Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Schiller am 15 Mar 25, 10:09

Titel: Thorit und Thorianit
Beitrag von: Schiller am 15 Mar 25, 10:09
Hallo,
seit kurzer Zeit beschäftige ich mich mit einer geerbten Mineraliensammlung und versuche mich einigermaßen einzuarbeiten.
Jetzt bin ich auf ein paar Brocken
Thorit und Thorianit gestoßen , die ja radioaktiv sine / sein können . So richtig gute Auskunft habe ich zur Behandlung in der Literatur nicht gefunden.

Muss ich dabei etwas beachten oder sind die völlig problemlos in der Sammlung  ?

VIELEN DANK !!!
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: vandendrieschen am 15 Mar 25, 17:23
Radioaktive Mineralien sind grundsätzlich nie problemlos.
In der Folie stellen sie aber erstmal keine Kontaminierungsgefahr dar.
Statt rumzuraten, sollten Sie sich einen Geigerzähler borgen, um die genaue Aktivität zu messen und die Proben einfach von Lebensmitteln und Schlafräumen fernhalten, wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten.

Viele Grüße
Jule (sammelt Uranmineralien).
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: Schiller am 15 Mar 25, 18:14
D A N K E !!!!

... hm ... wo bekommt man am besten einen Geigerzähler her  !
.... lohnt sich ein Kauf ?  Worauf sollte man dabei achten ?  DANKE  !!!!!!
VIELE GRÜSSE
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: vandendrieschen am 15 Mar 25, 19:39
Hallo,
man kann Geigerzähler mieten, was sich aber meiner Meinung preislich nicht lohnt mit Hin und Rückversand. Abgerechnet wird pro Tag.
Vermietet werden die teuren Gamma Scouts, die für diesen "KrimsKram" overkill sind, soweit ich das auf den Bildern beurteilen kann.
Vielleicht kennen Sie jemanden, (der jemanden kennt), der einen Geigerzähler hat.
Ein Kauf lohnt sich hingegen wieder nur, wenn man häufiger mit Uranmineralien zu tun hat, oder dauerhaft in der Sammlung aufbewahrt.
Einfache Geigerzähler kosten nicht mehr die Welt (ab 50 Euro gibts schon einfache). Die meisten können eh nur Beta und Gamma Strahlung messen. Alpha kann vernachlässigt werden, da die Proben in der Folie sind. Und Alpha nur Profigeräte mit eine speziellen Blende messen können (Zähler mit Gasrohr). Ich empfehle Szintillationszähler.
Szintillationszähler sind empfindlicher und schnell in der Lage, geringe Strahlungswerte zu erkennen und zu messen als herkömmliche Geigermüllerzählrohre mit Gasfüllung. Zudem sind sie preiswerter, sollte ein Kauf in Frage kommen. Die in den Szintillationskristall eindringende radioaktive Strahlung löst im Kristall Lichtblitze aus und das emittierte Licht wird als Maß für die Radioaktivitätsmenge in der Probe verwendet.

Ein Trick, den ich auch schon gemacht habe. Füher gab es bei uns Conrad, die haben Gamma Scouts verkauft und ich habe mir einen Sklodowskit eingesteckt und einfach dort als Teststrahler mal getestet. Vielleicht gibt es bei Ihnen Eletronikgeschäfte, die Geigerzähler verkaufen und die Sie sich mal vorführen lassen können.

VG.
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: Schiller am 15 Mar 25, 21:32
 :) SUPER !!!!! VIELEN HERZLICHEN DANK !!!!!!
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: helgesteen am 16 Mar 25, 12:44
Hallo Jule,

Szintillationszähler sind empfindlicher und schnell in der Lage, geringe Strahlungswerte zu erkennen und zu messen als herkömmliche Geigermüllerzählrohre mit Gasfüllung. Zudem sind sie preiswerter, sollte ein Kauf in Frage kommen.

jetzt hast du mich neugierig gemacht. Kannst Du mir einen Szintillationszähler nennen, der empfindlicher und günstiger als ein GM-Zähler ist?

Danke und viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: Josef 84,55 am 17 Mar 25, 07:35
Hallo Helge,

das Messgerät für Dosisleistung mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis ist meiner Meinung nach der RadiaCode, ein Szintillationszähler mit einem kleinem Kristall und der Möglichkeit zur Gammaspektroskopie. Die verschiedenen Varianten unterscheiden sich in der Qualität der Spektren was aber zum delektieren und Dosisleitung nicht wichtig ist.

Ich habe einen RAYSID mit <8% und bin sehr zufrieden damit. Ich fand mit ihm sogar vergessene Kisten mit Columbit von Hagendorf wieder, obwohl ich schon mehrmals mit guten Messgeräten durch die Sammlung ging (z.B. Berthold LB122). Zum detektieren ist das Gewicht und die Reaktionszeit sehr wichtig.

Zum auffinden von dünnen Belägen oder schwachen Beta-Strahlern wie Uranglas sind Geigerzähler mit großen Fenster sicher besser, wie z.B. GQ GMC-600+, Ranger oder Inspektor von S.E. International.
Gebrauchte Kontaminationsmonitore sind extrem schnell, wären daher gut geeignet, aber der Xenon-Kammern sind oft undicht und die mit Zählgas zu spülenden sind auch kaum mehr brauchbar, da es kein brauchbares Gas mehr gibt, außerdem sind sie schwer.

Viele Grüße, Josef
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: helgesteen am 17 Mar 25, 20:41
Vielen Dank Josef,

das ist sehr interessant. Mir würde der RadiaCode eher zusagen, da er offenbar auch "stand alone" funktioniert, d.h. ohne Smartphone. Im Gelände erscheint mir das praktisch. Weisst Du etwas zur Sensitivität RadiaCode vs. RAYSID?

Viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: Josef 84,55 am 18 Mar 25, 07:19
Hallo Helge,

Der Cäsiumjodit Kristall vom RAYSID ist 5x größer, aber der RadiaCode spricht auch schnell an. Ich hatte einen RC101 und es hat sich mit den neuen Versionen sicher noch einiges getan aber der Kristall ist gleich groß geblieben.
Beim suchen brauche ich kein Display, da reicht mit das Klicken vom RAYSID, was auch skalierbar ist z.B. hört man jeden zehnten oder zwanzigsten Klick. Wenn es nicht zu laut oder zu heiß ist (Temperaturabschaltung), funktioniert das sehr gut.
Man braucht für den RAYSID ein Android-Gerät und man sollte auf diesem das Display vor versehentlichen Betätigen schützen, es gibt leider immer noch eine Schaltfläche, die die GPS-Spur ohne Nachfrage veröffentlicht.

Viele Grüße, Josef
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: Schiller am 24 Mar 25, 11:08
Hallo,
wenn man einen Geigerzähler für Mineralien/Gesteine beschafft, worauf sollte man achten, bzw. was muss das Gerät können ?
- Alpha- , Beta- und Gamma-Strahlung erkennen , wenn man das Gerät an das Gestein hält ???   
- Gibt es günd´stige, vernünftige Geräte ?

VIELEN DANK !!!
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: uwe am 25 Mar 25, 08:06
Ich verstehe die Diskussion, ob man sich für relativ viel Geld einen Geigerzähler zulgene soll, nicht. Schön, wenn man die Radioaktivität eines Sammlungsstückes kennt, was dann? Wir man ein seltenes Mineral dieser Art wegwerfen? Wenn man Bedenken hinsichtlich der Strahlung hat, sammelt man es eben nicht. Übrigens sind die gefährlichen Gammastrahlen bei natürlichen Mineralen eher gering. Das Meiste sind Alpha- oder Betastrahlen und deren Fernwirkung ist gering.

Uwe
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: heli am 25 Mar 25, 09:52
Wenn's piepst kann man das Stück zumindest eindosen.
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: helgesteen am 25 Mar 25, 18:13
Hallo Uwe,

Ich verstehe die Diskussion, ob man sich für relativ viel Geld einen Geigerzähler zulgene soll, nicht.

ich habe einen Großteil meiner Uranerzfunde mit Hilfe eines Geigerzählers entdeckt. Auch Pyromorphite sind im Schwarzwald oft stark radioaktiv. Sie lassen sich mit Hilfe geeigneter Geräte ebenfalls finden.
Ich glaube, solche Anwendungsfälle sind eine hinreichende Begründung, sich für solche Geräte zu interessieren und gegebenenfalls auch Geld dafür auszugeben, oder?

Viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: pseudonym am 25 Mar 25, 20:15
Ich hab den GQ der tuts für mich ....
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: vandendrieschen am 25 Mar 25, 20:40
Ich verstehe die Diskussion, ob man sich für relativ viel Geld einen Geigerzähler zulgene soll, nicht. Schön, wenn man die Radioaktivität eines Sammlungsstückes kennt, was dann? Wir man ein seltenes Mineral dieser Art wegwerfen? Wenn man Bedenken hinsichtlich der Strahlung hat, sammelt man es eben nicht. Übrigens sind die gefährlichen Gammastrahlen bei natürlichen Mineralen eher gering. Das Meiste sind Alpha- oder Betastrahlen und deren Fernwirkung ist gering.

Uwe
Viele kennen keine radioaktiven Mineralien vom Namen her und haben sie wegen der Schönheit in der Sammlung oder auf dem Regal stehen. Man hat ja meist nicht nur eins und möchte die Gesamtstrahlung zur Nachvollziehbarkeit wissen. Ich habe auch anfangs ohne Geigerzähler gesammelt. Ich konnte die einzelne Stücke dann gar nicht mehr einschätzen, ob sie stark oder schwach strahlen. Mit einem Geigerzähler hab ich ein ruhigeres Gefühl.
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: uwe am 31 Mar 25, 08:27
OK, das Finden von entsprechenden Mineralen im Gelände mit Hilfe eines Geigerzählers ist ein nachvollziehbarer Grund zur Anschaffung. Wer allerdings die potentielle Radiktivität seiner Minerale bzw. nicht mal deren Namen kennt, sollte vielleicht besser Briefmarken sammeln?

Uwe
Titel: Re: Thorit und Thorianit
Beitrag von: vandendrieschen am 31 Mar 25, 09:53
Ein nachvollziehbarer Grund ist auch die Strahlung oder Dosis in der Wohnung damit zu überwachen und zu kennen. Um nicht übertrieben viel an Uranmineralien zu sammeln. Eine Autunitstufe ist nicht mit jeder anderen Autunitstufe vergleichbar. Man kann schon mit einer großen Autunitstufe die gleiche Dosis erreichen wie mit 40 Mikromounts oder 10 Kleinstufen. Ich verstehe daher die Ablehnung eines Geigerzählers nicht.

Zitat
sollte vielleicht besser Briefmarken sammeln?
Historische Postkarten und Orden aus dem 2.WK finde ich da schon interessanter.