Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: baumfaeller24 am 28 Nov 23, 07:02
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Am Wochenende war ich in den Müggelbergen (genauer gesagt Kanonenberg) unterwegs um nach Fossilien zu suchen. Dabei fand ich möglicherweise ein Platin nugget. Weil ich es erst für einen Zinntropfen hielt, hab ich den Säuretest gemacht. Bei Bei der Testsäure für Silber gab es keine Veränderung, also hab ich Säure für 18k Gold genommen um Silber zu bestätigen oder auszuschließen. Es gab keine Veränderung, die Kratzer auf dem Stein blieben. Dann hab ich die Säure für Platin genommen und auch hier blieben die Kratzer erhalten. Da es derartige Funde im Berlin / Brandenburg Bereich noch nicht gab, dachte ich es könnte Interessant sein. Die länge beträgt etwa 5mm.
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Dichte, Härte, Strichfarbe zuerst zu bestimmen, wäre schon gut, bevor man in Richtung Edelmetalle spekuliert (gilt natürlich auch für alles andere). Wie das geht, erfährst du hier im MA.
Volkmar
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Die Strichfarbe ist identisch mit der Materialfarbe. Leider hatte ich keine dunkle Keramik. Mit dem Messer kann ich es einritzen, mit dem Fingernagel nicht, bzw. schwierig zu testen, weil das Stück so klein ist. Für dich Dichteprüfung ist meine Wage zu ungenau. Muss mir erst ne andere Wage bestellen. Es ist aber ganz sicher Metall. Der Leitwert mit dem Metalldetektor liegt bei 85. Aluminium kann aber ausgeschlossen werden, weil es sofort mit der Säure reagiert hätte.
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Vielleicht ist es auch Rhodium. Rhodium ist offensichtlich auch sehr Säureressistent und hat einen besseren Leitwert als Platin
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Hallo Baumfaeller,
Die Metallprobe ist sehr wahrscheinlich anthropogen. Auf der einen Seite ist das Stück für ein natürliches Vorkommen zu groß. Und wie du selbst schon festgestellt hast, passen native Edelmetalle genetisch nicht in den Raum Berlin-Brandenburg.
Platin, Palladium etc. verändern sich erst bei hohen Temperaturen. Daher kannst du getrost deine Metallprobe in eine Kerzenflämme oder eine Lötlampe halten (mit einer Zange) um festzustellen, ob sie sich verändert, eventuell sogar zerfliesst. Sollte sie das tun, handelt es sich um Blei, Zinn oder Aluminium.
Sollte sie sich thermisch nicht verändern lassen, musst du auf alle Fälle noch einen Test auf Magnetismus machen, um Eisen, Nickel und Kobalt auszuschliessen. Diese sind magnetisch, Platinmetalle nicht.
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vielen Dank für die Nachricht. Magnetisch ist es nicht, Kerzenflamme probiere ich gleich. ....
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Nichts passiert! Die Nase ist wirklich dünn vorne, es gab aber keinerlei Verformung. Zinn hätte sich verformt. Blei kann ich Definitiv ausschließen und Aluminium hätte mit der Säure reagiert bzw. diese diese dünne Nase hätte sich bestimmt in der Kerze auch verformt. Wie gesagt, Magnetismus nicht vorhanden.
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Und nun? Spektralanalysegerät hab ich ja leider nicht. Vielleicht ist in diesem eiszeitlichen Geschiebe doch das eine oder andere Edelmetallstück zu finden.
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Hallo,
vielleicht ein Abfallprodukt einer Stahlsorten mit austenitischem Gefüge.
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Das Material müsste doch dann aber mit dem Säuretestkit reagieren.
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Austenitische Gefüge sind meines Wissens, je nach Legierungszuschlag, säureresistent.
Ich weiß jetzt nicht aus welcher Säure der Platintest besteht. Platin ist von keiner Mineralsäure lösbar. Geht nur mit erwärmtem Königswasser. Jetzt hängt es davon ab welche Säure im Säurekit ist und welche Metalle davon angegriffen werden.
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"einen Test auf Magnetismus machen, um Eisen, Nickel und Kobalt auszuschliessen. Diese sind magnetisch, Platinmetalle nicht."
Dass Metalle der Platingruppe nicht magnetisch sind, gilt nur für industriell gereinigte Elemente. In der Natur enthalten PGM-Nuggets häufig sehr magnetische PGM-Mineralien wie Tetraferroplatin und Tulameenit sowie schwächer magnetisches Isoferroplatin und Einschlüsse magnetischer Mineralien wie Ferritchromit. Meiner Erfahrung nach sind nichtmagnetische Platinnuggets seltener als die magnetische! Ich kenne einen kalifornischen Schürfer, der viele Platinkörner zurück in den Fluss warf, weil sie magnetisch waren und er daher dachte, sie seien kein Platin. :.(
Also die Tatsache, dass Baumfaellers Nugget nicht magnetisch ist, spricht eher dagegen, dass es sich um ein PGM-Nugget handelt.
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Vielen Dank für die ganzen Antworten;-) Ich habe einen Bekannten ausfindig gemacht, der auf Arbeit das Material mittels Spektralanalyse Untersuchen kann. Ich halte euch auf dem laufenden, um was für ein Material es es sich handelt.
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Hallo baumfaeller24,
vielleicht hättest du dich, im Vorfeld, mal mit der Geschichte des Fundortes auseinandersetzen sollen!
Die Gegend heisst nicht umsonst Kanonenberg/-berge.
Der "Tropfen" ist 99,9% bei irgendwelchen Schießübungen entstanden.
Beste Grüße, von jemandem, der auch über den mineralogischen Tellerrand schaut!
GA
Raik
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Wie kommst du auf 99,9%? Ich kenne den historischen Hintergrund der Gegend und bin mir sehr sicher das, es sich nicht um einen Rückstand aus einer Schießübung handeln kann. Sofern es kein Edelmetall ist, kommt nur eine Edelstahlverbindung in Frage, die es allerdings noch nicht gegeben hat als dort die preußische Artillerie getestet wurde.
Edit: Unfreundlichkeiten entfernt
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Was haltet ihr davon, dass - bevor ihr weiter diskutiert, wer hier recht haben kann - das Stück erst mal irgendwo analysiert wird? Das Ergebnis wäre zumindest für die Mitlesenden sicherlich spannender.
Volkmar
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Volkmar, volle Zustimmung. Übrigens: Platin wäre in Königswasser löslich. Dies verrät ein Blick hier im Atlas bei den Eigenschaften.
Es ist schon erstaunlich. welches Maß an Resonanz die Erstfrage ausgelöst hat.
Jürgen Lange
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Was haltet ihr davon, dass - bevor ihr weiter diskutiert, wer hier recht haben kann - das Stück erst mal irgendwo analysiert wird? Das Ergebnis wäre zumindest für die Mitlesenden sicherlich spannender.
Volkmar
Am 28.November hat er ja geschrieben, dass er eine Analyse durchführen lassen wird.
Hoffentlich kommt dann dazu auch Rückmeldung zum Ergebnis
Grüße Michael
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Hallo Jürgen,
das mit dem Königswasser steht schon weiter oben (28.11). Allerdings muss es heißes Königswasser sein.
Hier hilft meiner Meinung nach, wie ja geplant, nur eine Analyse.
Gruß
Gerdchen
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Die Rückmeldung wird doch sicher hier gepostet. Ich höre hier doch schon die Spaten scharren. Auf zur Platinsuche zum Kanonenberg ;D
@Raik Warum muss dein Hinweis auf die militärische Nutzung so dermaßen vorwurfsvoll und besserwisserisch rüber kommen?
Finde ich persönlich unmöglich.