Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Sonstige Fossil-Themen / Other fossil themes => Geologisch-paläontologische Themen (Stratigrafie, Formationen, Sedimentation..) => Thema gestartet von: Hotzenplotz am 02 Jul 25, 15:29
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Hallo an diesem heissen Tag!
Das Bild anbei zeigt ja wohl einen Belemniten (ca. 4cm lang)
Frage: ist der plattgequetscht, und woher können die Vertiefungen stammen? Haben sich da mal Quarzkörnchen reingedrückt, oder sind es gar Bissspuren?
Danke!
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hallo,
plattgequetscht nicht, aber anscheinend erodiert.
Vertiefungen: keine Bissspuren, aber vermutlich schon ein Spurenfossil - wir haben irgendwo im Lexion Vergleichsbilder, ich schau mal ....
edit:
jup, Rogerella, Ätzspuren von Cirripediern sh. hier:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/FossilData?fossil=Rogerella
Hast du einen Fundort zu dem Stück? Dann wär das Foto was fürs Lexikon ....
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Auf Ätzspur muss man erst mal kommen als Laie. Danke für die Info!
Da es sich um eine größere schwere Platte handelt, von wo das Bild stammt, hab ich sie ein wenig zurechtgeklopft.
Glück gehabt, und es ist ein handtellergroßes Stück entstanden, auf dem alle sonstigen Belemnitenreste (zähle acht) versammelt sind.
Der bereits gezeigte Belemnit ist dabei gebrochen, was sich aber wieder nahtlos kleben lässt. Dadurch kann man aber den Querschnitt des Teils betrachten, und der ist meiner Meinung nach klar oval (siehe Bilder A und B)
Was mich wieder zur Frage bringt, ob das Tier immer oval gestaltet war, oder nach dem Ableben gequetscht wurde.
Auf dem Bild C sieht man einen Belemnitenrest, der sogar etwas gebogen auf der Grundfläche aufliegt.
Die Bilder D und E zeigen einen weiteren Belemnitenrest.
Wenn was fürs Lexikon dabei ist, kanns gern verwendet werden. Laut Zettel des Sammlers ist der Fundort SAD West/'Messerschmidt'.
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hallo Marian,
Bild A finde ich interessant - da ist der Querschnitt wirklich deutlich oval, was ich nicht erwartet hätte.
Gequetscht kann ich mir bei den Calcit-Rostren trotzdem nur schwer vorstellen - hm ....
Es gibt aber auch Arten mit Rostren, die schon im Originalzustand deutlich unregelmäßig/asymmetrisch sind, ohne nachträgliche Deformierung (die natürlich vorkommen kann, aber da sind es meistens Brüche/Verschiebungen oder scheinbare "Biegung" durch mehrere feine hintereinanderliegende Brüche/Risse und Versatz entlang dieser).
Von den "original asymmetrischen" haben wir aber, glaub ich, leider kein Bild im Forum. (ich erinnere mich an eine od. mehrere Abbildung/en in einem Buch von A.E. Richter - weiß aber nichteinmal noch, ob das das Südfrankreich-Buch, oder das "allgemeine" Bestimmungsbuch, oder sonst irgendeines war).
Wenn was fürs Lexikon dabei ist, kanns gern verwendet werden
Fein! Aber da die Bilder im Forum zur Anzeige deutlich komprimiert werden, wäre, wenn ichs ausm Forum runterspeichere und dann im Lexikon hochlade, ein feststellbarer Qualitätsverlust zu verzeichnen - willst du nicht das Bild aus dem ersten Beitrag selber ins Lex hochladen??
Fundort: SAD West/'Messerschmidt' sagt mir leider nichts - keine Ahnung wo das ist, oder was damit gemeint sein könnte ....
lg
oli
edit:
hm - oder doch nicht so oval wie es scheiint?
Wenn ich Bild A vergrößere, sehe ich auf ca. 6 Uhr einige Calcit-Strahlen, die deutlich über die scheinbare Begrenzung hinausreichen - könnte da (evtl bei einer Umlagerung?) etwas Sediment (oder auch nur die am frischen Anbruch erkennbaren Fe-Oxide) in einen der (auch schon am ersten Bild erkennbaren) Risse eingedrungen sein, und den dahinter liegenden teil des Querschnittes randlich verdecken??
Und die eindeutig anerodierte "Oberseite" (die am Bild im ersten Beitrag, aber auch auf Bild E gut zu erkennen ist) verstärkt dann natürlich diesen Eindruck.
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Die meisten Belemniten sind nicht rund:
Schlegelmilch 1998 "Die Belemniten des süddeutschen Jura".
Schlegelmilch zeigt Querschnitte von rund bis eckig.
VG Klaus
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Es ist jetzt auch geklärt, wo der vorbezeichnete Fund herkommt: SAD steht für Schwandorf.
(Auch der Begriff Messerschmidt ist geklärt. Auf den 'Fundvideo' im Datennachlass des Sammlers spricht er von einer Notlandung in der Nähe des Fundortes während des Krieges)
Ebenfalls aus der näheren Umgebung stammt eine Tüte aus dem Nachlass mit einzelnen Tütchen auch mit Belemnitenresten, mit dem Vermerk Schlämm. Das hab ich fotografiert, und stells mal rein. Die Größenangaben reich ich nach....
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hier der Rest
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und Ende
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Das Video (Vom Absturz der Messerschmidt) und der Fundortzettel dürfte damit wertvoller sein als die Belemniten selbst.
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Jule, dein altes Problem: lies mal sorgfältig, was im Beitrag steht:
"Auf den 'Fundvideo' im Datennachlass des Sammlers spricht er von einer Notlandung in der Nähe des Fundortes während des Krieges"
Und zudem gings hier nie um irgendeinen Wert, sondern um die wissenschaftlich interessanten Ätzspuren ... ::)
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Vielleicht hat er die Notlandung oder das Flugzeug mit auf dem Video gefilmt. Und trotzdem. Ist es was außergewöhnliches, was so ein Sammelobjekt historisch interessanter macht.
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Ist das Ding (7cm lang, 2cm breit) auf den Bildern 1-3 überhaupt ein Belemnit? Es ist auch wieder ziemlich platt, aber auch Erosion als Grund fürs Ovalsein ist wohl erkennbar.
Generell dem Begriff Schlämm nach handelt es sich laut Internet um Auflösen in Wasser und Sieben. Was ich da hab ist also Siebgut?
Warum sind einige Belemniten darin ziemlich glatt, und andere so ramponiert aussehend?
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Auf Bild DSCN5303.jpg ist ein flaschenförmiges Objekt abgebildet.
Das könnte auch der Stachel eines Seeigels sein.
VG Klaus
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Das könnte auch der Stachel eines Seeigels sein.
also ich seh da nirgends einen Seeigelstachel ...
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also ich seh da nirgends einen Seeigelstachel ...
Auf dem Bild ganz rechts.
Bei Schlegelmilch finde ich keinen Belemniten mit dieser auffälligen Form.
Es gibt aber Seeigelstacheln, die solche Formen haben, auch ganz glatte, siehe Quenstedt Petrefaktenkunde Band 3.
Eine Größenangabe zu dem Teil wäre hilfreich.
VG Klaus
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ich weiß schon welchen du meinst.
das ist aber (m.E.) sicher kein Stachel.
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Das Teil auf dem vorletzten Bild rechts misst 2cm Länge und 4mm Dicke
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Das würde zu einem Stachel passen.
VG Klaus
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Nur zur Ergänzung:
Dieser dünne kleine Ammonit, Durchmesser ca.3cm) stammt ebenfalls aus dem gleichen Fundkonglomerat:
die feinen Rillen haben sehr was von Elegant
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Es könnte sich um einen Oxycerites handeln.
Oxycerites ist bis uns Bajoicum nachgewiesen.
VG Klaus
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Noch ein Vor-Ort-Originalbild aus dem Nachlass mit erodiertem Belemniten und hübscher Muschel: