Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Pogo am 31 Aug 05, 01:11
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Welche Mineralien sind alle als ausgesprochen giftig zu bezeichnen?
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Hallo,
giftig (toxisch) sind typischerweise Schwermetallverbindungen. Also Blei-, Kupfer-, Arsen- usw. Verbindungen, ist ein ganzer Sack voll. Besonders giftig dann, wenn leicht löslich. Gesund müssen nichttoxische Mineralien deswegen übrigens nicht sein, man denke an die Asbest-Gruppe oder an radioaktive Mineralien.
Gruß
Berthold
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Hallo,
Berthold hat ja schon eine gültige Definition abgegeben. Grundsätzlich sollte man überhaupt nicht an Mineralen herumlecken. Ich kenne auch kein Schnell- bzw. Feldanalyseverfahren, welches das empfiehlt. Allerdings ist die Wasserlöslichkeit ein guter Maßstab. Je wasserlöslicher, um so größer die potentielle Gefahr. Das gilt übrigens auch für unaufbereitetes Steinsalz. Da kann sonst was drin sein.
Glück Auf
Uwe
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Hallo,
und Asbest nur in geschlossenem Behälter aufbewahren oder hantieren. Oder am besten gar nicht sammeln ;D
Gruß loparit
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asbest, ist nicht so gefahrlich als viele wollen... vor allem die asbest entfernungsbetrieben haben gerne das es gefahrlich ist, verstehst du?
sehe mehr hier: http://www.strahlen.org/forum/viewtopic.php?t=191
noch mehr ist hier auf eine hollandische email liste (E-min) uber giftige mineralien
http://lists.topica.com/lists/mineralogie/read/message.html?mid=906212032
http://lists.topica.com/search/?query=giftig&x=0&y=0&search_what=1300009610&search_type=msg
und hier
http://www.epa.gov/ebtpages/pollutants.html
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Hallo,
Besonderst giftig ist auch Quecksilber. Das man daran nicht lecken soll, weiß jedes Kind. Ab 38 Grad Celsius bilden sich aber sehr giftige Dämpfe. Darum Quecksilber immer in einer luftdichten Dose aufbewahren.
Gruß - Stefan
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quecksilber ist nicht giftig, das kannst du ohne probleme essen
nur die dampfe sind giftig... na ja, so ist es mir erzahlt worden
schau mal hier auch http://www.bocamina.com/esp/n10/almaden.pdf
dort kannst du ein quecksilber bad nehmen, das passiert auch ;)
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Na dann, Mahlzeit ;D
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Besonderst giftig ist auch Quecksilber. Das man daran nicht lecken soll, weiß jedes Kind. Ab 38 Grad Celsius bilden sich aber sehr giftige Dämpfe. Darum Quecksilber immer in einer luftdichten Dose aufbewahren.
Hallo,
die Dämpfe bilden sich auch unter 38°C! Es ist nur die Frage der Menge. Der Siedepunkt liegt weit höher, es ist eher ein Verdunsten wie beim Wasser - Also kein echter Schalter = 37 keine Gefahr und 38 Gefahr.
MfG
Frank
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kommt auch immer auf die menge an.wann was giftig ist.
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Hallo Loparit,
also die Furcht vor Asbest ist nach meinen Erfahrungen unbegründet. Ich habe vor 45 Jahren den den Beruf eines Chemiefacharbeiters erlernt. In der Laborausbildung haben wir die zu isolierenden Gefäse mit Asbestschnur umwickelt. Albern wie Lehrlinge nun mal sind, haben wir auch die Asbestschnur zerpflückt und uns mit dem Gummiball von den Spritzflaschen gegenseitig ins Gesicht geschossen.
Jetzt werden die Umweltschützer vor Entsetzen blaß. Aber ich selbst freue mich noch bester Gesundheit (ich steige noch ohne jegliche Atembeschwerten in den Alpen herum) und auch von meinen damaligen Kameraden ist meines Wissens noch keiner an Krebs gestorben.
Die Furcht wird sicherlich von den Entsorgungsbetrieben geschürt, wie bereits treffend bemerkt wurde.
Glück Auf
Uwe
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wie ich hier geschieben habe http://www.strahlen.org/forum/viewtopic.php?t=191
gibt es leute die 20 jahre und langer taglich in wolken asbest gearbeitet haben in die U-boot fabriken, in bergbau, beim feuerwehr uzw uzw
da gibt es viele, auch hier im suden limburg/.nl, die sehr krank geworden sind, 'lungenkrebs' bekommen haben uzw
die hatten ein hartes arbeiterleben, und werden an die arbeitsfolgen auch noch sterben, so ein schicksal wunscht man keiner
viele diese arbeiter haben auch ihr ganzes leben stark sigaretten geraucht und mit chemikalien gearbeitet ohne schutz
dann ist es schwierig zu sagen was es war... die chemikalien? silikose vom bohrstaub? asbest? dynamitdampf? arsenikdampf? das einfach schwere leben in den 30-40-50er jahre? munitiondampfe im 2. weltkrieg? verarmtes uranium in munition im golfkrieg der amerikaner?
bessere analysentechniken jetzt womit man schneller/besser sehen kann was jemand fur krankheit hat? ich denke die alten sind auch schon an krebs gestorben, aber keine wuste dann noch was krebs war... man wurde einfach krank und war wochen/monate spaeter tod...
wie krank werden wir sein spaeter vielleicht vom chemikalien die wir jetzt im fleisch essen? oder die manche E-nummer die krebs verursachen konnen?
oder von 'Glaswoll' was fur hausisolation benutzt wird? das musste auch nicht einatmen ;-)
uzw
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Ich gebe Bernd recht.
kommt auch immer auf die menge an.wann was giftig ist.
Noch ein paar kleine Anmerkungen am Rande.
Arsen Im Mittelalter haben die Leute Arsen in kleinen gegessen ("Arsenfresser"), da man davon glänzende Harre bekommt.
Quecksilber Das Zeugs haben die Römer getrunken.
Dies soll aber nicht heisen, dass ich zu solchen Taten aufrufen möchte. Ich denke man sollte sich nicht absichtlich und wissentlich solche Praktiken aneignen.
Zu Asbest: Was bezeichnet ihr eigentlich darunter? Alle feinfaserigen Minerale?
Übrigens von Buchenholzstaub soll man auch Krebs bekommen!
Gruss
Klaus
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es gibt eine gruppe von mineralien die eine 'asbest-form' bilden konnen
Zb:
krokydolit-riebeckit ('blaue asbest' genannt von entfernungsbetriebe)
tremolit-chrysotil ; byssolith-aktinolith ('weisse asbest')
amosit-grünerite 'amphibol-hornblendes' ('braune asbest')
(ich kann ein fehlerchen machen hier mit alle diese amphibole...)
'gray asbestos' gibts auch noch uzw uzw anthophyllit glaube ich
theoretisch konnen manche mineralien 'asbestos' bilden
quarz auch (glaswolle...)
boulangerit-asbest ?
;D
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o ja
das Binntal hat auch gesundes As-reiches bergfrisches Alpenwasser ;D
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Hallo,
vielleicht hilft es:
Faserförmige Gefahrstoffe werden durch zwei Parameter charakterisiert
1.) Form und Größe
2.) Chemie
nur Partikel einer gewissen Größe bleiben in der Lunge bzw. können eingeatmet werden.
Durch Beurteilugn der Gefährdung wird dann meist noch eine EDX angeschlossen und üebr eine Formel (hat die einer?) über die Konzentration von Erdalkalien, Akalien zu Siliziumoxid ein Gefährdungsfaktor berechnet.
Viele Aluminiumsilikatofenausmauerungen (Mullit?) sind Faserförmig, ebenfalls viele moderne Faserzemente mit feinen Glasfasern. Der Unterschied zu den echten Asbesten ist die Auffächerung an den Enden und der Chemie-Faktor (siehe Bild). Die sind wesentlich ungefährlicher!
hth
Frank
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Hallo,
heute ist die Asbestose als Berufskrankheit anerkannt. Mehr sage ich dazu nicht.
Von einer einzigen eingeatmeten in Luft befindliche Asbestfaser kann man Krebs bekommen. Dieses durchaus 20 Jahre danach.
Deshalb sollte man diesen Gefahrstoff in einem solchen öffentlichen Forum nicht herunterspielen.
Das Aufbewahren in einem geschlossenem Behältnis (durchsichtiger Plastikbeutel) reicht schon aus um sich und andere Betrachter zu schützen und sollte für jeden Sammler durchführbar sein.
Gruß loparit
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Hallo,
kommt auch immer auf die menge an.wann was giftig ist.
hmm, nee, giftig ist giftig - eine Stoffeigenschaft. Bei welcher Menge es zu einem Krankheitsbild führt ist wieder was anderes. Das Problem ist nämlich, dass der Körper bestimmte Gifte - in bestimmter Geschwindigkeit - abbaut oder ausscheidet. Und wenn der Vorgang des Abbaus/Ausscheidung langsamer geht als die Aufnahme dann akkumuliert der Körper das Gift (schleichende Vergiftung). Das kann in bestimmten Organen geschehen und ist z.B. für Schwermetalle gut bekannt. Blei findet sich z.B. verstärkt in Leber, Nieren, Milz und Knochen.
In diesem Zusammenhang: Der Aberglaube, dass jedes Gift - in geringer Konzentration - Heilwirkung hätte ist purer Unfug.
Gruß
Berthold
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loparit, das stimmt leider nicht
die 'one-faser-theory' ist schon lange nicht mehr gultig
die wissenschaftler sind sicher das lungemphysema / mesothelioma nur kommt nach langjahriges einatmen von grossere mengen fasern
und dann muss nicht unbedingt 'ein krebs' entstehen, es kann auch sehr gut harmlos sein oder asbestosis entstehen
ich glaube sogar asbestosis kommt das meiste vor leider... denn eine treppe hochgehen ist dan unmoglich und/oder sehr peinlich...
auf http://www.lungusa.org/site/pp.asp?c=dvLUK9O0E&b=35368 ist einiges zu lesen
aber bitte: in die USA regiert die Angst... in die USA regiert nicht die wahrheit, nur die Politik
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Hallo,
kommt auch immer auf die menge an.wann was giftig ist.
hmm, nee, giftig ist giftig - eine Stoffeigenschaft. Bei welcher Menge es zu einem Krankheitsbild führt ist wieder was anderes.
Hallo,
Beispiel:
Kochsalz - LD50(Ratte, oral) = 3g/kg
Bedarf des Menschen liegt bei etwa 3g pro Tag.
MfG
Frank
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Hier ist wohl etwas ins rollen gekommen.
@berthold
hmm, nee, giftig ist giftig - eine Stoffeigenschaft
Dann ist wohl alles giftig. Z.B. benötigt der Körper Kupfer, Zink, Selen, und was noch alles in geringen Mengen um seine Funktion aufrechtzuhalten. Führt man ihm aber zu viel von den Spurenelementen zu, führt dies zu Vergiftungserscheinungen. Nach deiner Aussage müsste auch Natriumchlorid giftig sein, da dies in hohen Dosen auch nicht förderlich für den Körper ist.
Also kommt es doch auch die Menge darauf an!
Gruss
Klaus
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Ganz interessanter Artikel zum Thema Mineral(ien)wasser
http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgp.cgi?doc=19510 (http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgp.cgi?doc=19510)
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hallo berthold,
ja dann wäre ja die ganze homöopathie schwachsinn. aber das glaube ich nicht !!
gruß bernd
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Hallo,
sorry, mit lockerer Feder geschrieben, die Menge hat natürlich schon eine Bedeutung.
Selbst Wasser ist -wenn man zuviel davon trinkt- lebensgefährlich. Doch würde ich deswegen Wasser, ebenso wie Kochsalz, nicht als Gift bezeichnen. Wieder so eine schwierige Definitionsfrage. ::)
Gruß
Berthold
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Interessanter Artikel. Nur ich denke manchmal ist die Kontroverse Trinkwasser und Mineralwasser etwas verschoben. So wird im Artikel u.a. Trinkwasser für die Zubereitung von Baby-Nahrung empfohlen. Dass aber Trinkwasser einen Grenzwert von 50 mg/L hat und auch viele Gemeinden ihr selbst gefordertes Trinkwasser beim überschreiten des Grenzwertes mit anderem fremdbezogenem Trinkwasser verschneiden wird nirgends erwähnt.
Anmerkung: Auch wir verwenden Trinkwasser zur Zubereitung von Babynahrung.
Anmerken möchte ich auch, dass sich der Artikel auf die Zubereitung von Babynahrung begrenzt. Für Erwachsene gelten wohl andere Ansichten. So ist z.B. ein Vergleich mit dem Überkinger Sprudel (hoher Natrium-Wert >900 mg/kg) mal angestellt worden. Als Vergleich diente ein Laugenbrötchen. Ergebnis: Um die Menge an Natrium eines Laugenbrötchens durch Überkinger Sprudel aufzunehmen sind 12 Kisten a 0,7 L (144 0,7 Liter-Flaschen) nötig.
Übrigens: Tafelwasser ist gleich Trinkwasser.
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@ Bernd Gutschera
Bei der Homöopathie oder der Anthroposophie (hoffentlich richtig geschrieben) geht es denke ich um anderes. So sind bei den Verdünnungen (z.B. D4, D20, C20, ...) meinst keine oder fast keine der Moleküle mehr vorhanden. Hier soll es mehr um die Kraft gehen, die die Ausgangsstoffe an die Lösung abgeben.
Ich bin zwar kein Anthroposoph, aber wenns hilft nehme ich es auch manchmal.
Gruss
Klaus
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@Klaus
na die ansicht ist aber schon lange überholt !
und dann Anthroposophie hat nichts mit Homöopathie zu tun, denke ich jedenfalls.
übrigens ich nehme auch zb. arsenicum oder ferrum phos. und es hilft . ich glaube aber nicht an geister !!
das eine hat nix mit dem anderen zu tun.
ich wollte ja auch nur auf die mengen mal verweisen.
gruß bernd
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Interessanter Artikel. Nur ich denke manchmal ist die Kontroverse Trinkwasser und Mineralwasser etwas verschoben. So wird im Artikel u.a. Trinkwasser für die Zubereitung von Baby-Nahrung empfohlen. Dass aber Trinkwasser einen Grenzwert von 50 mg/L hat und auch viele Gemeinden ihr selbst gefordertes Trinkwasser beim überschreiten des Grenzwertes mit anderem fremdbezogenem Trinkwasser verschneiden wird nirgends erwähnt.
Anmerkung: Auch wir verwenden Trinkwasser zur Zubereitung von Babynahrung.
Anmerken möchte ich auch, dass sich der Artikel auf die Zubereitung von Babynahrung begrenzt. Für Erwachsene gelten wohl andere Ansichten. So ist z.B. ein Vergleich mit dem Überkinger Sprudel (hoher Natrium-Wert >900 mg/kg) mal angestellt worden. Als Vergleich diente ein Laugenbrötchen. Ergebnis: Um die Menge an Natrium eines Laugenbrötchens durch Überkinger Sprudel aufzunehmen sind 12 Kisten a 0,7 L (144 0,7 Liter-Flaschen) nötig.
Übrigens: Tafelwasser ist gleich Trinkwasser.
Hallo,
kann ich so nicht ganz stehen lassen.
Der Nitratgrenzwert NO3-- für Trinkwasser liegt bei 50mg/l, der von Nitrit und Natrium tiefer. So hatte ich z.B. einmal in einem Lokal ein Mineralwasser mit über 0.3mg/l Nitrit vorgesetzt bekommen. Für Fische ist das fast / fast immer tödlich.
Ein Mineralwasser darf nur mit Kohlensäure versetzt werden und vom Eisen (Mangan auch?) befreit werden. Tafelwasser darf z.B. mit Natriumhydrogencarbonat und anderen Salzen versetzt werden. Der schnellste Weg vom Mienralwasser zum Tafelwasser in einem Lokal ist das Öffnen der Flasceh an der Theke und nicht am Tisch.
In meinen Augen kritischer ist da die Heilwasserverordnung. Da darf "Alles" und "viel" drin sein.
MfG
Frank
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hat einer hier mal kurwasser getrunken das stinkt und schmeckt nach schwefel ?
ich habs... aaaaggghhh nie mehr
dein eigenes morgenurine trinken soll auch gesund sein, aber das mochte ich auch nie probieren ;D
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Guten Abend
na, dann sollte ich mein Bier wohl besser nicht austrinken ;)
Ursprünglich geht es hier um giftige Mineralien und das ist gleich zu Anfang richtig beantwortet worden.
Asbest ist nicht giftig. Asbest ist "Lungengängig". Kann sich verkapseln oder eben nicht. Hat mit Gift nix zu tun.
Zyankali ist auch nicht giftig. Erst in Verbindung mit einer Säure, wie z. B. Magensäure, entsteht die giftige Blausäure.
Blei ist giftig. In Ramsbeck gibt es heute noch die "Witwen-Siedlung". Mittlerweile ist man dahintergekommen, dass diese Vergiftungen mit Komplexbildnern ganz gut zu behandeln sind.
Ach ja...für Asbest gab es mal ne Formel. wer Asbest einatmet hat ein 5-fach höheres Krebsrisiko.
Wer raucht, ein 11-fach höheres Risiko.
Wer Asbest einatmet UND raucht, ein 55-fach höheres Risiko. Das multipliziert sich.
Und ich trinke jetzt mein Bier aus ;D
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Ich finde der Artikel "Oekotest" ist wichtigtuerische Panikmache. Natürlich werden die Analysenverfahren immer genauer und preiswerter und damit jedem Pseudoinstitut zugänglich. Man muß eben ab und zu mal einen Schocker bringen, getreu dem Motto: Only bad news are good news.
Man fragt sich wirklich manchmal, wieso bei den ganzen Gefahren die Menschheit nicht schon vor 10.000 Jahren ausgestorben ist.
Alllerdings sind die Totesfälle, die auf ganz normale Lebensrisiken zurück gehen wesentlich zahlreicher, als die, die auf überhöhte Grenzwerte zurück gehen oder einzelne Asbestfasern in der Luft.
Gruß Uwe
(Aus aktuellen politischen Gründen grüße ich nicht mehr mit Glück Auf)
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Hallo,
das Thema "giftig - weniger giftig - nicht giftig" anhand von Einzelfallbeobachtungen zu diskutieren, bringt in meinen Augen wenig. Welchen Schluss soll man aus der Feststellung ziehen, dass der Nachbar seit 50 Jahren stark raucht und dabei gut lebt ?
Giftig, soll heißen gesundheitsschädlich, ist nicht eine Substanz an sich, sondern die Menge macht´s. Wußte schon Paracelsus. Dabei gibt es allerdings beträchtliche Unterschiede, bei welcher Menge die Grenze liegt. Die zweite Tatsache sind große Unterschiede in der individuellen Empfindlichkeit der Menschen. Am Ende werden die Substanzen eingestuft, vom Gesetzgeber, von Behörden und von Berufsgenossenschaften. Das Ziel ist dabei, die notwendigen Schutzmaßnahmen beim Umgang festzulegen.
Und wenn eine Substanz, z.B. Asbest, auf der Liste der krebserzeugenden Stoffe steht, dann steckt dahinter das gesammelte Wissen vieler Wissenschaftler. Die am Pleuramesotheliom (auf deutsch, eine Form des Lungenkrebs) erkrankten Menschen haben ja alle gelebt, ein Teil von ihnen lebt heute noch, sind zum Arzt gegangen, die Krankheit wurde festgestellt und behandelt, Ursachen wurden gesucht, ...
Das Problem sind hier Mineralfasern einer bestimmten Größe. Die treten übrigens auch beim Erionit auf, der dadurch wie Asbest wirkt. Er wurde nur technisch nicht so weit verbreitet verwendet. Als Sammler sollte man es aber vielleicht wissen und beim Formatieren des entsprechenden Materials daran denken.
Grüße
Jürgen
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Natürlich gibt es eine Reihe giftiger Mineralien. Man bedenke, daß das bekanntes Gift des Altertums, angewendet bei unzähligen Giftanschlägen, mineralischer Herkunft war (Arsenik).
Dazu kommen noch eine Reihe hochgiftiger Quecksilber- und Bleiverbindungen u.a.m..
Paracelsus hat schon Recht, wenn er sagt, die Dosis mache das Gift. Alles ist ab einer bestimmten Dosis giftig, d.h. erzeugt bestimmte Krankheitssymptome, oder ist gar tödlich. Umgekehrt ist alles in einer extrem kleinen Dosis ungiftig, bzw. erzeugt keinerlei Symptome.
Trotz dieser Relativierung behält der Begriff "Gift" natürlich seine Berechtigung, da er eben Substanzen beschreibt, deren letale Dosis klein ist, bzw. klein genug, daß z.B. zufällige Vergiftungen möglich sind. Ein Maß für die Giftigkeit einer Substanz ist z.B. die sog. LD50, d.h. die Dosis der Substanz welche 50% der mit dieser Dosis intoxikierten Individuen, meist Labortiere, wie Ratten bei experimentell ermittelter LD50, tötet. Es gibt also eine Art Schwelle ab der ein giftiger Effekt eintritt die substanzspezifisch ist und außerdem individuell unterschiedlich, was zu einer statisch-abhängigen Streuung führt.
Mit krebserzeugenden Effekten verhält es sich anders (!), darum führen die Vergleiche mit "normaler Giftigkeit" oft zu Verzerrungen. Krebserzeugend wird darum auch nicht unter die Giftigkeit im üblichen Sinne subsummiert.
Denn: bei krebserzeugenden Substanzen gibt es, im Gegensatz zur Giftigkeit sonstiger Substanzen, keine Schwelle, sondern es liegt eine rein stochastische Abhängigkeit vor. D.h. die Wahrscheinlichkeit eine Krebserkrankung durch die Substanz (genauso auch Krebs aufgrund von Strahlung) steigt mit der Dosis (je nachdem, meist kumulative Gesamtdosis). Prinzipiell kann eine einzige Asbestfaser eine Krebserkrankung auslösen (oder der Rauch einer Zigarette oder ein Strahlenquant der natürlichen Strahlung), wird dies jedoch sehr wahrscheinlich nicht tun, die Wahrscheinlichkeit ist so gering, daß man von praktisch-unmöglich sprechen kann. Die gesetzlich festgelegten Grenzwerte haben darum im Fall von krebserzeugenden Stoffen einen ganz anderen theoretischen Hintergrund, als die Grenzwerte für konventionell-toxische Stoffe.
Man sollte sich allerdings schon überlegen, ob man Asbeststaub über längere Zeit ausgesetzt sein möchte oder ob man in einer Wohnung voller Radon-produzierender Minerale wohnen möchte oder ob man Tag für Tag so und soviele Zigaretten rauchen möchte: passieren muß natürlich nichts, aber es kann, wie gesagt, es gibt keine Schwelle, aber: die Wahrscheinlichkeit steigt nahezu linear mit der Exposition.