Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Sonstige Lokationen u. Themen / Other Locations a. Themes => Thema gestartet von: Wolfgang am 13 Nov 05, 09:31
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Hölzer wurden vor ihrem Versteinungsprozess manchmal von Insekten bzw. holzzerstörenden Pilzen befallen. - Hier einige Beispiele:
versteinertes Holz mit Pilzfraß (Araucarioxylon mit Poliporites wardii)
20 x 10 cm
Chinle Formation (Trias)
nördliches Arizona / USA
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versteinertes Holz (Podocarpus)
10 x 14 cm
Windalia Radiolarite Formation (Kreide)
Mooka Sheep Station - westl. Australien
Die weißen Spuren stammen von Teredowurm-Fraßgängen im ursprünglichen Holz. Die Löcher füllten sich dann mit weißem Silikat (SiO2).
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versteinertes Holz (Woodworthia - frühe Koniferenart) mit Fraßgängen
15 x 12 cm
Trias an der Grenze zum Jura (ca. 215 Millionen Jahre)
versteinerter Wald von Gokwe
Simbabwe / Afrika
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stück aus den usa blue forest 17cm x12cm bin mir aber nicht ganz sicher was da noch drin ist. gruß bernd
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versteinertes Holz (Laubholz) mit Insektenfraß
5,5 x 6cm; 36cm langer Ast
Trout Creek Formation, Miozän
Zimmerman Ranch, McDermitt, Nevada / USA
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1545764797.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1545764797.jpg)
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Die weißen Spuren stammen von Teredowurm-Fraßgängen im ursprünglichen Holz.
Hallo zusammen!
Die weißen Spuren werden Teredolites genannt und sind nicht durch Würmer, sondern durch Muscheln erzeugt worden, als das Holz im Meer trieb.
Es ist leider ein weitverbreiteter Glaube, dass der Schiffswurm ein Wurm ist. Das stimmt aber nicht! Teredo ist eine Muschel!!!
Grüße,
Lothar
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@ Lothar, ja stimmt es ist wie bei den belgischen hölzern , stimmt ( Bohrmuschel) ?
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6696.0.html
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stimmt ( Bohrmuschel) ?
Ja, es ist eine Bohrmuschel.
http://www.enzyklopda.de/infos/s/sc/schiffsbohrwurm.html
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also war es treibholz ? das erst im wasser war und dann verkieselte.
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Ja, würde ich so sehen. Die Hölzer müssen vor der Versteinerung einige Zeit im (Meeres)wasser gelegen haben, wobei sie von den Bohrmuscheln befallen wurden. Danach wurden sie wohl unter Sedimenten begraben und versteinerten.
Die berühmtesten "Toredohölzer" stammen aus Western Australia, Belgien und England (die gefallen mir allerdings nicht allzu gut).
http://www.unet.univie.ac.at/~a0442231/holz_wurm.htm
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@ Wolfgang und Bernd:
Wo habt Ihr denn diese wirklich schönen Funde her? Erworben, getauscht gesammelt?
Sammle nämlich in erster Linie Spurenfossilien aller Art...
Guten Rutsch und Grüße,
Lothar
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Lothar,
die Stücke / Scheiben hab ich von versch. Händlern aus den Vereinigten Staaten bzw. auf Börsen erworben.
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In meiner Sammlung liegen auch so Ufos, von denen ich den begründeten Verdacht habe, dass es sich von Parasitenbefall handelt, egal ob tierische oder pflanzliche Parasiten.
Lege mal ein Foto von einen Laubholz vor, bei dem ich annehme dass es vom Pils angenagt ist, hat von euch schon jemand mit dünnschliffen gearbeitet?
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das ist ein miozänes Laubholz, das vom Pochkäfer befallen ist --> die Bollelen!
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Lege mal ein Foto von einen Laubholz vor, bei dem ich annehme dass es vom Pils angenagt ist, ...............................
Vom Pils angenagt bin ich auch, allerdings kein Laubholz, also kann ich dir da nix helfen ;D ;D ;D ;D Johannes
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Ein Stück mit Fäulnispilzbefall aus Madagaskar.
Pilzbefall hat einen Durchmesser von knapp über 2 cm.
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... und noch eines, diesmal aus Tschechien.
Pilz hat einen Durchmesser von 1-5 mm.
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Hallo Andreas,
woran machst Du den letzten beiden Stücken Pilzbefall fest? Hätte da ehrlich gesagt eher auf echt tierische Parasiten getippt.
Erzzweifler Ludwig
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Hallo Ludwig,
Pilz wäre für mich auf Grund der Form (sieht man unter dem Mikro besser) eindeutig gewesen. Zudem sieht man schön, dass die Zellreihen nicht unterbrochen, sondern zur Seite gedrückt wurden.
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Ich habe aber auch ein Stück aus Tschechien mit Fraßspuren und Koprolithen:
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.. und nochmals ein Holz mit Fraßspuren und Koprolithen. Diesmal aus Rumänien.
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Hallo Andreas,
ist wohl so wie Du sagst, man muss es unter dem Binokular gehabt haben.
Gruß
Ludwig
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schaut mal im Nordamerika-Thread, hab da ein großes pilzbefallenes Holz aus Arizona eingestellt.
Gruß Burkhard
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,8748.0.html
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Hallo,
das Thema ist zwar schon ein paar Tage als, wollte aber trotzdem ein interessantes Gymnospermenholz aus dem nordböhmischen Cenoman einstellen. Dieses besitzt Bohrgänge (Teredo?), die mit hellem Calcedon ausgefüllt sind. Stück ca. 7 cm lang.
gnoisi
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jetzt ist das Thema noch ein paar Tage älter ;) ---
zu Fraß- und Bohrspuren (unterschiedlichster Art, auch von marinen Organismen) siehe auch die folgenden Themen:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,19377.0.html
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6696.0.html
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7953.0.html
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7952.0.html
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7054.msg237492.html#msg237492
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,31745.msg253522.html#msg253522
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg260679.html#msg260679
Sowie auf der website von H.-J. Weiss::
http://www.chertnews.de/Kommentar_Manebach_G.html
http://www.chertnews.de/no_coprolites_G.html
http://www.chertnews.de/rot_or_coprolites_G.html
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Um das Thema mal wieder zu aktivieren, hier ein paar Fotos von silifizierten Hölzern mit Pilzbefall aus der Chinle-Group, Petrified Forest Formation Obertrias von Arizona/USA. In der Literatur wird für die holzzerstörenden Pilze der Chinle Group stets Polyporites wardii angegeben. Weitere Arten sind wahrscheinlich, denn es gibt deutliche Unterschiede in Morphologie, Gewebe, etc.
Das erste Stück (Durchmesser 26 cm) zeigt zahlreiche, linsenförmige Pilzkörper von 10 mm bis 50 mm Länge und max. 12 mm Breite.
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Und noch ein zweites Stück (Durchmesser 24 cm) mit weiter fortgeschrittenem Pilzbefall, ebenfalls aus der Chinle Group, Arizona.
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hallo Gnoisi,
danke fürs Beleben .... ist ein Thema, das mich ganz speziell interessiert !
Die Strukturen im 2. Fossil hätte ich allerdings wohl nicht als Pilzbefall erkannt - sehr lehrreiches Beispiel, fein !
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Hallo,
hierzu auch von mir ein Bildbeitrag ;
zeige einen Querschnitt ( 17 x 14 cm ) eines Gymnospermenholzes aus Madagaskar, im Gewebe sind deutlich Markstrahlen zu erkennen. Es zeigt aber auch Befall von holzzerstörenden *Pilzen. Das Gewebe der Pilzkörper erinnert an faserig-strahlige Mineralien / Aragonit ??? Im Zentrum der Pilzkörper ist noch Holzgewebe erhalten.
Die Bilder zeigen sowohl eine Gesamtansicht als auch die * Pilze.
*Aber vielleicht hat Jemand auch eine andere Meinung :
Größe der *Pilze: 7 x 6 bzw. 5,5 x 4 cm
und tschüß
Ulrich
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siehe auch hier:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14962.msg310558.html#msg310558
und
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg309743.html#msg309743
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hallo,
bei diesem Stück (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1513437788.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1513437788.jpg) dachte ich auf den ersten Blick an einen Fraßgang mit Koprolithen,
aber dafür sind mir die Dinger im Querschnitt zu unregelmäßig bzw. zu uneinheitlich (auch in der Größe). Außerdem liegen einige dieser "Dinger" auch außerhalb der Hauptkonzentration im - anscheinend ! - intakten Holzgewebe, also fällt auch eine "Sandkornfüllung" eines Hohlraumes weg -
bleibt eigentlich nur noch Pilzbefall, und das vermute ich hier auch.
(sorry für die Bildqualität - ist nur durch den Fadenzähler fotografiert, und nicht am Mikroskop).
Hat jemand weitere Anregungen / Ideen dazu ?
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neu in einem anderen Thread:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,31745.msg324200/topicseen.html#new
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und noch ein paar Beispiele ausm Blue Forest:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1523805995.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1523805995.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1508594606.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1508594606.jpg)
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hier noch ein schönes Beispiel aus der Sammlung von Wolfgang:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1529671601.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1529671601.jpg)
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das Thema ist zwar schon ein paar Tage als, wollte aber trotzdem ein interessantes Gymnospermenholz aus dem nordböhmischen Cenoman einstellen. Dieses besitzt Bohrgänge (Teredo?), die mit hellem Calcedon ausgefüllt sind. Stück ca. 7 cm lang.
gnoisi
hallo Marian,
das entsprechende Foto wurde anscheinend schon vor langer Zeit gelöscht - könntest du eventuell so nett sein, es nochmal einzustellen ?
Stücke aus der nordböhmischen Oberkreide sieht man ja nicht all zu häufig ....
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hier ein Stück mit Pilzbefall aus Marokko:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1537792103.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1537792103.jpg)
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bei diesem kleinen Stückchen vom Nagy Repas Hegy bin ich mir nicht ganz sicher, es dürfte sich am ehesten doch um winzige Fraßspuren handeln. In den "Gängen" (die dunklen Flecken) ist keinerlei Holzstruktur erkennbar, sondern nur homogene Opalmasse, und es handelt sich auch nicht um Flecken infolge unterschiedlicher Silifizierung, sondern die "Löcher" ziehen sich an dieser Seite des Holzes durch bis ans andere Ende des Stücks..
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1540742193.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1540742193.jpg)
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Eine mini Laubholzachse (max. Dm. ca. 1 cm) aus dem Pannonium der Csaterberge - mit partieller 3D-Opalausfüllung von Fraßgängen!
Kannte ich bis jetzt von dort nicht, daher um so erfreulicher. Dachte zuerst das sind kleine Würzelchen, aber die feine Querstreifung und das Fehlen von Holzstruktur haben mich eines Besseren belehrt - zumal im direkten Vergleich mit den dortigen Wurzelböden der Unterschied offensichtlich ist.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1554983133.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1554983133.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1554983250.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1554983250.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1554983162.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1554983162.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1554983237.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1554983237.jpg)
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Coole Sache, haben wir da schon eine Lexikonseite zu? Das wäre doch ein schöner Beitrag.
Viele Grüße
Stefan
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hallo Stefan,
Lexikonseite zu Insektenfraßspuren gibts meines Wissens noch nicht - nur diesen Thread.
Wär auch irgendwie schwierig einzubinden, da es so was ja aus allen Erdzeitaltern seit den ersten Bäumen gibt, und dann an den unterschiedlichsten Pflanzen/Hölzern, und von unterschiedlichsten (meist unbekannten oder nur annähernd eingrenzbaren) Verursachern -
aber dieser Thread ist ja schon mal ein guter Anfang, um diesbezüglich Infos und Fotos zu sammeln ....
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Hallo Oliver,
das wäre ganz einfach einzubinden. Einfach das Schlüsselwort "Insektenfraßspuren" oder Pilzspuren dem Bild zuordnen.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fra%C3%9Fspuren%20in%20Holz
Dann vielleicht noch etwas Text und alles ist gut ;)
Viele Grüße
Stefan
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hallo Stefan,
danke fürs Anlegen der Seite!
Falls ich mal Zeit und Muße habe, werd ich versuchen ein paar "basic facts" zusammenzustellen - aber vielleicht beteiligen sich ja auch noch andere User an der Gestaltung der Seite!
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Hölzer von vielen Fundstellen in der Ukraine haben Frassspuren von Insekten bzw sind mit Koprolithen. Ich habe viel Material von dort und könnte gerne mit ein paar Bildern beitragen.
Bemerkenswert ist aus meiner Sicht ein Stück aus Unterkreide, Nadelzweig mit Koprolithen (?) drinnen. Fundort - Gegend bei Kanev am Dnjepr (Ukraine). Alter - Albian.
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Hallo,
hier mal ein Beitrag zu Pilzbefall:
https://www.scinexx.de/fotos/marmorholz-ein-kunstwerk-der-natur/
Ganz sicher nichts mineraliges, aber trotzdem mal zur Entspannung nett anzusehen und zu lesen.
Besten Gruß
Eckard
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Hier ein Dadoxylon-Holz mit seltsamen Gebilden auf der Außenseite. Sieht wie Pilze aus.
???
Fundort - Donbass. Alter - Oberkarbon.
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So sieht das Stück aus von geschnittener Seite. Sieht so aus als ob das vom Pilz befallen wäre.
Ich konnte das pilzartige (oder harzartige?) Gebilde leider nicht unter Mikroskop setzten (das Stammfragment ist bisschen zu groß), obwohl eins von diesen Gebilden etwas angeschnitten und anpoliert wurde (zweites Foto).
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Ich konnte das pilzartige (oder harzartige?) Gebilde
Harz war auch meine erste Idee - nach den Fotos im vorigen Beitrag. Vielleicht auch beides? Harz die knollen-/trofenartigen Gebilde, (beginnender) Pilzbefall die ringförmigen Zersetzungsspuren auf Bild 3 ???
Weil im Inneren der "Ringe" ist ja noch Holzstruktur ...
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Harz war auch meine erste Idee - nach den Fotos im vorigen Beitrag.
Bis das Stück gesägt wurde, dachte ich auch so, obwohl ich bis jetzt keine Beispiele vom erhaltenen Harz auf solchen Hölzern kenne.
Ein Baumpilz hätte bestimmt mehr Chance zu verkieseln, als Harz, denke ich. Oder?
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da hast du vermutlich Recht!
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Fraßgang mit Koprolithen aus NÖ, Neufund von gestern :D
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1555241459.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1555241459.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1555241427.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1555241427.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1555241402.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1555241402.jpg)
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Die unten gezeigte Hölzer aus Phosphorit-Horisont an der Grenze Cenoman/Turon sind fast alle mit Bohrgängen (Teredo usw). Dass sie auch Koprolithen bzw Fraßgänge von Insekten haben, wurde früher nicht beschrieben. Fundort - Mergelgrube in Kramatorsk, Donbass.
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Noch ein paar Aufnahmen dazu. Allerdings sind soche Koprolithen-Funde im Vergleich zB zu Hölzern aus Nowopskow oder Aachener Sanden sehr selten (nur ca 1-2 % von der gesamten Menge).
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Hier ein auf den ersten Blick relativ unscheinbares Opal-Holz (Nadelholz) aus Nowopskow (Ukraine). Erst auf den zweiten Blick zeigen sich diverse Fraßgänge von Insektenlarven, gefüllt mit Koprolithen! :D
Ein Geschenk von Andrej - herzlichen Dank!
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1584971884.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1584971884.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1584971907.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1584971907.jpg)
Die größeren, mit Sandstein verfüllten Bohrgänge hingegen dürften wahrscheinlich von Bohrmuscheln stammen.
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Genau, dort sind die Bohr/Frassgänge nicht selten gemischt. Bei dem Stück ist merkwürdig, dass der Stamm , von dem das Fragment stammt, hatte jede Menge Koprolthen. Daneben, praktisch zusammen, lag ein weiterer Stamm, total angefressen, aber ohne einen einzigen Koprolith.
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ich denke, das könnte vielleicht damit zusammenhängen, wie schnell die Hölzer einsedimentiert bzw. silifiziert werden.
Wenn eine Achse mit Fraßgängen und Koprolithen rasch einsedimentiert, sind vmtl. die Chancen größer, dass die Kopros erhalten bleiben - wenn ein Holz hingegen lange als Treibholz "herumschwimmt", werden die Kotfüllungen vmt. aufgeweicht und herausgespült, bevor das Stück auf den Grund sinkt und einsedimentiert wird.
edit:
das Stück auf dem oben in AW #50 gezeigten Foto (phosphorit (1).JPG (276.21KB) finde ich übrigens genial - mit dem kompletten Querschnitt einer abzweigenden Achse und dem exakt den Zuwachsringen folgenden Fraßgang inkl. großen deutlichen Koprolithen in bestem Farbkontrast - einfach wunderbar!
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irgendwas winziges, was nach Koprolithen aussieht, habe ich auch in coal ball entdeckt
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Die oberkarbonen Hölzer aus Donbass haben auch häufig koprolithenähnliche Gebilde. Diese sind im Vergleich zu den Mesozoikum und Käinozoikum ganz winzig, so dass sie nur unter Binokular oder Microckop zu sehen sind
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Ein interessantes Stück aus Espenhain (Oligozän). Während am polierten Querschnitt die verfüllten Fraß-/Bohrgänge quer oder schräg geschnitten sind, verläuft die nicht verfüllte Spur am natürlichen Querbruch mehr oder weniger parallel zu den Zuwachsringen.
Oft werden die Fraß-/Bohrgänge bei Stücken aus Espenhain ja pauschal den Teredinidae (od. allgemeiner Bohrmuscheln) zugeordnet - zumindest der jahrringparallele Gang hier stammt aber offenbar von Insektenlarven. Jedenfalls kenne ich das in dieser Form bei eindeutigen Teredinidae-Gängen nicht.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1597492024.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1597492024.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1597492047.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1597492047.jpg)
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Der Blue Forest/Wyoming, USA bietet immer wieder hervorragende Beispiele für Insektenfraßgänge inkl. der Koprolithen.
Hier ein Beispiel eines dicotylen Holzes mit solchen Spurenfossilien.
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Auch aus Ägypten kommen sehr schöne Belege für Hölzer mit Insektenfraß.
Hier ein tropisches dicotyles Holz aus dem Fundgebiet Katameya/östliche Wüste, Oligozän mit Bohr-/Fraßgängen und Koprolithenfüllung aus der Sammlung von Marian.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1643124391.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1643124391.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1643124426.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1643124426.jpg)
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Hier noch ein sehr schönes Beispiel zum Thema Insektenfraß.
Ein dicotyles Holz, innen fast vollständig mit bis zu 2 mm Größe erreichenden Koprolithen ausgefüllt. Das Holzgewebe ist in diesem Bereich nur noch in "Fetzen" erhalten.
Mittleres Miozän der Columbia River Basalt Group, Washington, USA.
Grüße
Marian
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Und noch ein fossiles Gymnospermenholz in phosphatisch-karbonatischer Erhaltung aus dem Eozän von Californie, USA.
Die Gewebeerhaltung ist sehr gut. Borgänge von Teredo sind mit gelblichbraunem Calcit und z.T. auch marinem Detritus ausgefüllt.
Marian
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Auch interessante Spuren - aber von wem oder was? Insekten oder Pilz?? Oder eventuell eine Kombination aus beidem? Also Insektenspuren, die dann durch Pilzbefall "erweitert" wurden ???
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1506591796.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1506591796.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1506591829.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1506591829.jpg)
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Glück Auf!
derartige achsenparallele Hohlformen sind auch in den Lausitzer und Böhmischen Hölzern anzutreffen. Sinnvoll deutbare Konturen oder Strukturen fehlen, zumal die Hohlräume häufig mit grobkristallinem Quarz ausgekleided oder ausgefüllt sind. Den Spuren holzfressender Fauna nach zu urteilen, kümmert die sich wenig um die Faserrrichtung. Pilzbefall zeigt zwar eine bevorzugte Ausbreitung in Richtung Schwachstellen und hat damit auch einen Hang, der Faserrichtung zu folgen, ist mir aber noch nicht so ausgeprägt selektiv und kleinräumig begegnet. Was nicht zu unterschätzen ist, sind Hohlräume durch Deformation. Diese sind aber meist eckiger und orientieren sich an den bevorzugten mechanischen Schwachstellen in radialer Richtung und Umfangsrichtung. Schrumpfung durch Wasserverlust oder Inkohlung vor der Verkieselung können auch Risse und langlochartige Hohlräume hinterlassen. Danach sehen die Löcher in dem vorangegangenen Beitrag nicht aus. Eine weitere Beobachtung sind Harztaschen. Bei manchen Hölzern scheinen gerade diese Harztaschen besonders chalcedonig/massig/dicht verkieselt zu sein, während der Rest etwas porösere/gröberes Gefüge aufweist. Es scheint aber auch das Gegenteil zu existieren, dass die Harztaschen nicht verkieselt wurden und das Harz einfach ersatzlos zersetzt wurde. Diese Beobachtung lässt schlussfolgern, dass Unterschiede im Umwandlungsprozess von Holz oder Harz zu SiO2-Modifikationen sowohl im chemischen als auch im zeitlichen Rahmen möglich sind. Da bleibt dann Spielraum für Deutungen der gefundenen Konturen.
Hier mal ein anderes Beispiel mit Löchern:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1561291642.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1561291642.jpg)
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Da bleibt dann Spielraum für Deutungen der gefundenen Konturen
Genau so ist es - einerseits problematisch, weil unklar, andererseits aber auch sehr spannend ..... :D
Die "Löcher" an dem ungarischen Holz würde ich aber nicht mit jenen am Stück von Rüdisbronn vergleichen wollen. Beim ungarischen befinden sich die wenigen Hohlräume immer an "Verkieselungsgrenzen" / alten (z.T. ausmineralisierten) Rissen - hier vermute ich am ehesten, dass sie postsedimentär bzw. im Zuge der Diagenese entstanden sind (die von dir angesprochene Deformation).
Bei Rüdisbronn hingegen sind die Hohlräume annähernd entlang der Zuwachszonen orientiert (also +/- konzentrisch), und sind auffälligerweise in Richtung ehemalige Achsen-Außenseite klein, aber dicht angeordnet, und werden in Richtung ehemaliges Zentrum deutlich weniger, in diese Richtung aber dafür zusehend größer. Hier steht also eine gewisse Regelmäßigkei dahinter, die eine rein zufällige postsedimentäre Entstehung m.E. doch recht unwahrscheinlich macht. ich vermute da schon irgendeine Art von "Zersetzung" zu einem Zeitpunkt (bzw. während einer Zeitspanne), als das Stück noch als Holz vorlag, und noch nicht mineralisiert war.
Das mit den Harzkanälen/Harztaschen ist aber ein interessanter Ansatz (auch bezüglich der Anordnung), der mir (allerdings bei einem anderen Stück, von dem ich aber keine Fotos habe und das verpackt in irgendeiner Kiste liegt) auch schon mal in den Sinn gekommen war .....
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Gerade auf Steinkern entdeckt - Lias-Holz mit (vmtl.) Gastropodengelege:
https://forum.steinkern.de/viewtopic.php?f=34&t=33589
Passt zwar nicht 100%ig zum Thema Insekten & Pilz, hab ich aber so noch nie gesehen, und bin restlos begeistert!
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Wieder mal was aus Wolfgangs Sammlung: unbestimmtes Holz mit durch Braunfäule (Pilz) verursachtem Würfelbruch - ein sehr schönes Beispiel, wie ich finde:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1642251761.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1642251761.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1642251706.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1642251706.jpg)
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Ein interessantes Stück aus Espenhain (Oligozän). Während am polierten Querschnitt die verfüllten Fraß-/Bohrgänge quer oder schräg geschnitten sind, verläuft die nicht verfüllte Spur am natürlichen Querbruch mehr oder weniger parallel zu den Zuwachsringen.
Oft werden die Fraß-/Bohrgänge bei Stücken aus Espenhain ja pauschal den Teredinidae (od. allgemeiner Bohrmuscheln) zugeordnet - zumindest der jahrringparallele Gang hier stammt aber offenbar von Insektenlarven. Jedenfalls kenne ich das in dieser Form bei eindeutigen Teredinidae-Gängen nicht.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1597492024.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1597492024.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1597492047.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1597492047.jpg)
hallo oliver,
kannst du mir sagen, wo die stücke aus espenhain genau herkommen: von der hochhalde trages oder direkt aus dem ehemaligen tagebau?
danke umd viele grüße,
jörn.
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hallo Jörn,
leider nein - nicht selbst gefunden, und der Sammler, von dem ich das Stück indirekt bekommen habe, weilt leider schon in den ewigen Holzjagdgründen ...... (falls er es überhaupt selbst gefunden, und nicht auch von jemand anderem bekommen haben sollte)
lg
oliver
p.s.:
ist ja aber auch unwesentlich - ursprünlich waren ja alle Funde mal im ehemaligen Tagebau ......
p.p.s:
ich wusste ja gar nicht, dass es da noch eine Halde gibt - aber wenn dem so ist: nix wie ran an die Materie ... ;D
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Ein weiteres Beispiel: Ein fossiles Holz in Calciumphosphaterhaltung aus der Oberkreide im nördlichen Kaukasusvorland, Republik Adygea, Russland. zahlreiche Teredo-Bohrgänge und zusätzlich Pilzbefall im Holz. In den Tonsteingeoden kommen neben fossilen Hölzern auch Ammoniten vor.
Marian
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spannend! weißt du, was in den grauen außenbereichen passiert ist? im prinzip sehen diese stellen ja auch nach gängen aus, aber warum ist die erhaltung eine völlig andere?
grüße! jörn
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Ein dicotyles Holz mit Insektenfraß aus der eozänen Yegua-Formation, College-Station, Brazos County, Texas/USA.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1643124891.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1643124891.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1643124936.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1643124936.jpg)
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Bei den Bereichen, die die Bohrgänge umgeben (wie Du schreibst, graue Außenbereiche), handelt es sich um die Pilztaschen. Anscheinend haben sich die Teredo-Bohrmuscheln auch in bereits verpilztes Holzgewebe gebohrt.
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guten abend,
ich hoffe, die bildqualität reicht für meine anfrage aus:
es handelt sich um fossiles holz aus dem elbeschotter. kann mir jemand sagen, um was es sich bei den kleinen orangenen punkten in dem stück handeln könnte?
danke und grüße,
jörn.
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hallo Jörn,
nach dem Foto kann ich leider nichts dazu sagen -
aber vielleicht jemand, der die Elbhölzer besser kennt als ich.
Interessant siehts auf jeden Fall aus!
ga
oliver
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hallo leute,
das stück aus meiner letzten anfrage hier ist nun endlich geschliffen, aber vermutlich ist es fraglich, ob die neuen bilder wirklich etwas zur erhellung beitragen .. zumindest kann man nun aber erkennen, daß es sich nicht um gänge, sondern um etwas ähnliches wie kugeln handelt.
vielleicht hat ja doch noch jemand eine idee?
danke und LG,
jörn.
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Hallo Jörn,
ich halte diese rundlichen Strukturen für Rekristallisationen. Ähnlich der psaronoiden Struktur, wie man sie von den den Kyffhäuser-, tschechischen Hölzern und anderen Fundstellen kennt. Deine fleckenartigen Rekristallisationen (also keine organischen Spuren) sind nur kleiner.
Viele Grüße
Marian
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hallo marian,
ich danke dir sehr für die antwort!
viele grüße, jörn.