Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: jlies am 24 Aug 23, 16:11
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Hallo an Alle,
ich habe hier 2 Stücke fossiles Holz, bei denen ich auf Grund des Rostes und des Gewichtes vermute, daß es sich um Markasit-Holz handelt. Ich habe am selben Fundpunkt schon einiges an Markasit-Holz gefunden, allerdings viel kleinere und nicht mit so einer dicken Limonit(?)- bzw. Rostschicht belegte Stücke.
Die Stücke kommen aus der Braunkohle und lagen ca. 20 Jahre in einem Restloch im Wasser.
Da sie überraschend groß sind, überlege ich, ob eine Konservierung lohnt und ich mir dafür mal den einschlägigen Pyritkonservierer anschaffe. Ich habe zum Thema Pyrit-Konservierung hier schon viel gelesen. Vor einer echten Natriumdithionit Anwendung schrecke ich auf Grund von völliger chemischer Unkenntnis zurück.
Was meint ihr bzw. wie würdet ihr vorgehen?
Gibt es Ideen zu den Stücken oder liege ich mit meiner Vermutung eh falsch?
Danke für eure Hilfe und viele Grüße!
Jörn
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Servus,
so ich Deine Anfrage korrekt verstehe, hast Du zwei Stuecke verkiestes Holz, die Du gerne konservieren moechtest.
"Kies"bezieht sich hier auf Eisenkies, also FeS2. Ob Pyrit oder Markasit oder ein Gemisch von beiden vorliegt, laesst sich durch visuelle Inspektion NICHT entscheiden.
So weit - so gut.
Die Konservierung von verkiesten Fossilien hat das Ziel den oxidativen Abbau des Schwefelkieses und die damit meist verbundene mechanisch-chemische Zerstoerung der verkiesten Fossil-Substanz zu verlangsamen oder aufzuhalten. Die ueblichen Methoden hierfuer sind die Behandlung mit Thioglycollat-Loesung (gibt es bei Krantz zu kaufen) oder die Begasung mit Ammoniak.
Fossil-Substanz, die bereits einer chemischen Reaktion zum Opfer gefallen ist, ist allerdings fuer immer verloren.
Ausfuehrliche Beschreibungen der Anwendung beider Methoden findest Du bei Steinkern.de.
Du erwaehnst eine Behandlung mit Natriumdithionit. Die sogenannte Waller-Solution, eine gepufferte Natriumdithionitloesung, ist KEIN Konservierungsmittel, sondern dient zur Entfernung von "rostigen Belaegen" (= Limonit = undefiniertes Gemenge von Eisenoxidhydraten).
Vielleicht solltest Du noch einmal genau nachlesen - dann sollte sich Einiges erhellen.
Spannende Lektuere wuenscht,
Harald
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Hallo Harald,
dank dir für deine aufklärenden Worte! So klar hatte ich das noch nirgends gelesen oder zumindest nicht so abgespeichert.
Also wäre das Prozedere: Säuberung mit Natriumdithionit und danach Konservierung mit z.B. Thioglycollat-Lösung. Damit ist mir schon viel geholfen.
Und die richtige Ansprache wäre demnach "verkiestes Holz". Markasit- bzw. Pyritholz würde man zu solchen Stücken nicht sagen (gesetzt dem Falle, man wüßte, ob es sich um Markasit oder Pyrit handelt)?
Viele Grüße, Jörn.
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Servus,
so ich Deine Anfrage korrekt verstehe, hast Du zwei Stuecke verkiestes Holz, die Du gerne konservieren moechtest.
"Kies"bezieht sich hier auf Eisenkies, also FeS2. Ob Pyrit oder Markasit oder ein Gemisch von beiden vorliegt, laesst sich durch visuelle Inspektion NICHT entscheiden.
So weit - so gut.
Die Konservierung von verkiesten Fossilien hat das Ziel den oxidativen Abbau des Schwefelkieses und die damit meist verbundene mechanisch-chemische Zerstoerung der verkiesten Fossil-Substanz zu verlangsamen oder aufzuhalten. Die ueblichen Methoden hierfuer sind die Behandlung mit Thioglycollat-Loesung (gibt es bei Krantz zu kaufen) oder die Begasung mit Ammoniak.
Fossil-Substanz, die bereits einer chemischen Reaktion zum Opfer gefallen ist, ist allerdings fuer immer verloren.
Ausfuehrliche Beschreibungen der Anwendung beider Methoden findest Du bei Steinkern.de.
Du erwaehnst eine Behandlung mit Natriumdithionit. Die sogenannte Waller-Solution, eine gepufferte Natriumdithionitloesung, ist KEIN Konservierungsmittel, sondern dient zur Entfernung von "rostigen Belaegen" (= Limonit = undefiniertes Gemenge von Eisenoxidhydraten).
Vielleicht solltest Du noch einmal genau nachlesen - dann sollte sich Einiges erhellen.
Spannende Lektuere wuenscht,
Harald
Hallo Harald,
wie ist es mit einer Konservierung mit Molowit?
VG Klaus
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Servus,
auch Mowilith ist nicht wirklich ein Konservierungsmittel im eigentlichen Sinne.
Das Granulat wird in Aceton geloest oft zur reversiblen Farbvertiefung von Fossilien eingesetzt, haelt aber den Zerfall verkiester Fossilien nicht auf.
Ich hoffe, dies hilft ein wenig weiter.
Harald
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Hallo,
ich würde hier gerne nochmal anschließen und auf https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,60767.msg402782.html#msg402782 verweisen.
Obwohl die Stücke einen anderen Charakter haben, scheint es auch Ähnlichkeiten zu geben. Da ich Karbonat bisher (noch) nicht nachweisen konnte die Frage: Könnte es sich bei den im anderen Beitrag gezeigten relativ weichen Stücken auch irgendwie um eine Vorstufe zu verkiestem Holz handeln?
Danke und viele Grüße!
Jörn
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Könnte es sich bei den im anderen Beitrag gezeigten relativ weichen Stücken auch irgendwie um eine Vorstufe zu verkiestem Holz handeln?
tja, dazu müsste man in die Zukunft sehen können ... :)