Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Erledigte Diskussionen - Bilder => Thema gestartet von: Lexikon am 02 May 25, 21:40
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Bild auf ausdrücklichen Wunsch des Einstellers entfernt
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hallo Ben,
kannst du erklären was hier an diesem Stück der Calamit ist (oder sein soll)?
Ich kann leider kein Fossil erkennen - vielleicht bin ich aber auch einfach betriebsblind ;)
ga
oli
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Hallo Oli,
es ist zwar klein, also nur ein Bruchstück, zeigt aber doch deutlich die für Kalamiten typischen vertikalen Rippen. Pflanzenfossilien von diesem Fundort sind sehr selten und leider nur schlecht erhalten, waren aber früher bedeutsam. Durch sie konnte im 19. Jhd. das etwaige Alter des Teplitzer Quarzporphyrs auf Unterperm/Oberkarbon eingeschränkt werden.
Ben
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Hallo Ben,
meinst du die vertikalen Rippeln, die ca. zentral quer über das Stück verlaufen - rechts deutlich ausgeprägt, nach links hin mehr und mehr verflauend?
Die sehen mir aber doch sehr nach Gesteinsstruktur aus, und nicht wie ein Schachtelhalmfossil.
ga
oli
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... da bin ich aber auch gespannt.
Bei schlechter Erhaltung könnte das schon sein .. unten rechts wäre dann sogar eine Blattnarbe und darunter beginnt dann auch wieder das nächste Segemnt.
LG Jörn
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Für eine reine Gesteinsstruktur halte ich das nicht. Leider wird die Erhaltung von rechts nach links immer schlechter, bzw. es fehlt dann der obere Bereich. Die Rippen wirken dort aber so wie abgerissen und ausgefranst.
Ich habe auch schon an eine Blattnarbe gedacht und unten scheint eine weitere Rippenstruktur zu sein - leider aber sehr schlecht erhalten.
LG
Ben
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ich versteh zwar, was du meinst - aber sorry, ich seh da immer noch kein Fossil ...
lg
oli
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Wie würdest Du denn die Entstehung erklären?
LG
Ben
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Wie würdest Du denn die Entstehung erklären?
ich bin kein Geologe - bei meinen laienhaften Erklärungsversuchen würde ich mich nur in die Nesseln setzen :)
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Habe da deutliche Zweifel, für einen gesicherten Schachtelhalm meiner Meinung nach viel zu unregelmäßig und zu "verzweigt" statt parallele Strukturen...
Gruß Chrisch
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Hallo Ben,
was du da gefunden hast, keine Ahnung.
Ohne das Stück in Händen zu halten, wird keine Identifikation möglich sein.
Hab grade in den geol.Karten von Sachsen und deren Erläuterungen von 1915 gestöbert.
Da wird was von "hornsteinartigen Platten" geschrieben, in welchem die Fossilien enthalten sein sollen.
Wie Hornstein sieht dein Stück, erstmal, nicht aus.
Wäre echt genial, wenn man heute, dem "ollen" Geinitz über die Schulter schauen dürfte und sich dessen Kartierungs-Stücke angucken könnte. :(
GA
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Früher wurde das als Tuff-Horizont beschrieben. Nach neueren Erkenntnissen handelt es sich hier eher um eine Sedimentschicht aus einer Art Sandstein, dessen Vorhandensein ruhige Perioden in der Eruptionsgeschichte der Altenberg-Teplice Caldera markiert. Es gibt davon zwei Schichten und es wird beschrieben, dass beide spärliche Fossilienreste enthalten. Die erste Schicht davon ist im Fundgebiet vorhanden. Man findet da neben dem üblichen Quarzporphyr auch einige wenige „Scherben“ davon.
Es ist wirklich schade, dass man sich die Stücke von Geinitz nicht anschauen kann. Seine Veröffentlichung von 1881 enthält nur einige (sicher geschönte) Zeichnungen. Daher wurden seine Bestimmungen dann später von Gothan bis auf eine Ausnahme (eben Calamites) nicht bestätigt und als unbestimmbare Pflanzenfossilien eingeordnet.
Mag sein, dass das gefundene Stück doch kein Kalamit ist, aber irgend ein Fossil scheint es zu sein, das ist nicht einfach nur eine Gesteinsstruktur.
GA
Ben
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Das sind "Fußspuren" von Wasser.
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Ich habe noch mal einige Fotos gemacht, welche etwas plastischer sind und auch besser zeigen, wie klein das Stück eigentlich ist. Man sieht nun die Rippen deutlicher und auch, dass diese nicht einfach mehr und mehr verflauend sind, sondern doch ziemlich abrupt enden. Ab da fehlen sie einfach teilweise oder komplett und haben nur noch einen ganz leichten Abdruck hinterlassen. Die Rippen sind nach unten auch relativ scharf abgegrenzt. Wie von Jörn ebenfalls schon vermutet, scheint sich dort eine Blattnarbe zu befinden. Weiter unten sind die Rippen des nächsten Segments leider nicht mehr vorhanden, haben aber (wie oben auch) trotzdem noch einen ganz leichten Abdruck hinterlassen, das zeigt das dritte Foto.
GA
Ben
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hallo an alle Mitdiskutanten,
das habe ich von einem Geowissenschafter, der das Thema gesehen hat, per PM dazu erhalten:
das sind Bruchstrukturen, die bei Belastung eines homogenen feinkörnigen Gesteins entstehen. Sind auch oft muschelförmig und geben dann Anlass zu entsprechender fossiler Verwechslung.
lg
oliver
p.s., @ Ben:
Mit deinem Einverständnis würde ich das Bild entsprechend umbenennen, und als lehrreiches Beispiel auf die Pseudofossilien-Seite stellen.
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Wir warten mal noch, ob jemand eine Meinung dazu hat, denn ich bin trotzdem noch nicht ganz überzeugt. Das sind ein paar Zufälle zu viel.
Ansonsten möchte ich es aber lieber ganz rausnehmen.
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Hallo Ben,
nein, das sind keine Zufälle :)
Ich kenne solche Strukturen auch aus dem sehr feinkörnigen, dichten "Ernstbrunner Kalk" (Oberjura) aus Ostösterreich, hab aber leider kein Foto davon.
Und der "externe Kommentator" hat auch ein Vergleichsbild mitgeschickt (das ich aber, da es ja nicht meines ist, hier nicht hochladen kann).
lg
oliver
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10 Egschperten 10 Meinungen. Das ist eine Laune der Natur. Ab damit auf die Pseudofossilien Seite.
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@Oliver
Könntest Du mir das Bild sonst gelegentlich mal direkt zusenden, da Du es hier nicht reinstellen kannst? Das würde mich brennend interessieren.
LG Ben
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sh. mail
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Ansonsten möchte ich es aber lieber ganz rausnehmen.
gut, das ist dann deine Entscheidung - im Lexikon wär das Bild aber durchaus nützlich. Einerseits als Beispiel für Druckstrukturen, andererseits, weil man dann bei ähnlichen Fragen darauf verweisen könnte.
ga
oli
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Ich hätte ein Fossil die ganze Zeit nicht ausschließen wollen, aber nach den neuen Bildern kann man das, denke ich, bedenkenlos tun. In der Schattierung sieht es wirklich nach Schlagmarken bzw. Bruchkanten aus und auch die "Blattnarbe" wirkt nun nicht mehr biologisch, sondern anderweitig entstanden.
LG Jörn
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Ich danke euch allen sehr für die lebhafte Diskussion und eure Bemühungen. Genau so soll es sein und es hat mir Freude bereitet. :D
GA
Ben
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ist zwar jetzt eh nebensächlich, weil das Bild entfernt wurde - habe aber die Erlaubnis bekommen, das Vergleichs- bzw. Beispielsbild im MA hochzuladen. Also für alle, die es interessiert:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1746803003.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1746803003.jpg)
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Ein schönes Artefakt - ganz typische Absplitterungen durch den Hammerschlag rechts! ;D Würde auf einen dichten Kalkstein tippen...
Gruß Chrisch
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Absplitterungen durch den Hammerschlag rechts!
jup - den Hab ich mir gespart, obwohl in der Originalbeschreibung erwähnt
Würde auf einen dichten Kalkstein tippen
steht eh in der Bildbeschreibung und Zuordnung ;D