Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Langnasenhirsch am 17 Feb 25, 03:53
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Hallo,
ich habe hier mittlerweile einige Artefakte aus Amphibolit, die teils oder ganz mit dem üblichen Algen-Grünbelag überzogen sind (Oberflächenfunde). Teils sind glatte schwarze Verwendungsspuren vorhanden, aber der Grünbelag verdeckt große Teile der Steine, so dass ich nicht weiß, wie weit die Verwendungsspuren gehen. Wie bekommt ihr den Grünbelag schonend weg, ohne das Verwendungsspuren ebenfalls verschwinden? In trockenem Zustand ist der Grünbelag recht hart, Einweichen und dann mit der groben Seite eines Küchenschwamms arbeiten entfernt zwar den Grünbelag, schmirgelt aber auch zu viel von der Oberfläche ab, es ist nun mal kein Flint. Auf Steinmetzseiten findet man nur das Übliche, keine Säuren verwenden usw. Also, wie entfernt ihr schonend den Grünbelag? Oder lasst ihr ihr dran? Besten Dank für die Antworten.
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Hallo,
das wird sich um Moos statt Algen handeln. Probier eine Soda-Mischung (1 Esslöffel Soda auf 1 Liter heißes Wasser).
Reinigen, Präparieren und Konservieren von Mineralstufen (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Reinigen%20und%20Konservieren%20von%20Mineralien)
Mit Wasserstoffperoxid (H2O2) können organische Verunreinigungen (Moose, Algen usw.) entfernt werden. Hierzu wird das zu reinigende Mineral in eine etwa halbkonzentrierte Wasserstoffperoxid-Lösung eingelegt. Die Reaktion ist beendet, wenn keine Gasbläschen mehr aus der Lösung aufsteigen.
Wenn es nur darum geht, die vorgenannten organischen Überzüge und nicht auch noch feinen festsitzenden, mineralischen Schmutz zu beseitigen, kann man sich mit leicht beschaffbarer und recht ungefährlicher Ammoniaklösung behelfen.
Dazu legt man die vorher gut gewässerte Stufe 2-3 Tage in eine Verdünnung aus 2 Teilen 25%iger Ammoniaklösung (Salmiakgeist) und 1 Teil heißem Wasser. In dieser Zeit werden die organischen Substanzen so zersetzt, dass sie sich mechanisch jetzt unter fließendem Wasser gut entfernen lassen.
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Statt mit Chemie anzufangen, egal ob bei Algen oder Moos, würde ich zunächst mit einem Hochdruckreiniger ("Kärcher") arbeiten. Gerade bei Gesteinen wie Amphibolit sehe ich da überhaupt kein Problem. Meiner Erfahrung nach lassen sich derartige Überzüge damit vollkommen problemlos und "porentief" in wenigen Sekunden entfernen.
Viele Grüße,
Helge
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Weiß denn jemand, wie es die Museen machen? Die präsentieren nie veralgte Artefakte, müssen also eine Methode kennen, den Algenbelag schonend zu entfernen, ohne die Farbe oder Oberflächenstruktur der Steine zu verändern.
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Hallo,
organische Ablagerungen lassen sich gut mit einer starken und warmen (60 Grad) Alkalik entfernen. Gewerbespülmittel, Laborglasreiniger, Natronlauge usw. sind geeignet.
Die meisten Gesteine (nicht alle!) vertragen eine solche Behandlung recht gut.
Auch hier gilt "Versuch macht kluch"
Bei der Anwendung müssen selbstverständlich alle einschlägigen Sicherheitsvorschriften beachtet werden.
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Ich kann da Helge nur beipflichten. Ich habe allerbeste Erfahrungen mit Farbsprühpistolen (z.B. von der Firma Wagner) mit Nadeldüsen-Aufsatz gemacht. Die sind wie ein mini-Kärcher, sehr präzise zu handhaben und sie spritzen alles porentief rein, ohne die Oberfläche dabei zu beschädigen. Auch ideal um z.B. zähen Letten aus kleinen Zwickeln, oder poröser Matrix zu entfernen.
Am besten die Stücke zum quellen vorher in lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spüli einlegen. Bei meiner Wagner nutze ich Vollgas bei ca. 30 cm Abstand. Ideal auch um Schlagmarken und Kratzer z.B. auf Malachit Oberflächen zu minimieren, da alle lose anhaftenden Partikel entfernt werden.
Idealerweise mache ich das im Garten, wegen des entstehenden Wassernebels. Notfalls , bei wenigen Stücken, ginge es aber auch in der Dusche. Vorausgesetzt die Frau schaut gerade nicht und man macht alles hinterher wieder sauber. ;)
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mit Nadeldüsen-Aufsatz
Dabei zwingend eine Schutzbrille tragen, denn der Strahl hat ordentlich Power! Man kann damit selbst Calcit spalten und die Splitter will man nicht abbekommen. Auch sollte man sich damit nicht unbedingt auf die Finger schießen...