Mineralienatlas - Fossilienatlas

Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Thema gestartet von: Lexikon am 26 Nov 24, 17:12

Titel: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: Lexikon am 26 Nov 24, 17:12
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Titel: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: oliverOliver am 26 Nov 24, 17:12
hallo,
wieder mal:  ;)
Der geologische Kontext ist Devon-Massenkalk - es dürfte sich hier also vermutlich nicht um Rauchquarz handeln, sondern um durch Einschlüsse C-hältiger Stoffe dunkel gefärbte (authigene) Quarze.
lg + ga
oliver

edit:
da gibts sogar einen Hinweis auf der Lexikonseite dazu (unter Ausführliche Beschreibung/Mineralien), sehe ich gerade ....
Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: Manfred Früchtl am 26 Nov 24, 18:22
Hallo Oliver,
der sah für mich so nach Rauchquarz aus.
der hatt auch hellgraue wolkige Einschlüsse.
Aber wen es von der Geologie her nicht so sein kann, dann ändere ich das so ab.

Gruß
Manfred
Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: oliverOliver am 26 Nov 24, 18:55
hallo Manfred,
ich sage nicht, dass "es von der Geologie her nicht so sein kann" - bekanntlich gibt`s ja in der Geologie (fast) nix, was es nicht gibt  ;D
Aber m.E. wäre es sehr unwahrscheinlich, dass im Massenkalk "echte" Rauchquarze vorkommen. Ich bin allerdings kein Quarz-Spezialist (wobei mich das Thema authigene Quarze schon recht interessiert) - also besser mal abwarten, ob sich noch weitere User (mit besseren Kenntnissen) dazu melden!
Ich wollt`s bloß mal zur Diskussion stellen ...
lg
oliver
Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: ruebezahl am 27 Nov 24, 00:25
Glück auf,

Soweit meine Kenntnisse reichen, resultiert Rauchquarz aus der Kombination von spezifischen Kristallgitterfehlern und der Einwirkung ionisierender Strahlung in ausreichender Dosis. Beides muss für die Bildung der Varietät Rauchquarz gegeben sein.

Generell in carbonatischen Sedimenten und speziell in devonischen Massenkalken Mitteleuropas ist das Erreichen der notwendigen Dosis ionisierender Strahlung selbst für einen entsprechend gestörten Quarzkristall  recht unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher sind Einschlüsse von Bitumen Ursache der dunklen Farbe.

Vor diesem Hintergrund sind "Rauchquarze" aus den Massenkalken des rheinischen Schiefergebirges immer kritisch zu betrachten, außer sie stammen aus jüngeren hydrothermalen Bildungen (postvaristische Gänge z.B.).

Viele Grüße Uwe




Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: Brodi69 am 27 Nov 24, 09:43
Hallo zusammen

Immer wieder interessant und möglicherweise auch nicht abschliessend klar zu definieren sind die Authigenen Quarze, weil es auch viele Kombinierte Wachstumsformen gibt. Handelt es sich vorliegend wirklich um einen Authigenen Quarz? Optisch scheint er in der Druse frei gewachsen, was eigentlich der Definition nach Rykart widerspricht. Rykart differenziert weitere Kristalltypen aus Sedimentgesteinen, wovon einige für das vorliegende Stück in Frage kommen könnten.
Unter den Authigenen Quarzen https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,49010.0.html (https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,49010.0.html) hier im Atlas finden sich auch weitere diesbezüglich fragwürdige Stücke, wie diejenigen aus dem Steinbruch Schickenberg, Rehmerbach oder Herkimer.

Jedenfalls pflichte ich der Aussage bei, dass es sich aufgrund der visuellen Einschätzung nicht um einen Rauchquarz handeln dürfte. Offen ist für mich hingegen, ob es sich tatsächlich um eine authigene Bildung handelt. Die Einschlüsse (möglicherweise Kohlenwasserstoffe) können auch im freien Wachstum in der Druse in die Kristalle gelangen. Denkbar ist auch, dass die Druse durch Auswaschung einen erst gebildeten Authigenen Kristall freigelegt hat, der dann weitergewachsen ist.

Fazit: Ich würde mindestens das "Authigen" im Bildtitel mit Fragezeichen versehen wenn nicht gar weglassen.

Grüessli
Christian

Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: Manfred Früchtl am 27 Nov 24, 20:24
Hallo,
danke für diese vielen interessanten Informationen.

Gruß
Manfred
Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: ruebezahl am 28 Nov 24, 00:32
Glück auf

Optisch scheint er in der Druse frei gewachsen.

Das hat mich auch verunsichert. Für die eigentliche Rauchquarzfrage erschien es mir aber erstmal nicht relevant, ob der Kristall ein authigener Quarz ist oder eine andere Genese hat.

Da das Thema nun angesprochen wurde: mir ist noch - wenn ich es richtig sehe - der jüngere Dolomit aufgefallen.

Ich könnte mich hier mit einer kleinräumigen spätvaristischen alpinotypen Mineralisation anfreunden. Im devonischen Massenkalk eine gewagte Idee, aber für das Rheinische Schiefergebirge nicht völlig absurd.

Viele Grüße Uwe



Titel: Re: Rauchquarz mit Dolomit
Beitrag von: oliverOliver am 28 Nov 24, 12:29
ich hab dazu noch eine ältere Diskussion gefunden:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,53735.0.html