Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Thüringen => Thema gestartet von: Mineraliensylvio am 07 Jun 21, 16:07
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edit mod: abgetrennt von https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,36449.15.html
Liebe Freunde. Bei Modelwitz habe ich folgende Stücke gefunden. Kann man sie als verkieselten Tuff bezeichnen ? Oder was würdet ihr dazu sagen ? Das fotografierte Stück ist geschliffen und poliert.
Liebe Grüße, euer Sylvio
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ich würde das als Ignimbrit / Rhyolith bezeichnen (deutliche Fließstrukturen), womit aber verkieselter Tuff eh auch ziemlich hinkommt - sh. Lexikonseite zum Ignimbrit:
"Nach aktueller IUGS-Definition verhärteter Tuff aus verschmolzenen Kristall- und Gesteinsfragmenten in einer glasartigen Matrix."
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Ignimbrit
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Liebe Freunde. Bei Modelwitz habe ich folgende Stücke gefunden. Kann man sie als verkieselten Tuff bezeichnen ? Oder was würdet ihr dazu sagen ? Das fotografierte Stück ist geschliffen und poliert.
Liebe Grüße, euer Sylvio
Sieht mir nach verkieseltem Tuff aus. Ähnliches hatte ich gefunden im Bereich Hünersedel, Schwarzwald. Im und um den dortigen Steinbruch gibt es ähnliches Material.
Glückauf
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Glück Auf!
ob nun (verkieselter) Tuff oder Ignimbrit oder (etwas allgemeiner) Rhyolith, ist bei solchen, aus dem geologischen Zusammenhang ihrer Entstehung herausgelösten Stücke schwer festzumachen, insbesondere wenn Vergleichsstücke aus dem Anstehenden, mit gut verifizierbarem geologischen Zusammenhang, fehlen. Da es die Bildauflösung nicht hergibt, will ich aber noch fragen, ob denn verkieseltes Holz sicher ausgeschlossen werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo Sylvio,
ich habe da ähnliche Stücke gefunden als Lesesteine.
Spuren von Holz konnte ich nicht finden. ???
Gruß aus LE-West
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Das Stück von Sylvio gehört im Prinzip mit zum Hornstein, der um Modelwitz/Priefel gefunden werden kann und ist verkieselter Asche-Tuff. In der Abfolge liegt der schwarz-rötliche Hornstein unter dem ockerfarbenen Tuff, wobei der Hornstein eher sedimentären Ablagerungen in einem Gewässer entspricht und der ockerfarbene verkieselte Tuff den Ascheablagerungen in diesem Gewässer nach dem Ausbruch des Vulkans.
So habe ich es gestern von einem lokalen Sammler erklärt bekommen.
Aber nochmal zurück zum ursprünglichen Thema der "Vulkanbomben": In einem früheren Beitrag wurd von sehr ähnlichen Kugeln aus St. Egidien gesprochen. Hat jemand solche Kugeln und könnte hier mal Bilder posten? oder ging es da tatsächlich nur um die grün-rot-gefärbten Thundereggs von dort?
Danke und VG, Jörn.
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Hallo Jörn
Schau dir doch mal genau das Foto von Silvio an. Es handelt sich dort um stark laminierten farbigen Kieseltorf. Max (Felsenmammut) war schon mit der Frage nach Holzresten auf der richtigen Spur. Man muss sich solche Sachen intensiv und genau unter dem Bino anschauen, ob noch etwas von Pflanzenzellen zu erkennen ist. Meist eben nur Pflanzenstruktur wie auch bei den meisten Sachen aus der benachbarten Kg. Nobitz.
Werner aus der Lausitz
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Hallo Werner,
du würdest das gesamte Stück als Kieseltorf bezeichnen? Das hieße, das sich auch hier die einzelnen Lagen aus Pflanzenmaterial aufgebaut haben (ähnlich wie bei den verfalteten Lagen aus Nova Paka)?
Mir liegen einige Stücke dieses Materials vor, Pflanzenreste konnte ich in ihnen noch nicht erkennen, habe aber auch schon Stücke mit sehr schönen Pflanzenachsen und Samenkapseln von dort gesehen.
Kannst du etwas zu sedimentärer Bildung ja/nein sagen?
Schaust du eigentlich mit einem 20fach Bino, oder empfiehlst du dafür eine stärkere Vergrößerung?
VG Jörn
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Hallo Jörn
Genau das wollte ich damit sagen. Da mein Augenmerk nur dem pflanzlichen Inhalt gilt, kann ich über Bildung nichts sagen. Aber einige Literaturhinweise hab ich ja immer mitgeschrieben.
Meist sind es aber nur Geröllfunde und somit leider wenig aussagekräftig. Z.B. in der Kg. Nobitz waren diese permischen Hornsteine schon im Eozän (Tertiär) umgelagert worden. (lt. Dokumentation der Kiesgrube)
Werner
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Ich hätte hier noch ein deutlich besseres Foto von einem geschliffenen Stück.
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Hallo an Alle,
ich bin auf der Suche nach Literatur über die Hornsteine von Priefel. Der einzige mir bekannte Artikel ist aus Lapis 4/2005 - Kieselhölzer aus Sachsen und Thüringen von Manfred Lüttich aus Leipzig, der leider letztes Jahr verstorben ist.
Ist jemandem noch etwas Anderes bekannt? Ergoogeln konnte ich mir leider nichts.
Danke und Grüße!
Jörn
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Liebe Leute,
Der Vollständigkeit halber möchte ich auch hier mal noch den Link zu meinem bzw. unserem Artikel posten. Da mir niemand Literatur liefern konnte sah ich mich genötigt, selbst welche zu schreiben. ;)
Und so kann ich euch heute hier die Früchte von anderthalb Jahren intensiver (autodidaktischer) Arbeit vorstellen. Mein erster Artikel zu Hornsteinen wird im diesjährigen Museumsband von Chemnitz erscheinen. Vorab kann ich euch hier schonmal ein Pdf des Artikels zur Verfügung stellen.
www.joernlies.com/jl/main/dat/band_47_lr_mit_cover.pdf
Prof. Rößler hat viele Ecken glattgezogen, mein vorerst dürftiges Wissen stabil unterfüttert und viele viele Literaturangaben ergänzt.
Dafür und für die Möglichkeit der Publikation überhaupt meinen herzlichen Dank!
Viel Spaß bei der Lektüre!
Jörn
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Hallo Jörn,
der Link funktioniert leider nicht.
BG
Fritzi
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Hallo Fritzi,
danke fürs Bescheid geben .. ich habs geändert!
Beste Grüße,
Jörn.