Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing => Thema gestartet von: Kay am 25 Oct 05, 21:07

Titel: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Kay am 25 Oct 05, 21:07
Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer geeignetetn Steinknacke für
das Formatieren meiner Mineralstufen.
Ich habe schon sehr lange im Internet nach Angeboten geschaut.
Doch bin ich hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses immer noch unentschlossen:

eine kleine Kniehebelpresse
oder
die Steinknacke von ZUBER M5
oder
die Angebote aus dem Baubereich?
oder
 eine bauen lassen?

Welche Erfahrungen habt ihr?
Ich möchte sowohl Stücke mit (empfindlichen) Kristallen formatieren,
aber auch MM Stücke.
Die Stücke haben oft auch eine Größe, die für die "normalen" Auflegebereiche
der meisten Steinknacken zu groß sind.


MfG

Kay

Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Ralf am 26 Oct 05, 07:25
Hallo Kay,

Ich würde Dir die Zuber Knacke empfehlen. Die ist zwar auf den ersten Blick recht teuer, das relativiert sich aber durch die lange Lebensdauer. Meine Knacke ist jetzt seit über 13 Jahren im Einsatz und hat nie Probleme gemacht.
Ein weiterer Vorteil ist, daß man damit durchaus auch kleinste Stücke knacken kann. Man kann ja nicht nur durch die Hydraulik Druck erzeugen, sondern auch durch herunterdrehen des oberen Meißels. Damit lassen sich auch empfindliche und kleinste Stücke ruckfrei brechen.

Gruß
Ralf
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Kay am 28 Oct 05, 00:35
Hallo,

gibt es noch weitere Erfahrungen oder formatisiert ihr alle nicht
oder nur mit Hammer und Meisel?

Freue mich über weitere infos und Meinungen.

Bis denne.

Kay
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: MM-Bär am 28 Oct 05, 07:16
Moin ersteinmal, Kay.
Für meine MM's nehme ich keine Knaggen, sondern Fliesenleger-Werkzeug:
Kneifzange mit ca. 20 cm langen Hebeln. Vorteil: geht schnell und sauber mit relativ geringem Kraftaufwand - und ist unschlagbar preiswert  :D . Nachteil: Öffnung zwischen den Schneiden ist meist nur 15 bis 20 mm breit, damit kann man keine faustgroßen Stücke auf MM-Format bringen. :-\
Der Rest wird schon im Feld/Steinbruch klassisch vorformatiert: Dann tut es auch nicht weh, wenn zu Hause beim Formatieren die Stufen hopsgehen  :'( - die Stufen zerbröselt man schon vor Ort  ;D
Bärige Grüße
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Norbert am 28 Oct 05, 12:24
Ich kann mich der Meinung von Ralf nur anschließen. Ich benutze auch die MP5 von Zuber. Damit lassen sich Stücke bis zur guten Faustgröße gut formatieren. Das Formatieren mit dem Handrad funktioniert vor allem bei weichem Material (Lava etc.) gut. Ich kenne Sammler, die das Gerät seit über 20 Jahren im Einsatz haben.
Beim Kauf sollte man unbedingt verschiedene Anbieter anschauen. Die Preisunterschiede für neue Geräte sind recht hoch. Das günstigste Angebot liegt meines Wissenes zur Zeit bei 349 Euro.

Norbert
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: geomueller am 28 Oct 05, 19:31
Für alle die nicht wissen wie so ein Teil aussieht: http://ertl-compsys.com/SubDomain-Mineral/images/MP5.JPG

Gruß Jürgen
Titel: Noch drei Hinweise
Beitrag von: MM-Bär am 28 Oct 05, 20:54
In einem älteren Fundgrube-Heft gab es mal eine "Anleitung" für einen Knacker Marke Eigenbau (mit Wagenheber). Ein ehemaliger Bekannter hat das Teil durch eine Schlosserei nachbauen lassen. Leider funzte das Ding nicht so richtig (Mangel: Die beiden Meißelspitzen saßen nicht exakt gegenüber).
Auch in einem älteren Aufschluss-Heft gab es mal den Tipp mit abgesägten Meißelköpfen, die in aufgebogenen Blechen auf den Backen eines 08/15-Schraubstockes saßen. Auch hier gilt: Das funktioniert nur, wenn die Meißelflächen akkurat gegenübersitzen. Schon der kleinste Versatz bewirkt, dass sich die Stufe nicht knacken lässt, sondern durch die Luft schiesst  :-[. Dann doch lieber das Geld in ordentliche Markenware investieren -  sollte bei Werkzeug ohnehin der Grundsatz sein !!!)

Und: Stets eine Schutzbrille tragen !!!!
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Kay am 08 Nov 05, 22:30
Hallo,

Danke für eure Hinweise und Tipps.

Ich überlege noch: Eigenbau oder Zuber.

Bis denne

Kay
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: loparit am 14 Nov 05, 19:56
Hallo,

von Eigenbau würde ich abraten. Ich kenne einige Sammler mich eingeschlossen, die zuerst versucht haben ein solches Gerät zu bauen. Doch letztendlich habe sie alle eine MP5 gekauft. Der Knackpunkt liegt einfach an der Hydraulik. Wenn Zuber den Zylinder einzeln verkaufen würde, dürfte ein Eigenbau kein Problem sein. Doch die im Handel erhältlichen Wagenheber haben eine falsche Übersetzung (Hub des Kolbens, nach einmaligem bewegen des Hebels). Der Kolben der MP5 bewegt sich in mm Schritten. Die Wagenheber bewegen den Kolben zu viel und dadurch wird kein gutes Ergebnis erreicht.
Ein vergleichbarer Hydraulikzylinder wie der bei der MP5 (im spez. Hydraulik Handel erhältlich) ist jedoch entsprechend teuer und deshalb ist es besser sich gleich eine MP5 zu kaufen.

Deshalb kann ich nur empfehlen kein Geld in einen Eigenbau zu stecken, sondern dieses Geld lieber in eine MP5 investieren. Lieber etwas länger sparen und die MP5 später kaufen.

PS. Übrigens bekomme ich keine Prozente von der Firma Zuber.  ;D

Gruß loparit
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: wolfilain am 14 Nov 05, 20:05
 ;)

Ich dacht immer eine MP5 sieht so aus.
Aber naja damit kann man bestimmt auch Steine knacken.

Ne ma im ernst ich hab keine knacke ich nutze Grobformatierung im Gelände.
Dann meist eine kombination aus Schraubstock und großer Zange.

grüße
wolfilain
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 21:25

@loparit,

also da muss ich Dir ein klein wenig widersprechen:
Vor einigen Jahren habe ich mir eine Knacke selbst gebaut. Das Ding, eigentlich müsste man es eher "Monster" nennen, funktioniert sehr, sehr gut. Vom Preis her,  hätte ich mir, wenn man alle Knöpfe zusammenrechnet, eingeschlossen der mechanischen Bearbeitung der Teile, welche ich jedoch selbst durchgeführt habe, durchaus eine Zuber Presse kaufen können.
Allerdings hat meine Presse eine Druckkraft von 20 Tonnen und ich kann sehr wohl, wenn es sein muss, den Kolben mittels der Handpumpe im zehntel mm Bereich fahren, also eine Überstzung, die besonders bei "harten Brocken" sehr nützlich ist. Zu den techn. Daten:

-Hydraulikwagenheber 20 to.
-Obere und untere Schiene: Stahl, St 50, 100 x 100 mm , 320 mm lang
-Säulen: 2 Stück, Stahl, blankgezogen St 50, 650 mm lang, 50 mm Durchmesser
-an jeder Seite je drei Rundstäbe (Silberstahl, gehärtet) 15 mm Durchmesser, 95 mm lang, zum sichern der Säulen in den Schienen
-je eine Zugfeder an der Seite zum zurückziehen des Kolbens, Spannkraft einstellbar
-Stabile Führung des unteren Meisels, aus starkem Aluminiumprofil und Messingbuchsen
-zwei verschieden lange, obere Meisel einsetzbar.

Bislang hat noch kein Stein "widerstehen" können. Einziger Nachteil: Die Grösse und das Gewicht (ca. 80 Kg), jedoch habe ich im Keller genug Platz dafür.
Die kleineren Stücke formatiere ich dann mit einer ebenfalls selbst hergestellten Knacke, die nach dem Kniehebelprinzip funktioniert, komplett, - bis auf die Meisel und Spindel, sowie der Führung des oberen Meisels aus massivem Edelstahl.

Für die ganz kleinen Stüfchen habe ich dann noch eine von mir umgebaute Handstanze, die ich aus einer Konkursmasse erworben habe. Sie funktioniert ebenfalls nach dem Kniehebelprinzip.

Alles in allem: Eigenbau kann sich sehr wohl lohnen! :D :D :D :D

Grüsse,
Bernd ;)
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 21:48
Hier einige Bilder, der drei verschiedenen Steinknacken.
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 21:49
...noch einige
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 21:51
weiter geht´s
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 21:52
..
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 21:53
..
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 14 Nov 05, 22:03
Den grossen Deckel über dem 20 To. Wagenheber habe ich deswegen gemacht, damit der feine Steinstaub, der beim knacken entsteht, nicht an den Kolben gelangen kann, was auf die Dauer sehr sinnvoll ist.

Grüsse,
Bernd ;)
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Kay am 08 Dec 05, 16:47
Hallo
vielen Dank für eure Erfahrungen mit den Steinknacken.

Insbesondere Findus
danke ich sehr, da die Fotos und Beschreibung mir
sehr weiterhelfen!. Gratulation zu solch tollen Steinknacken!!!
Ich hoffe, dass ich dies für den Eigenbau bei einem Bekannten nutzen kann.
Ich berichte, sobald ich mehr weiß.

Bis denne
Kay
Titel: Re: Welche Steinknacke ist geeignet?
Beitrag von: Findus am 11 Dec 05, 19:02
Hallo Kay,
was ich noch bei der Knacke aus Edelstahl vergessen habe: auch hier ist die Führung des beweglichen Meißels eine dickwandige Messingbuchse, die so lang wie der "Kolben" ist, in den der verstellbare Meißel (mittels Gewinde nach oben und unten verstellbar) eingeschraubt ist. Diese Spindel (M16 x 1,5) muss jedoch auch so lang sein, dass wenn man kleinere Stüfchen knackt, der Meißel nicht seitlich verkantet. Der "Kolben", dessen max. Hub ca. 20 mm ist, hat in dieser Buchse ein Laufspiel von ca. 0,03mm. Gecknackt wird, wenn der "Kolben" fast am "unteren Totpunkt" angelangt ist, weil dann der Kniehebel fast gestreckt ist, und man somit eine enorme Druckkraft auf den Meißel bringen kann, - also sagen wir, wenn der Handhebel ca. noch 15° - 20° vor dem unteren Anschlag ist, was darüber, also grösser als diese ca. 20° ist, bringt nicht viel, es sei denn, man knackt sehr weiches Material.
Bei der grossen Knacke ist das Laufspiel der beiden Messingbuchsen (Säulen), die die untere Halteplatte für den unteren Meißel führen, ca. 0,15 mm, da die Spannfedern den Meißel zurückziehen und man auch nicht ganz verhindern kann, dass etwas Staub in diese Führung gelangt.
WICHTIG: Wenn Du Dir nun ebenfalls eine Knacke aus Edelstahl bauen möchtest, bitte darauf achten, dass bewegliche Teile, die aneinander gleiten, nicht komplett aus Edelstahl sind, weil Edelstahl ("VA") die unangenehme Eigenschaft hat, dass er sofort anfängt zu "schmieren" was zu festfressen führen kann. Da hilft oftmals auch kein noch so gutes Fett,  - ein winziger Span, der irgendwo dazwischen kommt und schnell gehen Teile fest. >>>> Das gilt auch beim verschrauben von Edelstahlschrauben und Edelstahlmuttern, falls diese öfters gelöst werden müssten.

Grüsse,
Bernd ;)