Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Mimi Geröllheimer am 27 Jun 24, 20:06
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Moin Moin,
entlang der Baustellen für die Gas-Pipeline habe ich auf Höhe der Autobahn bei WST (Ammerland) ein paar Fossilien gesammelt, die ich nun näher bestimmen möchte. Für jede Hilfe schon mal ein herzliches Dankeschön im Voraus!
Bild 1) und 2) könnte eine Koralle sein? Oder ein Schwamm? Breite ca. 7 cm Höhe 5 cm
Bild 3) zwei Seeigel Durchmesser 3,5 cm und 2,5 cm? Nähere Bestimmung möglich?
Bild 3) Einschluss (5 cm Durchmesser) im orangen Feuerstein.
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Hallo. Erstes Bild zeigt einen Schwamm. Zweites Bild zeigt Seeigel.
Drittes Bild zeigt zu wenig Details.
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Schwamm halte ich für sehr unwahrscheinlich. Der runde Querbruch im oberen Bereich des ersten Bildes zeigt für Korallen typische Wachstumsstrukturen.
Gruß Chrisch
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Stratigraphisch reicht das Gebiet vom Pliozän bis zum Oligozän.
Damit sollte eine Bestimmung der Seeigel möglich sein.
Bild 1 scheint eine Koralle zu sein, aber das Foto ist in der Vergrößerung sehr undeutlich. Ich meine, in den Vertiefungen kleine strahlenförmige Strukturen zu erkennen, was dann eindeutig eine Koralle wäre.
Am besten mal eine Stelle anschleifen und ein Mikrofoto machen.
VG KLaus
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Am besten mal eine Stelle anschleifen und ein Mikrofoto machen.
VG KLaus
Braucht es da nicht - das ist eine Koralle.
Wäre schade um das schöne Stück - ist sehr gut erhalten, das wird beim Schleifen nicht besser, eher im Gegenteil.
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Bild 1) die Nahaufnahme der Koralle. Sieht schon sternenförmig aus, oder?
Und noch ein paar weitere von den zwei Seeigeln
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Bild 1) die Nahaufnahme der Koralle. Sieht schon sternenförmig aus, oder?
ja!
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Vielen Dank Oliver - ich freue mich über meinen ersten Korallenfund!
Weiß auch jemand, was das geringelte im Feuerstein vom selben Fundort sein könnte? Der Stein ist ca 8 cm breit. Von der Rückseite ist nichts zu sehen, vorne guckt so etwas wie ein Auge und Mundwerkzeuge raus.
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hallo Mimi,
ch freue mich über meinen ersten Korallenfund!
und was für eine Koralle - die Erhaltung ist so super, dass es wirklich ungewöhnlich ist, so ein Stück in diesem Zustand zu finden!
lg
oli
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Von der Rückseite ist nichts zu sehen, vorne guckt so etwas wie ein Auge und Mundwerkzeuge raus.
Scheint eine Krebs- / Krabbenschere zu sein.
VG Klaus
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Scheint eine Krebs- / Krabbenschere zu sein.
VG Klaus
kann ich hier keine erkennen ...
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Der Scherenanschein dürfte auf die Überlagerung der inneren Struktur mit der dort scheinbar noch erhaltenen Oberflächenstruktur entstehen. Für eine Schere sollte aber die Bänderung auf die weiteren Segmente nach der Schere beschränkt sein und nicht großflächig im Feuerstein. Ich würde eine Art Patina im Bereich eines Risses nicht ausschließen, nach primären Feuersteinstrukturen sieht es mir eher nicht aus. An fossilen Resten kann ich höchstens kleinste Bryozoenbruchstücke erkennen. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren!
Gruß Chrisch
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hallo Mimi,
ch freue mich über meinen ersten Korallenfund!
und was für eine Koralle - die Erhaltung ist so super, dass es wirklich ungewöhnlich ist, so ein Stück in diesem Zustand zu finden!
lg
oli
Das war mir nicht klar. Dann werde ich sorgsam damit umgehen und die Koralle zu gegebener Zeit in eine richtige Sammlung abgeben. Danke für den Hinweis. Kannst du mir auch etwas zu dem Boden sagen, aus dem ich sie entnommen habe? Entlang der Baustelle befinden sich die verschiedenen Bodentypen, zu Hügeln aufgeschüttet. Ich sammle die meisten Stücke in einer bläulichen Ton- oder Lehmschicht, die an Meeresboden erinnert. Muscheln konnte ich allerdings bisher nicht darin finden (ganz anders sieht es in einem benachbarten Hügel aus, der aussieht, wie aufgeschütteter feiner Strand mit vielen Muschelstücken). Hier mal ein Bild vom bläulichen (den es vor Ort auch in dunkelblau gibt) und ein paar Nahaufnahmen der Koralle.
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Schade, für mich sah es aus wie ein Fisch bzw. eine Art Wels. ;D
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Welse sind Knorpelfische wie Haie oder? Von denen bleiben auch nur die Zähne übrig.
Sorry, sind Knochenfische.
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Informationen zur Stratigraphie von Westerstede gibt es hier zum Download:
https://www.lbeg.niedersachsen.de/startseite/geologie/stratigraphie/palaontologisch_statigraphische_informationen/palaontologisch-stratigrafische-informationen-221695.html
VG Klaus
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... Knorpelfische wie Haie oder? Von denen bleiben auch nur die Zähne übrig.
Das stimmt so nicht ganz. In manchen Schichten sind z.B. Haiwirbel sogar recht häufig, und es gibt ja auch komplette Skelette von fossilen Haien und Rochen. Kommt immer auf die Fossilisations- (bzw. Sedimentations-)bedingungen an. Aber natürlich findet man die Zähne am häufigsten, weil sie eben am widerstandsfähigsten sind (und ein Hai ja im Laufe seines Lebens eine ganze Menge davon produziert und wieder verliert).
Was aber nichts daran ändert, dass auf den obigen Bildern ein (vermutlich sekundär) gebänderter Flint zu sehen ist, und kein Fossil ... ;)
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Das könnte dann auch Fundstück Nr. 5) erklären - ebenfalls geringelt. Oder könnte es eine Schnecke sein? 3 cm x 2,5 cm
Fundstück Nr. 6) misst ca. 5cm x 3,5 cm
Danke schonmal für die bisherige Hilfestellung!
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N° 5 Feuerstein wie schon weiter oben...
N° 6 Quarzgeröll mit tw. abgeschliffenen, noch reliktisch erkennbaren Kristallen in einem einspringenden Bereich.
Also leider nichts Besonderes außer für den Steingarten :)
Gruß Chrisch
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Danke Chrisch. Die Baustelle ist weiter gezogen und ich würde gerne wissen, was der rote Einschluss in diesem ca. 8cm x 4 cm abgegolten Gestein sein könnte. Teil einer Krabbe? Scheint komplett durchzugehen. Dankeschön schon mal und liebe Grüße.
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Und dieser durchlöcherte Stein, der sehr kalkhaltig zu sein scheint. 9cm breit, 4 cm hoch. Ist es ein Schwamm?
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Und da ich nun schon so zwei schön gebänderte Gesteine vorstellen durfte, würde mich dieser auch interessieren. Sieht aus wie eine dicke versteinerte Made ;D Aber schon klar, für Laien sind Fossilien nie das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Spannend finde ich es dennoch ;)
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Oh, die Bilder vom roten Einschluss sind grottenschlecht. Sorry. Und die vom gebänderten sind scheinbar untergegangen. Sorry.
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Ich halte es nicht für einen Schwamm.
Aber um sicher zu gehen, kannst Du ja mal eine Stelle anschleifen und mit 2000er Nassschleifpapier polieren.
Dann wirdt Du vielleicht bei sehr großer Vergrößerung etwas sehen, was so aussieht:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1708115816.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1708115816.jpg)
Das ist die Typische Struktur eines Skelettelementes von Plocoscypia, einem Schwamm aus der Kreide, der zu den Tetractinellida gehört.
Die Skelettelemente sehen aus wie so kleine Polygone. Es gibt auch noch andere Arten von Skelettelementen, aber die Polygone sind sehr häufig.
Und hier der Schwamm, zu dem das Skelett gehört:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1707771965.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1707771965.jpg)
VG Klaus
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beim gelöcherten kalkigen Stück tippe ich auf Bohrmuschelspuren - google mal nach "Lithophaga"
lg
oli
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Ich habe mich um bessere Nahaufnahmen bemüht und auch dem Ratschlag mit dem nassen Schleifpapier bin ich nachgegangen. Eine Steindattel (?) fände ich auch ganz nett ;) das wären dann hier Muschelbohrgänge in einem Korallenskesett? Oder einfach in Kalkstein? Es sind ja sehr viele Löcher, in ganz unterschiedlichen Größen ???
Auf jeden Fall schon mal ein ❤️ Dankeschön.
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Ich habe dort übrigens noch einen dieser Art gefunden. Gleiches Gestein. 4 cm breit, an Ober- oder Unterseite spitzt zulaufend. Hier befinden sich unter einer Reihe der runden Aushöhlungen auch längliche Vertiefungen.
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Lieber Klaus, könnten es diese Strukturen sein? VG Mimi
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Hallo Mimi,
nein, das sieht nicht nach Schwamm aus.
VG Klaus
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Vielen Dank. Dann bleibt noch die Frage nach dem roten Einschluss. Auch dazu würde ich anliegend gern nochmal bessere Bilder übersenden. Die Außenfläche muss nass sein, damit man es gut sehen kann und dann reflektiert alles sehr unangenehm. BILD Nr. 3) zeigt den Bereich, aus dem die drei Nahaufnahmen sind, im trockenen Zustand.
Ist die rote Verfärbung durch später eindringendes Wasser entstanden? Ich sehe keinen Riss. Sollte ich ihn zerschlagen?
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Der Stein ist eiförmig abgerundet und Bild Nr. 4) zeigt die Spitze.
Falls dazu keine Rückmeldung kommt, zerschlage ich ohn in zwei Teile und möchte ich mich jetzt noch herzlich für die hilfreiche Unterstützung bedanken.
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Ist die rote Verfärbung durch später eindringendes Wasser entstanden? Ich sehe keinen Riss. Sollte ich ihn zerschlagen?
Die rotbraune Färbung kommt höchstwahrscheinlich von Fe-Oxiden/Hydroxiden, und ist bei Flint meist sekundär (dazu braucht es keine makroskopisch sichtbaren Risse). Meist deshalb, weil es eben manchmal auch ursprünglich roten Feuerstein gibt, sprich die Fe-Verbindugen auch primär im Flint eingelagert sein können (z.B. beim bekannten roten Helgoländer Feuerstein).
lg
oli