Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Gams am 14 Jan 24, 10:41
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Kennt jemand ein Trapiche Wachstum im Granat ?
Ich habe ein Querschnitt geschnitten von einem 5 cm Kristall Pyrop aus Jaipur indien.
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Ein Foto wäre nicht schlecht!
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jup - ohne Foto ginge meine erste Überlegung dahin, dass es sich evtl. um einen Rubin handeln könnte??
edit:
laut dieser website sollte es Trapiche aber auch in Granat geben:
https://www.gemsociety.org/article/trapiche-gems-introduction/
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Habe mehrere Fotos auf Instagram geladen.(http://)
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Habe mehrere Fotos auf Instagram geladen.(http://)
Das hilft jetzt hier im Mineralienatlas nicht wirklich weiter ???
Wäre schön, wenn du das Stück zu deiner Frage hochladen würdest und dann auch Nicht-Instagram-User wie ich einen Blick darauf werfen können
Grüße Michael
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ich vermute mal, dass das kein Pyrop ist ...
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Kann es denn eher ein Almandin sein ?
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Ist das wirklich ein Granat? Sieht eher wie ein Rubin aus.
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ich vermute mal, dass das kein Granat ist ...
(anhand von Fotos wie gesagt nur eine Vermutung)
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Farbe sagt bei Granaten nicht viel über die Zusammensetzung aus. Rot geht bei fast allen Zusammensetzungen der gängigen Granate. Da hilft nur eine genaue chemische Analyse. Wenn es halbwegs reine Endglieder sind, geht auch Raman.
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mir gehts auch nicht um die Farbe - ich finde das Einschlussbild für Granat ungewöhnlich.
Analyse würde hier natürlich auch die grundsätzliche Zuordnung klären.
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Ich danke Euch alle für eure Einschätzung. Ich habe den Granat als Kristall mit 4 weiteren vor 20 Jahren gekauft und ihn selbst geschnitten und poliert. Ich werde mal weiter nachsehen wie eine zweite Scheibe beschaffen ist.
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hallo Franz,
das erleichtert die Sache natürlich!
Hast du eventuell ein Foto von dem Kristall vor dem Schneiden?
ga
oliver
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Kann mich am Wochenende erst wieder darum kümmern. Mache dann mal ein Foto von der 2. Scheibe. Vom kristall vor dem schneiden wohl eher nicht.
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Vom kristall vor dem schneiden wohl eher nicht.
schade.
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Hier ein Bild von der 2. Scheibe. Ich versuche am WE. noch ein besseres Bild .
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Hallo Kollegen,
Der vorliegende Thread zeigt, wie naheliegend manche Ideen sind. Während meines Aufenthaltes in der Volksrepublik Mongolei (im letzten Jahrtausend) hatte ich die Gelegenheit, von einem Mineralogen Granatkristalle aus dem Transaltai zu erhalten. Diese Kristalle waren äußerlich schwarz und nur im Durchlicht schön rot. Nach meiner Rückkehr habe ich mehrere der größeren Kristalle in dünne Scheiben geschnitten, um das Einschlussbild der Granate zu betrachten (Zweiphaseneinschlüsse und sehr viele Rutilnadeln). Auch mir fielen die hellen Linien, die je nach Schnittlage (parallel 100, 111, 110) unterschiedliche Zeichnungen bildeten, auf. Sie formen Hexagone, dreizählige und sechszählige Sterne.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1705411198.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1705411198.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1705411362.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1705411362.jpg)
Zu den Fragen:
Mit dem Begriff „Trapiché“ wird inflationär umgegangen, ohne wirklich zu verstehen, was der Begriff bedeutet. Trapiché leitet sich von „El Trapiché“, der Zuckerrohrmühle ab. Die Verbindung zu diesem Gerät erkennt man, wenn man sich die Abbildung des Trapiché-Kristalles von Rock Currier und die hier gezeigt Nahaufnahme einer kleiner Zuckerrohrmühle anschaut: Beide besitzen die charakteristischen Walzenkanten (beim Smaragd parallel zur Hauptwachstumsrichtung) und dank dieses Aufbaues wurde der Name verliehen. In Kolumbien kommen die besten Smaragde der Welt vor und eine Zuckerrohrmühle ist ein alltäglicher Anblick.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1275230609.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1275230609.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1705410770.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1705410770.jpg)
Schneidet man die speziell aggregierten Trapiché-Smaragde senkrecht zur Hauptwachstumsrichtung, erhält man sternförmige Querschnitte. Diese sind im Schmuckhandel sehr beliebt. Sie entstehen durch Anlagerung von schwarzem (meist Glimmer) oder weißem Material (meist Feldspat) während des Wachstums an den Prismenkanten des Keimkristalles.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1696160039.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1696160039.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1269076541.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1269076541.jpg)
Diese sternförmigen Anwachsungen gibt es bei vielen weiteren Mineralen, z.B. beim Rubin, Saphir etc. Das bekannteste Beispiel dürfte aber der Chiastolith (Kreuzstein, Andalusit) mit seinem vierstrahligen Stern sein. Allen diesen Mineralen fehlen allerdings die Walzenkanten, die ursächlich für die Namensgebung waren. Deshalb spreche ich mich generell gegen die Namensgebung "Trapiché" bei Mineralen und Edelsteinen, außer beim Smaragd, aus.
Zurück zum vorliegenden Fall. Die sichtbare Zeichnung bei den Granaten kann also sternförmig (drei- oder sechszählig) sein, sie ist aber heller als der umgebende Kristall. Hier haben wir also keinen Einschluss von einem weiteren Mineral an den Kanten, wodurch der Kristall verdunkelt werden würde, sondern eine aufgehellte, zonare Färbung, die durch schwächere Farbgebung und das Fehlen der ansonsten häufigen Einschlüsse verursacht wird.
Aus nomenklatorischer und aus phänomenologischer Sicht ist der Begriff „Trapiché-Granat“ also Unfug.
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hallo Klaus,
danke für die klärenden Worte und die Beispielbilder.
Deine Erläuterung trifft sich gut mt der Erklärung auf der gemsociety-website (link sh. oben):
"True trapiches have inclusions between growth sections. However, simple color zoning or inclusion growth within a crystal can create "trapiche-like" patterns"
Zu den Fotos: Bei deinen Schliffen hätte ich Granat nicht angezweifelt, bei denen von Franz tu ich das noch immer.
Jetzt im direkten Vergleich ist vielleicht besser zu sehen / zu verstehen was ich meinte.
ga
oliver
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Danke Klaus für die Begriffklärung. Ich meine das auch schon so mal gelesen zu haben Denoch spreche ich zweifelsohne von einem Granat, den ich selber geschnitten und poliert habe. Die an Blütenblätter ähnelden Strukturen sind jedoch für mich atraktiv und habe ich so auch noch nirgends gesegen. Ich kann die Scheiben ja eventuell im Oktober mit nach München mitnehmen. Wenn sich dann noch jemand dafür interresiert.
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Denoch spreche ich zweifelsohne von einem Granat, den ich selber geschnitten und poliert habe.
Ja du hast den Vorteil dass dir das Stück im Original vorliegt - wir sehen ja nur die Fotos (und die können bekanntlich oft irreführend sein) .....
Mich wundern immer noch die "punktförmigen" bzw. "blasenartigen" Einschlüsse, die auf den ersten drei Fotos zu erkennen sind.
Aber vielleicht liegt das eben wirklich nur an den Fotos ......
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Ich habe noch ein Bild hochgeladen von einer alten Speicherkarte mit einem Kristall. Wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es wirklich der Kristall ist. Sie sahen jedoch alle ähnlich aus von der äußeren Gestalt. Speziell der Größe und Kristalloberfläche.
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Die Oberfläche ist nicht optimal poliert. Zumal kleine Ausbrüche vom Sägen auf der Oberfläche wohl als Gasblasen angesehen wurden.
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ok, danke - mit den neuen Fotos und zusätzlichen Erklärungen seh ich das jetzt klarer!
ga
oliver