Mineralienatlas - Fossilienatlas

Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Thema gestartet von: Lexikon am 20 Aug 23, 04:35

Titel: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: Lexikon am 20 Aug 23, 04:35
Bilder Diskussion - Image Discussion

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(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1316885981.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1316885981.jpg)
Titel: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: alfredo am 20 Aug 23, 04:35
Da wir hier nicht näheres zum Fundort wissen als "Brasilien", und es passiert oft dass Mineralien aus dem fast menschenleere östliche Teile Boliviens irgendwie über die Grenze nach Brasilien "wandern" und als "brasilianische" Mineralien auf dem Markt kommen, wundere ich mich ob diese Pseudomorphosen vielleicht wirklich von hier stammen? - https://www.mineralienatlas.de/?l=61127   (Suponema)

Das komische bei diese Pseudomorphosen ist das sie zusammen mit Staurolit vorkommen, und obwohl die Granate völlig in Eisenoxide umgewandelt sind, bleiben die Staurolite unverändert und sogar noch mit gute Glanz. Da Staurolite und Almandine eine ähnliche Fe-Al-Silikat Chemie haben, und ähnliche Härte und chemische Resistenz, würde ich gerne eine Erklärung lesen warum sie im tropisch lateritische Boden so unterschiedliche Schicksale haben?
Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: oliverOliver am 20 Aug 23, 15:06
hallo Alfredo,
sehr interessante Frage!
Da diese aber weit über eine übliche "Bilderdiskussion" hinausgeht, würde ich es gerne zu den "allgemeinen Diskussionen" verschieben, falls das für dich ok ist.
ga
oliver
Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: alfredo am 20 Aug 23, 19:58
"... würde ich es gerne zu den "allgemeinen Diskussionen" verschieben..."

Natürlich kein Problem! Ich habe ursprunglich nur den Kommentar hier abgegeben weil ich den interessanten Artikel über Granat-Pseudomorphosen gelesen habe und mir aufgefallen ist, dass es sich bei dem „Brasilien“-Foto möglicherweise um einen fälschlicherweise zugeordneten Lokalität handelt.

Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: oliverOliver am 20 Aug 23, 20:25
hallo Alfredo,
fein, danke!
Zitat
dass es sich bei dem „Brasilien“-Foto möglicherweise um einen fälschlicherweise zugeordneten Lokalität handelt
den Verdacht habe ich - jetzt, nach deinen Infos - auch, aber ich fürchte das wird sich wohl nicht so einfach klären lassen.
btw, hast du evtl. Fotos von den nicht umgewandelten Staurolithen, die zusammen mit den Granat-Pseudomorphosen vorkommen?
Wäre interessant, auch fürs Lexikon ....
lg + ga
oliver

p.s.:
hast du evtl. Kontakt od. eine Kontaktmöglichkeit zum Bildautor, Eurico Zimbres ? Nachdem der ja von der Faculdade de Geologia - UERJ (Universidade do Estado do Rio de Janeiro) ist, könnte er vielleicht zur Aufklärung beitragen.
Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: alfredo am 20 Aug 23, 21:09
"hast du evtl. Kontakt od. eine Kontaktmöglichkeit zum Bildautor, Eurico Zimbres ? Nachdem der ja von der Faculdade de Geologia - UERJ (Universidade do Estado do Rio de Janeiro) ist, könnte er vielleicht zur Aufklärung beitragen."

Wikipedia erwähnt zwei persönliche Websites für ihn, aber keine scheint aktiv zu sein, oder mindestens ich kann sie nicht öffnen:
http://www.dicionario.pro.br
http://www.meioambiente.pro.br
Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: oliverOliver am 21 Aug 23, 13:46
schade - vielleicht ist er nicht mehr aktiv?
Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: vandendrieschen am 21 Aug 23, 14:56
Das Internet vergisst über kurz oder lang alles.
https://web.archive.org/web/20170603221720/http://www.dicionario.pro.br/index.php/P%C3%A1gina_principal

zimbres@gmail.com

(http://www.dicionario.pro.br/index.php/Arquivo:Zimbres.jpg)

https://web.archive.org/web/20210426033734/http://www.meioambiente.pro.br/

Titel: Re: Limonit pseudomorph nach Granat
Beitrag von: smaragd123 am 21 Aug 23, 17:09
Moin,

wie Oliver schon gesagt hat, wird es schwierig dies zu prüfen. Brasilien hat auch große Vorkommen von lateritisch verwitterten Metamorphiten, wo eine Verdrängung (Verwitterung) von Granat zu Eisen(hydr)oxiden genauso möglich ist.

Zu deiner Frage: Ich könnte mir zwei Gründe vorstellen. Zum einen haben wir es bei Almandin und Staurolith mit einer anderen Kristallstruktur zu tun (Granate = kubisch; Staurolith = monoklin) und zum anderen enthält Staurolith meines Wissens nach doch deutlich weniger zweiwertiges Fe2+ als Almandin, welches dann in Lateriten zu Fe3+ (in Form von Limonit/Goethit) verwittert.
Zum Punkt "Zusammenhang zwischen Kristallstruktur und Verwitterungsbeständigkeit" kann bestimmt noch mal jemand anderes was sagen, ich könnte mir aber vorstellen, dass es da durchaus einen Zusammenhang geben kann.
Hypothese: Eisen (Fe2+) besetzt im Granat eine dodekaedrische von 8 Sauerstoffionen umgebene Position, während es im Staurolith vorwiegend in Tetraederlücken zwischen vier Sauerstoffionen vorkommt. Bei Wikipedia steht außerdem noch: "Im Granat ist das Eisenion etwas zu klein für die Dodekaederporition und „schlackert“ etwas.". Wohlmöglich kann es dadurch ja zu einer einfacheren Oxidation kommen.


Grüße Noah