Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Achate / Agates => Thema gestartet von: Garmin1978 am 19 Sep 23, 15:03
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Hallo,
ich konnte zu meinem letzten Besuch in einem sächsischen Kieswerk, das nachfolgende Stück finden. Im Kieswerk stehen sowohl Elb-, als auch Muldegerölle an. Zusätzlichen lassen sich je nach Abbautiefe noch eiszeitliche Geschiebe finden. Das Stück habe ich in einem gezogenen Graben gefunden. Das Stück zeigt an der Außenseite halbkreisförmige Gebilde, welchen Wedelansätzen ähnlich scheinen. Da aber keine weiteren Hinweise auf paläobotanische Herkunft vorhanden sind, schließe ich eine solche Möglichkeit eher aus. Dennoch irritiert die teilweise regelmäßige Anordnung. Ob dies eine mineralische Bildung ist, vermag ich ebenfalls nicht einzuschätzen. Deswegen bin ich für alle Hinweise dankbar und stehe für einen fachlichen Austausch gern zur Verfügung.
@Admins: Bitte sobald möglich, das Thema in den passenden Ordner verschieben. Danke!
Glück auf und Gruß aus Dresden,
Chris
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Glück Auf!
Nach allem was ich auf den Bildern erkennen kann, möchte ich Deine Vermutung einer rein mineralischen Bildung bestärken. Zur Ursache der gekrümmten Objekte habe ich nur eine schwache Vermutung. Es kann sich einst um Ablagerungen gehandelt haben, die sich dann gelöst haben und in einer hochviskosen, wohl silikatreichen Masse fixiert wurden. Die Krümmung kann während oder nach dem Ablösen entstanden sein. Ähnliche Bildungen sieht man zum Beispiel in Achaten. Hier ein Beispiel:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1487513750.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1487513750.jpg)
Im Weiteren wurde die mineralische Zusammensetzung der schalenförmigen Objekte weitestgehend oder vollständig durch Quarz ersetzt.
Auch ein Bild auf mindat taugt sehr gut als Analogie: https://www.mindat.org/photo-297796.html
Vielleicht hat ja jemand noch Hinweise zu mehr Bildern hier im Mineralienatlas oder andere Ideen zur Natur und Entstehung der der schalenförmigen Objekte
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo Chris,
vielleicht kann man das Stück anschleifen oder eventuell sogar schneiden, um dann die Struktur der "Engerlinge" besser zu erkennen.
Grüße
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Wie groß ist denn das Stück?
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Glück Auf!
Nach allem was ich auf den Bildern erkennen kann, möchte ich Deine Vermutung einer rein mineralischen Bildung bestärken. Zur Ursache der gekrümmten Objekte habe ich nur eine schwache Vermutung. Es kann sich einst um Ablagerungen gehandelt haben, die sich dann gelöst haben und in einer hochviskosen, wohl silikatreichen Masse fixiert wurden. Die Krümmung kann während oder nach dem Ablösen entstanden sein. Ähnliche Bildungen sieht man zum Beispiel in Achaten. Hier ein Beispiel:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1487513750.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1487513750.jpg)
Im Weiteren wurde die mineralische Zusammensetzung der schalenförmigen Objekte weitestgehend oder vollständig durch Quarz ersetzt. [...]
Hallo Max,
vielen Dank für deine Einschätzung! Ich vermute, dass der Achat ein sogenannter Membran-Trümmerachat ist, oder? Eine solche Vermutung hätte ich tatsächlich nicht angestellt. Das Bild bei mindat weißt Ähnlichkeit auf, wobei mir Celadonit aus unserer Ecke (Elbtalwanne zwischen Meißen und Torgau) nicht bekannt ist. Im Edelsteindorado Freisen, lassen sich mitunter solche Funde tätigen.
Gruß aus Weinböhla, Chris ⚒️
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Hallo Chris,
vielleicht kann man das Stück anschleifen oder eventuell sogar schneiden, um dann die Struktur der "Engerlinge" besser zu erkennen.
Grüße
Moin Arndt,
lange nichts voneinander gehört! Die Engerlinge werde ich erstmal nicht bearbeiten, da ich analog zu meiner Anfrage hier, noch eine Mail an Herrn Dr. Kunzmann geschickt habe. Mal abwarten, wie die Antwort ausfallen wird.
Gruß aus Weinböhla, Chris ⚒️
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Wie groß ist denn das Stück?
Hallo Volkmar,
das Stück ist in der größten Länge 13 cm, in der größten Breite 9 cm und die Höhe maximal 7 cm. Da würde sich grundsätzlich ein Schnitt anbieten. Mal schauen was wird.
Gruß aus Weinböhla, Chris ⚒️
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Hallo Chris
Zitat: ... da ich analog zu meiner Anfrage hier, noch eine Mail an Herrn Dr. Kunzmann geschickt habe ...
Mir scheint, du hast einen paläobotanischen Ursprung noch nicht ganz bei Seite gelegt. Dr. L. Kunzmann ist nun mal ein Paläobotaniker speziell Kreide / Tertiär insbesondere Koniferen dieser Zeitalter. Vielleicht ganz interessant seine Meinung zu hören. Ich würde trotzdem mal versuchen, wie Arndt schon vorschlägt, so ein "Gebilde" etwas anzuschleifen. Es erleichtert die Suche nach (Holz-)Zellen unter dem Bino doch sehr! Werner aus der Lausitz
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Hallo Chris
Zitat: ... da ich analog zu meiner Anfrage hier, noch eine Mail an Herrn Dr. Kunzmann geschickt habe ...
Mir scheint, du hast einen paläobotanischen Ursprung noch nicht ganz bei Seite gelegt. Dr. L. Kunzmann ist nun mal ein Paläobotaniker speziell Kreide / Tertiär insbesondere Koniferen dieser Zeitalter. Vielleicht ganz interessant seine Meinung zu hören. Ich würde trotzdem mal versuchen, wie Arndt schon vorschlägt, so ein "Gebilde" etwas anzuschleifen. Es erleichtert die Suche nach (Holz-)Zellen unter dem Bino doch sehr! Werner aus der Lausitz
Hallo Werner,
vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich hatte die Empfehlung eines Sammlers aus Meißen, das Stück mal Herrn Dr. Kunzmann zu zeigen. Bis jetzt liegt mir da aber kein aktualisierter Stand vor bzw. hatte ich diese Woche sehr wenig Zeit um es zu erledigen, möchte es noch besser fotografieren.
Vermutlich wird auch ein Anschliff noch dauern, da ich morgen den ganzen Tag unterwegs sein werde. Aber ein partieller Anschliff erscheint wirklich als gute Möglichkeit, um nochmal en Detail schauen zu können. Und auch wenn ich mich mehr und mehr von einem paläobotanischen Ursprung entferne, so möchte ich den Gedanken noch nicht ganz zur Seite schieben. Unterm Mikro irritiert mich eben die scharfe Abgrenzung und die Regelmäßigkeit der Gebilde. Das ist der Punkt, wo ich noch immer an etwas pflanzliches erinnert werde.
Gruß aus Weinböhla, Chris
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Nun mal eine Aktualisierung! Das Stück ist mittlerweile gesägt und ich habe eine Einschätzung von Herrn Kunzmann (Senckenberg Dresden) und Herrn Rößler (Naturkundemuseum Chemnitz) erhalten. Ein paläobotanischer Ursprung kann weitestgehend ausgeschlossen werden. Stand heute ist die Wahrscheinlichkeit für eine mineralogische Bildung nahe 100 %. Ich ordne das Stück als pseudomorphosen Achat ein und werde mal bei Dr. Götze (TU Freiberg) nachfragen, in Bezg auf die Genese.
@Adminteam: Könnt ihr den Beitrag zu Achate verschieben?
Glück Auf, Chris
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Ein interessantes Stück ,in dieser Ausbildung sicher nicht alltäglich.
Gruß Bernd J/Niederlausitz