Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: cinnabarit am 06 Jul 25, 13:12
-
Hallo liebe Sammler-Kollegen. ;D
Ich habe eine Scheibe Rhodochrosit (ca.10cm breit) erstanden, mit mutmaßlicher As-Mineralisation.
Da es leider gar keinen Zettel gibt habe ich keine Ahnung woher dieses Stück stammen könnte,
meine Anfangs-Vermutung war Rumänien.
Kennt jemand vergleichbare Stücke? Und einen Fundort?
Habe auf Anhieb nichts vergleichbares gefunden
Ich habe auch im Hinterkopf dass es evtl. etwas zusammengebasteltes ist, aber es sieht eigentlich erstmal authentisch aus (Hat natürlich nichts zu heißen!)
Aufgefallen ist mir eine teils recht dicke Epoxy-oder Lack-Schicht an der Außenseite welches evtl. zur Stabilisierung vor dem Schneiden aufgetragen wurde.
Die Schnittflächen selbst sind auch nicht besonders poliert, evtl. weil das Material empfindlich ist.
Kann mir jemand mehr zu dem Stück sagen?
Vielen Dank im Voraus!
Max
-
Hallo.
Härte der Scheibe ?
Sieht irgendwie nach Amethyst aus, zumindest Teile der Scheibe !
Loismin
-
Hallo Loismin.
Danke für die schnelle Antwort :)
Es lässt sich gut mit einem Messer ritzen, ich denke Quarz kann ich bei den rosa Schichten ausschließen.
Allerdings ist die äußere, graue Lage mit den As-Mineralien Quarz, diese ist bedeutend härter.
Und Rhodo mit Quarz in dieser Art gibt es ja bspw. in Rumänien.
Beste Grüße!
-
Hallo aus Mittelfranken
Sieht für mich wie eine Scheibe aus Capillitas, Argentinien aus : die lagige Ausbildung des Rhodos ist recht typisch und zumindestens sind von Capillitas auch Realgar und andere Arsensulfide bekannt
Glück Auf
Thomas
-
Hallo Thomas.
Danke für deine Einschätzung!
Über die As-Mineralisation von der Capillitas bin ich auch schon gestolpert...Aber mich stört dabei an meinem Stück die vermeintiche Quarz-Lage außen, ich habe den Eindruck dass die Stücke aus Capillitas eben keine solchen Quarz-Lagen haben oder?
Zumindest fällt mir kein solches Stück ein welches ich bisher gesehen habe, daher hatte ich den Gedanken mit der Capillitas wieder verworfen. (Lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren! 8) )
Beste Grüße,
Max
-
Hallo Max
Ja, Quarz auf Rhodochrosit habe ich von dort auch noch nicht gesehen, aber Capillitas ist ja ein größeres Grubenrevier, also warum nicht ? Wenn man mal "Rhodochrosite Slab Capillitas" googelt, dann findet man einige ungewöhnliche und seltene Paragenesen von dort, beispielsweise ganz von Schalenblende ummantelte Rhodochrositbrekzien...
Also warum kein Quarz ?
Andere Frage : Du wohnst in Hösbach ? Da komme ich öfter mal vorbei. Vielleicht können wir uns da ja mal treffen?
Herzliches Glück Auf
Thomas
-
Hallo Thomas.
Nun da hast du natürlich auch wieder recht, auszuschließen ist das nicht! ;)
Finde das Stück in dieser Ausprägung doch recht charakteristisch, so dass ich mir eigentlich fast sicher war dass jemand etwas näheres weiß.
Werde das gute Stück demnächst auch mal zur Analyse mitnehmen und mal schauen was da im Detail so drinnen ist.
Zur anderen Frage: Das können wir machen, wohne mittlerweile im Nachbarort (Goldbach). Wir haben uns auch schonmal irgendwann kurz kennengelernt, meine in Aschaffenburg auf der Börse ;)
Beste Grüße,
Max
-
Guten Abend zusammen!
Nun hatte ich gerade die Möglichkeit das Stück mal zu analysieren (zumindest die Chemie).
Es handelt sich einwandfrei um Rhodochrosit, mit teils bräunlichen eisenreichen Rhodochrosit-Lagen dazwischen (könnte man als Capillitit ansprechen). Außen ist Quarz in dem der Realgar sitzt. Einige eingeschlossene Erzkörnchen haben wir auch gleich mit analysiert. Gefunden wurden Cu-Ag-Sulfide, Cu-Bi-Sulfide (vermutet wurde evtl. Emplektit), Pyrit und Arsenopyrit. Ich finde da könnte die Einschätzung von Thomas mit Capillitas als Fundort doch gut dazu passen.
Was meint Ihr dazu?
-
Ab wann stand die Lagerstätte eigentlich im Abbau bzw.wurde sie entdeckt?
-
In diesem PDF: https://repositorio.segemar.gob.ar/bitstream/handle/308849217/1316/09%20-%20Rodocrosita%20Mina%20Capillitas.pdf?sequence=1&isAllowed=y (https://repositorio.segemar.gob.ar/bitstream/handle/308849217/1316/09%20-%20Rodocrosita%20Mina%20Capillitas.pdf?sequence=1&isAllowed=y) steht, dass die Vorkommen schon zu Inkazeiten bekannt waren.
-
Hallo Michael.
Laut Lapis-Artikel von November 2000 wurde das Vorkommen von Capillitas schon ab 1856 genauer erkundet, also auch schon ein Klassiker ;D
Mega interessantes Stück von dir, insbesondere natürlich das Etikett ist der Knaller! :o
Beste Grüße!
-
Günter hat natürlich recht, das Vorkommen an sich ist wohl schon viel länger bekannt! Schätze ab 1856 wurde aber dann eben langsam begonnen das wirtschaftlich abzubauen, vielleicht hat hier natürlich noch jemand nähere Informationen :)
-
Das Jahr 1856 steht auch in dem PDF, das ich verlinkt habe. Zwischen den Inkas und 1856 haben wohl auch die Spanier dort nach Gold gesucht.
-
Wieder ne Bildungslücke geschlossen…. Danke . Das abgebildete Stück ist recht alt aber ich denke in typischer Paragenese sollte tatsächlich Stufe und Etikett zusammenpassen. Da ich Klassiker mit alten Etiketten sammel war der Tausch doch ganz ok .
-
Meint ihr der Fundort meines Stückes ist somit sicher genug um ein Foto davon ins Lexikon zu packen und der Fundstelle zuzuordnen? ???