Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Gams am 14 Jan 24, 10:41

Titel: Granat mit "sternartigem" Einschlussbild - kein echter Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 10:41
Kennt jemand ein Trapiche Wachstum im Granat ?
Ich habe ein Querschnitt geschnitten von einem 5 cm Kristall Pyrop aus Jaipur indien.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: stoanklopfer am 14 Jan 24, 15:15
Ein Foto wäre nicht schlecht!
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 14 Jan 24, 15:34
jup - ohne Foto ginge meine erste Überlegung dahin, dass es sich evtl. um einen Rubin handeln könnte??

edit:
laut dieser website sollte es Trapiche aber auch in Granat geben:
https://www.gemsociety.org/article/trapiche-gems-introduction/
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 17:25
Habe mehrere Fotos auf Instagram geladen.(http://)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: michaelh am 14 Jan 24, 17:27
Habe mehrere Fotos auf Instagram geladen.(http://)

Das hilft jetzt hier im Mineralienatlas nicht wirklich weiter ???
Wäre schön, wenn du das Stück zu deiner Frage hochladen würdest und dann auch Nicht-Instagram-User wie ich einen Blick darauf werfen können

Grüße Michael
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 17:32
(http://)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 17:34
(http://)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 18:05
(http://)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 14 Jan 24, 19:19
ich vermute mal, dass das kein Pyrop ist ...
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 19:22
Kann es denn eher ein Almandin sein ?
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Rockhounder am 14 Jan 24, 19:28
Ist das wirklich ein Granat? Sieht eher wie ein Rubin aus.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 14 Jan 24, 19:31
ich vermute mal, dass das kein Granat ist ...
(anhand von Fotos wie gesagt nur eine Vermutung)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: guefz am 14 Jan 24, 19:32
Farbe sagt bei Granaten nicht viel über die Zusammensetzung aus. Rot geht bei fast allen Zusammensetzungen der gängigen Granate. Da hilft nur eine genaue chemische Analyse. Wenn es halbwegs reine Endglieder sind, geht auch Raman.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 14 Jan 24, 19:36
mir gehts auch nicht um die Farbe - ich finde das Einschlussbild für Granat ungewöhnlich.

Analyse würde hier natürlich auch die grundsätzliche Zuordnung klären.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 14 Jan 24, 21:23
Ich danke Euch alle für eure Einschätzung. Ich habe den Granat als Kristall mit 4 weiteren vor 20 Jahren gekauft und ihn selbst geschnitten und poliert. Ich werde mal weiter nachsehen wie eine zweite Scheibe beschaffen ist.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 14 Jan 24, 22:32
hallo Franz,
das erleichtert die Sache natürlich!
Hast du eventuell ein Foto von dem Kristall vor dem Schneiden?
ga
oliver
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 15 Jan 24, 10:03
Kann mich am Wochenende erst wieder darum kümmern. Mache dann mal ein Foto von der 2. Scheibe. Vom kristall vor dem schneiden wohl eher nicht.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 15 Jan 24, 14:10
Vom kristall vor dem schneiden wohl eher nicht.

schade.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 15 Jan 24, 19:09
(http://)
Hier ein Bild von der 2. Scheibe. Ich versuche am WE. noch ein besseres Bild .
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Klaus Schäfer am 16 Jan 24, 14:38
Hallo Kollegen,

Der vorliegende Thread zeigt, wie naheliegend manche Ideen sind. Während meines Aufenthaltes in der Volksrepublik Mongolei (im letzten Jahrtausend) hatte ich die Gelegenheit, von einem Mineralogen Granatkristalle aus dem Transaltai zu erhalten. Diese Kristalle waren äußerlich schwarz und nur im Durchlicht schön rot. Nach meiner Rückkehr habe ich mehrere der größeren Kristalle in dünne Scheiben geschnitten, um das Einschlussbild der Granate zu betrachten (Zweiphaseneinschlüsse und sehr viele Rutilnadeln). Auch mir fielen die hellen Linien, die je nach Schnittlage (parallel 100, 111, 110) unterschiedliche Zeichnungen bildeten, auf. Sie formen Hexagone, dreizählige und sechszählige Sterne.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1705411198.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1705411198.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1705411362.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1705411362.jpg)

Zu den Fragen:

Mit dem Begriff „Trapiché“ wird inflationär umgegangen, ohne wirklich zu verstehen, was der Begriff bedeutet. Trapiché leitet sich von „El Trapiché“, der Zuckerrohrmühle ab. Die Verbindung zu diesem Gerät erkennt man, wenn man sich die Abbildung des Trapiché-Kristalles von Rock Currier und die hier gezeigt Nahaufnahme einer kleiner Zuckerrohrmühle anschaut: Beide besitzen die charakteristischen Walzenkanten (beim Smaragd parallel zur Hauptwachstumsrichtung) und dank dieses Aufbaues wurde der Name verliehen. In Kolumbien kommen die besten Smaragde der Welt vor und eine Zuckerrohrmühle ist ein alltäglicher Anblick.


(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1275230609.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1275230609.jpg)  (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1705410770.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1705410770.jpg)


Schneidet man die speziell aggregierten Trapiché-Smaragde senkrecht zur  Hauptwachstumsrichtung, erhält man sternförmige Querschnitte. Diese sind im Schmuckhandel sehr beliebt. Sie entstehen durch Anlagerung von schwarzem (meist Glimmer) oder weißem Material (meist Feldspat) während des Wachstums an den Prismenkanten des Keimkristalles.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1696160039.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1696160039.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1269076541.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1269076541.jpg)

Diese sternförmigen Anwachsungen gibt es bei vielen weiteren Mineralen, z.B. beim Rubin, Saphir etc. Das bekannteste Beispiel dürfte aber der Chiastolith (Kreuzstein, Andalusit) mit seinem vierstrahligen Stern sein. Allen diesen Mineralen fehlen allerdings die Walzenkanten, die ursächlich für die Namensgebung waren. Deshalb spreche ich mich generell gegen die Namensgebung "Trapiché" bei Mineralen und Edelsteinen, außer beim Smaragd, aus.

Zurück zum vorliegenden Fall. Die sichtbare Zeichnung bei den Granaten kann also sternförmig (drei- oder sechszählig) sein, sie ist aber heller als der umgebende Kristall. Hier haben wir also keinen Einschluss von einem weiteren Mineral an den Kanten, wodurch der Kristall verdunkelt werden würde, sondern eine aufgehellte, zonare Färbung, die durch schwächere Farbgebung und das Fehlen der ansonsten häufigen Einschlüsse verursacht wird.

Aus nomenklatorischer und aus phänomenologischer Sicht ist der Begriff „Trapiché-Granat“ also Unfug.

Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 16 Jan 24, 15:20
hallo Klaus,
danke für die klärenden Worte und die Beispielbilder.
Deine Erläuterung trifft sich gut mt der Erklärung auf der gemsociety-website (link sh. oben):
"True trapiches have inclusions between growth sections. However, simple color zoning or inclusion growth within a crystal can create "trapiche-like" patterns"
Zu den Fotos: Bei deinen Schliffen hätte ich Granat nicht angezweifelt, bei denen von Franz tu ich das noch immer.
Jetzt im direkten Vergleich ist vielleicht besser zu sehen / zu verstehen was ich meinte.
ga
oliver
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 16 Jan 24, 15:57
Danke Klaus für die Begriffklärung. Ich meine das auch schon so mal gelesen zu haben Denoch spreche ich zweifelsohne von einem Granat, den ich selber geschnitten und poliert habe. Die an Blütenblätter ähnelden Strukturen sind jedoch für mich atraktiv und habe ich so auch noch nirgends gesegen. Ich kann die Scheiben ja eventuell im Oktober mit nach München mitnehmen. Wenn sich dann noch jemand dafür interresiert.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 18 Jan 24, 21:58
Zitat
Denoch spreche ich zweifelsohne von einem Granat, den ich selber geschnitten und poliert habe.

Ja du hast den Vorteil dass dir das Stück im Original vorliegt - wir sehen ja nur die Fotos (und die können bekanntlich oft irreführend sein) .....

Mich wundern immer noch die "punktförmigen" bzw. "blasenartigen" Einschlüsse, die auf den ersten drei Fotos zu erkennen sind.
Aber vielleicht liegt das eben wirklich nur an den Fotos ......
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 20 Jan 24, 09:11
(http://)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 20 Jan 24, 09:12
(http://)
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 20 Jan 24, 09:17
Ich habe noch ein Bild hochgeladen von einer alten Speicherkarte mit einem Kristall. Wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es wirklich der Kristall ist. Sie sahen jedoch alle ähnlich aus von der äußeren Gestalt. Speziell der Größe  und Kristalloberfläche.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: Gams am 20 Jan 24, 11:22
Die Oberfläche ist nicht optimal poliert. Zumal kleine Ausbrüche vom Sägen auf der Oberfläche wohl als Gasblasen angesehen wurden.
Titel: Re: Trapiche
Beitrag von: oliverOliver am 20 Jan 24, 16:38
ok, danke - mit den neuen Fotos und zusätzlichen Erklärungen seh ich das jetzt klarer!
ga
oliver