Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: steinfroilein am 29 Sep 25, 12:28
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Wie bei Mineralstufen bin ich eigentlich der Meinung, an einer Sammlung von losen Kristallen nichts zu manipulieren und zu kleben.
Aber .... wenn, dann solltet ihr Schwanheimer Industriekleber als Sekundenkleber versuchen.
Da gibt es spezielle Micro-Kapillardüsen (Feindosierspitzen), mit denen man den Kleber punkt- und strichgenau auftragen kann.
Durch die äußerst sparsame Verwendung hält die Flasche sehr lange.
Der Schwanheimer Industriekleber Nr. 100 wird übrigens auch bei den Profi's in der Schmuck- und Edelsteinschleifindustrie eingesetzt.
Der Kleber ist transparent, hitze- und schleifverträglich und vergilbt nicht.
Kenne die Fa und den GF mittlerweile persönlich, hatten 2015 einen Besuchstermin direkt vor Ort vereinbart und verschiedene Tests durchgeführt (u.a. Aufbau einer Edelsteintriplette).
Ich hab damals als Einstieg das Köfferchen gekauft. Ist auch für Haushalt, Hobbywerkstatt und Garage unabkömmlich. Kleber, Feindosierspritze, Aktivator, Löser, Kitt (sogar Füllstoff) .... alles drin. Den Kleber selbst hab ich schon 4x nachgekauft, Feindosierspritzen 2x.
Aktivator und Primer sind (zusätzlich zum Kleber) für unebene oder poröse oder materialverschiede Flächen.
Einfach mal einlesen oder das Video auf der Schwanheimer Internetseite (oder YouTube) ansehen.
Ich weiss nicht, ob ich den Link dazu hier setzen darf, daher die Firmenanschrift:
Schwanheimer Industriekleber GmbH
Kurzgewann 3
69436 Schwanheim
Schwanheimer ist auch auf verschiedenen Messen als Aussteller vertreten.
Kann ich nur empfehlen.
Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen?
Gruß
Ingrid
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Ich nutze den Kleber seit letztem Jahr für das Einkleben von Cabochons in Holzanhänger. Hab zum Testen beides mit auf die Messe in München genommen und mir an dem kleinen aber feinen Stand des Herstellers vorführen lassen. Sekundenkleber mit Aktivator und der Stein hält bombenfest innerhalb von Sekunden. Wie mir versichert wurde, auch dauerhaft.
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Prima, es gibt also doch Fans im Forum.
-wenigstens einer bis jetzt-
Thomas, das freut mich. :D
Sieht toll aus.
Ich bin auch schon mal in die Serienproduktion ;D von Ohrsteckerschmuck damit gegangen (die Fotos dienen nur der Dokumentation Feinarbeit und Kleben verschiedener Materialien mit Primer und Aktivator).
Eine kurze Korrekturzeit hat man auch mit Aktivator aber danach hält es wirklich bombenfest.
Mein Mann hat mit dem GF damals Tests durchführt. U.a. Kunststoffschlauch auseinandergeschnitten, geklebt, kurz gewartet und beide haben zusammen kräftig daran gezogen. Die Klebstelle hielt.
Axel, erwähnte hier
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,63458.msg415770/topicseen.html#new
hallo Ingrid,
... , dieser "Schwanheimer Industriekleber" war mir noch nicht bekannt, Danke schön für
den Hinweis.
Die Firma bietet bemerkenswerte und bewährte Kleber an, ich habe mir das mal auf der homepage
angeschaut.
Es sind auch bemerkenswerte Preise, im Fall der Turmalinstufe würde ich auf einen preiswerteren
Klebstoff zurückgreifen.
Grüße
und
Glück Auf
Axel
Der Preis mag hoch erscheinen, aber man benötigt wirklich nur einen Minitropfen und der Kleber ist universell einsetzbar und hält auch bei langer Lagerung.
Die Öffnung der Flasche verklebt nicht, wenn man sie stehend aufbewahrt, nach der Nutzung mit der Feindosierspitze auf der Werkplatte flaschenbodig kurz aufschlägt, damit der Lauf der Dosierspitze frei wird und der Kleber in die Flasche zurückfliessen kann.
Wenn ich drandenke, was ich schon viele andere "zugeklebte" Kleber rumliegen hatte und nix mehr aus der Tube/Flasche rausbrachte, weil vorne alles verklebt war, dann ist der Schwanheimer dagegen echt der Hammer.
Mit den Füllstoff(pulver) lassen sich übrigens auch Unebenheiten (und Löcher) ausbessern. Allerdings nur weiss, nicht klar, transparent. Hab damit auch schon Wandbohrlöcher geflickt, damit ein neuer Dübel Halt fand...
Ihr merkt, es gibt auch den Bebb-Virus ;D.
Gruß
Ingrid
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Danke für diesen spannenden Tip! Ich habe mir das Video aud Youtube angeschaut und das klingt wirklich alles super.
Weiß jemand, auf welcher chemischen Basis der Kleber hergestellt wird? Verklebt er eigentlich auch in Sekunden Finger und Haut? Im Video schien mir das nicht der Fall zu sein, was ein wirklicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Sekundenklebern wäre.
VG Jörn
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Hallo Jörn,
hier das technisches Datenblatt
https://schwanheimer-industriekleber.de/media/pdf/11/16/da/TDB-Nr-100.pdf
Physikalische Eigenschaften
Monomeres Cyanacrylat (flüssig)
Basis Monomer Ethylester
Aussehen farblos / klar
Viskosität bei 20°C in mPa*s: 5 - 10
Dichte bei 20°C in g/cm³: 1,06
Flammpunkt °C: 85
Lagerstabilität bei 20°C in ungeöffneten
Gebinden in Monaten: 12
Aushärtungsgeschwindigkeit an...
Metall (Stahl) in sec: 30 - 50
Elastomer (EPDM) in sec: 3 - 8
Holz (Buche) in sec: > 50
Polymeres Cyanacrylat (ausgehärtet)
Zugfestigkeit an Gummi (NBR) in N/cm²: # 83 - 100
Zugscherfestigkeit an Stahl in N/mm²: 10 - 22
Temperatureinsatzbereich in °C: -55 / +95
Beim ersten Mal brauchte ich in der Tat mehr Löser als Kleber :o. Dann hatte ich allerdings schnell den Dreh raus.
Die Feindosierspitze mit einer Hand nur mit kleinem Tropfen mittig auf das zu klebende Teil dippen, justieren und fest andrücken. Falls das zu klebende Teil mit der zweiten Hand gehalten wird und die Auftragungsfläche zu grossflächig gehalten wird, Überschüssiges an den Fingern gleich danach mit Tuch abwischen. Dann ist der Kleber am Tuch und nicht am Finger.
In dem Sicherheitsdatenblatt wird zwar Vorsicht angeraten, aber das muss man ja gemäß Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 erwähnen. https://schwanheimer-industriekleber.de/media/pdf/90/a8/0b/SDB-Nr-100.pdf
Im Video kommt das genau so rüber, wie es tatsächlich auch ist.
Daher nie die volle Fläche "kleben"; durch das Andrücken mit einem winzig kleinen Tröpfchens entweicht der Sauerstoff und der Kleber bebbt.
Deswegen zusätzlich ja auch der Vorteil der Feindosierspitze.
Gruß
Ingrid
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hallo Ingrid,
Danke schön für die ausführlichen Infos des Klebers betreffend, das scheint ja ein echt ein
prima Kleber zu sein.
Meine Anmerkung zielte eigentlich eher auf die, nennen wir es mal, Wirtschaftlichkeit bezüglich
der Anwendung und des Einsatzfalls des Klebers ab.
Die Wirtschaftlichkeit des Klebers war ja wohl bei Deiner "Ohrringproduktion" durchaus gegeben,
ohne Zweifel, auch gab es positive Rückmeldungen anderer Mineralienatlas-Mitglieder.
Im Falle unseres Sammler-Kollegen mit der Turmalinstufe muß man sich halt fragen, kaufe ich
Kleber um x Euro, und habe dann zu guter Letzt doch nur eine geklebte Stufe, und das für eine
einmalige Anwendung.
Oder spare ich mir das Geld, und kaufe dann lieber eine neue Stufe.
Die Bilder mit der zerkrachten Turmalinstufe waren reichlich unscharf, auch über den Preis der
Stufe ist nichts bekannt.
So kann man schlecht sagen, lohnt sich so etwas, und dies muß letztendlich jeder für sich selbst
entscheiden.
Grüße
und
Glück Auf
Axel
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Alex, das sehe ich selbstverständlich genauso.
Hatte das ja auch eingangs erwähnt mit "...wenn, dann...".
Es geht mir nur darum, dass ich persönlich den Preis als gerechtfertigt ansehe, wenn man mal die ersten eigenen Erfahrungen damit gemacht hat.
Gruß
Ingrid
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Ich klebe bisher mit Starbond, auch mit Dosierpipette. Hast du damit auch Erfahung
en und kannst mit deinem Kleber vergleichen, Ingrid?
Danke und Grüße! Jörn.
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Bedauere, Jörn, zu Starbond habe ich leider keine Erfahrungsberichte, den gibt es ja auch in verschiedenen Viskositätstufen.
Ich hatte vor ca 20 Jahren beruflich eine Liste mit verschiedenen Klebern zwecks Viskosität, Standfestigkeit etc überarbeitet und auf den damalig neusten Stand gebracht, aber da war meines Wissens nach den Starbond noch nicht in D bekannt.
Mir ging es damals hauptsächlich um 1- und 2- Komponentenkleber für die Schmuck- und Edelsteinschleifindustrie.
Als Fotobeispiel ein geschliffener Schmuckstein aus der Verneuilsynthese synthetisch Spinell aquamarinfarben mit Cubic Zirconia champagnerfarben. Da mussten Rohlinge (2 versch. Materialien) erst angeschliffen, dann miteinander verklebt und dann in Form geschliffen, dann noch mit Schliff im OT und UT versehen werden. Hauptanforderung war hier eine reibungslose einfache Verarbeitung, farbneutral, schneller Halt, druck-, hitze- und wasserverträglich.
Viele UHU-Erzeugnisse von damals sind leider nicht mehr auf dem Markt. HASULITH® Duo war zu der Zeit ein 2-Komponenten Epoxidharz-Kleber, der weiterhin noch im Rennen war.
In der Zwischenzeit hat sich in dem Bereich sehr sehr viel getan und aberhunderte von Klebern überschwemmen den Markt. Da den Durchblick zu behalten, ist schwierig.
Früher war die Firma tewipack Uhl GmbH 75382 Althengstett "der" Ansprechpartner, wenn es um Kleber ging. Ist sie heute übrigens auch noch...
Schwanheimer vermarktet u.a. direkt.
Es kommt immer auf den Anwendungsbereich an, deswegen die verschiedenen Epoxidharzklebstoffe, Acrylatklebstoffe, Hybridklebstoffe, Cyanacrylat-Klebstoffe etc.
Bevor ich 2 oder 3 verschiedene Kleber für jeweils verschiedene Anwendungen kaufe, würde ich lieber zum Schwanheimer Nr 100 greifen, der universell einsetzbar ist. Dann hab ich nicht 2 - 3x günstiger Preis, sondern 1x was Praktisches.
Selbstverständlich, wer weder in Haushalt, noch Keller-, Garage-, Hobbywerkstatt oder beruflich verschiedene Kleber braucht, der kommt mit "seinem" einen Kleber auch weiterhin klar.
Dosierpipette beim Starbond ist ja auch schon mal ein grosser Pluspunkt. Wie Du mit der Fliessfähigkeit hinkommst, musst Du wissen. Wenn aber zu dünnflüssig, oder zu dick und zu viel, dann tritt es doch nach Druck schnell aus und verklebt das Teil rundherum oder die Finger, oder nicht?
Welchen Starbond hast Du denn?
Hast Du die technischen Daten schon verglichen?
Gruß
Ingrid
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... ich hatte oben die passende Vokabel nicht parat .. Starbond ist ja ein Cyanacrylat-Kleber. Mich interessierte hauptsächlich, ob dein Kleber das auch ist.
Ich benutze verschiedene Viskositäten und komme mit dem Kleber gut klar. Ich brauche ihn besonders zum Risse infiltrieren, dafür ist die niedrigste Viskosität (wie Wasser) besonders gut und effektiv. Plane Flächen habe ich quasi nie zu verkleben.
Mich hat dein Kleber in dem Video einfach sehr beeindruckt und ich überlege, ihn für den Haushalt anzuschaffen. Dafür müsste er aber auch meinen Starbond ersetzen können, was er vermutlich nicht kann.
Wie sieht es bei dem denn eigentlich mit der Polierbarkeit und Härte aus? Wenn er zu wech ist, bleiben starke Vertiefungen in der polierten Oberfläche zurück ...
VG Jörn
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Der Schwanheimer ist ein Cyanacrylat Kleber auf Monomer Ethylester Basis mit einer Viskosität bei 20°C in mPa*s: 5 - 10 und einer Dichte bei 20°C in g/cm³: 1,06.
Mineralien, Holz, Metall, Kunststoff, Schuhsohlen, Handtuchhaken, Gardinenhaken, Staubsaugerschlauch, Bohrloch in Fliesen, Glas, - alles schon ausprobiert.
Flüssig, weich (aber glatt aushärtend), dringt in die feinsten Ritzen - das scheint doch optimal auch für Deine Anforderungen was zu sein. Warum sollte er den Starbond nicht ersetzen?
Früher hatten wir immer mehrere verschiedene Kleber, heute nur noch den Einen.
Probier's doch mal. Du wirst nicht enttäuscht sein.
Gruß
Ingrid
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Per Zufall gelesen:
Schwanheimer stellt vom 3.-5. Oktober 2025 auf der Hobby Messe Leipzig aus.
Halle 3 Stand F02
Gruß
Ingrid
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Dank dir! Klingt wirklich so, als sollte ich den mal asprobieren. Auf die Messe schaff ichs leider nicht ...
VG Jörn
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Servus miteinander,
habe mir heute auf der Hobbymesse in Leipzig den Kleber mal präsentieren lassen und bin begeistert. Dieser Kleber verdient seinen Namen und ist das Geld wert.
Bei absolut glatten Flächen reicht bereits ein winziger Tropfen.
Danke für den Tip, Ingrid !
@Jörn: die Firma stellt auch zur Messe Haus-Garten-Freizeit in Leipzig im Frühjahr 2026 aus.
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Es ist nur schade, dass in den technischen Datenblättern der meisten Kleber eine wichtige Angabe fehlt: der Brechungsindex.
Dieser sollte wenigstens bei transparenten Materialien ziemlich genau passen.
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Uwe, freut mich, dass Du spontan dort warst. So eine Präsentation ist schon der Hammer, gell?
Amir, Fragen beantwort der GF Stefan Erdle immer gern. Auch ob bei denen der Brechungsindex von 1,49-1,50 für Monomere Cyanacrylat Kleber abweicht oder nicht. Und falls sowas für ein technisches Datenblatt von Interesse wäre, wäre Schwanheimer bestimmt dankbar über so eine Bitte, dies ggf künftig mit zu listen.
Gruß
Ingrid