Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Österreich / Austria => Thema gestartet von: Tom VIE am 16 Sep 25, 23:22
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Hallo. Bitte um eure Unterstützung bei der Bestimmung der beiden Fundstücke. Gefunden in Dürnkrut/Nö, in einer Schottergrube (Marchschotter). Größe: 5,5x2,5 und etwa 2,5 cm (Form einer kleinen Walnuß). Beide magnetisch. Das kleinere Stück wiegt 23 g und eine von Dichte ca. 3,4. Dichte des zweiten Stücks noch nicht ermittelt (manchmal fehlt einfach ein Stück Draht...). Optisch sieht das große Stück für mich wie ein Eklogit aus der Bilddatenbank aus. Fundort würde auch passen (böhmische Masse als Ursprung?). Dem kleinen Steinchen haben die Elemente aber deutlich mehr zugesetzt, unter der Annahme, dass sie den gleichen Weg im Wasser zurückgelegt haben. Ist das auch ein Eklogit oder liege ich bei beiden falsch?
LG
Tom
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Hallo Tom!
Eine Einschätzung meinerseits mit meinem bescheidenen Wissen: Leitmineral für die Bestimmung eines Eklogits ist der smaragdgrüne Omphacit. Ist dieses Mineral in deinem Gestein vorhanden, kann es als Eklogit bezeichnet werden. Die schwarzen Ränder rund um die Granatkristalle deuten nach meinem Kenntnisstand auf eine retrograde Metamorphose hin. Der schwarze Rand besteht meines Wissens nach aus Hornblende. Nachdem ich auf deinen Fotos nicht wirklich etwas smaragdgrünes entdecken kann, würde ich die Steine aus der Ferne als retrograd metamorphe Granatamphibolite bezeichnen.
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Hallo Wetterstoa.
Danke für deine detaillierte Antwort.
Hilft mir. Bis zu retrogradem metamorphem Granatamphibolit bin ich bei meiner Suche noch nicht vorgedrungen.
BG
Tom
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https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Eklogit
Hier noch ein Link, bei dem der Eklogit finde ich sehr gut beschrieben wird. Das mit der retrograden Metamorphose und den dabei entstehenden schwarzen Rändern (Hornblende) um die Granatkristalle habe ich von einer Geologin bei der LMU München.
Gruß, Thomas
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Hallo, der Omphacit (der nicht unbedingt smaragdgrün sein muss) des Eklogits zerfällt bei einer retrograden Metamorphose zuerst in Plagioklas und Pyroxen, die bei typischen Retroeklogiten innig miteinander in Form so genannter Symplektite verwachsen sind (das erkennt man jedoch nur mit einer guten Lupe oder mikroskopisch). Bei einer ausgeprägt amphibolfaziellen retrograden Metamorphose vergröbern sich diese Verwachsungen bis zu eine makroskopisch erkennbar körnigen Struktur. Typisch für eine retrograde Metamorphose sind auch die dunklen Reaktionsränder um die Granate, die überwiegend aus Amphibolen ("Hornblende") bestehen. Für mich könnten es sich um Retroeklogite handeln (bei aller Vorsicht, die man Gesteinbestimmungen nur anhand von Bilder entgegenbringen muss). Viele Grüße, Sprotte
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Hallo Sprotte.
Danke für deine ausführliche Beschreibung
Werde mir das morgen gleich noch einmal ansehen ( neues mikroskop :)).
BG
Thomas