Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Nathalie am 09 May 23, 18:59
-
Hallo liebes Forum,
ich habe sehr günstig (im niedrigen zweistelligen Bereich) einen Stein ersteigert, der als Opal eingestellt worden war und weit unscheinbarer und kleiner aussah, so dass es nur wenige Mitbietende gab. Es war eine Privatauktion, der Stein aus dem Nachlass, dazu gab es noch zwei Tripletten einfach gratis hinzu. Meine Frage: Kann das tatsächlich ein Opal sein? War das also ein Glückstreffer? Oder ist es einfach nur ein hübscher bunter Stein?
Hinzugefügt sei: Er erscheint mir recht leicht, was aber auch an der Form (Cabochon) liegen mag. Zudem ist die Oberfläche nicht glänzend poliert (oder heißt es geschliffen?), wie man das doch wahrscheinlich bei einem teureren Stein täte.
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen?
Liebe Grüße,
Nathalie
-
Hier noch ein Bild der Unterseite.
-
Meiner Meinung nach geht es sicher über eine Opal. Es wäre auch interessant die Ursprung zu kennen. Haben Sie mehr Informationen hierüber ? ... und über die Abmessungen ?
In jedem Fall geht es um eine sehr schöne Stück auf Grund der Farben...
-
Danke für die rasche Antwort :)
Zum Fundort weiß ich leider nichts (nur, dass er aus Australien kommt).
Die Abmessungen sind ungefähr 3 x 2 x 1,3 cm, wobei Breite und Höhe je der größte Wert sind - die Seiten und die Höhe laufen rautenförmig je auf einen Maximalpunkt zu.
-
Hallo,
Würde schon sagen, dass es ein Opal ist. Diese speziellen Opale kommen von Andamooka,meine ich.Da gibt es bei youtube einige Videos, wo die Opalgruben dort gezeigt werden und die Funde. Im Gegensatz zu den bekannteren Fundorten, wo der Opal in Spalten oder Knollen in Sandstein oder Limonit vorkommt, findet man in Andamooka häufiger solche Mischungen aus Quarz bzw. Quarzit (das weiße an dem Stein) und Opal. Bei den meisten dunkleren Stücken im Internet ist das Material künstlich gefärbt (oft durch Reduktion organischer Verbindungen mit Schwefelsäure wie bei den Achaten früher).
Glück Auf!
Sebastian
-
Hallo Nathalie,
Dein Opal ist ein dunkel eingefärbter Andamooka-Opal. Deshalb ist auch seine Politur nur ungenügend.
-
Danke für die raschen Antworten! Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Opal echt ist. Das freut mich! :)
Ist das Einfärben von Andamooka-Opalen häufig (wie bei dunklen Welos?) und ist davon auch das Opalisierende betroffen?
Auch wenn das bei Opal ja immer schwer zu sagen ist: was würdet ihr sagen, wieviel er ungefähr wert ist?
Danke für eure Antworten!
Liebe Grüße,
Nathalie
-
@Sebastian Danke auch für den Tipp zu den Youtube-Videos. Da werde ich am Wochenende reinschauen :) Das habe ich bisher noch gar nicht gemacht.
-
was würdet ihr sagen, wieviel er ungefähr wert ist?
Opale dieser Art gab es früher oft in Ramsch-Trommelstein-Sets - meist überwiegend hellgrau mit einigen mehr oder weniger opalisierenden Bereichen. Ich hatte als Kind auch so einen ;D
Von da her würde ich mir zum Wert nicht allzu große Hoffnungen machen .....
-
Hallo Oliver,
danke für deine Einschätzung.
Ein bisschen Hoffnung mache ich mir noch...er hat schon extrem viel Feuer (was mich hat eine Fälschung denken lassen), wurde wahrscheinlich gefärbt, und die Unterseite gerade geschliffen. Die Mühe macht man sich eigentlich nicht, denke ich, wenn der Stein auf dem Grabbeltisch landet. Zudem wurden Tripletten und kleine Opalmosaiks vermutlich aus dem selben Nachlass als Geschenk einfach dazugegeben. Scheint also eher aus der Sammlung eines Erwachsenen.
Dafür, dass er Teil einer Trommelsteinsammlung o.Ä. gewesen sein könnte, spricht jedoch, dass er nicht wirklich poliert ist und dadurch minderwertiger wirkt, denke ich ???
Vielleicht nehme ich ihn mal mit zu meinem Lieblingshändler und frage, ob er kostenlos vor Ort einen Blick darauf wirft.
Was mich auch irritiert ist übrigens sein Gewicht. Bei der Größe ungefähr 7 g. Ich hätte intuitiv gedacht, er würde schwerer sein.
Liebe Grüße,
Nathalie
-
Glück auf Nathalie,
Was mich auch irritiert ist übrigens sein Gewicht. Bei der Größe ungefähr 7 g. Ich hätte intuitiv gedacht, er würde schwerer sein.
Das ist normal, die sind nicht schwer, Opal ist amorphe wasserhaltige Kieselsäure, Dichte ca 2 g/cm3. Die Matrix gibt auch nicht viel dazu.
VG Uwe
-
Hallo Uwe!
Danke für die Info!
Ich dachte schon, das sei irgendein künstliches Gemenge.
Ich bin wirklich gespannt, was zu dem Stein gesagt würde, wenn er tatsächlich jemandem vor Ort vorliegt. Schade fänd ich, wenn auch das Opalisierende irgendwie gefärbt wäre. Mir erschließt sich auch nicht ganz, warum die Matrix oft eingefärbt wird. Natürlich ist doch viel schöner :)
Hallo Nathalie,
Dein Opal ist ein dunkel eingefärbter Andamooka-Opal. Deshalb ist auch seine Politur nur ungenügend.
Was ich dich gern noch fragen wollte, Klaus: Inwiefern bedingt das Einfärben eine ungenügende Politur? Ich meine, auch eingefärbte Opale gesehen zu haben, deren Politur gut war.
Meinst du, das war eventuell ein selbst durchgeführter Färbeversuch, weshalb die dunkle Farbe so unregelmäßig ist, oder kann die Fabe verbleichen?
LG,
Nathalie
-
Hallo Nathalie,
Andamooka Opale werden mit Zuckerlösung behandelt und danach mit Schwefelsäure erhitzt. Dabei wird der Zucker, der in die feinen Poren der Matrix eingedrungen ist in Kohlenstoff (schwarz) umgewandelt. Das macht man, um den Kontrast des Opales zur Matrix zu erhöhen. Die eigentliche Opal-Substanz bleibt dabei unberührt.
Matthias
PS: dein Stück ist ganz sicher ein Opal
-
Hallo Nathalie
Zu deiner Aussage, dass man sich doch nicht die Mühe für Grabeltischware macht, kann ich dir nur sagen, dass diese Art von Steinen in Massen behandelt werden, in Ländern wo die dafür ein paar Euro am Tag bekommen
Grüße Michael
-
Hallo Nathalie,
Beim gefärbten Andamooka Opal ist die Opalsubstanz in Sediment eingebettet. Ich habe dir mal drei Beispiele angehängt. Diese Steine sind noch ungefärbt. Man erkennt ganz gut die porige Struktur.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1510309250.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1510309250.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1510310536.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1510310536.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1510311172.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1510311172.jpg)
Um dem Fundort gerecht zu werden, muss man allerdings betonen, daß es von Andamooka auch erstklassige Vollopale gibt, die hohe Karatpreise rechtfertigen.
-
Andamooka Opale werden mit Zuckerlösung behandelt und danach mit Schwefelsäure erhitzt. Dabei wird der Zucker, der in die feinen Poren der Matrix eingedrungen ist in Kohlenstoff (schwarz) umgewandelt. Das macht man, um den Kontrast des Opales zur Matrix zu erhöhen. Die eigentliche Opal-Substanz bleibt dabei unberührt.
Danke für die Info! Ich habe auch den Eindruck, dass er dort nicht schwarz ist, wo eine dünne Opalschicht das Gestein überlagert, wodurch er so gescheckt aussieht.
Beim gefärbten Andamooka Opal ist die Opalsubstanz in Sediment eingebettet. Ich habe dir mal drei Beispiele angehängt. Diese Steine sind noch ungefärbt. Man erkennt ganz gut die porige Struktur.
Danke für die Bilder :)
Ich habe jetzt sogar auch ein Bild eines gefärbten Andamooka-Opals gefunden, das meinem stark ähnelt (er ist auch nur partiell gefärbt).
(Ich stelle mal im entsprechenden Unterforum die Frage danach ein, wie man ihn am Besten aufbereiten/polieren kann, damit er noch schöner wird :))
Liebe Grüße,
Nathalie
-
Eine Nachfrage habe ich noch:
Sind die dunklen Partien sicher gefärbt? Wenn ja, könnte man das rückgängig machen oder aber einheitlich dunkel (manche Partien haben keine Färbung angenommen).
LG,
Nathalie
-
Hallo Nathalie,
1. Frage ja
2. Frage nein
3. Frage nein
-
Hallo Klaus!
Danke für die Antworten :)
Ja, das ist sehr schade.
LG,
Nathalie
-
Hallo Nathalie,
Da meine Antworten das letzte Mal etwas knapp ausfielen, habe ich ein paar meiner gefärbten Andamooka-Opale hochgeladen und hier angehängt. Ich habe seinerzeit mit meinen Schülern Färbeversuche durchgeführt, die je nach Material unterschiedlich gut gelangen. Ein Stein ist uns beim Brennen leider zerplatzt, man sieht aber an diesen Resten, wie gering die Farbe - trotz dreiwöchigem Einwirkens der Färbelösung - in den Stein eingedrungen war.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068191.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068191.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068442.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068442.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068407.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068407.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684083615.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684083615.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082944.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082944.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082863.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082863.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082729.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082729.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082646.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082646.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082558.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082558.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082521.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082521.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082397.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082397.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684082345.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684082345.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068888.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068888.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068812.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068812.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068725.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068725.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068374.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068374.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1684068278.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1684068278.jpg)
Ich hoffe, nach dem Durchlesen der Bildbeschreibungen bist du etwas schlauer ;D
-
Hallo Klaus,
Danke für die zusätzlichen Bilder! Sie sind wirklich erhellend.
Mein Opal erinnert mich dabei am meisten an die ungefärbten Opale, die ja dennoch teils dunkel sind.
Ich schicke den Opal nun in eine Opalschleiferei, die den Stein nochmal fein schleifen und polieren. Sie haben jedoch insbesondere mit anderen Opalen Erfahrung. Ist das problematisch (wegen des Muttergesteins und der Farbe)?
Kannst du mir eventuell etwas zum Wert des Opals sagen? Ich vermute, es war auch ein Übungsstück.
Es hat mich auch nur 20 Euro gekostet (versteigert aus Nachlass).
Liebe Grüße und danke :),
Nathalie
-
Hallo Nathalie,
Einen allgemeinen Wert für Steine festzulegen ist nur bei Diamanten möglich, da es hier so etwas wie einen Tagespreis gibt. Allerdings gibt es diesen Tagespreis nicht für Endverbraucher, nur für den Handel. Viele Faktoren spielen bei der Preisgestaltung mit ein und letztendlich ist es der Kunde, der entscheidet, was ihm der Stein wert ist. Wenn du also 20 Euro für den Stein gezahlt hast, ist er eben 20 Euro wert.
Wenn ich mit meinen Schülern über Qualitäten bei Edelsteinen spreche, sind die Kriterien von den Schülern meist recht schnell definiert und werden dann von den Schülern auf das Material übertragen. Preise festzulegen käme uns gar nicht in den Sinn. Preisspannen schwanken teilweise um mehr das Mehrfache und sind nur anekdotisch erwähnenswert.
In einem Edelsteingutachten findet sich der Wiederbeschaffungspreis. Dieser liegt in der Regel am oberen Rand dessen, was man einem Endverbraucher noch zumuten kann. Erlösen kann man aber immer nur einen Bruchteil dieser Schätzung.
-
Hallo Klaus,
dank Dir für Deine Erläuterung!
Ich hab grad nochmal die von Dir eingestellten Bilder bewundert :) Am Handy war das gar nicht so umfassend möglich. Es sind wirklich schöne Steine dabei.
Zur Relativität des Wertes von Opalen: Ich mag einfach das Gefühl, ein Schnäppchen gemacht zu haben :). Das hat ein wenig etwas von Schatzsuche.
Da Du von Schülern sprichst: Geht es dabei um eine Ausbildung, oder sind es buchbare Kurse, die allen offenstehen? Prospektiv will ich mich vielleicht irgendwann auch mit dem Schleifen von Opalen beschäftigen. Ich würde mich vermutlich aber sehr ärgern, wenn ich dabei etwas kaputt mache - wahrscheinlich nicht die besten Voraussetzungen :)
LG,
Nathalie
-
Hallo Nathalie,
Ich bilde hier an der Berufsschule in Idar-Oberstein die Edelsteinschleifer aus. Sh. auch https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/UserHomepage?memberid=19885. Es handelt sich dabei um eine reguläre dreijährige Ausbildung im dualen System, entfernt vergleichbar mit einer Ausbildung zum Bäcker oder KFZ-Mechatroniker.
-
Das ist sehr schön :) Entschuldige...das Handy hat den falschen Smiley eingefüllt.
-
Klaus, ich hab grad dein Profil gelesen. Das ist extrem beeindruckend. Vielen Dank für deine Expertise :)
Da ist es ja sehr passend, dass der Opal zum Schleifen tatsächlich nach Idar-Oberstein kommt.
Ich werd wohl hinfahren zum Hinbringen oder Abholen, die Stadt selbst kenne ich noch nicht (wohl aber die sehr schöne Nahe-Region), war aber immer sehr gespannt darauf.
LG,
Nathalie