Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Lebewesen / Life forms => Kopffüßer / Cephalopoda => Thema gestartet von: Reynolds am 17 Nov 05, 09:55
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Hallo!
ich habe in der Nähe von Altdorf einige Ammoniten gefunden (soweit ich das beurteilen kann, immer die gleiche Sorte) - habe sie allerdings noch nicht gesäubert & präpariert). kann man trotzdem schon sagen, was es für einer ist? ::) (Durchmesser ist ca. 5cm). Da ich kein Crack bin (noch nicht! :D), kann ich leider die Schicht auch nur sehr stümperhaft beschreiben: ich glaube es war schwarzer Jura (ziemlich "tonig", dunkelgrau und bröckelig; Schicht darüber war (glaub ich) weißer Jura (die typischen hellen Plattenschichten die es auch auf den Klopfplätzen im Altmühltal gibt - sorry,.... :-[
Für jede Hilfe dankbar
Reynold
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Ganz klar, Pleuroceras. Die genaue Art kann man so nicht bestimmen.
Pleuroceraten kommen im Lias delta vor. Übrigens ein sehr schöner Fund! :) Wenn der mal fertig präpariert ist kann man bestimmt auch was zur Art sagen.
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Super, das freut mich sehr. Danke für die Auskunft, Andreas!!
PS: hier noch der Rest (scheinen dann aber alles Pleuroceraten zu sein).
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Hi!
Andreas hat natürlich recht, es ist ein Pleuroceras.
Zur genauen Art könnte man nach abgeschlossener Präparation mit mehreren Fotos (Ansicht des Rückens!) evtl. noch genaueres sagen. Obwohl das keineswegs sicher ist, denn die Artbestimmung bei den Fossilien ist das, was im Straßenverkehr Glatteis ist... da fällt mal schnell mal auf die Nase.
Also lieber ein grob richtige Bestimmung wie "Pleuroceras spec." als eine genaue, aber falsche, Bestimmung.
Gruß
Sönke ;)
P.S.: Auch die restlichen Stücke scheinen alles Pleuroceraten zu sein.
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Danke Sönke!! Wenn er (und die anderen fertig sind, stelle ich sie ins Forum!) :)
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Hallo!
da ich sehr neugierig bin und gerne wissen möchte, ob man den Pleuroceras näher bestimmen kann, hier ein Bild vom anpräparierten Fund. Für jede Hilfe dankbar,
Reynold
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Hi
Das ist ein Pleuroceras spinatum.
Gruss Joachim
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Hi Joachim,
danke für die Info :D!
gruß
Reynold
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Na, den hast Du ja doch noch ganz gut rausbekommen. Wenn Du ihn optisch noch ansprechender machen willst, lasse ihn doch mit einem Steinpflegemittel ein. Falls nicht vorhanden, nimm irgendeinen durchsichtigen Holzlack, oder so (vorher aber an schlechten Stücken testen, nicht dass Du Dir den Pleuro versaust).
Bei der Artbestimmung bin ich allerdings etwas anderer Meinung als Joachim.
Ich denke, dass es sich um einen Pleuroceras hawskerense handelt, für Pleuroceras spinatum erscheinen mir Rücken und Kiel zu schmal.
Aber, ich würde jetzt nicht meine Sammlung darauf verwetten. ;)
Gruß
Sönke
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anhand des Bildes müsste es sich doch um einen Phragmocon handeln?
oder täuscht das? ::)
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Hallo Leute,
da ich ja (noch :)) ziemlich wenig Ahnung habe, habe ich ein paar Anmerkungen und Fragen bzgl der Bestimmung und der oberen Diskussion:
1. im Netz habe ich unter "Pleuroceras spinatum" ein Bild gesehen, wo der Kiel in einer doppelten (oder gespalteten) Ausführung vorhanden war (siehe Bild 1; Quelle: http://soenke.piranho.de/Pliensbachium/pleurocerasspinatum.htm ; Sammlung: Sönke Simonsen) - ist das ein "Muss" oder ein "Kann" bei dieser Art? ???
2. Joachim hat gefragt, ob " es sich doch um einen Phragmocon handelt" - verstehe leider die Frage nicht. "Phragmocon" bezeichnet doch den gekammerten Teil des Gehäuses, oder? Den gibt es doch dann bei jeder Art?! ???
3. Danke Sönke für die Präparier-Tipps! Besonders die letzten "grauen" Spuren im inneren Teil machen mir Probleme. Sollte ich da mit einem Sandstrahler ran oder wird die Steinpflegemittelbehandlung das kaschieren?
Für jede Hilfe dankbar,
Reynold
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...kleiner Nachtrag:
laut SCHLEGELMILCH in "Ammoniten des Süddt.Lias" zu Pleuroceras hawskerense. "... von Pleuroceras spinatum schwer zu trennen" - Aha! ::)
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2. Joachim hat gefragt, ob " es sich doch um einen Phragmocon handelt" - verstehe leider die Frage nicht. "Phragmocon" bezeichnet doch den gekammerten Teil des Gehäuses, oder? Den gibt es doch dann bei jeder Art?! ???
Den haben alle Cephalopoden.
Gruss Joachim
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Hallo Joachim!
eben - das habe ich mir auch gedacht. Und was meinst Du mit Deiner Frage: anhand des Bildes müsste es sich doch um einen Phragmocon handeln?
(oder ist das ein Gag den ich nicht verstehe...?) :o
Gruß
Reynold
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Ich denke mal Joachim meint, dass die Wohnkammer fehlt, also eben der Teil des Gehäuses in dem das Tier lebte. Da meist der Venter erst auf der Wohnkammer "spinatumtypisch" mächtig wird, ist die Bestimmung sehr schwierig.
Der geringmächtige Zopfkiel allerdings deutet ganz stark in Richtung hawskerense. Ich würde den auch nicht als spinatum bestimmen.
Aber eine genaue Artbestimmung bei Pleuroceraten anhand von 1-2 Fotos ist kaum möglich. Man muss meist die Stücke in der Hand halten und mit den anderen Funstücken des Fundortes vergleichen, um zu einem Ergebnis zu kommen.
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Hi Reynold!
Also, der Pleuroceras spinatum den Du da im Netz gefunden hast, befindet sich in meiner Sammlung. Das ist eigentlich ein ziemlich typischer Spinatum, allerdings täuscht das mit dem Kiel etwas. Der Ammonit ist nämlich teilweise schalenerhalten und teilweise ist nur noch der Steinkern vorhanden. Und die Grenze zwischen Schale und Steinkern verläuft gerade so am Kiel, so dass der etwas seltsam aussieht! ;)
Wenn Du mit Steinpflegemittel über das Stück gehst, ich benutze Rember Steinpflegemittel ( erworben bei http://www.frankenfossil.de , zwar kostet so eine Flasche einiges, aber sie hält auch ewig, habe schon hunderte Stücke eingelassen und immernoch mindestens 3/4 davon) werden die Schabspuren auf ein Minimum reduziert und auch die Innenwindungen werden dann noch besser zum Tragen kommen. Wobei es natürlich, Steinpflegemittel hin oder her, immer optimal ist, wenn alles schon 100%ig freipräpariert ist. Mit Sandstrahlen habe ich aber keine Erfahrung, meines Wissens wird das aber bei Liaskonkretionen eher weniger betrieben, wenn überhaupt, weil diese im Kern einfach zu hart sind. Da hilft nur sticheln, idealtypisch natürlich mit einem Druckluftgerät.
Ich selbst habe mir gerade (nach 10 Jahren Sammeltätigkeit) eines geleistet. Das dürfte morgen kommen. Ich freue mich schon darauf, am Wochenende mal die ein oder andere Ammonitenknolle (auch mit Pleuroceraten aus dem fränkischen Delta) zu präparieren!
Schöne Grüße,
Sönke ;)
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Ich wäre mit der Zuordnung zu spinatum auch vorsichtig, da hat Sönke wohl ganz recht.
Allerdings ... wie es schon bei SCHLEGELMILCH steht ... die Abgrenzung ist nicht so einfach, da müßte man das Tierchen schon auf dem Tisch liegen haben. Aber ich würde vom Foto her diesem Ammoniten auch eher zur Art hawskerense zuordnen als zu spinatum, der ist im allgemeinen in allem kräftiger ausgebildet.
Sven
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Moin Reynolds ;D
Schöner Ammo, denk auch das es n P. spinatum is aber sicher bin ich mir nicht.
Diese Plattenkalke sin auch aus m Lias in Unterstürmig waren die auch ma aufgeschlossen da kamen hin und wieder Fische raus.
Würd mich an deiner stelle mit dem Zeug mal n Tag bescheftigen villeicht findest de ja n Fisch.
Gruß CARCHARIAS :)
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Na, das mit dem Fisch halte ich für optimistisch... aber Versuch macht klug, sagt man ja. ;)
Gelegentlich sind diese Kalkbänke (Lias epsilon), die über den Lias delta Tonen mit den Pleuroceraten liegen aber auch fossilarm.
Eher als einen Fisch wird man jedenfalls einen Dactylioceras, oder in der Altdorfer Gegend evtl. auch einen Hildaites etc. finden.
Im Lexikon des Mineralienatlas gibt es auch einige schöne Stücke aus dem Lias epsilon um Altdorf. Sowas findet man aber ganz sicher nicht alltäglich. Bei Steinkern.de ist ebenfalls in der Galerie (Jura/Lias/Altdorf) etwas über Altdorf zu finden, oder über die Suche (links oben) mit Suchbegriff "Altdorf"..
Ich bleibe weiterhin beim Pleuroceras hawskerense, aber vielleicht sollte man sich auch mit der Zuordnung der Gattung als "Pleuroceras" zufrieden geben und die Artzugehörigkeit dahingestellt lassen, weil das, wie bereits in vorherigen Beiträgen erwähnt, absolutes Glatteis ist.
Gruß
Sönke ;)
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Moin Soenke :)
Hast schon recht Fische waren selten die Ammos kamen öfters raus allerdings verdrückt.
Da ich selbst nie selbst im epsilon gesammelt habe kann ich das auch nicht richtig beurteilen. :-\
Hab nur davon gehöhrt.
Gruß CARCHARIAS ;D
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Hi Carcharias!
Den Epsilon mit den platten Ammos findet man vor allem in Schwaben, in der Gegend um Holzmaden.
In Altdorf gibt es vor allem in den Laibsteinen auch sensationelle körperlich erhaltene Ammoniten (und Fische!)... aber da muss man schon in der Gegend wohnen, oder ein Schweineglück haben um mal an sowas heranzukommen.
Gruß
Sönke ;)
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Da hast du Recht :)
Ich fahre seit 20 jahren in`s Fräkische war aber noch nie in Altdorf un Umgeb. suchen,
treib mich meistens in der Gegend um Ebermannstadt rum.
Wird Zeit das ich mir auch ma andere Jagtgründe da unten suche.
Gru? CARCHARIAS ;D
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;) Ihr seid nur alle 10-15 Jahre zu spät drann!
Es sind in Altdorf nur noch ein paar kleine Ecken wo noch was brauchbares dabei ist.
Gruss Joachim
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Moin Joachim :)
Ja stimmt merk ich auch im Mainzer Becken aber ich hab dort aus totgeglaubten Fundstellen meine besten Funde Gemacht. ;D
Also n Versuch is es wert un wer nit hinfährt un guckt der find auch nix.
Oder???
Gruß CARCHARIAS ;)
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:o ich staune, das ganze wird sich hier wohl zum "heißen Thema" entwickeln , wie? ???
ich glaube, dass der fund von reynolds auch ein "Maicon Maartenus" sein könnte!
was meint Ihr?
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Hallo :D
Es sind in Altdorf nur noch ein paar kleine Ecken wo noch was brauchbares dabei ist.
- ich hab den Pleuroceraten (was auch immer jetzt die genaue Art ist) übrigens in einer Baustelle (Autobahnauffahrt direkt vor Altdorf) gefunden. Die anderen Fundortbeschreibungen (also aus Richter Geoführer Frankenjura) - das waren 2 Schutthalden - waren tatsächlich eher bescheiden. Aber in der Bausstelle konnte man sehr vieles finden.
Man müsste wissen, woher man die Info bekommt, ob & wann wiedermal eine genügend große Baustelle in Altdorf & Umgebung sein wird. Weiß da jemand, wie man an solche Infos rankommt (Bauamt?! ???).
Habe übrigens den Pleuroceraten fast fertig präpariert und stelle die Tage das Endprodukt ins Forum!
Glück auf ;D
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Infos über Baustellen mit Fossilien kriegt man nur von sehr guten Sammlerfreunden, oder man muss selbst auf gut Glück durch die Gegend fahren, evtl. mit Hinweisen vom Bauamt (oder sonst woher) wo es Baustellen gibt.
Na, denn bin ich mal auf Dein Endprodukt gespannt. ;)
Gruß
Sönke
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Hallo Leute,
hier also das vorläufige Endresultat. Habe jetzt noch kein Steinpflegmittel drauf und man kann sicher noch ein paar Stunden mit dem Stichel die Feinheiten bearbeiten - aber für meinen ersten Präparationsversuch, ist der Pleurocerat doch gar nicht schlecht geworden, oder? ::)
Danke für die Hilfe
Gruß
Reynold
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Prima... aber mit irgendwas hast Du den doch schon lackiert, sonst würde er nicht so aussehen, oder? ;)
Gruß
Sönke
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Ist der Pleuro vielleicht pyritisiert?
gruß tarantino
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Hi :D
der Pleuro ist teilweise pyritisiert - daher glänzt er auch z.T. Aber Sönke hat natürlich recht! Ein bischen "aufpoliert" hab ich ihn schon. Und zwar mit .... :-[ ich trau mich ja gar nicht zu sagen, was es nun tatsächlich ist - haltet euch fest & lyncht mich nicht!! es war ....Haarwachs :-X so, nun ist es raus. Ich hab ja hier im Forum auch schon gelesen, dass Einige Schuhcreme draufmachen, von daher hab ich mir gedacht :-[ ... naja, ich hatte halt nix anderes zur Hand - hoffentlich greift es den Pleuro nicht an.
Gruß
Reynold :-[
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Ich hab ja hier im Forum auch schon gelesen, dass Einige Schuhcreme draufmachen, von daher hab ich mir gedacht :-[ ... naja, ich hatte halt nix anderes zur Hand - hoffentlich greift es den Pleuro nicht an.
Gruß
Reynold :-[
Na Schuhcreme ist nicht gleich Schuhcreme! ::) ::) ::)
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D.h. es gibt "gute" und "schlechte" Schuhcreme für Fossilien? ::)
Gruß
Reynold
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Ich empfehle da mal wieder mein gutes altes Marpol. Kostengünstig, sparsam und extra für Steinchen gemacht ;)
Guckst du hier:
-> http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=67&Itemid=39
Bevor man mit Schuhcreme oder Haarwachs anfängt, sollte man besser sowas nehmen.
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:D na, das ist doch mal ein Tipp! Danke - hol ich mir!
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D.h. es gibt "gute" und "schlechte" Schuhcreme für Fossilien?
Gruß
Reynold
Hallo Reynold
Zum Beispiel eignet sich schwarze Schucreme oft nicht für weiße Kreide-Ammoniten.... ;D
Spass beiseite: Ich hab nicht viel mit pyritisierten Fossilien zu tun. Aber ich weiß das Pyrit gerne mal chemisch reagiert. Ich kenn jetzt nicht die Inhaltsstoffe Deines Haarwachses..., aber gerade bei so nem schönen Ammo wie Deinem, würde ich was auftragen, was glänzt UND konserviert ;).
gruß
diego
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Ich empfehle da mal wieder mein gutes altes Marpol. Kostengünstig, sparsam und extra für Steinchen gemacht ;)
Guckst du hier:
-> http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=67&Itemid=39
Bevor man mit Schuhcreme oder Haarwachs anfängt, sollte man besser sowas nehmen.
kleiner Tipp
Jedes Fossil hat sein Spezielles Konservierungsmittel.
Ich würde nicht nur ein Mittel für alle Fossilien verwenden.
Wenn hier von Schuhcreme die Rede ist,ist das keinesfalls auf alle Fossilien bezogen.
Damit erzielt man nur gute Ergebnisse bei Ceratiten aus gewissen Schichten/Regionen.
Bei Weißjura verwendet man besser Schellack. Bei Schlaifhausen Reisan,Sengenthal Rember usw.
Gruss Joachim
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Es kommt eben vor allem immer darauf an, wie die Oberfläche der Fossilien beschaffen ist. Bei Weißjuraammoniten ist die Oberfläche oft so (ich nenne es mal) porös, dass z.B. Rember-Steinpflegemittel mehr oder weniger wirkungslos einzieht.
Aber mit Rember kommt man als Jurasammler schon ganz gut über die Runden. ;)
Gruß
Sönke
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So! Hab mir eben erstman 3 Tuben Marpol besorgt ;D - ma' guckn ob's wirkt!
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Hm ich sollte bei denen mal nach einer Provision fragen ;)
geh sparsam mit um. lieber nochmal nachträglich was auftragen als gleich am Anfang zu viel.
Und keine zu harten Bürsten nehmen, je weicher, desto besser.
Ansonsten ist das Zeug glaube echt Idiotensicher ;D
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Kann es bei zuviel Marpol Flecken/Schlieren oder so geben?? ???
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Nein, nur mit Wasser sollte es direkt vor und während der Behandlung mit Marpol nicht in Verbindung kommen. Das gibt dann Flecken.
Wenn man zu viel nimmt und Fossilien mit schwer Zugänglichen Ecken hat kann sich das Marpol in diesen sammeln und nur schwer wieder herauszubekommen sein.
Zu viel schadet in so fern nicht wirklich. Kann nur stören, da es eine ziemliche Schmiererei ist und man mit wenig schneller zu einem besseren Ergebnis kommt.
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Aha, ok danke :)
Eine Frage hab ich noch: während meiner Präparation hab ich auch mal mit 'nem Taschentuch mit Spucke drauf :-X über den Pleuro gewischt und da ist die braune Schale mit runtergekommen - hätte ich nicht gedacht, dass das so empfindlich ist...
Gruß
Reynold
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hier die "Spucke" - Spuren >:( - hätte echt gedacht, dass Wasser/Spuke der Schale (ist doch Schale - oder) nix macht... aber naja, man lernt nie aus... :-\
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Hi,
nochmal was übers Lackieren:
Schuhcreme, Wachs: = Staubmagnet, verschmiert Feinheiten
Schelllack: zerlegt sich im Lauf der Jahre (schrumpft und wird spröde) und vergilbt (ist in unserer Sammlung leider immer wieder zu finden), ist vor allem für Pyritsachen ungeeignet! Für Pyritsachen darf man nur Dinge nehmen, die sich a) nicht zersetzen b) keine Säuren freigeben
Fluate: giftig! zersetzt Metall
Zaponlack: schönes bergfeuchtes Aussehen, aber kann Säuren freisetzen und schrumpft im Lauf der Jahre
Farbvertiefer: geeignet. z.B. Rembertin S, Lithfin MN HMK S 35 -matt (Möller-chemie)
Polyvinylbutyral (Mowital und Pioloform), uneingeschränkt geeignet
Polymethylacrylate wie Paraloid B 72 oder B67 oder Osteofix, uneingeschränkt geeignet
Polyvinylacetat wie Mowilith, geeignet
ps: was für nen Druckluftstichel hast Du?
Gruß
profipräp
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ps: was für nen Druckluftstichel hast Du?
- hab leider kein Druckluftstichel :-\
und was sagt der PräpProfi zu Marpol? ??? & Danke für die Tipps :o
Gruß Reynold :D :D
und: woher bekomme ich denn die Sachen ???
Lithfin MN HMK S 35 -matt (Möller-chemie)
Polyvinylbutyral (Mowital und Pioloform), uneingeschränkt geeignet
Polymethylacrylate wie Paraloid B 72 oder B67 oder Osteofix, uneingeschränkt geeignet
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Das Rember Steinpflegemittel ist beim "Frankenfossil" erhältlich, über http://www.frankenfossil.de/Inhalt/angebote/werkzeug/konservierung.html oder http://www.frankenfossil.de ;)
Gruß
Sönke
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:D AH, ok!
Pioloform, Paraloid und Mowital = http://www.kremer-pigmente.de/intl.catalog/ebindem04.htm
sehr schön! :D
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Hi Kollegen ;)
noch ein kleiner Nachtrag & eine Frage. Joachim hatte ja ziemlich am Anfang gefragt:
anhand des Bildes müsste es sich doch um einen Phragmocon handeln? oder täuscht das?
und Coen meinte: Da meist der Venter erst auf der Wohnkammer "spinatumtypisch" mächtig wird, ist die Bestimmung sehr schwierig.
jetzt hab ich im Richter (1994) ein Foto gefunden (siehe Bild LINKS [aus RICHTER, 1994]) und es heißt im beschreibenden Text: die Hälfte des letzten Umganges gehörte zur Wohnkammer
--> sieht man ja auch daran, dass die Lobenlinien aufhören (stimmts?) - So... bei meinem Pleuro gibt es 2 Auffälligkeiten:
1) das Material ändert sich ab der Stelle, die ich mit dem Pfeil im Bild RECHTS gemarkert habe - zur Öffnung hin ist teilweise Schale vorhanden und es ist alles ein wenig "blättrig" - nach dem Pfeil (zum Nabel hin) ist das Material schön homogen und auch die Färbung ist dunkler.
2) gibt es eine "Bruchstelle" - genau wo der Pfeil (RECHTES BILD) draufzeigt. Kann es sein, dass genau an dieser Stelle der Übergang von Wohnkammer zum Phragmocon ist? Ich habe einige Pleuros in Altdorf an der selben Fundstelle gefunden, die alle nur zum Teil erhalten waren. Nämlich fehlten immer die inneren Windungen. Könnte es sein, dass durch die Bruchstelle bei meinem Pleuro, das Phragmocon mit Sedimentmaterial ausgefüllt wurde und er deswegen (fast) komplett geblieben ist? Und wenn auch bei meinem Pleuro, die Hälfte der letzten Windung Wohnkammer ist - würde eswiederum doch für einen Pleuroceras hawskerense sprechen (wie Soenke meinte)
Ich weiß: ist alles hoch spekulativ - aber auch saumäßig spannend :D :D
Gruß
Reynold
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Ich denke, Du hast mit Deiner Theorie, das die Wohnkammer ab der eingefallenen Stelle beginnt, recht.
Es gibt aber auch Pleuroceraten ohne derartige "Beschädigung", deren Kammersystem vollends mit Sediment ausgefüllt wurde. Da muss die Macke also nicht der Grund sein. Richtig ist aber in jedem Fall, dass man oft nur Wohnkammern findet, das Phragmokon ist meist platt. Sucht man jedoch im anstehenden Gestein, sieht man nicht nur, wie beim bloßen Aufsammeln, die Wohnkammern, sondern auch die plattgedrückten Phragmokone.
So... in dem Sinne, gute Nacht,
Sönke ;)
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Hallo,
was ist denn Marpol genau? Ist das ein Wachs? Sowas ähnliches hab ich schon mal ausprobiert: anstatt eine Oberfläche zu polieren, hab ich MN-Politur von Lithofin genommen. Sah am Anfang wirklich toll aus (wie poliert), aber nach einem Jahr (da hab ich das Stück mal wieder in die Finger bekommen) war es nur noch matt und unansehlich. Ist glaube ich was ähnliches wie farblose Schuhcreme. Also langfristig bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. ausserdem schrumpfen Wachse gewaltig (Kann ich am eingetrockneten Rest in der Dose erkennen).
Soviel dazu
Gruß
profipräp
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Also bisher habe ich mit Marpol keine solchen Erfahrungen gemacht. Ein Stück war etwas matt geworden, da habe ich es einfach nochmal aupoliert ohne dabei neuen Wachs aufzutragen. Der Rest strahlt noch wie am ersten Tag ;)
Vom Eintrocknen habe ich auch noch nichts bemerkt. Gut... ich weiß jetrt nicht, was in 10 Jahren ist. Aber in der von dir beschriebenen kurzen Zeit (1 Jahr) ist keinesfalls irgendwas unansehlich geworden. :)
Zu dieser Wohnkammergeschichte. Die von dir markierte Stelle müsste in der Tat das Ende der Wohnkammer und damit der Beginn des Phragmokons sein.
Die von dir beschriebene Beschädigung wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach ein eingedrücktes Segment des Phragmokons sein.
Es kommt relativ häufig vor, dass die Ammoniten genau am Phragmokonansatz plattgedrückte Segmente haben. Ich fang mich gerade an zu fragen, warum das so ist. Jedenfalls hab ich es sehr oft beobachtet...
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Hi :)
und vor allem würde mich interessieren, welche Erklärung es für den "Material-Unterschied" zwischen Wohnkammer und Phragmocon gibt :-\ - der ist wirklich auffallend... ???
Gruß
Reynold
An Profipräp: in Marpol ist auf alle Fälle Silikon drin - die genaue Bestandteilliste poste ich demnächst :D
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Der Erhaltungsunterschied kann unter Umständen wie folgt zusammenkommen:
Die Wohnkammer läuft mit Sediment voll, die Kammern hingegen bleiben unverfüllt. Durch Feuchtigkeit und irgendwelche darauf aufbauenden Mineralisationsprozesse wird der Ammonit nach und nach mit Pyrit oder anderem Material ausgekleidet, bis ein massiver Pyritsteinkern entsteht.
Gruß
Sönke ;)