Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: stampomaniac am 10 Aug 25, 11:47
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Moin moin,
ich bräuchte mal dringend eure Hilfe. Ich habe einige Kilo rohe, geschnittene Scheiben von sogenanntem "Bumblebee"-Jaspis von Java gekauft, unwissend das es sich eigentlich gar nicht um Jaspis, sondern um Schwefelgesteine, genauer gesagt Auripigment in grauem Kalkstein, handelt. Auripigment besteht wohl in der Hauptsache aus Arsensulfid und ist sehr giftig.
Ich hörte das die im Handel befindlichen Trommelsteine, Cabouchons usw. vor dem schleifen irgendwie imprägniert werden, um das austreten von Giftstoffen zu verhindern.
Wie kann uns sollte ich mich bei der Bearbeitung (nassschleifen und polieren) schützen?
Müssen diese Steinscheiben vor und oder nach der Bearbeitung imprägniert werden und womit?
Muss man beim Verkauf einen Gefahrenhinweis bzw. einen Hinweis zur Lagerung mit liefern?
Wer kennt sich mit diesen Steinen aus und kann mir diese Fragen beantworten???
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aber geh - auf einer Heilsteinseite hab ich dazu gefunden:
"Steigert die Vitalität, Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Durchhaltevermögen - Wirkt aufmunternd und bringt Wohlbefinden"
Kann also nur gesund sein ....... >:D >:D >:D >:D
(Zynismusmodus aus)
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aber geh - auf einer Heilsteinseite hab ich dazu gefunden:
"Steigert die Vitalität, Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Durchhaltevermögen - Wirkt aufmunternd und bringt Wohlbefinden"
Kann also nur gesund sein ....... >:D >:D >:D >:D
(Zynismusmodus aus)
Hast du auch einen hilfreichen Modus?
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aktuell leider nicht - versucht hätt ichs, hab aber nix Vernünftiges gefunden.
ga
oli
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Es gibt einige sehr giftige Arsenverbindungen, weshalb viele Menschen zu der Annahme neigen, dass ein Mineral, das Arsen enthält, giftig sein muss. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn um schädlich zu sein, muss das Arsen vom Körper aufgenommen werden.
Auripigment ist weder in Wasser noch in schwacher Magensäure löslich. Wenn Sie „Orpiment“ und „Suicide“ googeln, finden Sie einen medizinischen Fachbericht über einen Mann, der versuchte, sich durch das Verschlucken einer Tasse Auripigment das Leben zu nehmen. Das einzige, was er dadurch bekam, war eine sehr schwere Verstopfung. Man muss sich also nicht so sehr vor Auripigment fürchten.
Es gibt jedoch eine Komplikation: Ein Großteil der gelben Farbe im sogenannten „Bumblebee Jaspis“ stammt nicht vom Auripigment, sondern von sehr fein verteiltem Realgar in einer Kalzitmatrix. (Denken Sie daran, dass Realgar rot ist, sein Pulver jedoch gelb.) Die Matrix würde sich in der Magensäure auflösen und das pulverisierte Realgar freisetzen.
Die Antwort auf Ihre ursprüngliche Frage, wie Sie sich und andere schützen können, ist einfach: Nicht essen. Mineralien werden am besten außerhalb des menschlichen Körpers genossen. Es kann Ihnen überhaupt nicht schaden, es einfach in der Hand zu halten oder in Ihrer Glasvitrine aufzubewahren.
Und natürlich sollten Sie den Staub beim Schleifen des Steins nicht einatmen. (Am besten im nassen Zustand arbeiten.) Das ist jedoch für jedes Mineral ein guter Rat, nicht nur für Arsenmineralien. Sie sollten auch keinen Quarzstaub oder Malachitstaub einatmen. Wenn Sie gesund bleiben möchten, müssen alle Arten von Staub von der Lunge ferngehalten werden.
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Zwar sollte man wie immer bei diesen Diskussionen die Kirche im Dorf lassen - ABER...
Siehe das Sicherheitsmerkblatt für den Umgang mit Orpiment/Auripigment, wenn es als (feinpulvriges !) Farbpigment verwendet wird: https://www.kremer-pigmente.com/elements/resources/products/files/10700_SHD.pdf
Träfe also auch auf "trockene" Bearbeitungen zu.
Dann zu dem von Alfredo angesprochenen Bericht, der zu seiner Bewertung führt, Orpiment sei harmlos (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0736467912002375).
Es wurde in dem Fall 84g eines pulverisierten Minerals (Orpiment) verschluckt. Verschluckt, nicht als Staub eingeatmet oder auf der Haut aufgebracht!
Der Bericht sagt aus: "Our experience demonstrates that massive ingestion of a poorly soluble inorganic arsenic compound can be successfully managed with gastrointestinal decontamination alone without chelation, provided that the patient remains asymptomatic during close clinical monitoring."
Also nur ein bisschen Übelkeit und Verstopfung war es nicht, denn "the patient was managed with whole bowel irrigation with a polyethylene glycol solution, maintenance intravenous hydration, and observation on a telemetry unit." (komplette Magen-Darm-Spülung, dadurch also eine zeitnahe komplette Entfernung des As-haltigen Materials aus dem Magen-Darm-Trakt!)
Und der Patient hatte trotzdem deutlich erhöhte As-Werte in seinem Organismus ("A spot urine specimen collected 12h after admission contained 1490μg of total arsenic per liter (background range<50μg per liter").
Hier also bei der Bewertung der Giftigkeit sowohl die Menge / Dauer und der Aufnahmenweg zu betrachten!
As-haltige Mineralien dauerhaft als Schmuck zu tragen ist damit sicher anders zu bewerten als eine einmalige Aufnahme über den Magen, alleine von der "Verweildauer" des Stoffes im / am Körper her ...
Und die Handhabung als Mineralstufe ist dann wiederum ganz was anderes, wie auch Alfredo sagt.
Insofern sind zumindest Alfredos Vorschläge zum richtigen Umgang mit dem Material beim Bearbeiten richtig. Ob ich das Zeug allerdings als Schmuck ohne dauerhafte Versiegelung (Lack?) in Umlauf bringen würde - von mir ein "nein".
VG & GA
Marc
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Hallo nochmal und danke soweit für eure Einschätzungen!
Ich habe die Steine neben versteinerter Koralle, Achat und Chalcedon als Jaspis in Scheiben gekauft um diese alle nass mit Diamantschleifscheiben zu schleifen und bis 8000er Körnung zu ansehnlichen Scheiben oder Endstücken zu polieren. Alles nass! Bilder anbei.
Natürlich entsteht auch dabei ein ordentlicher Sprühnebel, speziell wenn die Schleifgeschwindigkeit ab 1000 U/min geht. Darin enthalten ist dann vermutlich auch der Abrieb vom Stein.
Die Frage für mich ist, 1. Ob ich die restlichen Steinscheiben davon noch schleife und poliere? Und unter Einhaltung welcher Sicherheitsvorkehrungen?
2. Darf man diese Minneralscheiben dann so zum Kauf anbieten oder muss man auch diese zwingend in Epoxitharz versiegeln?
Die Frage der Entsorgungskosten für das dabei entstehende Schleifwasser/Schleifschlamm ist dann auch noch zu klären!
Nach meiner Beobachtung gibt es doch diverse Sammlungen und Museen die arsenhaltige Minerale austellen. Werden die denn alle unter solch strengen Sicherheitsvorkehrungen behandelt?
Ich habe z.B. auch schon so viele Stufen mit Realgar gesehen, das ich nicht davon ausgehe das die jetzt alle nur verschlossen oder eingegossen aufbewahrt werden.
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zum Beitrag von Marc: Eben - und das bezieht sich ja mal "nur" auf Auripigment. Dazu kommt ja dann auch noch - wie schon von Alfredo geschrieben - der Realgar-Anteil. In Kombination sicher nicht ganz unbedenklich bei der Bearbeitung, wenn nicht entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Wie bedenklich der Zerfall an der Luft zu Arsen(III)-Oxid wirklich ist, kann ich allerdings nicht beurteilen.
edit:
@ Bernhard: Und unter Einhaltung welcher Sicherheitsvorkehrungen?
Mehr als Mundschutz/Staubmaske und evtl. Einweghandschuhe fällt mir dazu auch nicht ein. Arbeiten in der geschlossenen Absauganlage wär wahrscheinlich optimal, aber wer hat schon so ein Equipment .....
Ich habe z.B. auch schon so viele Stufen mit Realgar gesehen, das ich nicht davon ausgehe das die jetzt alle nur verschlossen oder eingegossen aufbewahrt werden.
Sicher nicht, da stimme ich zu. Aber wie oben geschrieben - wie "gefährlich" der Zerfall an der Luft wirklich ist, kann ich nicht einschätzen.
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Ich selbst habe Realgar in und auf großen Calcitkristallen aus China und einige Schwefelstufen, die seit vielen Jahren wenn nicht Jahrzehnten in einer "nicht" luftdicht abgeschlossenen Glasvitrine liegen und die teils schon so einige Umzüge und damit auch Klimazonenwechsel mitgemacht haben, ohne das sich visuell irgend etwas verändert hätte. Lediglich das Weiße an einer Schwefelstufe an Quarz, die ich in meiner Kindheit geschenkt bekommen habe, also vor etwa 50 Jahren, hat sich in lichtes grau verwandelt. Das wars dann aber auch.
Aber morgen wird ein Bluttest zur Überprüfung meiner Arsenbelastung gemacht, hab ja einige Steinchen davon geschliffen, und dann sehe ich schon mal diesbezüglich klarer.
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Beim Schleifen normalerweise Mundschutz tragen und für gute Abluft sorgen.
Mach auf jedenfall beide Laborwerte: Blut und Urin kontrollieren lassen. Hätte nämlich nicht gedacht, dass das so unterschiedlich ist.
Die Halbwertzeiten sind im Blut höher.
Ob es mit organisch oder anorganisch zu tun hat, weiss ich nicht. Anorganisch jedenfalls ist das gesundheitsschädlichere.
Mein Mann (ehemaliger Berufsschleifer) macht momentan eine Chelat Therapie. Im Blut zu viel Quecksilber, im Urin keines. Im Urin sehr sehr hoch Arsen, im Blut gering (aber trotzdem höher als Norm). Zinn auch nur im Blut, nicht im Urin. 9 Infusionen hat er schon hinter sich....
Ob es von der früheren Schleifertätigkeit kommt, wissen wir nicht.
Wenn Du - für den Fall dass - Tipps zusätzlich zur Chelat Therapie brauchst, melde Dich.
Ansonsten drück ich Dir schon mal die Daumen. Gibst ja sicherlich hier kurz Bescheid, wie es ausgegangen ist...