Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Sachsen => Thema gestartet von: Chrisch am 14 Oct 24, 23:15
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Da ich an keinem Kieshaufen vorbeigehen kann, ohne einen Blick darauf zu werfen (irgendetwas findet sich immer :)), habe ich vor ca. 3 Jahren in Coswig in der Mittagspause an einer kleinen Baustelle vor dem damaligen Bohrkernlager für den zukünftigen Kockelsbergtunnel natürlich auch den Blick absenken müssen... neben (böhmischem?) Achat und 0815-Kieselholz fiel mir ein "seltsam Teil" ins Auge, das mir jetzt wieder untergekommen ist, und ich mich nicht erinnern kann, etwas Ähnliches schon mal gesehen zu haben. Größe ca. 10 x 5 x 4 cm. Der eigentliche Fundort wird vermutlich irgendeine "alte Elbeschotter"-Kiesgrube sein.
Auffällig sind vor allem die seltsamen Röhren, die an MIG 15/17 - Bugöffnungen erinnern, und eine halbe irgendwie "schraubenartig" wirkende Röhre. Dazu ein Detail senkrecht zur Achse. Ist jemandem von den Holz-Spezies sowas schon mal untergekommen!?
Gruß Chrisch
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Für die Halloween-Fans geht's auch gruseliger... :o
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Spannend! Aber ich kann leider nicht viel dazu sagen. Sind das denn Querschnitte von Achsen im vorletzten Bild?
Grüße, Jörn.
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Hallo
Möglicherweise eine schlecht erhaltene Tempskya sp. Wie immer, einen ordentlichen Querschliff anfertigen und man kann dann weitere Untersuchungen anstellen. Werner
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An Tempskya hatte ich auch gedacht, habe mich nur nicht getraut, das zu äußern .. ;) ... deshalb fragte ich nach den Querschnitten ...
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stimme meinen Vorrednern zu - die Querschnitte auf Bild 4 könnten durchaus Tempskya-Stelen sein (wobei die Betonung auf könnten liegt).
ga
oli
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Also doch etwas halbwegs Interessantes, demzufolge nicht entsorgen, sondern erstmal zum Schleifen geben. Ich melde mich dann wieder. Danke an die Experten!
Gruß Chrisch
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'Also doch etwas halbwegs Interessantes,'
Immerhin könnte es sich um einen Baumfarnrest handeln, wie es aussieht um den Farn Tempskya, der vielleicht sogar Stelen enthält. Das ist doch etwas mehr als 'halbwegs'. Da lohnt neben einen Quer- auch ein Längsschliff weil diese Stämmchen eine interessante Struktur zeigen. Hab mal zwei solcher Stelen als Längsschliff angehängt
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… :) … und Chrisch: Falls das für dich nur halbwegs interessant sein sollte: Mir fehlt sowas noch in der Sammlung! ;)
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Schon gut, schon gut, ich wollte das Stück nicht schlechtreden, Werners Vermutung
eine schlecht erhaltene Tempskya
hat da wohl mit zur Wortwahl geführt, auch der Vergleich mit anderen Top-Stücken aus dem MA...
Habe mir das Stück noch mal genauer angeschaut, in den beiden "Röhren" finden sich die gleichen Strukturen wie auf den ersten beiden Fotos, also wohl eher die Regel als Ausnahme. Dürfte dann vielleicht doch auf Achsenquerschnitte hindeuten...
Gruß Chrisch
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Nach einer intensiven Scheueraktion habe ich meine Kamera baden geschickt mit dem Ergebnis, daß man die jetzt unter dem Mikroskop sichtbaren zellulären Strukturen auf dem Foto tw. erahnen kann. Auch der Längsbruch scheint den Lausitzer-Bildern zu ähneln. Leider scheint der Großteil recht grobkristallin zu sein - bin auf den Anschliff gespannt!
Nochmals vielen Dank für die zahlreichen Antworten!
Gruß Chrisch
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Jup, das sieht jetzt schon recht Tempski-mäßig aus!
Schönes Stück :D
Aufgrund der annähernd ebenen (sieht zumindest am Immersionsfoto so aus) und zudem ca. rechtwinklig zueinander verlaufenden Bruchflächen würde sich da ein Konturschliff des/eines Längsbruches und einer anschließenden Querbruchfläche (der auf UW 2 links befindlichen??) anbieten - ist natürlich aufwendiger (und daher teurer) als Schnitt und Schliff, aber dafür wenig Substanzverlust. Falls die originale/abgerollte Außenfläche des Scheinstämmchens noch wo vorhanden ist, würd ich die aber belassen wie sie ist.
Leider scheint der Großteil recht grobkristallin zu sein
Kommt leider oft vor, dass da das SiO2 recht grob rekristallisiert ist - die neuen Fotos sehen aber doch recht vielversprechend aus, da kenne ich traurigere Beispiele (wo die Stelen und/oder Petiolen beinahe schon "Quarzdrusen", und daher eher nur mehr zu erahnen als zu erkennen sind).
ga
oli
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Für mich sieht das auch immer mehr nach Tempskya aus und ich denke, daß nach Schnitt oder Politur die Substanz besser sein dürfte als momentan erwartet.
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Hallo,
es dürfte sich wohl um das Bruchstück eines Tempskya-Scheinstammes handeln. Die Luftwurzeln sind doch sehr typisch. Auch die kleinen Vertiefungen (herausgewitterte Farnstelen) sind an Fundstücken vom originalen Fundpunkt der Scheinstämme im nordwestlichen Böhmen öfter zu erkennen.
Die trichterförmigen Vertiefungen, die vom Bohrer "Pecinolites boreki" herrühren und selten bei Tempskya-Scheinstämmen aus Böhmen vorkommen, sind anders geformt und breiter.
Grüße
Marian