Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Georg99 am 19 Dec 25, 16:12
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Hallo alle miteinander,
bei diesem Stück, ca. 10 cm x 10 cm, von Menzenschwand, handelt es sich um eine Brauneisen-Kruste mit einem Mineral der Autunitgruppe. Dabei sieht man unter dem Miroskop blockige, transparente Kristalle. Ich habe den Eindruck, teilweise sind sie gleichzeitig oder nach dem Uranglimmer kristallisiert. Handelt es sich dabei um Radiobaryt? (Die Radioaktivität ist deutlich höher als Umgebung, aber wegen der Uranglimmer besagt das eigentlich nichts.) Freundliche Grüsse, Georg
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Radiobaryt kann nur in sehr jungen Ablagerungen vorkommen, da die Halbwertszeit von Radium zu kurz ist, um in geologisch alten Materialien erhalten zu bleiben. Daher findet man es typischerweise in aktiven Thermalquellen, Erdölbohrungen usw., nicht in Minen.
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Radiobaryt wird bei uns im Lexikon aber auch von Menzenschwand erwähnt:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1565095125.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1565095125.jpg)
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da gabs auch schon mal eine Diskussion dazu mit interessanten Abschnitten/Beiträgen um die Frage, was jetzt Radiobaryt ist, und was nicht:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,23426.0.html
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Radiobaryt kann nur in sehr jungen Ablagerungen vorkommen, da die Halbwertszeit von Radium zu kurz ist, um in geologisch alten Materialien erhalten zu bleiben. Daher findet man es typischerweise in aktiven Thermalquellen, Erdölbohrungen usw., nicht in Minen.
Hallo Alfredo,
ja, bei geologisch alten Lagerstätten, wie auch Menzenschwand, kann man ausschließen, dass im inneren der Baryte noch Radium ist, aber durch radiumhaltige Oberflächenwässer könnte sich das Radium auf vorhandenen Barytoberflächen anreichern. Mit Gammaspektrometrie müsste man das Fehlen der Zerfallsreihe vor dem Radium sehen, außerdem würden die niedrigeren Gammaenergien durch die Geometrie der dünnen Schicht nicht wie bei Volumenproben abgeschwächt. So weit zur Theorie, ich würde Radiobaryt deshalb auch von alten Lagerstätten nicht mehr ausschließen. Für den Nachweis, dass die Strahlung nicht aus Uranmineralien aus dem Inneren der Stufe stammt, müsste man die Baryte allerdings von der Stufe nehmen und einzeln messen...
VG, Josef
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Danke für alle Eure Beiträge. Und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Georg