Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: giantcrystal am 25 Aug 05, 18:07
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Habe gerade auf dem Tauschwege aus Australien ein paar kleinere Stücke mit Liebigit bekommen, ein recht seltenes
Ca - Uranyl - Karbonat. Natürlich radioaktiv. Was mich jetzt aber irritiert, ist, das die Radioaktivität gerade dieses Minerales
wohl besonders hoch sein soll,, anscheinend wohl sogar (mit?) die höchste bekannte bei natürlichen Mineralien.
Hmm, eigentlich nicht so schön. Weiß jemand Näheres darüber ?
Glück Auf
Thomas
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Hallo
Hm wo steht da was davon das der mehr strahlt ?
Was sollte es auslösen ?
Frage:
In mindat steht das der den name bekommen hat.
Name: For German chemist, Justus van Liebig (1803-1873).
Aber im lexikon steht ein andrer =)
grüße
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Hab das Heft nicht da, aber ein Steckbrief ist in der Lapis 3/1996.
Ich kann meine Informationsquelle derzeit nicht mehr nachvollziehen, aber mir ist auch so, daß Liebigit ein ganz heftiger Strahler ist.
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Ich kann meine Informationsquelle derzeit nicht mehr nachvollziehen, aber mir ist auch so, daß Liebigit ein ganz heftiger Strahler ist.
ICH BIN der informationsquelle selber... ich bin der ganz heftige Strahler ;D
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@ Frank: Hehe, das ist wohl wahr! ;D
btw. schön daß Deine Seite wieder online ist!
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Habe noch etwas recherchiert : Hier ein interessanter Link...und ja, Liebigite strahlt wohl besonders toll ;-(
http://www.uraniumminerals.com/UTh/Liebigite.htm
Warum eigentlich strahlen sekundäre Uranmineralien so unterschiedlich ? Torbernite, Zeunerite etc. strahlen nur etwa ein Fünftel von Liebigite...?
Glück Auf
Thomas
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Hallo!
Warum eigentlich strahlen sekundäre Uranmineralien so unterschiedlich ? Torbernite, Zeunerite etc. strahlen nur etwa ein Fünftel von Liebigite...
Ich habe mir auf der o.g. Seite mal die Werte anderer U-Mineralien und Liebigit angeschaut und verglichen. M.E. ist die Angabe bei Liebigit fehlerhaft, es ist demnach sogar aktiver als Uraninit (Pechblende) oder Curit. Gleichzeitig ist die Spezifische Aktivität (Bequerel) aber geringer als bei Torbernit, Autunit oder auch Pechblende oder Curit.
Auch bei dem Liebigit in der eigenen Sammlung konnte ich keine nach oben abweichende Aktivität feststellen, die die etwa fünffache Aktivität auch nur annähernd bestätigen würde. Daher gehe ich davon aus, daß die Angabe der fehlerhaft ist, zumal ich diesen extrem hohen Wert sonst bei keinen Mineral gefunden habe.
Glück auf aus dem Münsterland,
Markus
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hi
Genau das wollt ich acuh grad schreiben.
1g liebignit hat nur 68% der zerfälle pro sekunde von torbernit.
Da würde die berechnung von webmineral schon eher zutreffen.
denn da stehen 0.88 mRem pro stunde.
Was so ziemlich den 68% entspricht.
grüße
wolfilain
PS:
Das hätte dann mehr mRem wie pures Uran =)
Also nicht zu viele Stufen zusammen legen wenns keine Kernschmelze in der Vitrine geben soll.
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Hallo,
ich glaube nicht, dass man die Strahlung von einem natürlichen Mineral so einfach berechnen kann. Es liegen ja keine chemisch reinen, aus einzelnen Isotopen aufgebaute Stoffe vor. Der Urangeologe Dr. Ziehr hat mir z.B. mal gesagt, dass der Torbernit aus dem Fichtelgebirge deutlich stärker strahlt als der Torbernit aus Wölsendorf.
Also in so einem Fall (Liebigit) würde ich die Messung der Rechnung vorziehen. ;)
Gruß
Berthold
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Ich habe Liebigit in meiner Sammlung und kann bestätigen, dass es im Verhältnis zu anderen Uran Mineralien die ich in meiner Sammlung habe deutlich stärker meinen Geigerzähler erfreut.
Die Strahlung ist auch gut durch Blechdosen etc. zu Messen, verliert sich aber nach ca. 1 m Abstand. Die Bilder im Lexikon stammen von dieser Stufe. > Liebigit (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Liebigit)
Eine Aussage zu einem vergleichbar großen Stück Uraninit kann ich wegen "hab ich nicht" leider nicht treffen.
Gruß Stefan
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Das ein und dasselbe Mineral von verschiedenen Fundorten aufgrund leicht unterschiedlichen Chemismus, Isotopengehalt oder auch nur Bildungsalter verschieden starke Aktivität zeigen kann, ist mir ohne weiteres verständlich und an sich ja auch logisch.
Es bleibt aber die Frage, warum der UO2 Komplex in verschiedenen Sekundärmineralien offensichtlich sehr unterschiedlich strahlt...Kann doch eigentlich theoretisch gar nicht sein, oder ?
Die Herren Spezialisten bitte einmal antworten...
Glück Auf
Thomas
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Es bleibt aber die Frage, warum der UO2 Komplex in verschiedenen Sekundärmineralien offensichtlich sehr unterschiedlich strahlt...Kann doch eigentlich theoretisch gar nicht sein, oder ?
Hallo,
die Radioaktivität an sich ist als Kernreaktion unabhängig von der Chemie. Es kommt nur auf die Anzahl der Kerne pro Volumen pro kg oder was auch immer an. Anders wird es, wenn die Teilchen Sekundärreaktionen machen.
So liefert Radium mit Beryllium Neutronen für weitere Spielereien.
MfG
Frank
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=)
Hey ich wollte die strahlung nicht berechnen.
Ich wollte damit nur zeigen das die rund 500 mRem nicht stimmen können.!
Klar ist der berechnete wert nicht richtig.
Aber er zeigt doch an wo ungefähr der gemessene liegen muss.
Ich denke das wie schon gesagt jeh nach fundstelle mal mehr mal weniger andere radioaktive verunreinigungen dabei sind.
Wenn die Liebignit stufe aus einer eher kleinen fundstelle kommt dann wird sie weniger strahlen.
Denn es sind einfach weniger radioaktive Verunreinigungen drin.
Und die zerfallenen teilchen machen weniger andere atome radioaktiv wenn sie sie treffen.
Genau krizu
Was übrigens auch fast genau stimmt ist der Gehalt an Uran in Torbernit und Liebigit zur Menge.
In einem gramm Liebigit sind nur 67% Uran drin im Verhältniss zu Uran menge in Torbernit.
@ Stefan dann müsten das doch eigentlich gamma strahlen sein ?!.
Denn Alpha ist weg, beta ist ebenfalls fast weg, und die Abschwächung ist nach einem Meter wegen der Streuung so groß.
Könnte die kristallstruktur oder die elemente (isotope) die noch so dabei sind die strahlung beeinflussen ?
grüße
wolfilain
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Könnte die kristallstruktur oder die elemente (isotope) die noch so dabei sind die strahlung beeinflussen ?
Hallo,
Andere Elemente: Ja (sonst hätten die Curies ja nicht die Pechblendenabfälle durchwühlt!)
Andere Isotope: Ja , deshlab wird für Supraleiter meist U235 verwendet (lässt sich leichter kühlen - weniger Zerfälle)
Kristallstruktur: Nein, was schert es den Kern bei MeV was mit eV weit draussen passiert! Ist ingefähr so wie die Beeinflussung einer Monsterwelle durch einen Möwenschiss. Er ist da, vielleicht messbar aber stört keinen!
MfG
Frank
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bäh
Das mein ich doch gar ned so. :P
Die Kristallstruktur im Sinne von welche Atome noch darin sind.
zb Wasser als Moderator - Kristallwasser
Und Einwirken der Strahlung auf andere Atome die ihrerseits zu Isotopen werden
In großen Vorkommen bzw derben Massen dürften doch einige andere Elemente etwas "schwerer" werden.
grüße
wolfilain
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bäh
selbah bäh
Das mein ich doch gar ned so. :P
Die Kristallstruktur im Sinne von welche Atome noch darin sind.
zb Wasser als Moderator - Kristallwasser
wir haben keine Neutronen und keine Kettenreaktion (hoffe ich doch). Die letzte natürliche Kettenreaktion auf der Erde ist schon lange her (Naturreaktur in Gabun?). Wasser wirkt nur auf Neutronen als guter Moderator.
Und Einwirken der Strahlung auf andere Atome die ihrerseits zu Isotopen werden
In großen Vorkommen bzw derben Massen dürften doch einige andere Elemente etwas "schwerer" werden.
die Wechselwirkung von Kernen mit alpha und beta ist extremst selten. Du brauchst da schon einen "Alpha-Multiplier" (tm). Das Problem sit auch erstmal den Kern zu treffen! Ein Atom ist etwa 10E-10m, die Fläche grossen Kernobjekts - eines Barns (=Scheunentor) ist 10E-28m2.
MfG
Frank
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Hallo aus Mittelfranken
gerade eben habe ich mich wieder an diese alte Frage erinnert, die eigentlich noch nicht richtig gelöst wurde.
Also nochmal : Warum strahlen Liebigite (anscheinend oder auch tatsächlich) wesentlich stärker als andere Uran - Sekundärminerale, obwohl sie pro Formeleinheit weniger UO2 als beispielsweise Autunit oder Torbernit enthalten
Falls möglich, würde ich alle Liebigit - Besitzer einmal bitten, die Aktivität ihrer Stufen zu messen und die Ergebnisse hier zu posten
Danke und Glück Auf
Thomas
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Hallo Thomas,
starke Strahlung bedeutet immer junge Bildung. Es gibt bestimmte geochemische Vorgänge deren Auswirkung die Anreicherung bestimmter - auch stark strahlender - Elemente/Isotope ist. Man kennt z.B. Radiobaryt der viel stärker strahlt als reine Pechblende. Da ich nicht von einem extremen Ungleichgewicht von U235 zu U238 (zugunsten von U235) ausgehen möchte kann es meiner Meinung nach nur ein anderes Isotop (ich denke an Radium, z.B. diadoch an Gitterpostionen von Ca) sein, das das bewirkt. Da Liebigit als sec. U-Mineral mit Sicherheit eine sehr junge Bildung ist würde das schon passen.
Ich habe zwar nichts gefunden, es könnte aber sein dass das schon mal jemand gammaspektroskopisch untersucht hat.
Gruß
Berthold
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Anmerken möchte ich zu der Diskussion vielleicht auch nochmal eine Gegenfrage: Ist es wirklich so, das Liebigit deutlich stärker strahlt als vergleichbare andere Uranminerale. Worauf ich hinaus will ist jetzt nicht ein "ich hab mal meinen Liebigit mit meinem Torbernit verglichen", sondern eine wirklich statistische Messung an entsprechend vielen Stufen mit auch vergleichbaren Mengen an den entsprechenden reinen Mineralen. Wenn der Liebigit z.B. auf Uraninit sitzt, der verglichene Torbernit aber auf Baryt, wird der Liebigit vermeintlich stärker tickern als der Torbernit, die Messung ist aber nicht verwendbar - logisch, oder ?
Rein chemisch gesehen kann Liebigit nicht stärker strahlen als z.B. Uraninit, weil in einem Gramm Uraninit nunmal deutlich mehr Uranatome und somit auch entsprechend mehr Zerfälle vorkommen als in einem Gramm Liebigit. Das ist in meinen Augen erstmal logisch zwingend und wenn ich etwas anderes Messe, suche ich erstmal nach potentiellen Fehlerquellen. Erst wenn ich mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen habe, kann ich mir Gedanken machen, wieso der Eine stärker strahlt, als der Andere.
So, und wenn ich den Angaben von Webmineral glaube, dann ist z.B. Torbernit mit 85.926 Bq/g definitv aktiver als Liebigit mit 58.496 Bq/g, ganz zu schweigen von Uraninit mit 157.788 Bq/g !
P.S.: Ich hab übrigens genau so einen Torbernitstufe, wo die Matrix deutlich stärker strahlt, als die Torbernite. Wenn man sich die Matrix dann genauer anschaut, sieht man auch ganz gut die feinen Uraninitgänge, welche die Matrix durchziehen...