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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Großauge am 23 Oct 05, 22:22
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Hallo,
hab da so ein kleines , aber schweres Problem. War vor 14 Tagen mal auf Halde 606 in Schlema.
Schwärm! Was für eine Fundgrube! Welch Ausbeute an Fluorit und Baryt und schönen Minidrusen und....und...
Habe dort unter anderem ein verhätnismäßig schweren Stein aufgelesen, der extrem "stinkt" und ein wunderschönes rosa Salz? als Überzug besitzt. ??? ??? ??? Tote Barby isses nich ;)
Kann mir jemand helfen? Was ist das.(Foto stell ich sofort nach Erhalt neuer Batterien für Digicam ein)
Vielen Dank
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Hallo,
denke mal das ist ein typisches Bi-Co-Ni-U Erzgangstück (deswegen schwer und stinkend), mit rosa Erythrin.
bitte ein wenig aufpassen mit solche Stücken: die 'strahlen' manchmal recht schön, und Arsen (häufiger Begleiter) ist auch nicht gerade gesund - jedenfalls in größere Mengen.
also immer die Hände waschen nachs anfassen, und am besten mal die Radioaktivität messen mit einen Geigerzähler.
Gruß Robin
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Uhh, danke,
ich hatte schon auf Stinkspat getippt, mich hat aber die rosa Farbe der Salze verwirrt. Das daß Stück nicht ohne ist, hab ich schon gemerkt. Hab leider keinen Geigerzähler. Bin selbst ein wandelnder "Geigerzähler" und reagiere extrem allergisch auf div. eisen, und- nickelhaltige Mineralien und noch so manch unbekanntes. Hab das Teil auf dem Balkon plaziert. Was mach ich nun damit? An UNI vererben? Ist echt ein riesiger Brocken. mit ca. 25x 15 cm. Zuhause möcht ich sowas dann doch nicht haben. >:(
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Hallo Großauge,
Halde 606 in Schlema kenn ich gar nicht und das ist eigtl. mein Hausrevier. Meinst Du die 366 oder die Halde von Schacht 66?
Mmmh, könnte evtl. rosa Baryt sein, der dort auch in recht großen Brocken vorkommt und auch recht schwer ist oder eben etwas in Richtung Bi-Co-Ni mit Erythrin drauf.
Aber wenn Du Baryt gefunden hast, dann wirst Du ihn ja auch erkennen. Wie waren die Fluorite von dort?
Falls Du in der Nähe dort wohnst, kann ich mir das Teil ja mal anschauen (und mit dem Geigerzähler abhören), bin am Freitag wieder im Gebirge. Ansonsten könnte auch ein Bild hier evtl. weiterhelfen.
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Hallo,
hab den Lageplan vom Museeum leider nicht mehr. Mir war so, als wenn da 606 stand. Ist, wenn man sein Auto auf dem Nettoparkplatz abgestellt hat und dann am Klärwerk die Straße entlangläuft, dann über die Mulde? und ca. 500 meter danach links durch die Öffnung im Zaun schlüpft. Psst. 8)
Baryt glaub i net, ist nur wie ein rosa Zuckerguss und das darunterliegende Material dunkel, leicht metallisch-glänzend.
Ich würd gern ein Foto machen, aber ich hab keine vollen Akkus oder Batterien im Haus. Heul!
Ich wohn in Berlin und bin so aller 1/4 Jahre in Thüringen und Sachsen. Trotzdem danke für das Angebot
Fluorite 3 Stück gefunden, nicht besonders schöne Kristalle, aber die 1. Eigenfunde ;D
Da stell ich auch noch ein paar Bilder rein. Ansonsten viel Dolomit und Lepidokrit, 1 Einzelkristall Calcit, rot angelaufen als ich's gefunden hab, ;D Bilder kommen so schnell wie möglich
Viele Grüße
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Hallo Großauge, .. :)
Baryt ist als honiggelbe bis rotbraune (selten auch blaue), dicktafelig-prismatische Kristalle von 2-15 cm Länge vor allem im Bereich der Schächte 38 ("Kameruner Gebiet") und 366 (Gang "Seim") verbreitet.
Einen Schacht "606" scheint es nicht zu geben, da der nirgendwo in der Literatur erwähnt wird.
Erythrin ist aber bestimmt das rosa Mineral, das Du beschreibst. Kobaltkoritnigit schließe ich mal aus.
Gruß Peter McS
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Hallo Großauge,
aus Deiner Beschreibung bin ich nicht richtig schlau geworden. Ein Klärwerk ist eigentlich nur in der Nähe der 207. Sei dem wie es sei. Bei Deinem Brocken handelt es sich mit einiger Sicherheit um ein derbes Stück der Bi-Co-Ni-Vererzung, die wie üblich mit rosaem Sekundärbelag überzogen ist. Man könnte es mit Erythrin bezeichnen - wir nennen so etwas allerding "Haldenkeim".
Interessant und erfolgversprechend ist es, wenn Du den Brocken in kleine Stücken zerhaust. Du hast dann unter Umständen eine Menge hochinteressante Kleinstufen mit in Minidrusen kristallisierte Sulfiden. Silberlöckchen, Proustit und Xanthokon sind nicht ausgeschossen. Schaue Dir vor dem Zerteilen nach einem gründlichen Abspülen auch die Außenpartien an. Dort findest Du unter Umständen auch schon gute Kristalle von Sekundärmineralen. Die rosa Schicht ist nahezu wertlos für die Sammlung. Wenn diese beim Reinigen verschwindet mußt Du dem nicht nachtrauern.
Radioaktivität sollte bei diesem Stück kaum ein Problem sein. Uranminerale findest Du auf Deinem Stück nicht. Mit einer Nickelallergie solltest Du aber bei der Aufarbeitung Handschuhe tragen.
Viel Erfolg bei Zerteilen und gute Funde zu hause.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Großauge,
auch mir sagt die Wegbeschreibung eher nichts. Wenn man vom Nettoparkplatz unten auf die Straße zum Klärwerk zugeht, welches sich direkt bei der 207 befindet, kommt man zuerst gleich nachdem man über die Hauptstraße gegangen ist an die Halde 66, die dann nahtlos in die 207 übergeht. Beide befinden sich aber noch auf der"Westseite" der Mulde. Wenn man über die Mullde drübergeht und den Berg hoch, kommt man zur 186 und etwas rechts davon zur 366.
Erythrin ist recht häufig als erdige Ausblühung auf Bi-Co-Ni-Stufen zu finden.
Andererseits kann man nicht sagen, daß sich in Bi-Co-Ni Gangstücken keine Uranmineralien finden lassen. Ich hatte selbst bei der 371 schon an einem großen Arsenbrocken, der mit Bi-Co-Ni-Mineralien verwachsen war auch eine recht große Pechblendepartie, ws sich aber erst zu Hause rausgestellt hat. (siehe die Bilder hier: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6343.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6343.0.html)).
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Hallo,
Haldenkeim? Genauso sieht es auch aus. Abstoßend. Was tut man nicht alles für seine Mineraliensammlung ;)
Ja, es ist Erythrin. Hab mir mal die Fotos im Lexikon angeschaut. Jetzt kommen auch die Bilder.
Jaaa, es ist Halde 66 gewesen. Stimmt, ist noch auf der Westseite der Mulde, nix Brücke. Ich werd alt, sorry
Viele Grüße,
großauge
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Ja, sieht sehr nach erdigem Erythrin aus. Zudem scheinen auch bläulich-grünliche Anflüge mit dabei zu sein (Richtung Nickelblüte/Annabergit), was ebenfalls typisch für die Bi-Co-Ni Stücken ist. Mitunter sind aber auch die derben Wismutbrocken, welche meist eng mit Safflorit verwachsen sind so rosa-grünlich überzogen. Was wiegt den der Brocken? Es sollten bei der Größe locker über 10 kg sein.
Da kannst Du nun daran gehen, das Stück nach interessanten Mineralien wie evtl. Sillber, Proustit, Löllingit, Safflorit etc. abzusuchen oder mal die Oberfläche genauer anschauen, ob sich so rötlich-lila schimmernde metallische, oft gestreifte Flächen finden, was dann auf gediegen Wismut hinweisen würde. Auch finden sich auf dem Arsen oft kleine wasserklare Arsenolith-Kristalle (hochgiftig) und milchweißer bis gelblicher Pharmakolith. Wie würdest Du den gestank charakterisieren? Geht er in Richtung süßlich bzw knoblauchartig?
Laße aber zur Sicherheit mal die Stufe mit dem Geigerzähler untersuchen, ehe Du sie in die Wohnun stellst um da kein Risiko einzugehen (vor allem in Bezug auf Staubpartikel und Radon).
Edit: die untere Stufe ist ein typisches Dolomitstück mit den Drusen von Lepidokrokit/Hämatit.
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Hallo,
der Geruch ist Knobi mit starkem Metallgeruch, muß ziemlich viel Ni drin sein, denn meine Nickelallergie sagtsofort "Treffer" >:(
So, nun hab ich ihn aufgekloppt: hab das Teilstück gewogen 10x5x5 cm = 1,1 kg
-Metallisch glänzendes Innenleben an einer Seite, wahrscheinlich Ni, Erythrin zieht sich kreuz und quer durch den ganzen Stein.Bis zu 1cm dicke Schicht.
-2 (auf die Schnelle gefundene)kleine grüne, durch das Gestein gehende Kristalle.
-klitzekleine silbrige, goldfarbene und "bunte" Kristalle
Mein 1. Tiefengestein und dann sowas :o
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Knoblauchgeruch nur beim Aufschlagen oder auch im "Ruhezustand"? Wenn letzteres würde ich dringend Abstand nehmen, die Stufe in Wohnräume mitzunehmen. Dann arbeitet da was und derartige Arsenverbindungen sind recht gefährlich, siehe hier:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6249.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6249.0.html)
Ansonsten könnte es sich bei metallisch glänzendem Innenleben um alles mögliche handeln, da im frischen Anbruch viele Co-Ni-Minerale silbrig glänzen. Evtl. Nickel-Skutterudit. Goldfarben könnte auf alles mögliche hindeuten, z.B. frisches gediegen Wismut, wenn eher rötlich dann auch Nickelin. Wie sind da die Bruchflächen? Grüne Kristalle kann ich gerade nicht zuordnen, bin mir nicht sicher ob es kristallinen Annabergit in Schlema gab. Wie ist die Kristallform? Der Etryhtrin im Gestein, ist der genauso erdig wie an der Oberfläche? Sind das dann eher Klüfte im Gestein gewesen, wo Feuchtigkeit arbeiten konnte?
Vielleicht kannst Du noch ein paar Detailaufnahmen reinstellen?
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Na toll,
hab gerade den Link von Schluchti gelesen und hab das Ding vorsichtshalber in die hinterste Ecke verbannt. Ich IDIOT hab es auch noch vor dem Zerkloppen gewaschen! Nee, das is nix für mich. Hab grad 'ne Mail an die Uni hier geschrieben und gefragt, ob sie Interesse hätten, ich vermach Ihnen das Stück und sie sagen mir, was so alles drin ist. Vielleicht freuen sie sich. Stell dann, wenn was bei rauskommt, die Analyse ein.
-Zum Geruch: vor dem Waschen stank er herb nach Knobi( im Ruhezustand), nicht süsslich, jetzt nur leicht staubig herb.
-Risse ja, sehen aber sehr frisch aus, mehr nach in den letzten 2 Jahren entstanden
-Kristalle rhombisch? sind sehr klein
- grün geht durch den Stein, Hohlraumauffüllung?, ist lindgrün, nicht transparent.
Meine Kamera gibt leider keine besseren Nahaufnahmen von sich, vielleicht könnt ihr wenigstens ein bischen sehen.
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Mmmh, naja, eigtl. ein sehr schöner Fund! Das lindgrüne könnte erdiger Annabergit sein, als Nickelausblühung. Leider ist auf den Bidlern nicht soviel mehr zu erkennen.
Sehe ich da schwarze Stellen in dem frischen Anbruch? Glänzen die?
Heb Dir doch ein paar MMs auf, wo möglichst alle Minerale, die auf der Stufe vertreten sind in guter Ausbildung drauf sind. Dann haste noch was davon und kannst in Ruhe eine mögliche Analyse durch die Uni abwarten. Vor einer Entwarnung in Richtung Pechblende würde ich jedoch keine Brocken davon in die Wohnung mitnehmen bzw. nur kleinere Stücken und die luft- und staubdicht eingedost.
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Ich tippe jetzt auf ein Co-/Ni-Sulfid (grauschwarz) mit Erythrin (rosa) und Annabergit (grün). Letztere Mineralien halte ich für eindeutig.
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Hallo Großauge,
nach deiner Beschreibung und den Bildern handelt es sich um ein schon recht weit zersetztes typisches Bi-Co-Ni-Erzstück bestehend aus:
Erythrin (rosa), Annabergit (grün) beides als Sekundärbildung, Gemenge aus Chloanthit, Skutterudit (vieleicht noch Safflorit und Löllingit) hell- bis dunkelgraumetallisch glänzend, ged. Wismut (klitzekleine silbrige, goldfarbene und "bunte" Kristalle) und ein wenig ged. Arsen (schwarz, Knoblauchgeruch).
Gruß Jürgen ;)
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Nach den Bildern scheint es sich nicht um einer Erzanreicherung der Bi-Co-Ni-Formation zu handeln sondern um Baryt mit entsprechenden Sulfitadern. In solchen Stücken ist natürlich Radioaktivität eher möglich. Trotzdem sollte, bei allem Respekt vor der Radioaktivität, die Gefahr nicht überbewertet werden. Ich habe schon oft erwähnt: Granit ist häufig relativ stark radioaktiv und trotzdem gibt es viele Gebäude mit Granitgrundmauern. Es ist kein Grund, einen interessanten Fund nicht unterm Binokular zu untersuchen.
Giftigkeit ist auch relativ. Ablecken wird ja die Stücke ohnehin niemand und vom Angreifen und Ansehen stirbt man nicht.
Mit einer zu großen Angst vor giftigen oder strahlenden Substanzen sollte man vielleicht ein anderes Hobby wählen ?
Nochmal was zum Erythrin: Ich möchte die jungen Sekundärbildungen auf den Erzbergbauhalden die als erdige Krusten auftreten (trotz der rosaen Farbe) nicht als Erythrin bezeichnen. Erythrin ist ein Arsenat. Die in den Halden zirkulierenden Flüssiglkeiten sind aber ein Gemisch aus allen möglichen Säuren. Da entsteht sonst etwas, aber sicher kein reiner Erythrin. Oft ist es auch durch Kobaltionen rosa gefärbter Kalksinter. Also, wenn man keine Kristalle entdecken kann - die rosen Krusten abwaschen und sehen was Interessantes darunter ist.
Glück Auf
Uwe
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=)
hm is aber auch nicht schlecht so eine allergie.
Brauchst nur genug leute die auf verschiedene sachen allergisch sind und schon weiste was alles gefunden wurde.
:)
Genau Uwe, deswegen wollte ich grade was schreiben.
Ich hab auch solche sekundären ablagerungen aus schlema, da gehts schon mitunter farblich recht chaotisch zu
Dementsprechend ist auch allesmögliche drin.
grüße
wolfilain
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Giftigkeit ist auch relativ. Ablecken wird ja die Stücke ohnehin niemand und vom Angreifen und Ansehen stirbt man nicht.
Mit einer zu großen Angst vor giftigen oder strahlenden Substanzen sollte man vielleicht ein anderes Hobby wählen ?
Nein, man sollte natürlich nicht zuviel Angst vor den Stufen haben, sonst wird man auch keine Freude am Sammeln finden. Aber es ist sicher auch nicht von Nachteil die durchaus möglichen Gefahren auch kennen.
Die Giftigkeit von Arsenolith ist jedenfalls nicht zu verachten. Man muß sich dabei vor Augen führen, daß es sich dabei um eines der giftigsten Mineralien handelt, nachweislich krebserregend ist und schon ab 0,1g für den Menschen tödlich wirken kann. Klar leckt niemand eine Stufe ab, aber solcher krümelkram fällt auch gern mal ab und tritt sich irgendwo fest, und wenn Kinder auf dem Fußboden rumkrabbeln, naja. Und inhalierter Pechblendestaub ist auch kein Spaß, das sollte auch klar sein.
Man sollte eben einfach nur die potentiellen Gefahren , wie etwa die Strahlung seiner Stufen kennen, denn sonst läuft man eben Gefahr, auch massive Strahlenquellen zu übersehen, nur weil man nicht damit rechnet und ist so schon von vornherein jeder Chance beraubt, Gegenmaßnahmen für einen respektvollen Umgang damit zu ergreifen (Staubschutz, Schutz vor Radon in Wohnräumen).
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Nach den Bildern scheint es sich nicht um einer Erzanreicherung der Bi-Co-Ni-Formation zu handeln sondern um Baryt mit entsprechenden Sulfitadern.
Hallo uwe,
tut mir Leid aber diese Meinung kann ich nicht teilen, ich bleibe bei meiner Meinung, s. o.. Ich habe gerade in letzter Zeit dutzende solcher Stücke gefunden und teils auch weiter bearbeitet (geteilt, gesäubert, gesäuert, geschnitten, geschliffen), deshalb bin ich mir schon ziemlich sicher.
Gruß Jürgen
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Hallöchen!
Ich will mich gar nicht in die Giftigkeitsdiskussion hängen(aber anbei: meine triefenden Arsene hab ich jetzt entsorgt) aber zu diesem Erzstück: Du solltest es vielleicht mal ein paar minuten in Salzsäure geben um das sich dieser Haldenkeim löst! ich persönlich finde die Stücken dann viel ansprechender und sie krümmeln auch nicht mehr so!
Ach und wird auf der 66 grade saniert(geschoben)???