gips handelt ohne farbgebende Verunreinigungen). Wenn man die farblose Lösung vom verbliebenen Feststoff abtrennt kann man darin gelöste Sulfationen nachweisen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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N'abend zusammen,
das Gleichgewicht stellt sich ein, wenn kein neues HCl an die Oberfläche gelangen kann. Heißt also, dass der HCl-Test eher unpraktisch ist, wenn man eine Probe nur betropft. Man müsste die Probe eher eintauchen, weil dann das Mengenverhältnis von HCl zur Probe größer ist.
Oder ich bräuchte einen Mikroskop mit so hoher Auflösung und Kameratechnik, dass ich die Ätzungen an den Kristallflächen auch bei geringeren Mengen von HCl deutlich dokumentieren kann.
Für mich ist meine Frage damit geklärt. Merci!
Schöne Grüße,
MyHome
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Gips löst sich in HCl nicht durch Reaktion, sondern entsprechend seiner Löslichkeit. Bei hoher Chloridionen-Konzentration löst sich weniger Ca2+ (entsprechend CaCl2-Löslichkeitsprodukt). Es schäumt nichts, es löst sich praktisch nichts, der Salzsäuretest ist in diesem Fall schlichtweg sinnlos!
Gruß Chrisch
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Merci,
also der ganze Hokus Pokus mit HCl sinnlos...
Thema ist erledigt :)
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Der Test auf leicht säurelösliche Karbonate ist zur Abgrenzung zu anderen/ähnlichen Mineralen äußerst sinnvoll. Nach Härtetest mit dem Fingernagel, der Untersuchung der Spaltbarkeit und des thermischen Verhaltens für eine weitere Identifizierung von Gips allerdings einfach vertane Zeit, die Anwendung chemisches Schulgrundwissens allerdings vorausgesetzt...
Gruß Chrisch