Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Lebewesen / Life forms => Fische / Pisces / Fishes => Thema gestartet von: erbse am 22 Sep 05, 21:40
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Diese Zähne habe ich aus einem Geschiebebrocken gewonnen.
Es handelte sich um einen hellen, zuckerartigen Kalk den ich zeitlich nicht so richtig einordnen kann.
Die Fossilien steckten hauptsächlich in einer ca. 2cm starken Bonebed-Schicht.
Möglicherweise können die Haizahnkenner mir weiterhelfen?
Grüße,
erbse
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möglicherweise ein Hautzahn:
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weitere:
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Hallo,
Diese Zähne habe ich aus einem Geschiebebrocken gewonnen.
Es handelte sich um einen hellen, zuckerartigen Kalk den ich zeitlich nicht so richtig einordnen kann.
Die "runden" Zähne stammen m. E. nach von Fischen wie Gyronchus, also "Kugelzahnfische" die mit diesen Zähnchen Korallen abgeknabbert haben, oder auch Muscheln /Brachiopoden geknackt...
Gruss
Martin
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Hallo,
Kugelzahnfische stehen bei runden Zähnen immer in der Liste der Verdächtigen, aber es gibt zahlreiche weitere Fische mit runden Zähnen. Unter den rezenten Arten kann man sie bei den Meeräschen und Colossoma finden, ebenso bei allen Molluskenfressern. Ohne nähere Angaben lässt sich so etwas kaum präzisieren.
Für eine genauere Bestimmung fehlt leider auch ein Größenmaßstab.
schöne Grüße
Tobias
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Erstmal vielen Dank für die Tipps!
Der größte Kugelzahn hat einen Durchmesser von etwas mehr als 2mm, die anderen Zähne sind auch durchschnittlich 2mm lang.
Sollten die runden Zähne tatsächlich von Kugelzahnfischen stammen, würde das die die Entstehung des Geschiebes nach meinen Recherchen auf die Zeitspanne vom mittleren Jura bis zum Eozän einengen.
Rezente Entstehung würde ich ausschließen, da es sich ja wie gesagt um ein eiszeitliches Geschiebe handelt.
Grüße,
erbse
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älter als eozän würde ich niach sicht meiner probe nicht gehen wollten. im gegenteil, ich würde sie eher vonm eozän bis miozän einordnen. ich habe squalus, scyliorhinus gefunden. wahrscheinlich sind auch galeorhinus mit drin. zwei batoide zähne sind auch vorhanden.
marco
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Hallo,
Kugelzahnfische stehen bei runden Zähnen immer in der Liste der Verdächtigen, aber es gibt zahlreiche weitere Fische mit runden Zähnen. Unter den rezenten Arten kann man sie bei den Meeräschen und Colossoma finden, ebenso bei allen Molluskenfressern. Ohne nähere Angaben lässt sich so etwas kaum präzisieren.
Ich denke das wird bei den Zähnen eh fast unmöglich sein da die ja (im Gegensatz zu Haifischzähnen) nicht sehr unterschiedlich sind..
Gruss
Martin
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gattungen könnte man schon herausfinden. bin aber kein fisch spezialist
marco
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Hi Marco,
schwierig, Eozän / Miozän (wenn zutreffend) ist nicht mein Gebiet, und auch sonst denke ich wird das ein dicker Brocken... da müsste man evtl. in der Palöontologie München nachfragen ob es da nen Spezialisten für gibt...
Gruss
Martin
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ich glaube, die haben davon kaum ne ahnung. ist nicht deren gebiet.
ich werde mich mal an herrn prof. müller in leipzig wenden, der macht ja auch selachierzähne und kommt auch noch aus der gegend.
marco
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Hi,
ich glaube, die haben davon kaum ne ahnung. ist nicht deren gebiet.
Na ja, evtl. wissen die wer da Spezi ist...
ich werde mich mal an herrn prof. müller in leipzig wenden, der macht ja auch selachierzähne und kommt auch noch aus der gegend.
... um so besser :-)
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Prof. Müller wollte ich die Zähne sowieso mal zeigen, ich sehe ihn aber erst Mitte Oktober.
erbse
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um so besser. dann kann er sie besser bestimmen, wenn er sie in der hand hat.
marco
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wie erbse von herrn prof. müller herausbekommen hat, handelt es sich bei dem geschiebefund um sogenannten puddingstein. unter http://www.budstone.de/geschiebe/geschiebe.html#label_32 (http://www.budstone.de/geschiebe/geschiebe.html#label_32) kann man eine erklärung zu diesem geschiebe nachlesen.
marco
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Hallo alle zusammen,
ich war auch dabei als Erbse seine Zähne Prof. Müller gezeigt hat. Seine erste Antwort war tatsächlich Puddingstein. Aber....
Es gibt noch einen zweiten Tertiären Geschiebetyp der in diese Beschreibung passen würde und auch der ist bekannt dafür das er Haifischzähne beinhaltet. Vielleicht ist Puddingstein auch nur ein Synonym für den anderen.
Beschrieben wurde dieser bei Hucke als sog. Echinodermen-Konglomerat (Paläozän).
Grund hierfür ist seine Zusammensetzung. Der Kalk stammt im wesentlichen aus zertrümmerten und verrollten Seeigeln, Seelilien und ähnlichen Tieren. Dazu kommt noch Glaukonit. Und eben die lagenweise angereicherten Haifischzähne.
Gruß
Buteo
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Hatte ich auch schon erwogen, allerdings waren keinerlei Echinodermenreste zu finden.
Gruß, erbse
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Hallo!
Lange ist's her, aber ich ich bin erst jetzt auf Dein Foto mit den Fischzähnen gestossen.
Puddingstein ist Unfug, es handelt sich in der Tat um Echinodermenkonglomerat. Deine Beschreibung ist sehr typisch. Was weiter passen würde sind im ganzen Gestein verteilte Glaukonit-Körnchen und kleine eiförmige Koprolithen (fossiler Kot, wahrscheinlich von Schnecken), die oft massenhaft vorhommen. Auch die abgerollten Haizähne sind oft zu hunderten in einem Geschiebebrocken vorhanden. Man muss allerdings auch hunderte bzw. tausende finden, um an ein paar gut erhaltene ranzukommen...
Ich habe inzwischen tausende Haizähne aus dem Echinodermenkonglomerat und auch viele Fischzähne. Bei Bedarf kann ich gerne eine pdf-Datei zum Thema Fischzähne aus dem Echinodermenkonglomerat zuschicken.
mfg
Joachim
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hallo joachim,
daran wäre ich sehr gerne interessiert.
marco
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hallo Joachim,
ich hätte auch gern die PDF.
Prof. Müller hat mir die Zähne übrigens als unbestimmbar zurückgegeben.
Ich bin aber noch immer auf der Suche nach einem weiteren Brocken, scheint aber im Geschiebe recht selten zu sein.
Grüße, erbse
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Hallo alle zusammen!
Ich bin momentan zu blöd die pdf zu verschicken. Es muss mir einer erzählen, wie das geht, oder ich brauche eure e-mail Adressen.
Grüße Joachim
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Auch ein Hallo von mir an alle,
mich würde die Arbeit auch interessieren :D.
@Joachim: wenn ich es jetzt richtig verstehe willst du die Datei über das Forum versenden? Ich weiß auch nicht, wie und ob das geht, leider. Vielleicht die Computerspezialisten.
Aber: vielleicht hat noch jemand Speicherplatz auf dem Server seiner Homepage, dann könnte der/die diese Datei dort ja eine Zeitlang zum Download deponieren. Sonst wird es für Joachim ziemlich teuer, wenn der Andrang groß ist und er so nett ist und jedem einzelnen diese Datei schickt. Leider habe ich keine Homepage. Oder vielleicht kann man diese Datei (und evtl.) auch andere auf dem Server von Mineralienatlas/Fossilienatlas abspeichern, wenn Joachim damit einverstanden ist natürlich. Was sagt die Administration dazu-auch ganz allgemein, Dateien für den Download zu speichern? Und was meint ihr?
LG Johannes
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hallo joachim,
habe die Datei erhalten, vielen Dank - ein sehr interessanter Artikel.
Ich habe übrigens in meinem Material auch Flossenstacheln gefunden ( ich denke es sind welche ), werde am Wochenende mal ein paar Fotos machen.
Scheint also tatsächlich Echinodermenkonglomerat zu sein.
Danke für die Hilfe,
erbse
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Hallo alle zusammen!
Nochmal zum Echinodermenkonglomerat: Das Zeug ist hier im Norden von Schleswig-Holstein gar nicht so selten, ich habe am letzten Sonntag von der Eckernförder Bucht zwei faustgrosse Stücke mitgenommen, die jetzt in Essigsäure aufgelöst werden. Haizähne sind immer drin. Ich habe auch schon wieder 2 Fischzähne (Eotrigonodon sp.) gefunden.
Mein Rekord war mal ein ca 30 kg Brocken, den ich mir mit einem Kollegen vor Ort in der Kiesgrube geteilt habe. Das Ergebnis alleine aus diesem Brocken waren mehrere Hundert Haizähne, darunter viele gut erhaltene (vor allem die kleinen wie Scyliorhinus sp. etc sind öfter gut erhalten).
Für die Haizähne gibt es einen unverzichtbaren Literaturtip:
REINECKE, T. & ENGELHARD, P. (1997): The Selachian Fauna from Geschiebe of the Lower Selandian Basal
Conglomerate in the Danish Subbasin. - Erratica, 2: 3 - 45, 2 Tab., 6 Taf.; Wankendorf.
Das Teil gibts relativ günstig bei:
www.fossilbuch.de
Grüße
Joachim