Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Horne am 24 Jul 25, 16:59
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Hallo,
auf meiner Suche nach paläologischen Artefakten in einer Kiesgrube im Süden Sachsen-Anhalts fand ich diese zwei ansehnlichen Kiesel.
Das eine ist ein Amethyst. Das andere, gebänderte Stück ist von der Härte her auch ein Quarz. Kann man das als Achat bezeichnen, mit seiner Bänderung? Oder ist gebänderter Gangquarz die richtige Bezeichnung? Die Reflexionen kommen vom Schliff, den ich veranlasst habe.
In den Kiesen der Grube ist eine bunte Mischung aus nordischem Geschiebe und Flussgeröll aus den ostdeutschen Mittelgebirgen. Amethyst kenne ich aus dem Erzgebirge, wobei mir, als Laien, noch nicht so große Kristalle untergekommen sind. Ist es eventuell hier einem in der Region kundigen möglich, die Herkunft zu bestimmen? Ich meine, die unterschiedlichen Vorkommen zeichnen sich auch durch verschiedene Merkmale aus.
Noch interessanter wäre, wenn jemand die Herkunft des gebänderten Stückes lokalisieren könnte.
Glück Auf!
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Glück Auf!
und herzlichen Glückwunsch zu den schönen Funden. Wie schon richtig erkannt, handelt es sich um einenen abgerollten, zonar aufgebauten Amethystkristall. Das zweite Stück ist eine Quarzbänderung. Das Einzugsgebiet der Fundstelle ist groß. So groß, dass viele Herkunftsorte in Frage kommen. Den Stücken fehlen einzigartige Merkmale, die die Herkunft stark genug einschränken. Quarzbänderungen, wie sie bei dem Stück zu sehen sind, findet man quer durch das Erzgebirge und in Teilen des Vogtlandes. Man wird allerdings kaum Dokumentationen von solchen Gängen finden, da sie vielmals mineralogisch und mineraliensammlerisch zu wenig interessant sind. Erst wenn man selber viel im Gelände unterwegs ist und auch abseits bekannter Fundstellen nach minerlogisch/geologisch interessantem Material schnüffelt, stößt man doch häufiger auf die in der Dokumentation unterrepräsentativen Bildungen. Auch bei dem Amethyst gibt es mehrere Möglichkeiten, wobei einigen Vorkommen im Westerzgebirge wohl die höchsten Wahrscheinlichkeit zukommen. Bei der Zuordnung von Geröllfunden zu Herkunftsorten muss man auch beachten, dass die Herkunft ein heute bereits abgetragener Teil der Erdkruste ist. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass die noch vorhandene Struktur (z.B. Gang) im Aufbau und Erscheinungsbild dem Fundstück gleicht oder dass überhaupt noch Material ansteht, von dem das Geröll abstammt.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo Max!
Vielen Dank für deine Antwort. Den gebänderten Quarz kann man wohl als Sardonyx bezeichnen?
Glück Auf!
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Würde ich nicht. Erstens ist "Sardonyx" ja auch nur wieder eine farbdefinierte (!) "Varietät" von Achat (also eigentlich eine überflüssige bezeichnung), und zweitens wäre dein Fund ja eher als Bänderquarz zu bezeichnen, wie Max schrieb - da passt also "Sardonyx" doppelt nicht.
ga
oli
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Hi Oliver,
Kunsthistorisch ist der Begriff Sardonyx relevant. Die Lagensteine (Achate mit gut separierten zwei- und mehrfarbige Farblagen), aus denen Griechen und Römer ihre großartigen Gemmen graviert haben, werden von Historikern konsequent als Sardonyx bezeichnet.
Desweiteren bezeichnet der Begriff "Sarder" braune Achate, der Begriff "Onyx" schwarze Achate.
Gruß von Klaus
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hallo Klaus,
ist mir schon klar - kunsthistorisch etc. ja, aber rein mineralogisch würde ich sagen nein. Wobei Onyx und Sarder m.E. ja noch relativ geläufig sind, die Kombination daraus - naja, kann man sehen wie man will.
Davon abgesehen triffts ja auf das fragliche Stück - da kein "echter" Achat - ohnehin nicht zu.
lg
oli