Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: Falk am 16 Jun 25, 14:31
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Hier habe ich noch ein Gestein was ein schönes graues Pigment liefert. Fundort Glasberg bei Titisee-Neustadt/Schwarzwald, Strich grau, Härte 2 - 3, spröder muscheliger Bruch, fettig glänzend, Karbonattest negativ.
Grüße
Falk
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wird wohl Graphit sein
ga
oli
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Hm, Wiki schreibt, dass der Strich glänzend ist. Bei mir ist er eher mattgrau. Und die Härte passt auch nicht recht, Graphit soll weicher sein. Vor allem ist das Gestein recht spröde und splittert ab beim brechen.
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Härte fiel mir auch auf, ist aber logisch - es handelt sich ja anscheinend nicht um reinen Grafit, sondern als Gestein mit mehr oder weniger anderen Bestandteilen vermengt. Gleiches gilt dann auch für den Strich.
Nach deiner ersten Beschreibung fiel mir eben Grafit ein, es gibt aber sicher mehrere Möglichkeiten, z.B. div. Mn-Oxide.
Ich bin mit den geologischen Bedingungen im Fundgebiet nicht vertraut, sonst könnte man es sicher leichter eingrenzen.
ga
oli
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Mangan ist ne gute Idee, könnte sein. Gibt's sicher einen Nachweis für. Die LGRB-Geokarte für das Gebiet gibt Paragneis an. Das sagt mir nun nicht viel.
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Hallo,
am Glasberg gibts ziemlich sicher keinen Graphit, auch Mangan kommt dort nicht vor. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um "ausgewalzten" Glimmer, Muskovit und Biotit, aus dem stark folierten Gneis.
Beste Grüße,
Helge
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Aha, ok, ist das dann so ne Art verwitterter Glimmerschiefer? Weil eine Gneisstruktur konnte ich nicht erkennen, auch an der Bruchfläche war das Gestein schwarz.
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aber sollten die Glimmer nicht eine "weiße" Strichfarbe haben?
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Hier mal der Strich und die Farbe des Pulvers.
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hm - Strich dunkelgrau, aber das Pulver ganz hell - ist irgendwie seltsam .... eigentlich sollten die doch die +/- gleiche Farbe haben ??
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Vermutlich hatte überwiegend die Oberfläche die dunkle Färbung, und im Inneren war ein hoher Quarz- und Feldspatanteil.
Grüße,
Helge
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Das ist Phylit
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Und wieder einmal: vergesst bei Gesteinen die Härte und die Strichfarbe (die sind für die Mineralbestimmung relevant, aber nicht bei Gesteinen)! Man weiß bei Mineralgemischen (und das sind nun mal Gesteine!) ja fast nie, welches Korn (welche Körner) gerade bestimmt wird (werden). Deswegen verwirren solche Angaben nur noch mehr! Gesteine bestimmt man anhand von Mineralbestand und Gefüge, manche (magmatische) auch über die Chemie.
Das ist mit Sicherheit kein Phyllit, sondern Gneis (bis ev. Glimmerschiefer), wenn auch ziemlich tektonisch mitgenommen. Und dieser kann sehr wohl entweder Graphit oder ev. auch Magnetit beinhalten! Aber das weiße Pulver und der schwarze Strich machen mich auch stutzig. Ist vielleicht nur feinster Biotitabrieb?
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Das ist mit Sicherheit kein Phyllit, sondern Gneis (bis ev. Glimmerschiefer), wenn auch ziemlich tektonisch mitgenommen.
Aber das weiße Pulver und der schwarze Strich machen mich auch stutzig.
Mit "Sicherheit" und trotzdem stutzig. Wieder nichts eindeutiges. Wenn die Welt schwarz weiß wäre, wäre alles einfacher.
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Und wieder einmal: vergesst bei Gesteinen die Härte und die Strichfarbe (die sind für die Mineralbestimmung relevant, aber nicht bei Gesteinen)! Man weiß bei Mineralgemischen (und das sind nun mal Gesteine!) ja fast nie, welches Korn (welche Körner) gerade bestimmt wird (werden). Deswegen verwirren solche Angaben nur noch mehr!
Klingt erstmal logisch.
Gesteine bestimmt man anhand von Mineralbestand und Gefüge, manche (magmatische) auch über die Chemie.
Nur wie bestimme ich denn die Minerale in den Gesteinen, wenn Strich und Härte usw. nicht gehen und ich die Minerale nicht kenne?
Das ist mit Sicherheit kein Phyllit, sondern Gneis (bis ev. Glimmerschiefer), wenn auch ziemlich tektonisch mitgenommen. Und dieser kann sehr wohl entweder Graphit oder ev. auch Magnetit beinhalten! Aber das weiße Pulver und der schwarze Strich machen mich auch stutzig. Ist vielleicht nur feinster Biotitabrieb?
Nu ist wieder alles möglich...
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Im Zweifelsfall mittels Röntgenpulverdiffraktometrie (qualitativ/quantitativ) oder an Dünnschliffen mit Polarisationsmikroskop. Für die Nutzung als Farbpigment stellt sich aber die Frage, ob ein solcher Aufwand überhaupt nötig und gerechtfertigt ist...
Gruß Chrisch
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Für die Nutzung als Farbpigment stellt sich aber die Frage, ob ein solcher Aufwand überhaupt nötig und gerechtfertigt ist...
Sicher nicht. Ich bin nur überrascht, dass es doch schwieriger scheint als ich mir das vorgestellt hatte und man letztendlich auf teure Analysetechnik zurückgreifen muss...
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Mit guten lokalen geologischen Kenntnissen und Recherchen läßt sich oft viel Aufwand sparen, aber selbst dann bleiben die Nebenkomponenten oft auf der Strecke. Nicht umsonst gibt es die Spezialdisziplinen Petrographie/Petrologie...
Gruß Chrisch