Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Grube Clara / Schwarzwald => Thema gestartet von: Sternenkieker am 25 Mar 23, 19:10
-
Guten Abend!
Ich heiße Rainer und wohne in Niedersachsen, interessiere mich seit Kindheit an für Kristalle und war letzten Sommer bei der Grube Clara zum sammeln.
Heute habe ich mich hier angemeldet und suche Hilfe bei der Bestimmung meiner Mineralien.
Große Handstufen habe ich gar nicht gefunden, was auch nicht verwunderlich ist.
Umso mehr freue ich mich über kleine Kristalle, die ich mikroskopiert habe mit einem KERN OSF439.
Außerdem habe ich noch ein Zeiss Axiolab, welches aber eher für Biologie geeignet ist.
In meinen Proben habe ich viele hexagonale Pyramidenkristalle gefunden, die tlw. wasserklar sind.
Teilweise auch mit roten Pünktchen übergehaucht.
Siehe Bilder.
Meine Frage: Sind das Quarzkristalle, oder ist das Fluorit?
Das meiste Material ist ja Baryt und Fluorit.
Gruß , Rainer
-
Hallo
Ja das sind Quarzkristalle teilw. mit Goethit oder Hämatit überzogen.
Gruss
Joerg
-
Hallo Jörg, vielen Dank für deine Expertise!
Ich habe noch 2 Bilder mit fraglichen Mineralien die ich später mal zeigen werde.
Schönen Sonntag noch.
-
Hier noch mal 4 Bilder.
Bei den Würfeln tippe ich auf Fluorit neben Quarz.
Das nadelige grüne könnte Argadit sein.
Was meint ihr?
-
Hallo Rainer,
für mich sieht das nach Bariopharmakosiderit und Agardit aus.
Gruß
René
-
Hallo René, ich hatte es nach dem Fund auch für Bariopharmakosiderit gehalten, ich dachte nur, daß Fluorit auch Würfel bildet. Oder kristallisiert Fluorit nur in Oktaederform aus?
Gruß, Rainer
-
Hallo Rainer,
Oktaeder gehören auch zum kubischen Kristallsystem.
Schau mal hier im Lexikon:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kristallographisches%20Portrait/Systematik%20der%20Strukturvarianten/Kubisch (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kristallographisches%20Portrait/Systematik%20der%20Strukturvarianten/Kubisch)
Gruß
René
-
Hallo,
entscheidend sind die Endflächen um von Argantit-Ce und Olivenit zu unterscheiden.
Da beide Mineralien grün und dünnsäulig vor kommen.
-
Danke an alle für die Antworten.
Schönen Sonntag.
-
Hallo Sternenkieker!
Den in einem früheren Post angeführten „Argantit-Ce“ gibt es nicht. Was es gibt ist Argandit , der aber lt. Atlas nicht in der Clara vorkommt. Gemeint ist wohl Argadit-Ce.
Beste Grüße,
Markus
-
Agardit - Ce
-
Hallo Alois!
Danke für die Korrektur!
Markus
-
Noch eine Bestimmungsfrage zu einem Fund aus der Clara von 2022:
Auf Quarz aufgewachsene bernsteinfarbene „Krümel“.
Ich hatte das hier schon mal gesehen, denke ich.
Foto könnte besser sein. Ist „quick&dirty mit Ipad und 100mm Makroobjektiv als Vorsatzlinse aufgenommen.Ich denke ich Mikroskopiere das noch mal.
Könnte das auch Bariopharmakosiderit sein?
-
sieht auch sehr typisch nach Bariopharmakosiderit aus!
-
Hallo, tatsächlich kann ich meine Frage wohl nun selber beantworten.
Ich habe das Mineral eben mal Mikroskopiert. Leider habe ich nur eine ganz einfache Bresser USB Okularkamera.
Es sollte sich tatsächlich um Bariopharmakosiderit handeln.
Was für ein schwieriges Wort :)
Hier mal die Bilder:
-
Tatsächlich habe ich noch etwas mir unbekanntes, rotes gefunden und eine wunderschöne braunrot überzogene Quarzstufe:
Ich hoffe das rote sind nicht Sprengstoffreste, wie es hier schon mal beschrieben wurde.
Die kleinen schwarzen Kügelchen sind wohl Goethit?
-
Hallo, wenn die rote Verkrustung kein Sprengstoff ist, gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit das zu bestimmen?
Außer es in ein Labor zu schicken?
Außerdem hab ich in meinen Proben aus der Clara oft kleine schwarzbraune Kügelchen gesehen, die mehr oder weniger gleichmäßig verteilt sind.
Stimmt meine Vermutung, daß es sich wahrscheinlich um Göthit handelt?
Gruß aus dem verregneten Niedersachen!
Rainer
-
Sprengpulver ist abwaschbar.Hämatit nicht.
-
Ok, das ist mal ein Tip.
Danke und ein schönes Osterfest :)
-
Glück Auf!
Nur wenn der Hämatit auf der Matrix angewachsen ist, bleibt er im Allgemeinen beim Abwaschen auch dort. Tritt der Hämatit als pulvrige Masse auf, Stichworte Eisenrahm oder Roter Eisenrahm, Rötel, Roter Ocker, wird sich bei jedem Waschgang etwas davon lösen. Es reicht schon wenig sehr feindisperser (<1μm bis wenige μm) Hämatit, um das Wasser blutig rot zu färben. Ist der Hämatit gröber kristallisiert (> 10 μm), wird der Effekt weniger beeindruckend, da es schon deutlich mehr Hämatit braucht und der Hämatit sedimentiert dann doch wieder recht zügig. Andere Minerale, insbesondere Tonminerale, beeinflussen dieses Schauspiel. Die Rotfärbung von Sprengstoffrückständen ist bei weitem nicht so intensiv.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut