Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: Sanny am 11 Mar 25, 18:24
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Hallo zusammen,
da ich neu im Forum bin und erstmal schauen muss,wo was hingehört stell ich hier mal meinen 1.Kandidaten ein.Gefunden auf einen brachliegenden Acker.Der Stein ist schon wild aber was aussenrum dranhängt hab ich so auch noch nie gesehen.Denke mal es ist eine Art Mineral oder sowas.Vielleicht kennt das ja jemand :)
LG
Sanny
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Noch ein paar Bilder dazu
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Liebe Sanny,
fange bei deinem Stein erstmal mit dem Einsteigerguid an. :D
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einsteigerguide
Ga grille
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Die Stücke sind ausgewitterte Chalzedone. Könnten bei aufschneiden schöne Achatmusterung zeigen.
Uwe
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Danke für den Tipp,Grille.Lese mich mir später genau durch :)
Danke für deine Hilfe Uwe.Das ist ne Ansage :).Von besagten 2 Steinen oben habe ich noch einen dritten der grösser ist und die Ummantelung noch fast vollständig ist.Diese Steine hab ich weiträumig auf dem Acker gefunden.Zu der Fundstelle an sich werde ich später separat noch genaue Infos schreiben.
LG
Sanny
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Hallo,
meiner Meinung nach ist ein "Kiesel" auf einem Acker nicht die Original Fundstelle. Oder nennen wir es Lagerstätte.
Bin gespannt was es da interessntes darüber zu schreiben gibt. :) (Halden sind zwar auch keine richtigen Fundstellen, aber da ließ sich zumindest noch die Herkunft herleiten, bevor Anwohner anderen Müll und Fremdmaterial drauf gekippt haben).
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Nachtrag zum Fundort: Es handelt sich hierbei um 2 angrenzende Äcker zwischen Münster und Eppertshausen/Hergershausen und liegen brach.Auf den brachliegenden Äckern findet man auf dem 1. Acker vereinzelt verschiedene Steine über die ganze Fläche.Auf dem 2. nebenan hingegen nur über die hälfte bis hin zu Acker Nr.1.Auf anderen brachliegenden Äckern findet man nichts dergleichen.Auf Acker 1 und 2 gibt es ockerfarbene Steine,dieselben in kastanienbraun bis dunkelrot,manche davon "Handschmeichler", und liegen auf der Erde.Gross sind die Funde allerdings nicht.Ich stell mal Bilder davon ein,damit ihr seht,was ich meine.
Es scheint,als habe der liebe Gott auf Acker 1 Steine ausgeschüttet und bis über Acker 2 bis zur Hälfte verteilt.Nur hier und nirgendwo sonst.Da ich Steine dabeihabe,die die noch nicht so knallrot sind,vermute ich,dass diese ockerfarbenen Steine das Ausgangsmaterial sind.Da sie nahezu die selbe Beschaffenheit haben.
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Es scheint,als habe der liebe Gott auf Acker 1 Steine ausgeschüttet und bis über Acker 2 bis zur Hälfte verteilt.Nur hier und nirgendwo sonst.Da ich Steine dabeihabe,die die noch nicht so knallrot sind,vermute ich,dass diese ockerfarbenen Steine das Ausgangsmaterial sind.Da sie nahezu die selbe Beschaffenheit haben.
Der liebe Gott war Trekkerfahrer mit Pflug ::) Ein Acker ist keine geologische Lagerstätte oder Fundstelle. Tut mir leid, wenn ich wieder so böse bin.
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Ein Acker ist keine geologische Lagerstätte oder Fundstelle
Kann er aber manchmal durchaus sein!
@ Sanny:
stimme Uwe zu - dürfte sich um Jaspis/Chalzedon handeln (Hornstein/Chert aber nicht ganz auszuschließen) - jedenfalls eine mikro-/kryptokristalline SiO2-Varietät.
Die Bilder vom "roten" im letzten Beitrag sind leider so klein, dass man (bzw. zumindest ich) keine Details erkennen kann.
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Danke für Eure Antworten :)
Ich mache nochmal Bilder wenn ich nach Hause komme.
Das wird ja jetzt richtig interessant für mich.
LG
Sanny
Hier sind noch ein paar Kandidaten.
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Vandendrieschen: Ich mag direkte Menschen, bin offen für alles Neue,lerne gern dazu und würde tatsächlich gerne wissen,was das auf dem brachliegenden Acker zu suchen hat.
Dass sowas neuerdings in der Landwirtschaft Verwendung findet ist mir neu.
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Hallo,
Steine finden keine Verwendung in der Landwirtschaft. Das sind eher Schädlinge für den Landwirt und sein scharfes Eisen ;)
Feldsteine wurden über hunderte und tausende Jahre durch Überschwemmungen und alte Flussverläufe auf die Felder getragen.
In der Agrarwirtschaft werden Lesesteine auf Äckern halt ab und zu an die Oberfläche und von einer Seite zur anderen gepflügt.
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Wieder was dazugelernt.Danke! :)Soweit ich weiss wurde in dem Gebiet Eisenverhüttung vor hunderten Jahren mal betrieben.Das hat mit den Steinen aber wahrscheinlich nicht viel zu tun.
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...Feldsteine wurden über hunderte und tausende Jahre durch Überschwemmungen und alte Flussverläufe auf die Felder getragen.
In der Agrarwirtschaft werden Lesesteine auf Äckern halt ab und zu an die Oberfläche und von einer Seite zur anderen gepflügt.
Es dürfte wohl umgekehrt sein. Der Ackerboden, den die Landwirtschaft bearbeitet, hat sich über dem geologischen Untergrund gebildet. Daher ist auch die Art und Qualität des Bodens wesentlich vom geologischen Untergrund abhängig. Durch die Bearbeitung und auch z. B. durch Frost-Tauprozesse kommen die schwer verwitternden Teile an die Oberfläche. Da sie die Bearbeitung behindern werden sie von Zeit zu Zeit abgelesen (Lesesteine). Felder können durchaus Fundstellen sein, vor kurzem hatten wir hier erst eine Diskussion über den Skarn von Tirpersdorf. Die Funde von dort sind alles Lesesteine (die erwähnten illegalen Grabungen mal ausgenommen).
Jörg N.
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Danke Jörg.Die Steine hier kann man mit konzentriertem Blick einfach auflesen.
Da müsste der Bauer mir eigentlich "die Füsse küssen",dass die Steine vom Acker verschwinden bevor er da wieder was aussät.Zumindest was obenauf liegt.
Interessant ist es allemal,was da so ans Tageslicht kommt.
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Hessen hat auch ein gutes Geoportal:
https://geologie.hessen.de/mapapps/resources/apps/geologie/index.html?lang=de
Rechts "Geologische Übersichtskarte" abwählen, dann auf den interessierenden Bereich zoomen, anschließend rechts "Geologische Karte 1:2500" wählen. Durch anklicken der interessierenden Stelle bekommt man Informationen über die im unmittelbaren Untergrund anstehenden geologischen Einheiten.
Jörg N.
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Das ist ja cool.Danke nach sowas in der Art hab ich schon gesucht :D ;D
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Hier ist jetzt erstmal der sehenswerte Rest vom Acker-Sammelsurium.
Diesmal ist Ockerfarbenes dabei und "Zusammengequetschtes".Ich hoffe,dass es mit dem Licht geht.
LG
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Der Rest....
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Irgendwie sehe ich nichts anderes als kryptokristallinen langweiligen Quarz ohne irgendwelche Strukturen... was soll daran interessant sein!? Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren...
Gruß Chrisch
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Quarz ohne irgendwelche Strukturen... was soll daran interessant sein!? Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren...
Gruß Chrisch
Die abenteuerlichen Gebilde. Du darfst nicht von uns ausgehen, die es nicht weit haben, in Bergbaugebiete und Steinbrüchen zu sammeln. Wir lassen sowas natürlich liegen
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Sorry, das mag vielleicht nett aussehen, kann man sich auf's Fensterbrett legen, an den Weihnachtsbaum hängen, ist aber mineralogisch trotzdem einfach Quarz und wenn die Diagnose eindeutig ist, ist's damit gut. Über die Form irgendwelcher Quarzkiesel zu diskutieren ist müßig...
Gruß Chrisch
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Glück auf,
Da müsste der Bauer mir eigentlich "die Füsse küssen",dass die Steine vom Acker verschwinden bevor er da wieder was aussät.Zumindest was obenauf liegt.
Im Taunus habe ich Landwirte kennengelernt, die haben aus diesem Kalkül sogar Schürfe auf ihren Brachen gestattet, natürlich unter der Auflage einer sorgfältigen Verfüllung. Leider nicht wirklich üblich, manchmal aber bloß ein Frage der Diplomatie.
Freundliche Grüße
Uwe
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Glück auf,
Es scheint,als habe der liebe Gott auf Acker 1 Steine ausgeschüttet ....
Der liebe Gott war Trekkerfahrer mit ...
@Sanny
Warum und woher hatte er die?
@Juliane
Hoffentlich hat er nur umgesattelt. Man kann mittlerweile ja das Schlimmste befürchten...
@Thema
Meine Einschätzung: hydrothermal oder diagenetisch gebildete mikrokristalline Quarze in einem Sandstein/Grauwacke. Dass sie derart zahlreich in einem engeren Areal vorkommen, dürfte in diesem geographischen Kontext eher mit einem im jüngeren erdgeschichtlichen Verlauf zerfallenen größeren vorher transportierten Block entfernterer Herkunft als mit einem autochthonen Vorkommen zu erklären sein.
Die Herkunft könnte man im Rheinischen Schiefergebirge vermuten, aber da bin ich mir aus der Lameng ziemliche unsicher.
Freundliche Grüße
Uwe
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Danke für eure Statements :)
Vandendrieschen: Altmühltal lag nicht so weit weg,aus dem die meisten meiner Fossilien stammen.Leider hat der Steinbruch mittlerweile geschlossen.
Chrisch: Natürlich steht das bei mir auf der Fensterbank.In unserem Steingarten muss erst zum Frühjahr aufgeräumt werden und meine Vitrinen sind alle voll ;)
LG
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Danke Uwe.Das was ich bis jetzt von den Äckern habe reicht.Man muss es nicht übertreiben ausserdem wird das zu mühselig.Woher die Steine letztendlich da hinkamen kann wie schon geschrieben wurde verschiedene Ursachen haben.Sich mit der Geologie der Heimat mithilfe der App zu beschäftigen,
finde ich schonmal interessant.Da bleibe ich auf jeden Fall dran. :)
LG
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Gerade im sächsischen Granulitgebirge sind Äcker durchaus Fundstellen. Hier treten Chalzedon/Achatadern mitunter an die Obrfläche, wittern aus und werden dann natürlich im näheren Umfeld durch die Bodenbearbeitung verteilt. Fremdeintrag ist unlogisch, wenn es sich nicht um einen überackerten Feldweg handelt, welcher mal mit den Chalzedon/Pegmatit-Lesesteinen befestigt wurde. Letzteres ist von der Rubelitfundstelle von Bräunsdorf bei Limbach/Obeffrohne bekannt. Einige der "Ackerfundstellen", welche schöne Achate gebracht haben sind der Acker links der Stollberger Straße bei Leukersdorf, ein Acker westlich von Witschdorf oder ein Acker bei Grünberg nordwestlich der Augustusburg um nur einige in der Nähe von Chemnitz zu nennen.
Gruß
Uwe
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Vielen Dank Uwe :)
Dass man im heimischen Flachland mal einfach so auf was seltenes/wertvolles stösst,ist wie ein Sechser im Lotto.Ist mir klar.
An sich sind Jaspis/Chalzedon schon schon "aufregend",weil man sowas eben auf unseren heimischen Äckern nicht kennt.
Das kennt man von Youtubern,die im Ausland die Äcker abgrasen und da auch schöne Funde machen.
Da fragt man sich auch,wie das da eigentlich hin kam.Ich vermute,dass besagtes Jaspis wie du geschrieben hast,durch Bodenbearbeitung verteilt wurde.Es sind ja nur kleine Bruchstücke.Evtl.krieg ich den ein oder anderen mal angeschliffen.
LG
Sanny
(Mich zieht es da normalerweise eher in die Berge Österreichs.Je höher desto besser.
Da hat es dann unter anderem grosse Quarzstücke (für die einen Eye-Catcher,für andere bestimmt langweilig)die man aus Flussbetten wuchtet und die dann ihren Platz im Garten finden)
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Hallo Sandra,
Man muss nicht im Ausland die Äcker abgrasen. Bei uns im Saar-Nahe-Gebiet funktioniert das auch ganz gut.
Guck dir doch mal die Videos der Reihe "Die Mineralien der Saar-Nahe Senke" an.
https://www.youtube.com/watch?v=wFuEak1ZYyk&list=PLffYYqFDDjJX_cPa4io5oytQ0rAWM06Fd
Viel Spaß beim Betrachten !
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(Mich zieht es da normalerweise eher in die Berge Österreichs.Je höher desto besser.
Dann bist du eher für die Schweizer Alpen geschaffen um Quarz Gwindel zu bergen.
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Danke für eure Beiträge :)
Uwe: Danke für den Link.Das schaut sehr interessant aus und werde mir die Videos nach und nach zu Gemüte führen.
Vandendrieschen: In der Tat haben die schweizer Alpen einiges an schönen Quarzen zu bieten.Wir fahren ins Ausland um Urlaub zu machen.Das mit dem Sammeln läuft nur nebenbei wenn sich mal die Gelegenheit bietet.Dennoch war ich dort noch nicht und werde das mal auf dem Schirm haben.Danke :)
Ich werde demnächst trotzdem ein Thema zu den gefundenen Quarzbrocken öffnen.Wen es interessiert kann gerne mal reinschauen ;)
LG