Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: wollhoever am 20 Oct 05, 21:41
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Frage an alle Freiberg-Experten:
kann mir jemand sagen, woraus die cremfarbenen bis braunen Überzüge und Krusten bestehen, die ich auf vielen meiner Freiberger Stücke finde ?
Ich danke euch im voraus !
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Bin zwar nur Gelegenheits-Freiberg-Sammler, aber die braunen Krusten sind wohl generell eine verbreitete Erscheinung im Erzgebirge. Man trifft sie fast überall an. Besonders ärgerlich sind sie als oftmals nur hauchdünne, aber mitunter hartnäckige Überzüge auf Fluorit und Quarzkristallen.
Es handelt sich dabei wohl nach meinem Kenntnisstand um Eisenverbindungen, vor allem um Oxide und Hydroxide.
Manchmal lassen sie sich mittels einer Zahnbürste wegschrubben
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Ja das sollten alles solche Fe verbindungen sein, zumindest die rötlichbraunen.Zum anderen können weiß bis creme farbene auch normale versinterungen sein .... Auch denkbar sind ausblühungen auf galenit und Markasit! (Sehr unangenehmt!)
Kannst du genauere Angaben machen, aus welchem Teil vom Revier die belegten Stufen kommen? Un was es für Mineralien sind?
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Zusatzfrage: Hat jemand diese cremefarbenen Überzüge auch auf Fundstücken der ehem. Grube Beihilfe?
Versinterungen .o.k. aber man könnte trotzdem nochmal genauer feststellen (durch Analyse evtl.) um welches erdige Mineral es sich noch handeln könnte.
Vielleicht handelt es sich bei diesen Überzügen bzw. 'Versinterungen' ja um etwas Besonderes? ;)..die üblichen rötlich- oder gelblichbrauen Eisen-bzw. Manganoxide-/hydroxide meine ich natürlich nicht.
Gruß Peter
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Peter hat Recht. Die chremfarbigen Beläge unterscheiden sich deutlich von limonitischen Ablagerungen. Man findet diese Beläge auf auf dem Material der "Beihilfe", dort häufig auf pyromorphithaltigen, zelligem Quarz. Meines Wissens hat aber noch niemand die Beläge analysiert.
Glück Auf
Uwe
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Habe diese weißlichen bis cremfarbigen Beläge auf zwei Stufen aus der Beihilfe, wobei diese aber eher ins weißliche gehen. Ich halte diese für Ausblühungen von Galenit bzw. sonstigen bleihaltigen Mineralien. Analysiert habe ich sie aber nicht lassen.
Aber vielleicht sollten wir mal ein Foto einstellen, damit wir auch sicher die selbe Art von Belägen meinen. Im übrigen bin ich sicher, der A. Massanek wüßte das auf Anhieb, wenn er sie sieht.
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Hier mal die zwei Stufen mit den fraglichen Belägen. Beides mal auf bzw. in der Nähe von Galenit.
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Rette mal den Schönen Galenit, sonst zerlegts ihn bald komplett.... immer der böse, böse markasit! :(
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Also die Beläge auf dem Foto halte ich dann doch wohl eher für 'trivialen' Limonit; kann mich natürlich auch irren. Unter 'cremefarben' habe ich mir nicht so einen intensiven Gelbton vorgestellt. Möglich wäre natürlich auch ein Pb-haltiges Oxid oder sogar Pb-Sulfat
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Naja, mich störte eher das weiße, nicht so das gelbe... ist ja nciht alles so gelb.
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Die chremfarbigen Beläge, die ich auf meiner Stufe habe ist auf beiliegendem Foto ersichtlich. Ich denke, das ist es was Peter meint. Ich denke es handelt sich um ein Gemenge aus Bleiphosphaten. Mit dem Belag kommt Mimetesit und Pryromorphit vor.
Glück auf
Uwe
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Hallo uwe,
ich habe gerade eben mal meine Handstufe von der 'Beihilfe' betrachtet und genau die gleichen Beläge vorgefunden. Farbton stimmt in etwa überein. Werde die Beläge auch nochmal unter dem Mikroskop betrachten. Danke für die Mitteilung zu Pyro..das hilft sicher weiter..
Gruß Peter
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Hallo Peter, hallo Uwe, ihr lieben Freiberg-Spezialisten!
Eure Reaktion auf meine Frage hat mir weiter geholfen. Die eingestellten Bilder treffen recht gut mein Problem.
Ich teile die "Eisen-Theorie" nicht. Meine Vermutungen gingen bis dato in Richtung Mimetesit/Pyromorphit, Eure
Reaktionen bestärken mich. Vielleicht kommt ja einer dazu, die Sache mal analytisch anzugehen.
Dank an alle !
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Hallo,
beim Betrachten der Bilder kamen mir die "zitronengelben" von der "blauen Halde" in den Sinn. Ist das so abwägig?
MFG
Frank
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Naja ich glaube schon... allein dir Paragenese ist eine ganz andere...
Aber wenn du du es genau wissne willst, kann ich dir sobald ich mal wieder an meine Steinchen komme von beiden Fundorten Pröbchen anbieten.... natürlich nur von den hässlichen Belegen ;D
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Zironengelb deute allgemein auf Wismut hin. Wismut kam auf der "Beihilfe" meines Wissens nicht vor.
Glück Auf
Uwe
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Aber wenn du du es genau wissne willst, kann ich dir sobald ich mal wieder an meine Steinchen komme von beiden Fundorten Pröbchen anbieten.... natürlich nur von den hässlichen Belegen ;D
Ach Du - lass mal 8)
MfG
Frank
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Wismut kam auf der "Beihilfe" meines Wissens nicht vor.
ja, so ist es ...jedenfalls nach dem Mineralien-Fundstellenführer "Sächsisches Erzgebirge".
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Freibergs Glück war, das es kein Wismut gab ... ;D
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Das ist jetzt zwar Offtopic, aber warum Glück? Schneeberg hat es neben dem Kobalt nach den Silberfunden das das zweite große Berggeschrei gebracht.
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Naja, so konnte ne Menge des alten Bergbaus erhalten bleiben, was mit dem Wismut und der Grabung danach zerstört worden wäre...
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Naja, zu den Zeiten als Wismut abgebaut wurde würde man die Spuren davon immer noch als Altbergbau bezeichnen. Die spätere Wismut hatte ja nichts mit Wismut zu tun.
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Übrigens war die Wismut auch in Freiberg tätig, aber weil die nur selten auf wenigen Gangkreuzen auftretende Pechblende schnell abgebaut war und keine großen Funde mehr zu erwarten waren hat die Wismut Freiberg schnell wieder verlassen, zum Glück ;)
Gruß Jürgen
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Ich glaube insgesammt waren es nur 7 oder 9 tonnen uranerze, die gefördert wurden...
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Die bräunlichen Belege sind vor allem Eisenoxid und Limonit- sowie Manganverbindungen.
Diese sind typisch für die Geologie und auch die Mineralisationen des Erzgebirges.
In fast jeder Grube gibt es eisenerzhaltige Gänge, die euch die versauten Mineralien schenken.
Man nennt das auch den "Eisernen Hut" der Gänge.
Ist also nischt besonderes.
In manchen Gegenden (Bräunsdorf) trifft man auch auf Antimonocker (gelb-orange), der dem fachkundigen anzeigt, das Antimontverbindungen im Gestein stecken.
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In Bräunsdorf dürften gelbe Beläge wohl eher auf Antimon hinweisen. Ich habe noch nicht gehört, daß jemand Wismutminerale in Bräunsdorf gefunden hat. Oder ?? Wenn ja, dann bitte melden. Ich lerne gern was dazu.
Glück Auf
Uwe
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Hehe.... vergesst einfach mal das Wismut in verbindung mit Freiberg! Und bitte vor allem mit Bräunsdorf!
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Naja, so pauschal kann man Wimsut evtl. doch nicht für das Freiberger Revier in Abrede stellen. Wismut kam nach meinen Informationen gediegen z.B. in Gersdorf, Neuer Segen Gottes vor. Galenobismutit kam im Churprinz Großschirma. Auch Bismuthinit ist für das Revier beschrieben.
Sicher ist aber Wismut nur sehr selten und untergeordnet aufgetreten, so daß es als Erklärung für die verbreiteten Beläge eher nicht geeignet ist.
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Hallo,
Ich habe in den Gasleitungsgräben bei der Bauaktion auf der Reichen Zeche 2000 reichlich gelbe Krusten neben Gips finden können, gleichsam grünlichgraugelbe Krusten bei einer Baustelle auf der alten Elisabeth. Ich denke, dass es sich im Wesentlichen um Zersetzungsprodukte des Pyrites/Markasites im Einflussbereich von Arsenkieshaltigem Material(Erzstaub) handelt. So was kann dann alle möglichen Arsenate und Sulfate und kombinierten Sulfoarsenate enthalten. Pitticit, Limonit, Jarosit, Zykait und Kankit wären meine Favoriten unter diesen Mineralien. Manche Stücke weisen grünlichgraue harzglänzende Krusten auf, die Zykait sein könnten (s. Bode: Mineralien und Fundstellen Deutschland Teil II, da wird Zykait aus der Nähe von Freiberg beschrieben). Sicher bestimmten Kankit habe ich aus dem Schwarzwald, der sieht fast genauso aus. Bezüglich der Bleistufen mit dem zitronengelben Belag: Ist dieser wirklich zitronengelb? Könnte dann Bindheimit sein (im Schwarzwald hab iich Bindheimit, obwohl Antimon drin ist, auf nahezu jeder Bleilagerstätte, auch wenn kein Sb-Mineral im Primärerz ist, gefunden). Vielleicht ist mikroskopisch Fahlerz beigemengt, man denke nur an den Freibergit von Freiberg, und auch andere Gangformationen führen ja Tetraedrit. Wenn Zinkblende mit drin wäre, könnte es sich auch um Greenockit (Cadmiumsulfid) handeln.
Man müsste mal ein paar Stücke untersuchen. Aber meist lässt man immer die Stücke mit den hübschen Kristallen untersuchen, obwohl meist dann doch nur was banales dabei rauskommt. Die wahren Seltenheiten sind meist nicht schön und werden übersehen.
Glück Auf!
Smoeller