Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: futzi am 13 Dec 24, 07:22
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Hallo in die Runde,
ich habe ein Stück ged. Silber aus Pöhla.
Ich frage mich warum das Silber nicht anläuft.
Sind die Stücke behandelt?
Grüße Arco
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Hallo Arco,
die Stufen werden mit Wasserstoffperoxyd behandelt. Das Wasserstoffperoxyd löst das Arsen auf (Vorsicht: es bildet sich Arsenwasserstoff und arsenige Säure) und die Silberdentriten kommen blitzeblank zum Vorschein.
Das hat aber nichts damit zu tun, das das Silber mit der Zeit nicht anläuft... Vielleicht ist es Oberflächen behandelt (Haarspray etc.?).
Grüße Matthias
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Hallo, ich hab das Stück jetzt zwei Jahre. Ich hab es nicht behandelt. Der Vorbesitzer?????
Grüße
Arco
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Noch Andere Ideen?
Grüße
Arco
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Ja, vermutlich wurde das Stück mit Zaponlack behandelt. Der ist nicht sichtbar und schützt das Silber vor dem Anlaufen.
Viele Grüße,
Robert
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Danke für die Info ????????????
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> Noch Andere Ideen?
Trocken und lichtgeschützt gelagert?
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Glück auf,
Gute Raumluft und/oder sulfidarme Sammlungsumgebung? Ag oxidiert ja nicht, sondern "sulfidiert" beim Anlaufen.
Viele Grüße
Uwe
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Danke für die Antworten, ja das Stück ist absolut trocken und sulfidarm gelagert. Ist in einer gut geschlossene Klarsicht Box.
Beste Grüße
Arco
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Moin
Es gibt die Möglichkeit, Silber und auch Kupfer mit den Thiolen von langkettigen Kohlenwasserstoffen zu behandeln. Thiole sind die Schwefelanaloga zu Alkoholen, also SH anstelle von OH. Silber und auch Kupfer sind sehr schwefelaffin und wenn man nun eine frisch gereinigte Silberstufe (Kupferstufe) in eine Lösung mit solche einem langkettigen Thiol taucht, bindet sich der Schwefel der SH-Gruppe an die Oberfläche des Metalls. Die lange Kohlenwasserstoffkette des Thiols weist von der Oberfläche weg und schirmt sie somit gegen weitere Angriffe ab. Als langkettige Kohlenwasserstoffthiol kommt z.B. Oktadekanthiol oder Hexadecanthiol in Betracht. Die Thiolschicht auf dem Metall ist monomolekular und somit praktisch unsichtbar. Ich selber kenne dieses Verfahren nur von der Theorie. Mit Thiol konservierte Silber- oder Kupferstufen zeichnen sich durch ausgesprochen hydrophobes Verhalten aus, d.h. Wassertropfen benetzen die Oberfläche nicht und perlen leicht ab.
Achso, die besagten Thiole oder auch Mercaptane zeichnen sich durch sehr unangenehmen Geruch aus, siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Thiole (https://de.wikipedia.org/wiki/Thiole) und auch Hexadekanthiol https://de.wikipedia.org/wiki/Hexadecanthiol (https://de.wikipedia.org/wiki/Hexadecanthiol).
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In Bolivien wurde gediegenes Silber gefunden, das strahlend weiß blieb und nicht schwarz anlief. Analysen ergaben einen geringen Antimongehalt, der möglicherweise für die erhöhte Stabilität verantwortlich war. Das Gehalt oder Fehlen verschiedener Spurenelemente macht wahrscheinlich Silber mehr empfindlich oder weniger reaktiv.
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Alles hoch interessant!!!