Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence => Thema gestartet von: Superstrahler am 19 Jan 24, 00:18
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Hallo zusammen,
ich habe mir je eine UV-Taschenlampe für SW und LW zu gelegt.
LW, 365 nm, der blanke Wahnsinn, bloß nicht im Haus damit rumleuchten:
https://www.amazon.de/dp/B08NJCY588
SW, 255nm, UV-C
https://www.krantz-online.de/uv-taschenlampe-led-stark-kurzwellig/I312
Beide mit Sperrfilter für sichtbares Licht, sieht aus wie UG1 o.ä., bei beiden sehr sauberes UV-Licht.
Nach ersten begeisterten Spielereien in meinem Mineralienkabinett bin ich an dieser profanen Aragonit-Stufe hängen geblieben:
https://www.geolitho.eu/collection/sedcard.php?gusid_specimen=mGAa7KRQz0mC4Eq0LwYVjQ
Mit dem Auge bei SW 255nm deutlich grünlich, bei LW 365nm bei nächster Beleuchtung ein schwaches braunrot sichtbar.
Dann mit der Olympus-Kamera mit Makro ran, und erste Überraschungen in den Bildern.
Oben mit SW 255nm, unten LW 365 nm.
Die blaugrüne Fluoreszenz bei SW ist mit dem Auge zu erkennen, auf dem Foto dank 1s bei F10, ISO 10000 deutlich.
Die Fluoreszenz bei LW ist mit dem Auge als dunkles braunrot ahnbar, im Foto bei 1/5s mit F10, ISO 2000 spektakulär magenta!
EDIT: Sollte jemand schnell gelesen haben, alles mit IR vergessen.
Ist natürlich direkt das UV-Licht bei 365nm, dass die Kamera prima als magenta fotografiert ... also nix Fluoreszenz, sondern einfach die 365nm selbst die man sieht ...
Viele Grüße,
Rainer
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PS:
Nach dem ersten Überschwang ist schon festzustellen, dass der Farbeindruck auf den Fotoa deutlich anders als mit dem Auge ist.
Das "blau" bei SW ist mit dem Auge nicht zu sehen, das "magenta" bei LW erst recht nicht ...
Ich muss noch viel lernen ...
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Hoi Rainer
nur kurz, zwischen Tür und Angel:
wegen der 365nm: Besorg Dir einen Filter für die Kamera - am besten einen Langpass oder Bandpass. z.B. Baader "UV/IR-Cut / L-Filter – CMOS-optimiert" https://www.baader-planetarium.com/de/filter/l-rgb-cmos-filter/uvir-cut--l-filter-%E2%80%93-cmos-optimiert.html
oder z.B. Chroma 425 LP ET Langpass-Filter via AHF https://ahf.de/Produkte/Spektralanalytik-Photonik/Optische-Filter/Einzelfilter/Langpass-Filter/400-499-nm/2371/425-LP-ET-Langpass-Filter oder ähnliches.
Gruß, Martin
P.S.
schau mal hier: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,51261.0.html und
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,56172.0.html
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Hallo Lynx,
AHF ... will ja nicht gleich die Arbeit mit Heim nehmen ... oder doch?
Danke für den Tipp mit Baader. Hab aber schon von Zeiss ein T* UV-Filter bestellt. Werde ich gleich nach Lieferung mal ins Lambda 1050 Spektralphotometer halten und berichten, ob das Datenblatt stimmt und welche OD das bei 365nm und 255nm hat. Die LED-Lampen gehen auch ans Spektrometer. Eventuell macht da noch ein zusätzliches Anregungsfilter Sinn, da sind nur dünne UG-ähnliche Filter drin.
Danke für die Links zu den Threads zur Lumineszenz, die hatte ich bereits schon mit großem Interesse gesehen. Nicht nur wegen Hobby ...
Viele Grüße,
Rainer
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Hoi Rainer
Bin bei dem Zeiss T* UV-Filter eher skeptisch, lass mich aber gern überraschen (*). Leider habe ich keine Kurven gefunden, die die Blockung zeigen. Meiner Erfahrung nach ist oD3-4 grenzwertig, das merkt man leider auch beim Baader Filter gelegentlich. Daher meine Empfehlung zu Filtern, die auch in der (Fluoreszenz-)Mikroskopie verwendet werden.
Natürlich nicht nur via AHF (Chroma und Semrock) sondern auch äquivalentes bei Thorlabs oder Edmund...
Gruß, Martin
(*)da wäre ich wirklich über Daten insbesondere zur Blockung erfreut...
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Das Zeiss T* UV-Filter ist geliefert worden.
Für einen groben Test habe ich das Zeiss Filter direkt vor den UV-LED Taschenlampen gehalten und an die weiße Wand geleuchtet. Die UV-Blockung ist deutlich erkennbar, quantitative Messungen folgen.
Heute erste Tests mit dem Zeiss T* UV-Filter vor dem M.Zuiko 30mm F3.5 Makro an der OM-Systems E-M10IV.
Test wieder an der Aragonit-Stufe wie oben. Nicht weil die viel fluoresziert, sondern nur ganz schwach, um die Fluoreszenz gegenüber dem fälschlich als sichtbares Licht dargestelltem UV-Streulicht an der Stufe zu testen.
UV-LED Taschenlampe SW 255nm, Fokus-Stack (Helicon Focus) aus 17 Bildern mit je 2s F10 bei ISO6400:
Jetzt dominiert bei weitem die sehr schwache blaugrüne Fluoreszenz der Stufe. UV-Falschlicht kaum erkennbar, einzelne blauweiss-leuchtende Fussel.
UV-LED Taschenlampe SW 365nm, Fokus-Stack (Helicon Focus) aus 25 Bildern mit je 1/2s F22 bei ISO6400:
Das falsche Magenta, mit dem die Kamera ohne UV-Filter das langwellige UV-Licht aufnimmt, ist mit Filter so gut wie weg!
Es dominiert ein bläulich-weißer Ton, der allerdings mit dem Auge nicht wahrnehmbar ist. Das Auge sieht eher eine rot-braune Farbe, also sehr dunkel wie die normale Farbe des Aragonit. Das könnte im Foto überlagert sein von spektralen Ausläufern der 365nm LED, die schwach bis Richtung 405nm gehen, und bei der das Filter nicht mehr sperrt.
Für den Preis des Filters von ca. 40€ kann ich erstmal nicht meckern. Mal schaun, wie jetzt gut fluoreszierende Stufen im Foto aussehen ...
PS: Spektrale Blockung des Filters, Spektren und Strahlungsleistungen der LED-Taschenlampen folgen nächste Woche :-)
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Heute mit einem Perkin Elmer Lambda 1050 Spektralphotometer die Transmission von dem Zeiss T* UV-Filter 46mm zum Aufschrauben auf Kameraobjektive gemessen. Schaut gar nicht so schlecht aus.
- Transmission im Sichtbaren über weite Bereiche >98% durch die AR-Beschichtung ("Entspiegelung").
- Kantenwellenlänge zum UV bei Transmission <1% ca. 404nm.
- OD bei 365nm etwa 6, also nur ein Millionstel Transmission. Das ist nicht der Rauschhintergrund vom Spektrometer, der ist mit den gewählten Einstellungen OD > 6,5. 45min Messzeit für Referenz, Transmission und Background.
- Ob die geringere OD von 5 bei 275nm real ist, zweifle ich an. Eher ist das die Eigenfluoreszenz, die als Transmission gemessen wird, da das Lambda 1050 detektorseitig keinen Monochromator hat, sondern alles misst, in Erwartung, da kommt nur das Licht mit Wellenlänge aus dem Sendemonochromator. Die blauweiße Eigenfluoreszenz des Filters ist bei Beleuchtung mit der 255nm LED Taschenlampe auch sehr deutlich mit dem Auge sichtbar. Die gelb-orangene Eigenfluoreszenz des Filters im Licht der 365nm LED ist dunkler, obwohl diese Lampe ca. 50x mehr Strahlungsleistung hat.
Technisch ist das kein Kunststück. Ich vermute stark, das Filter besteht aus Polycarbonat, das aus der Literatur bekannt unter 400nm blockt. Deswegen können auch Marken-Augenschutzbrillen für 10€ mit UV-Schutz nach DIN EN 170 verkauft werden. Auch nix anderes als 2mm Polycarbonat. Dann fürs Fotofilter ne preisökonomische Standard Brillenentspiegelung drauf fürs Sichtbare, das sollte Zeiss ja aus der Brillenproduktion in Massenware können.
Richtig gute Quellen für UV OD mit großer Dynamik für Polycarbonat habe ich erstaunlicherweise auf die Schnelle nicht gefunden.
Wie gut das Filter mit der spektralen Flanke der 365nm LED bis etwa 405nm zurecht kommt, muss ich dann sehen, wenn ich deren Spektren mit ausreichender Dynamik gemessen habe.
Fazit: Für den Preis als UV-Filter für die Fluoreszenzfotografie gar nicht verkehrt.
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Hallo Rainer
vielen Dank - das sieht gut aus! Für echtes UV und grad mit großen Fotolinsen (und nicht Mikroskopobjektiven) ist der Filter bestimmt interessant.
Angehängt habe ich zwei Bilder eines Scheelits, Anregung mittels Laserdiode 405 nm (gemessen knapp 404nm). Beim linken Bild habe ich einen LP442 als Emissionsfilter verwendet, beim rechten Bild einen Baader. Jener Baader hat eine Blockung, die ziemlich ähnlich zum Zeiss T* bei rund 405 nm oD1 hat. Die Farbe des Bildes mit dem LP442 passt zur Sm3+ Emission, beim Baader ist deutlich zu viel blau dabei. Man sieht auch einen blauen Bereich im Bild, das mit dem Baader aufgenommen wurde.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1706911186.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1706911186.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1706911074.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1706911074.jpg)
Als Ergänzung: Sm3+ emittiert orange-rot.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1656455210.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1656455210.png)
Gruß, Martin
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... Anregung mittels Laserdiode 405 nm (gemessen knapp 404nm). Beim linken Bild habe ich einen LP442 als Emissionsfilter verwendet, beim rechten Bild einen Baader. Jener Baader hat eine Blockung, die ziemlich ähnlich zum Zeiss T* bei rund 405 nm oD1 hat. Die Farbe des Bildes mit dem LP442 passt zur Sm3+ Emission, beim Baader ist deutlich zu viel blau dabei. Man sieht auch einen blauen Bereich im Bild, das mit dem Baader aufgenommen wurde.
Hallo Martin,
danke für die Info! Ich habe schon gesehen, dass du vorwiegend mit einer 405nm Laserdiode arbeitest. Dafür ist der Zeiss T* UV-Filter und der Baader UV-IR nicht optimal, wie du an den Bildern zeigst.
Der LP442 ist da schon Premiumklasse. Als dielektrischer Filter macht er aber unter 300nm wieder auf, d.h. universell für UV inkl. SW könnte man den gar nicht nehmen. Beim Zeiss (und sehr wahrscheinlich auch beim Baader) ist das Volumenabsorption, die geht im ganzen UV.
Grüße,
Rainer
PS: In dem Screenshot von der Vertriebsseite müsste die y-Achse natürlich mit Optische Dichte, OD, beschriftet sein, nix % ...
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Nachdem der Aragonit aus dem Titel wegen seiner schwachen Fluoreszenz getaugt hat, um die Lampen und den Filter etwas zu testen, jetzt eine stark fluoreszierende Multimineralien-Stufe aus Trepca, Calcit und andere Karbonate, Galenit und andere Sulfide:
https://www.geolitho.eu/collection/object.php?gusid_specimen=ivWJ6q2sbUqEIjmzLqS1lg&key=guw2O3LPGECiVIBKYYYkSQ (https://www.geolitho.eu/collection/object.php?gusid_specimen=ivWJ6q2sbUqEIjmzLqS1lg&key=guw2O3LPGECiVIBKYYYkSQ)
- Oberes Bild: Stufe im Sichtbaren, Calcit, Dolomit und Magnesit, ev. Siderit, dazu Galenit, Sphalerit, Pyrit und CHalkopyrit.
- Mittleres Bild: Fluoreszenz UV LW mit einer 365nm LED Taschenlampe OHNE dem Zeiss T* UV-Filter. Das magenta-violett überall auf der Stufe wiederspricht dem visuellen Eindruck mit dem Auge. Hier ist jede Menge 365nm überlagert, das die Kamera eben so magenta-violett darstellt.
- Unteres Bild MIT dem Zeiss UV-Filter. Ohne jede Nachbearbeitung außer dem Focus-Stacking entspricht das Bild dem visuellen Eindruck. Orangerote Fluoreszenz des Calcit, blauweiß vermutlich der Magnesit. Hier bin ich aber unsicher. Im Sichtbaren ist kaum eine Differenzierung zwischen dem im UV-leuchtenden weißen Bereichen und den nicht leuchtenden Bereichen in dem gelblichen Material erkennbar.
365nm LED UV-Taschenlampe 40€, UV-Filter 40€, UV-Schutzbrille 10€. Man muss gar nicht soviel investieren, um in die Fluoreszenzfotografie einzusteigen.
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Der LP442 ist da schon Premiumklasse. Als dielektrischer Filter macht er aber unter 300nm wieder auf, d.h. universell für UV inkl. SW könnte man den gar nicht nehmen. Beim Zeiss (und sehr wahrscheinlich auch beim Baader) ist das Volumenabsorption, die geht im ganzen UV.
Hoi Rainer
Fotos mach ich durchaus auch mit UV oder echtem blau (450nm) - Vorteil der Laserdiode 405nm : sie ist eben eine ziemlich helle Quelle und erwischt Sm3+ sowie Uranyl sehr gut.... Zudem tut man sich z.B. bei Cr3+ mit 405 nm oder 450 nm leichter, als mit 365nm (z.B. Rubin, Topas, "Tsavorit", Smaragd ....). Nachteil ist, dass man Sm3+ gut erwischt :) - das leuchtet immer orange - und wird auch ein bisschen langweilig.
Die 255 nm waren in der Kamera bislang kein Problem - das ging meist ohne Filter. Wenn es nicht spezielle Fluare (Zeiss) oder ähnliche Objektive für Fluoreszenzmikroskopie sind, dann machen die Gläser zwischen 300nm und 350 nm schon gut zu - 255 kommt so gut wie nicht mehr durch.
Nebenbei: Der Baader ist ein dielektrischer Filter.
Gruß, Martin
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Nebenbei: Der Baader ist ein dielektrischer Filter.
Gruß, Martin
Ja, stimmt.
Gibts von dem Transmissionsdaten mit höher Dynamik, oder OD?
Hätte den Baader auch gekauft, wenn es den mit 46mm Gewinde für mein Makro gegeben hätte.
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Hoi
Die Daten gab es mal im Netz. Allerdings hab ich auf die Schnelle nichts mehr gefunden....
Gruß, Martin
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P.S. noch eine mögliche Alternative:
https://www.astroshop.de/l-rgb-filter/astronomik-luminanz-uv-ir-blockfilter-l-3-27mm-ungefasst/p,52960
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Hallo Martin,
danke für die angeregte Diskussion!
Jetzt ein Test mit der 255nm SW UV-LED Taschenlampe. Eine Spessartin-Stufe mit Hyalit,
https://www.geolitho.eu/collection/sedcard.php?gusid_specimen=fE45NSYDJ02kWkDnpQ608g
der (zu meiner Überraschung wegen Unerfahrenheit) in SW intensiv grün fluoresziert.
Hier ist mit und ohne dem Zeiss UV-Filter kein Unterschied zu erkennen, Fotobeweis habe ich mir gespart, das Bild Mitte ist ohne. Hier ist die visuelle grüne Fluoreszenz im Gegensatz zum Aragonit oben so hell, dass eine etwaige Transmission des Objektivs bei 255nm oder Falschlicht bei größeren Wellenlängen aus der LED-Taschenlampe, dass trotz UV-Filter (UG5? China-Klon??) in der Lampe rauskommt, keine Rolle spielt.
Reizvoll auch ein Bild unten mit etwas überlagerter sichtbarer Beleuchtung.
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Und jetzt Rubin mit der 365nm UV-LED Taschenlampe.
https://www.geolitho.eu/collection/sedcard.php?gusid_specimen=RRwpdw51vUeulU7y1VzXlA
Nachdem die erste 365nm Lampe aus dem ersten Post den Geist aufgegeben hat, und an der sowieso ein grün fluoreszierender O-Ring am Filterglas frontseitig genervt hat, jetzt eine vom Typ TATTU U3S, 365 nm. Ich bilde mir ein, dass damit der Rubin etwas weniger leuchtet als mit der ersten oben. Muss bei Gelegenheit mal die Spektren und den gesamten Strahlugsfluss vergleichen.
Fotos: Ohne dem Zeiss T* UV-Filter alles magenta, mit Filter ist der Rubin wie von Innen glühende Lava. Das Foto entspricht sehr gut meinem Eindruck mit dem Auge.
Im UV deutlich erkennbar der (gar nicht mal so) seltene faserige Fuselstaubit.
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Hallo Rainer
sieht gut aus soweit! :)
Vielleicht ein paar kleine Kommentare:
Fussel:
Unbedingt vorher die Stücke unter UV anschauen, weil die Fussel schon Potential haben, ein Bild kaputt zu machen. Meist fallen sie bei 255 nm nicht auf, dafür um so mehr bei 365nm. Und dann heißt es, die Stücke entsprechend reinigen :P Mühsames Geschäft - und leider manchmal unmöglich...
Manchmal hilft Abblasen, manchmal mechanisches Wegzupfen z.B. mit einer Pinzette, Spritzenkanüle oder einem Stück Kitt (was manchmal am besten klappt), Abwaschen kann auch funktionieren, Ultraschallbad oder mehr. Aber manchmal ist das Stück leider auch "UV-kaputt". Da hab ich ein paar rumliegen.
Rubin:
Das Foto entspricht sehr gut meinem Eindruck mit dem Auge.
Hoffentlich nein ;). Cr3+ in Rubin emittiert schmalbandig bei 694 nm, also tiefrot, und farblich deutlich unterscheidbar von z.B. Sm3+ in Apatit oder Scheelit. Die roten Emitter in einem RGB Computer-Display leuchten bei 615nm - vielleicht auch noch bei 630nm -. Das Tiefrot des Rubin kann der Monitor gar nicht darstellen.
Kontrast:
Deshalb sind Rubin und die ähnlichen Cr3+ haltigen Mineralien Topas, Samaragd etc oft schwer zu fotografieren: Im Bild gibt es kaum noch Kontrast - das Bild besteht da nur noch aus roten Pixeln, Kanten lassen sich kaum noch ausmachen.
Viele Grüße
Martin
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Hallo Martin,
danke für deine Kommentare!
Abgeblasen hab ich die Stufe, aber wie du schreibst: Abzupfen mit Pinzette, oder ev. Silikonpinsel, mühsam, wäre aber notwendig gewesen. War aber schon spät gestern, keine Lust mehr gehabt, alles nochmal zu machen ... ::)
Und die Unmöglichkeit, 694nm vom Cr3+ im Rubin auf nem Display selbst mit Adobe RGB darzustellen, ist mir auch schon durch den Kopf gezuckt, wie ich den Satz getippt habe. Es war eher auf den Kontrast zum Rest bezogen. Wenn man mit einem Objekt an die Grenzen der Darstellungsmöglichkeiten der Farbräume von Kamera und Display kommt, dann kann man nicht mehr viel besser machen ...
Viele Grüße,
Rainer
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Hoi Rainer
Vielleicht nochmals eine Präzisieerung: beim Fotografieren von hell leuchtendem Topas, Smaragd und Rubin - also reine Cr3+ Emission im Gegensatz zu "Tsavorit", bei dem Mn2+ noch gelborange beiträgt - hatte ich ziemliche Schwierigkeiten, weil eben nur noch rote Pixel leuchten. Ich hatte mit Schattenwürfen und "bunten" Hintergründen excperimentiert, um ein bisschen mehr Kontrast im Bild zu haben. Ein anderer Versuch war, deutlich unterbelichtet aufzunehmen und hernach mit sehr harten Kontrasten das Bild nachzubearbeiten. Zufreiden gestellt hat mich bislang keiner der Versuch. Interessanterweise hatte ich das Probelm in dieser Härte nur bei (Cr3+)- Rot - obwohl auch blau leuchtender Fluorit herausfordernd sein kann.
Vielleicht kommt Dir beim Herumspielen ja noch eine Idee?
Gruß, Martin
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Hallo zusammen,
zur Abrundung jetzt noch gemessene Daten zu den beiden UV LED Taschenlampen.
DISCLAIMER: Ich mache hier keine Angaben zur Sicherheit bezgl. UV-Strahlung. Rein Informativ: Ich trage einen UV-Augenschutz und vermeide Bestrahlung der Haut.
UV LED Taschenlampe "Langwelle", UV-A 365nm, Typ "TATTU U3S":
UV-Lichtleistung (Strahlungsfluss E_e) 997mW, gemessen mit UV-kalibrierter Ulbrichtkugel und Optometer.
Mittenwellenlänge 367nm bei Halbwertsbreite 16,2nm, gemessen mit JETI Specbos UV-kalibriertes Spektrometer.
Normiertes Spektrum siehe unten.
Die Variante U3S (nicht die U3 vom gleichen Lieferanten) hat nach der internen UV-LED ein recht effektives Filter, das nur den UV-Anteil durchlässt. Allerdings geht das austretende Spektrum über 380nm hinaus bis ca. 400nm in den sichtbaren Bereich. Zum einen ist in dem Bereich das Hellempfinden des Auges sehr gering (trotzdem Gefährdung der Hornhaut bis Netzhaut!!). Zum anderen blocken viele UV-Schutzbrillen und manche Kunststoff-Brillengläser alles unter 400nm recht effektiv. Dadurch sieht man in der Kombination so gut wie keine sichtbare Abstrahlung aus der Lampe. Allerdings fluoresziert fast alles, inklusive der Schutzbrille, was mit der Lampe beleuchtet wird.
Anders sieht das mit einer Kamera aus! Sowohl die Objektive sind bei 365nm gut transmittierend, und die üblichen Bildsensoren fotografieren das Spektrum dieser Lampe als grell hell violett, siehe Fotos weiter vorne in dem Thread. Sinnvolle Fluoreszenzenfotografie kann man nur mit einem UV-Sperrfilter machen, z.B. mit dem schon vorgestellten Zeiss T* UV-Filter. Ein Versuch, das Spektrum der Lampe durch das Zeiss Filter zu messen, zeigt minimale Resttransmission bei 405nm bis 410nm an der Rauschgrenze des Spektrometers, sowie die orange sichtbare schwache Eigenfluoreszenz des Zeiss-Filters, wenn er mit 1W UV bei 365nm beleuchtet wird.
UV LED Taschenlampe "Kurzwelle", UV-C 255nm, Typ "Krantz Prod. Nr. I312":
UV-Lichtleistung (Strahlungsfluss E_e) 29mW,
Mittenwellenlänge 257nm bei Halbwertsbreite 12,5nm.
Normiertes Spektrum siehe unten.
Auch hier ist ein Filter verbaut, was bevorzugt das UV-Licht durchlässt. Allerdings ist hier, trotz viel geringerer Strahlungsleistung als die UV-A Lampe oben, mit dem Auge deutlich austretendes violettes Licht schwach wahrnehmbar.
Man sieht das auch im Spektrum in logarithmischer Darstellung unten, dass das Emissionsspektrum mit geringer Leistungsdichte über UV-A bis in den violett-blauen Bereich reicht. Scheinbar gemessene Anteile oberhalb von 430nm sind aber Artefakte aufgrund der anderweitig bestimmten Instrumentenfunktion und der Streulichtdynamik inkl. Eigenfluoreszenz des hier verwendeten Singlepass-Spektrometers.
Das violette Restlicht ist auch erkennbar an dem gemessenen Spektrum dieser Lampe durch das Zeiss UV-Sperrfilter. Man erkennt den blau-violetten Anteil von 405nm bis 420nm, den man auch visuell sieht. Daran ändert das Filter nichts.
Zum Fotografieren ist das Zeiss Filter in Verbindung auch mit dieser UV-C Lampe sehr empfehlenswert, da dadurch der UV-A Restanteil dieser Lampe geblockt wird, den der Foto sonst aufnehmen würde. Siehe auch Beispiele weiter oben in dem Thread.
Für meine Experimente sind beide Lampen mit dem Zeiss-Filter an meinem Foto eine gute Kombination, mit der ich erstmal einige Zeit freudig beschäftigt bin.
Viele Grüße,
Rainer
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Hoi Rainer
sehr schön, Dankesehr! Die Daten bestätigen mir das, was ich selbst gemessen hatte (nur nicht so schön mit Leistungsangaben..). Dürfen die Daten aus dem Thread ins Lexikon, bist Du damit einverstanden?
Als Ergänzung:
https://www.colorgems.nl/webwinkel/
Da kommen die UVC-Lampen ursprünglich im europäischen Markt her.
Gruß
Martin
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Dürfen die Daten aus dem Thread ins Lexikon, bist Du damit einverstanden?
Danke, sehr gerne. :D
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Marialith; Morogoro, Tansania. Kristallbreite 4mm;
Links: Sichtbares Licht 6500K, ISO250, 1/60s;
Rechts: Fluoreszenz UV-C LED 255nm, ISO4000, 1/2s.
https://www.geolitho.eu/collection/object.php?gusid_specimen=krWDojTO80icz0RhBWMVHw&key=ifnpI_1ntU6nztwQKCVW5g (https://www.geolitho.eu/collection/object.php?gusid_specimen=krWDojTO80icz0RhBWMVHw&key=ifnpI_1ntU6nztwQKCVW5g)
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Bildeintrag zum Rubin im Lexikon hinzugefügt:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1724705360.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1724705360.jpg)
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bildanzeige?pict=1724705360