Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Falk am 14 Sep 25, 17:18
-
Hallo,
habe dieses Stück im oberen Hagenbachtal bei Zunsweier gefunden. Der Hauptteil scheint Milchquarz zu sein, aber was ist das Blaue an der Spitze? Strich ist farblos oder weiß, Härte deutlich größer 5.
Grüße
Falk
-
Das ist alles Quarz. Die dunklen Stellen sind durch irgendwelche Einschlüsse (Manganoxid?) gefärbt.
-
Kann man das irgendwie nachweisen, dass es Manganoxid ist? Ohne jetzt hochtechnische Analysen zu machen.
-
Zur Frage: NEIN
Und es könnte auch was anderes (z. B. ein organischer Einschluss, Eisenverbindung usw.) für die Färbung verantwortlich sein.
-
Ok. Danke für den Info. Dann bleibt für mich als Fazit: Blau gefärbter Quarz durch was auch immer...
-
Hab mal den Stein zerschlagen. Die Spaltflächen sind ganz glatt. Ist das wirklich ein Quarz?
-
Wenn kein muscheliger Bruch zu erkennen ist, ist es doch kein Quarz.
-
Sieht immer noch wie Quarz aus.
Besonders bei massivem Gangquarz ist ein ebener Bruch nicht ungewöhnlich. Er enthält viele Einschlüsse und verhält sich anders als ein reiner Kristall.
Auch klare Quarzkristalle spalten relativ oft nach dem Rhomboeder, und die Spaltflächen sind dann nicht muschelig, sondern einigermaßen eben und etwas rau.
-
Hallo Amir,
Du erwähnst in diesem Thread eine Spaltbarkeit nach dem Rhomboeder bei Quarz. Mir ist etwas ähnliches auch schon aufgefallen (Insbesondere bei Kristallen aus Malawi, aber auch alpine Stücke). In der Literatur findet sich weitgehend die Aussage "Quarz besitzt keine Spaltbarkeit". Im Internet fand ich an ein, zwei Stellen die Aussage Quarz besäße eine "schlechte" Spaltbarkeit. Gibt es zu dieser Problematik Untersuchungen ?
Viele Grüße, Klaus
-
Glück auf,
Das Stück ist ja kein Einkristall sondern besteht wohl aus zahlreichen Kristalliten. Da kann eine Bruchfläche entlang einer idiomorphen Kristallfläche wie eine Spaltfläche aussehen.
Freundliche Grüße
Uwe
-
Auch gut möglich.
Die Kristallite sind in gestresstem ehemals zufällig verwachsenen Gangquarz nach Umkristallisation oft ähnlich orientiert, oder umgekehrt, ein ehemals einheitlicher Kristall wird tektonisch zerbrochen.
Das müsste man unter einem Bino sehen können.
Zur Frage der Spaltbartkeit gibt an einiges an Literatur, hier eine Auswahl:
Bloss, F.D., Gibbs, G.V. (1963) Cleavage in quartz. American Mineralogist, 48, 821-838.
Drugman, J. (1939) Prismatic cleavage and steep rhombohedral form in α-quartz. Mineralogical Magazine and Journal of the Mineralogical Society, 25(164), 259-263.
Flörke, O.W., Mielke, H.G., Weichert, J., Kulke, H. (1981) Quartz with rhombohedral cleavage from Madagascar. American Mineralogist, 66, 596-600.
Iwasa, M., Bradt, R.C. (1987) Cleavage of natural and synthetic single crystal quartz. Materials Research Bulletin, 22(9), 1241-1248.
Kenngott, G.A. (1848) Ueber die Blätterdurchgänge des Quarzes. Annalen der Physik, 149(4), 602-605.
Mallard, E. (1890) Sur les clivages du quartz. Bulletin de la Société française de Minéralogie, 13(2), 61-62.
Außerdem natürlich Frondel (1962) The System of Mineralogy of J.D. Dana. III. Silica Minerals.
Ich habe viele Kristalle mit Spaltflächen nach dem Rhomboeder, deren Oberfläche sieht anders aus.
Sehr interessant sind hier manche Gangquarze in den Alpen, die zwar als Gangfüllung auftreten, aber vollkommen klar sind. Der Gangquarz ist tektonisch in wenige cm große klare Stücke zerbrochen, die aussehen wie stark zerbeulte lange Rhomboeder mit rauer Oberfläche, und deren Begrenzungen etwa parallel zu den Rhomboederflächen verlaufen - das kann man leicht an rauchigen Stücken beobachten, wenn man den Rauchquarz-Dichroismus dazu nutzt, um die Lage der c-Achse zu bestimmen.
-
Hinsichtlich des weißen bzw. blassblauen Minerals aus dem Ursprungspost würde ich zu Feldspat tendieren. Falk, nimm doch mal einen (sicheren) Quarz und schau, ob er das Mineral deutlich ritzt, evtl. im Vergleich mit einem (sicheren) derben Quarz. Feldspat ist etwas weicher als Quarz und sollte stärker geritzt werden.
Viele Grüße,
Helge
-
Hab mal mit dem Schörlquarz aus dem anderen Faden versucht zu ritzen. Passiert aber nichts, das Blau-Weiße bleibt hart...
-
Sieht für mich nach ganz normalem Quarzgestein aus, dass durch irgendwas verfärbt ist.