Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: steinfried am 18 Mar 24, 17:13
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Hallo, ich hatte Heute ein glückliches Händchen beim Trödelmarkt. Eine Kermesitstufe von Bräunsdorf für 3,-Euro.
Leider ist das gute Stück total eingestaubt. Wie kann ich die Stufe reinigen? Bildbreite 3 x 3cm.
Grüße
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Mit Wasser vielleicht? ;)
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;D ja klar, aber ist eine Reinigung mit Ultraschall bei so etwas feindadligem Sinnvoll.
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Die Frage ist, wie sehr feinnadelig, und wie fest sitzen die, bzw. wie "kompakt" sind die Nadeln.
Wenns wirklich "nur" (loser) Staub ist, und nicht eine "schmierige" / krustenartige Feinstaub-etc-Ablagerung, dann kann erfahrungsgemäß auch der Staubsauger Wunder wirken. Aber die Stufe gut festhalten - nicht dass sie (falls klein) "verschluckt" wird.
Klingt jetzt vielleicht blöd, funktioniert aber.
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Hatte bei den aktuellen Kermesitfunden von Bräunsdorf nach dem Hochwasser von 2002 im Gegensatz zum "Fusselit" (Jamesonit!?, den zieht die Oberflächenspannung des Wassers spätestens beim Trocknen immer zusammen) bisher keine Probleme mit Wasser, etwas Fit und vorsichtigem Ultraschall (nasse Stufe mal kurz kopfüber reinhalten) gehabt, um die nach dem Aufschlagen immer vorhandenen Quarzstäubchen aus den Büscheln zu entfernen. Inwiefern man das verallgemeinern kann und wieweit das mit historischem Staub auch funktioniert, keine Ahnung. Zumindest sind die Büschel der historischen Stufen meist gröberkristallin als die Neufunde. Ohne Garantieversprechen, aber ich würde es probieren, notfalls mit Alkohol, wenn Fusselit dabei sein sollte. Es sei denn, man ist der Meinung, der Staub gehört nun mal zu einer historischen Stufe dazu :)
Zum Thema Staubsauger fällt mir eine Story ein, die im Artikel "The graveyard of specimens" im Mineralogical Record (eine Anzahl von kuriosen, ärgerlichen und fahrlässigen Geschichten, warum von so vielen Stufen historischer Fundstellen so gut wie nichts mehr vorhanden ist...) enthalten war: Eine Cyanotrichitstufe hatte scheinbar jemanden beim Saubermachen derart fasziniert, daß unbedingt mit dem Finger getestet werden mußte, ob sich das Mineral so flauschig anfühlt, wie es aussieht, und in der noch offenenstehenden Vitrine war ein kleines rundes Finger-Loch in den Nadeln der Stufe. Der Besitzer wollte wenigstens die abgebrochenen Nädelchen absaugen, unterschätzte aber die Leistung des Staubsaugers, worauf um das Loch noch ein Ringgraben die Stufe zierte... ;D Übrigens ein Artikel, bei dem man oft genug nicht weiß, ob man Weinen oder Lachen soll - über die allgemeine Dummheit sicherlich letzteres...
Gruß Chrisch
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;D
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Danke Chrisch :)
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daß unbedingt mit dem Finger getestet werden mußte, ob sich das Mineral so flauschig anfühlt, wie es aussieht
Gruß Chrisch
Aus dem Grund geb ich niemanden aus meiner Familie meine Malachite in die Hand.
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Ob "Fit" zum Reinigen von Minerale eine gute Lösung ist bezweifle ich. Fit ist ein Dispersionsmittel und wurde zur Entfernung von fetthaltigen Verrschmutzngen entwickelt. Es zerteilt die Partikel und hält sie aber nicht gut in der Lösung. Es kann sein, daß die Mikropartikel sich dann wieder und noch intensiver auf den Mineralen absetzen. Besser ist die Verwenung von Seifenwasser. Flotten aus Seifenwasser haben ein wesentlich besseres Schmutztragevermögen als Flotten mit Dispersionsmitteln. Das hängt damit zusammen, wie sich die Moleküle des Reinigungsmittels an die Verschmutzungsteilchen anlagern.
Gruß
Uwe
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zum Beitrag von Uwe muss ich nun doch nachfragen:
Aus Deiner Sicht sind also die üblicherweise verwendeten Spülmittel (sofern ich "Fit" hier richtig zuordne) für die Entfernung von kleinen Partikeln / Staub etc. nicht gut geeignet?
Du empfiehlst "Seifenwasser" ... was sollte man denn dafür nehmen? Ist dafür normale Handwaschseife geeignet ??
VG & GA
Marc
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Du empfiehlst "Seifenwasser" ... was sollte man denn dafür nehmen? Ist dafür normale Handwaschseife geeignet ??
Ich nehme Kernseife.
Gruß Jürgen
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Damit macht man sicherlich keinen Fehler.
Bei anderen Seifen kommt sonst vielleicht noch der Geruch als vermeintliches Mineralmerkmal dazu - "Citro-Kermesit" oder so :)
Gruß Chrisch
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Damit macht man sicherlich keinen Fehler.
Bei anderen Seifen kommt sonst vielleicht noch der Geruch als vermeintliches Mineralmerkmal dazu - "Citro-Kermesit" oder so :)
Gruß Chrisch
okay, okay ... ob und welche Duftnote eine Mineralstufe haben sollte, dass ist sicher nochmal eine andere Diskussion wert :P
Ich werde es aber mal auch an den feinnadeligen Stufen mit Kernseife ausprobieren!!
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Auch ich habe immer Kernseife benutzt. Da gibt es keine unbekannten Beimengungen.
Uwe